Beiträge von Fachfremder

    NRW hat aber gerade auch Ferienende und eine Testpflicht für nicht vollständig Geimpfte oder Genesene, wenn die nach mehr als 5 Tagen Urlaub an den Arbeitsplatz zurückkehren.

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    Die haben jetzt höhere Inzidenzen, weil sie testen, das flacht dann wieder ab. Zudem liegen sowohl bei LEV als auch beim BVB die Hallenkapazitäten weiter über dem Zuschauerschnitt. Also schön ruhig bleiben.

    So sehr ich die handballerischen Analysen von Juliscka schätze, frage ich mich, was der Hinweis auf das Privatvergnügen soll, bei dem etwas an der Staatskasse hängen bleiben kann. Ist es nicht so, dass in anderen Ländern der Frauenhandball per se vom Staat unterstützt wird? Was ist daran besser, abgesehen vom vielleicht größeren sportlichen Erfolg. Und ja, Frauenhandball in Deutschland ist teilweise Privatvergnügen, sogar bei einem der renommiertesten deutschen Clubs, der SG BBM Bietigheim, denn ohne das finanzielle Engagement von Herrn Bezner (Olymp) würde da gar nichts laufen. Es ist aber sicher nicht das Privatvergnügen der genannten Personen.

    Zum Thema Metzingen noch: Wenn man sich die Bilanzen der Spielbetrieb-GmbH`s anschaut, findet man dort die Überschuldung häufiger (so z.B. auch bei Frisch Auf), handelt es sich um eine GmbH & Co. KG ist dagegen von "nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteilen der Kommanditisten die Rede." Rückschlüsse auf das Geschäftsführergehalt lässt dies nicht zu, ohnehin zeichnen die verkürzten, veröffentlichten Bilanzen nie ein klares Bild. Im Hinblick auf die Rotts meinte ich das auch nicht wegen der Bilanz, sondern was die so tun und wo die auftauchen, Edina Rott z.B. an der Seitenlinie in der JBHL oder bei der 2. Mannschaft. Und auch Ferenc Rott übernimmt Aufgaben, für die ein angestellter Fremdgeschäftsführer sich möglicherweise "zu fein" wäre. Was ich sagen wollte ist, dass die Vereine sehr stark auf persönliches Engagement angewiesen sind, dass über Gehälter kaum in dieser Form eingekauft werden kann. Bernd Aichele, der Geschäftsführer des finanziell ohnehin nicht auf Rosen gebetteten TV Nellingen hatte das sogar ehrenamtlich gemacht:

    https://www.esslinger-zeitung.de/inhalt.tobias-…800a56158f.html

    Karl: Unabhängige Berichterstattung im Frauenhandball dürfte reines Wunschdenken sein. Wenn ich es richtig sehe und teilweise die Berichte auf HP und in der Lokalpresse vergleiche, werden - zumindest hier im Süden - die Texte von den Vereinen auch vorgefertigt und dann allenfalls redaktionell redigiert. Da ist gar nicht gewährleistet, dass sich überhaupt ein Schreiber der Zeitung das Spiel anschaut.

    Hallo NSU`ler, ich glaube auch nicht, dass Nick und Bartels Pressemeldungen geschrieben haben oder dass Ferenc Rott das macht. Allerdings müssen die Tätigkeiten von Nick und Bartels jetzt von anderen übernommen werden, die das vielleicht vorher gemacht haben und jetzt alle Hände voll mit anderen Dingen beschäftigt sind. So ein Bericht kostet auch Zeit, wenn man ihn anständig macht. Und bei Bietigheim fehlt noch an anderer Stelle Personal.

    Insgesamt gebe ich dir aber Recht, dass die Vereine da wenig aktiv sind und das Marketing teilweise völlig dilettantisch ist. Da gibt es Trainingsbilder auf Insta, wo die Mädels in den Klamotten ihrer alten Vereine und deren Ausrüstern rumlaufen oder Jasmina Jancovic (Offizielle bei FA) macht einen Kommentar auf der dortigen Insta-Seite, wo sie auf ihrem Privataccount noch mit dem TusSies-Trikot steht ...

