Beiträge von nicnamejue

    EM oder WM ist egal.

    Fakt ist, dass ein VF-Aus eine Enttäuschung war und der Rauswurf von Vogts gefordert wurde, der dann nach dem Turnier auf Malta vollzogen wurde. Heute jubelt man über ein VF-Aus und Nagelmann ist der Weltmeistertrainer 2026.

    2002 war sicher nicht schön. Aber man hatte mit Ballack und Kahn zwei absolute Weltklassespieler und mit dem jungen Klose einen Torjäger. Jetzt redet man die Leistungen von Kross und Gündogan schön und Harvertz soll ein Top-Stürmer sein. Leider trifft er das leere Tor nicht und erzielte kein Feldtor. Dafür gibt es bei Kritik einen WhatsApp für RTL.

    Ob die Euphorie der NM oder einfach der Heim-EM geschuldet war, wird sich zeigen.

    Aus meiner Sicht passt das geringe Anspruchsdenken, die Schuld beim Schiri (anstatt Selbstkritik) suchen und die angeblich so rosigen Aussichten einfach zu unserer Gesellschaft.

    Die Frage ist ja auch, warum die Menschen ihre Laune von der Performance der Kicker abhängig machen sollten. Es verbessert und verlängert das Leben nicht, wenn man über Dinge meckert, auf die man keinen Einfluss hat, nur weil es früher schon mal besser lief.

    ok, das ist mir so neu. Aber würde das auch für den jüngsten der drei B-Jahrgänge Sinn machen? Wieviel Einsatzzeit hätten diese Spielerinnen?

    Wenn da dann die Entwicklung ausgebremst wird, entstehen Qualitätsmängel, die sich später dann rächen. Für Vereine, die 3, 4 Jahrgänge brauchen, um 8, 10 Spielerinnen zusammenzubekommen, mag das Argument fehlschlagen. Aber bei den "besseren" Vereinen, bei denen es heute noch immer große Teams von 14-18 Spielerinnen gibt, sehe ich schon Probleme. Eine 2. Mannschaft ist für mich da keine gute Lösung, denn lernen kann man bekanntlich vor allem von den Besseren, von denen viele dann separiert wären.

    Wir leben heute aber in einer anderen Zeit. Was vor 50 ... 60 Jahren mal im Fußball galt, ist Geschichte. Das Spiel, das Tempo, die Regeln, wie auch bei vielen anderen Sportarten, haben sich verändert. Warum nicht im Spitzensport elektronische Hilfsmittel nutzen, um menschliche Fehler in ihrer Auswirkung zu reduzieren? Für ältere Generationen, ist es vielleicht auch eine Frage der Gewöhnung. Wer damit aufgewachsen ist, nichts anderes kennt, stört sich daran wahrscheinlich nicht so sehr.

    Da geht es irgendwann ins Philosophische, aber für mich ist es ein Irrglaube, zu meinen, die Welt würde gerechter, wenn man alle Entscheidungen dem menschlichen Einfluss und Urteil entzieht und auf technische Hilfsmittel überträgt. Sport und Spiel sind hervorragende Gelegenheiten, Toleranz, Akzeptanz, Frustrationstoleranz und Versöhnung einzuüben. Wenn wir uns dieser Gelegenheiten immer mehr berauben, brauchen wir uns über manche gesellschaftlichen Tendenzen nicht zu wundern.

    Das war ja der Vorschlag zur Altersklassenreform. Für mich das größte Manko: schon jetzt fehlt es in der A-Jugend an Spielerinnen, wie Zickenbändiger erwähnt und belegt hat. Wenn nun die A nur noch 1 Jahrgang ist, halbiert sich die Zahl der Spielerinnen noch einmal, damit auch die Zahl der Mannschaften und der Spielbetrieb bricht gänzlich in sich zusammen.

    wobei es ja nicht so ist, dass die von dir aufgezählten Vereine der 1. und 2. Liga sich nicht um die Jugend bemüht hätten. Das ist jeweils aus unterschiedlichen Gründen in den letzten Jahren gescheitert, zuerst in Bietigheim, zuletzt in Ketsch. Ein Grund mag sein, dass diese "großen" Vereine dafür auch nicht (viel) mehr Geld in die Hand genommen haben, wie die kleinen Vereine. Das wiederum mag auch darin begründet sein, dass die Jugend im Hauptverein organisiert ist, während die 1. Mannschaft in einer GmbH o.ä. finanziell unabhängig ausgegliedert ist und damit organisatorisch und bilanziell getrennt von der Jugend.

