Hallo,
zuerst zu meiner Person: Ich war wie Ralf auch Trainer am Handballcamp und habe bei den Jungen wie bei den Alten eine Einheit durchgeführt.
Zitat
Original von RolfB:
ja, ihr hattet 6 Themenschwerpunkte in 7 Einheiten, wenn man die Spiele und die eine Einheit die dafür benutzt worden ist einmal abzieht. Und das ist für mein Gefühl zu viel. Ich habe mal an einem Wochenende (Do-So) 6 Einheiten mit einer weibl B/A durchgezogen und hatte nur ein Thema (Kreuzen). Das Koordination, Schnelligkeit, Parteiballspiele usw. in das Thema mit reingepackt wurden ist klar und somit wurden halt viele Bereiche trainiert.
Aber bei euch waren es schon 5 echte Themen (Ballbehandlung,Abwehrkompetenzen,Kreuzen, Tempogegenstoß sowie Täuschungen aller Art) Und mich interessiert einmal ob ihr damit zufrieden wart oder ihr am Ende eher sagt "Weniger ist manchmal mehr". Und aus der Folge daraus das beim nächsten mal anders macht.
Wenn du solche Themen wie Kreuzen, oder ähnliches mit einer Mannschaft machst, reicht ein Training natürlich nicht aus. Für die Feinabstimmung und die Folgehandlungen sind wahrscheinlich mehrere Wochen oder Monate nötig.
Bei unserem Camp ging es eher um die Entwicklung individueller Fähigkeiten, was sich schon aus der Zusammensetzung der Gruppen ergab. Da wir die Gruppen nach Leistungsstärke und nicht nach Mannschaften eingeteilt hatten, hätte eine solche Feinabstimmung auch kein Sinn gemacht. Sicher hätte das ein oder andere Thema noch eine zusätzliche Einheit vertragen können, gerade wenn es für einige recht neu war (z.B. Sperre/Absetzen für C-Jugendliche). Die Verfeinerung der Abläufe der neuen Trainingsinhalte liegt nun in der Hand der einzelnen Mannschaftstrainer. Die Älteren und mit vielen Inhalten schon vertrauten Spieler konnten das Camp zur Festigung der Abläufe und Auffrischung nutzen.
Ein weiterer Punkt, was uns das Trainingscamp als Verein bringt ist eine gewisse Standardisierung. Beispiel: Alle Trainer haben bei den Einheiten von Armin Emrich zugeschaut. Alle (hoffe ich zumindest) werden die Inhalte auch auf diese Weise in ihrem Training weitergeben. So wird verhindert, dass die Spieler bei jedem Trainer was konzeptionell anderes zum gleichen Thema hören. Genauso haben wir auch untereinander bei den Trainings zugeschaut oder als Co-Trainer aktiv mitgewirkt. Auf Dauer ergibt sich dadurch eine durchgängigeres Konzept im Jugendbereich.
Dieser Standardisierung sind sicher Grenzen durch die extreme Vielseitigkeit des Handballsport gegeben, aber ein gewisser Teil in Form von Richtlinien oder eines Rahmentrainingsplanes sind förderlich. Diesen Rahmentrainingsplan (RTP) gibt es schon lange bei unserem Verein, durch die Camps wurde er unbewusst mit Inahlten gefüllt. Zur besseren Erklärung: Der RTP beinhaltet bei uns was in welchen Jugenden trainiert werden sollte. Das Wie war bisher eine Sache der Trainer. Das ist es jetzt immer noch, aber es gleicht sich in gewisser Weise an. Beispielsweise war mein Thema Sperren/Absetzen. Das wird meist nur für den Angriff trainiert, wie die Abwehr sich verhält wird vielleicht in den Senioren mal erwähnt. Da ich selbst ab und zu HM spiele, weiss ich was es bedeutet, dass sich (bei uns) jeder Abwehrspieler bei Sperre anders verhält. Durch Vorstellung eines Konzepts der Abwehrhandlung bei Sperre/Absetzen während meiner Trainingseinheit hoffe ich, dass auch die anderen Trainer, dieses Konzept übernehmen und künftige Abwehrreihen es einfacher haben zu handeln.
Leider findet diese Standardisierung noch unbewusst statt. Jeder Trainer hat irgendwo seine eigene Vorstellungen zu gewissen Themen, sei es durch seine eigene Art Handball zu spielen, durch ein unterschiedliches Ausbildungsniveau oder einfach die Periode mit der er im Handball groß geworden ist. Auch ist nicht zu verkennen, dass gerade individuelle Eigenheiten oft einen guten Trainer ausmachen. Da ist es nicht einfach zu sagen dies und jenes wird jetzt auf diese Weise vermittelt, gerade wenn man persönlich auf andere Weise bisher Erfolg hatte.
Soviel ergänzend zu den Einträgen von Ralf
Gruß Torsten