    Naja Torsten Nick hat Bietigheim als Geschäftsführer der Frauen ja verlassen:

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    Und bislang wurde kein Neuer gemeldet. Daneben fehlt da wohl auch anderer Stelle Personal:

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    Es fehlt halt das Geld für professionelle Strukturen. So sind die TusSies im Prinzip auch noch ein Familienbetrieb, bei dem die Rotts enorme Leistungen vollbringen. Wenn man das für marktgerechtes Gehalt einkaufen wollte, würde es richtig teuer.

    Und in Dortmund zeigt sich wohl, dass ein Mann wie Andreas Bartels auch nicht so ohne weiteres zu ersetzen ist.

    Ich denke, die Vereine haben schlicht keine Kapazitäten für ein professionelles Marketing. Ich weiß, von Erst- und Zweitligisten, die üblicherweise zu diesem Zeitpunkt der Saison noch dabei sind, die Sponsorengelder für die Saison zusammen zu treiben.

    Glückwunsch an Ungarn, gewonnen hat die Mannschaft, die den erwachsensten Handball gespielt hat. Wie die irgendwann das Tempo raus genommen haben, damit Deutschland nicht rankommt, war schon reif. Bei Deutschland war klar, dass die das Tempo vom Anfang nicht halten können, Ungarn hat sich da nicht aus der Ruhe bringen lassen. Auch wenn so ein Erfolg schön ist, sollte man nicht vergessen, dass es eine gehörige Portion Glück war, soweit zu kommen. Wenn Rumänien gegen Norwegen nicht zum Schluss den Kopf verloren hätte, wäre es mit dem HF gar nichts geworden. Und Russland hat sich im HF zum Ende der regulären Spielzeit auch selbst geschlagen. Wären der 7m oder der letzte Freie drin gewesen, wäre es das gewesen mit dem Finale.

    Germanicus: Ich glaube nicht, dass man die großen Rückraumspielerinnen kleinen und flinkeren vorgezogen hat, sondern damit ein Spielkonzept durchziehen will, dass Juliscka als Bum-Bum bezeichnet, wobei ich nicht glaube, dass damit die Spielerinnen kritisiert werden sollen. Ich habe es schon einmal gesagt, auf mannschaftliches Zusammenspiel und Spielverständnis wird bei den Sichtungen kein Wert gelegt. Beim Deutschland-Cup ist es regelmäßig so, dass man den Eindruck hat, dass schon nur die Spielerinnen überhaupt aufs Tor werfen dürfen, die sich für den DHB empfehlen sollen, dies dann häufig aber mehr als es dem Spiel guttut. Dies ist aber zweifach misslich, denn erstens lernt man es dann nicht richtig und hat zweitens keine ausreichenden Handlungsoptionen, wenn man in eine Damenmannschaft kommt, bei der nicht alles auf einen abgestellt ist. Leider kommt man bei den Sichtungen mit einer auch ungesunden Portion Egoismus besser durch. Eine Spielerin wie Farkas, die jetzt weniger spektakulär, dafür aber insgesamt kompletter ist, könnte in D auch gut durchfallen, wenn sie nicht genug eigene "Action" macht. Ich glaube, darauf zielt die Kritik von Juliscka. Ich glaube auch nicht, dass Gino Smits die Wahl ausgeübt hat, keine kleineren und flinkeren Spielerinnen zu nehmen, weil man diese aufgrund der vorherigen Auswahlkriterien gar nicht hatte. Wenn ich mir die beiden Bietigheimer Außen ansehe, stellt sich ohnehin die Frage, ob der Kader ausschließlich nach sportlichen Kriterien zusammengestellt wurde.

    Man könnte aber es auch anders sehen. Bölk hat mit 16 erste Liga gespielt. Sowas motiviert dann eben auch. Wenn man mit 19 aus der A-Jugend kommt und hat Backup- oder 2.Liga-Niveau, dann weiss man, dass sich der Aufwand vermutlich nicht lohnt und die Motivation ist dahin oder geht eben Richtung Beruf- und Lebensqualität.