    Alles Dinge, die man nicht auch anders machen könnte, wenn man wöllte, aber solange man bei den anderen Vereinen wildern kann oder gleich aufs Ausland schielt, besteht dafür eben kein Druck.

    so weit ich es mitbekommen habe, ist sowohl "Professionalisierung" der JuBuLi nach dem Vorbild der männlichen Jugend abgeblasen, wie auch die Reform der Altersklassen.

    Ich hatte beide Vorhaben kritisch gesehen.

    Überrascht hat mich, dass jetzt der Umfang in der JuBuLi der wB deutlich umfangreicher ist, als in der wA. Ist in mich nur in sofern erklärbar, dass viele wA schon bei den Aktiven dabei sind und darum das Zeitbudget inkl. Regionalliga als 3. Wettbewerb in Summe höher ist als in der wB.

    Dass die Zahl der gemeldeten Mannschaften in der wA abstürzen, ist allerdings auch im Südwesten so.

    Nüchtern betrachtet könnte man doch feststellen, dass Deutschland gezeigt hat, das es derzeit wieder mit den Besten mithalten kann und das ist allemal ein Fortschritt. Nur wie das im Sport immer so ist: wie gewonnen, so zerronnen. Also sind wir mal gespannt, wie es bis zur nächsten WM weitergeht.

    Passt nicht ganz zum Titel, aber inhaltlich zum Thema "quo vadis weiblicher Jugendhandball" und ich wollte keinen extra Thread aufmachen:

    Die wU16 hat bei den European Open gestern den 2. Platz belegt. Im Finale unterlag man der Schweiz nach Verlängerung mit 31:34. Meine Beobachtungen dazu:

    1. Die Schweiz etabliert sich in allen Altersstufen im weiblichen Jugendbereich als eine der führenden Handballnationen der Welt.

    2. Deutschland war auf Augenhöhe. In der Vorrunde wurde die Schweiz besiegt, die Niederlage im Finale war knapp. Herzlichen Glückwunsch an die Mädels zu ihrem Erfolg!

    3. Der alte Befund bleibt bestehen: je jünger, desto weiter vorne sind die Deutschen mit dabei, je älter, desto weiter fallen sie zurück. Mal sehen, wie es im August für die U18 in China läuft.

    4. Das technische Niveau der Deutschen hat mich aber einmal mehr enttäuscht (auch unter Berücksichtigung des Alters). Auch mangelt es an Spielübersicht und Zusammenspiel, insbesondere zwischen Rückraum und den Außen. Physisch war Deutschland überlegen, von der Spielkultur jedoch zumindest in Ansätzen die Schweiz, auch wenn da auch nicht alles Gold war. Der deutsche Rückraum kennt scheinbar nur ein Rezept: sich in der Abwehr festrennen und dann werfen, egal von wo und wie aussichtsreich und vor allem, egal, wie die Mitspielerinnen positioniert sind (Parallele zu Kühne und Co bei der U20 vor wenigen Tagen?!). Manchmal klappt das, oft aber auch nicht. Die Außen standen oft von Freund und Feind so weit unbedrängt frei, dass man den Eindruck gewinnen konnte, sie wären infektiös. Anspiele aber Fehlanzeige. Die primäre Aufgabe an sie war wohl auch nicht, Tore zu werfen, sondern in der Mitte (falsche) Sperren zu stellen, die glücklicherweise nie geahndet wurden, aber auch nicht viel gebracht haben.

    Mein alter Verdacht findet so neue Nahrung, dass der DHB seine Spielerinnen primär nach physischer Konstitution aussucht und nur nachrangig danach, wer Köpfchen und Technik hat, um Handball wirklich SPIELEN zu können. (Ausnahmen wie Däuble bestätigen die Regel). In der U16 geht das noch gut, bis zur U20 verschlechtern sich dann die Ergebnisse. Dazu trägt auch bei, dass der DHB im weiblichen Bereich sehr starr am einmal zusammengestellten Kader festhält und nur selten durchlässig ist für neue Gesichter.