Man könnte aber es auch anders sehen. Bölk hat mit 16 erste Liga gespielt. Sowas motiviert dann eben auch. Wenn man mit 19 aus der A-Jugend kommt und hat Backup- oder 2.Liga-Niveau, dann weiss man, dass sich der Aufwand vermutlich nicht lohnt und die Motivation ist dahin oder geht eben Richtung Beruf- und Lebensqualität.
Bölk war aber auch eine Ausnahme, auch was die körperliche Entwicklung angeht. Mich hätte es mal interessiert, wie Rebecca Rott in der jetzigen Mannschaft aussehen würde, sie ist ja auch Jahrgang 2004 und dürfte, was den frühen Entwicklungsstand angeht, am ehesten mit Bölk vergleichbar sein.
Beruflich bedingt war ich bislang nicht in der Lage, sehr viel von den Spielen zu sehen. Was mir gestern aber aufgefallen ist, ist der Unterschied in der technischen Entwicklung bei den Außen: Die Ungarinnen springen und hängen in der Luft fast wie die Großen, während die Deutschen eher in den Kreis stolpern. Da gibt es offensichtlich doch erhebliche Unterschiede in der technischen Ausbildung.
Und juliscka: Meine Erfahrung ist, dass bei den Sichtungen in D herzlich wenig auf Spielverständnis geachtet wird, sondern mehr auf das Vorhandensein bestimmter Eigenschaften für die Position und diesbezüglicher Durchsetzungsstärke. Manch talentierte Rückraumspielerin wird auch schnell auf Kreis umgelernt. Deine Befürchtung, dass die dann in der Entwicklung stehen bleiben und irgendwann dumm aus der Wäsche schauen, wenn da richtige Gegner stehen, halte ich durchaus für begründet. Wie das anderswo gehandhabt wird, weiß ich nicht, hier habe ich aber manchmal den Eindruck, dass die Mädels bei frühem Einsatz bei den Aktiven dann auf die vorhanden Fähigkeiten festgenagelt werden, ohne dass sie nochmals an Handlungsoptionen reicher werden. Letztlich spiegelt sich das dann auch in dem Handball wieder, den wir von der NM kennen.