    Bölk war aber auch eine Ausnahme, auch was die körperliche Entwicklung angeht. Mich hätte es mal interessiert, wie Rebecca Rott in der jetzigen Mannschaft aussehen würde, sie ist ja auch Jahrgang 2004 und dürfte, was den frühen Entwicklungsstand angeht, am ehesten mit Bölk vergleichbar sein.

    Beruflich bedingt war ich bislang nicht in der Lage, sehr viel von den Spielen zu sehen. Was mir gestern aber aufgefallen ist, ist der Unterschied in der technischen Entwicklung bei den Außen: Die Ungarinnen springen und hängen in der Luft fast wie die Großen, während die Deutschen eher in den Kreis stolpern. Da gibt es offensichtlich doch erhebliche Unterschiede in der technischen Ausbildung.

    Und juliscka: Meine Erfahrung ist, dass bei den Sichtungen in D herzlich wenig auf Spielverständnis geachtet wird, sondern mehr auf das Vorhandensein bestimmter Eigenschaften für die Position und diesbezüglicher Durchsetzungsstärke. Manch talentierte Rückraumspielerin wird auch schnell auf Kreis umgelernt. Deine Befürchtung, dass die dann in der Entwicklung stehen bleiben und irgendwann dumm aus der Wäsche schauen, wenn da richtige Gegner stehen, halte ich durchaus für begründet. Wie das anderswo gehandhabt wird, weiß ich nicht, hier habe ich aber manchmal den Eindruck, dass die Mädels bei frühem Einsatz bei den Aktiven dann auf die vorhanden Fähigkeiten festgenagelt werden, ohne dass sie nochmals an Handlungsoptionen reicher werden. Letztlich spiegelt sich das dann auch in dem Handball wieder, den wir von der NM kennen.

    Also Leute, wenn ihr die Jugend in Deutschland fördern wollt, braucht man erst einmal Infrastruktur, wo die auch Sport machen können. Wisst ihr, in was für abgewrackten Hallen die Jugend spielt? Bei den Frauen geht das teilweise bis in die Bundesligen hoch. Vereine mit erfolgreicher Jugendarbeit haben teilweise nicht mal genug Hallenzeiten. Und wenn sie zu erfolgreich sind, werden ihnen, vom System vorgesehen, die Spieler und Spielerinnen frühzeitig genommen. Als Mannschaftssport wird das in der Nachwuchsförderung dann teilweise nicht aufgefasst, individuelles Durchsetzungsvermögen gilt mehr als Spielwitz. Vielleicht liegt auch hier der Hund begraben.

    Von der Sache mit der Schwester hatte ich keine Ahnung, es erklärt aber sicher, warum sich vielleicht der Blick aufs Leben und die Bereitschaft zum Leistungssport massiv verändern. Aber auch ohne einen solchen Schicksalsschlag habe ich Verständnis für jede, aber wirklich jede, die sich irgendwann vom Leistungssport verabschiedet.

    Natürlich kosten die Lehrgänge was, der DHB kann ja mal versuchen, eine Ausbildungsgebühr zu erheben, wenn man zu früh aussteigt. Dann werden sich aber nur noch wenige finden. Auf die jungen Damen und ihre Gesundheit wird auch keine Rücksicht genommen. Gerade hier in Württemberg ist das eklatant, besonders bei den größten Talenten. Nachdem Leonie Patorra schon mit zwei Kreuzbandrissen zu den Aktiven gewechselt ist, hat es mit der gerade von den Tussies 2 nach Herrenberg gewechselten Ronja Slawitsch jetzt die nächste wiederholt erwischt und auch die 2005 geborene Lea Watzl, zum Ende der letzten Saison in den Göppinger Bundesligakader erhoben, hat sich jetzt einen Kreuzbandriss zugezogen. Hier gibt es einige Sportinvalidinnen aus dem Umfeld der Auswahlmannschaften, die mit um die 20 aufhören mussten.

    Von denen und wie die ihr Leben lang unter der Verbandsförderung leiden, spricht auch keiner mehr. Genauso wenig muss sich eine aber einen Kopf machen oder ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie dann irgendwann nicht mehr will. Insbesondere, wenn man betrachtet, was die Bundesliga teilweise für Rahmenbedingungen bietet.

    Maikel: Besserer Handball wird dadurch sicher noch nicht gespielt, jedoch ist die Frage, ob es gelingen kann, Begeisterung für den Sport auszulösen, wenn man Fernsehübertragungen aus Schulsporthallen sieht. Beim Basketball hat man es so gemacht, wohl durchaus mit Erfolg und Ligasponsoren. Ich denke weiter, dass es unter diesen Umständen einfach auch für manche Spielerin kein Anreiz ist, es in die Bundesliga zu schaffen.

    Finde ich gut, das von dir skizzierte Modell. Ich würde noch dafür plädieren, die erste Liga hallentechnisch und von der finanziellen Ausstattung an bestimmte Voraussetzungen zu knüpfen, z.B. (fast) reines Handballfeld für TV und dann im Sinne einer Professionalisierung auch keinen hoch zu lassen, der das nicht erfüllt. Ist meines Wissens nach beim Volleyball (Damen) und Basketball (Herren) genauso erfolgt. Und volle Zustimmung zu den roten Lettern :hi:

    @NSU´ler: Wenn Artschwager und Kromer dabei sind und man sieht, wie es bei uns hier in Württemberg läuft, darf man nicht viel erwarten. Artschwager ist Funktionär durch und durch, der ist von allem zu weit weg. In seinem Bewerbungsschreiben für die aktuelle Amtszeit stand auch irgendwas, dass seine Tochter nach dem x-ten Kreuzbandriss ihre Karriere beenden musste ... Kromer und Gaugisch haben ja auch bei ihrem Heimatverein in Mössingen rumgewerkelt und da keine wirklich durchschlagenden Erfolge in der Jugendarbeit erzielt. Also wird es weiter so sein, dass möglichst viele Spielerinnen möglichst früh zu den Bundesligisten kommen, um sie dort zu verschleißen.

    Handballersüd: Stimme dir in vielem zu, das Problem hier ist der doch, dass der HVW da überhaupt kein Interesse dran hat. Der lässt die Mädels aus dem ganzen Land zum Krafttraining zusammen kommen, obwohl man hier den Heimatvereinen aufgeben könnte, entsprechend zu trainieren, wovon dann die ganze Mannschaft und sogar der Verein profitieren könnte. Manchmal hat man den Eindruck, dass es in den Vereinen auch nicht zu gut laufen soll, weil man die Mädels dann nicht zu anderen Vereinen beordern kann. Insoweit hamburgerjug: Beim HVW betrachtet man die Mädels als Verfügungsmasse, die man ohne Kenntnis der persönlichen Situation etc. dann zu irgendwelchen Vereinen schickt und ihnen vorgibt, wo sie zu spielen haben. Und @NSU´ler: Das dürfte dann nicht selten neben Verletzungen der Grund sein, warum die mit 20 dann abtauchen. Die haben Handball nie als Mannschaftssport kennen gelernt, in dem man sich mit seiner Mannschaft entwickelt und etwas erreicht. Einen richtigen Stammverein haben sie auch nicht und so gehen sie dem Sport verloren, wenn der Traum von der Buli platzt (der möglicherweise immer illusorisch war),und zwar z.B. auch als spätere Jugendtrainerin. Der Vereinsgedanke findet bei der ganzen Sache gar nicht statt und mit dem Modell 2. Mannschaft in Liga 2 werden so viel Ressourcen gebraucht, dass für ein vitales Vereinsleben nichts mehr bleibt. Zum Schluss hat man dann hochklassige Mannschaften aber in vielen Fällen gar nichts mehr, wenn irgendwann das Geld ausbleibt, das die ganze Nummer kostet.