Astra-Plan: Privat-TV ab 2007 gegen Gebühr
Verschlüsselung: Halbes Jahr Parallelbetrieb - Für Österreich soll ORF kodieren
Satellitenbetreiber Astra verschlüsselt Privatsender
Zwei bis 2,3 Millionen deutsche Haushalte können 2007 ihren TV-Satellitendecoder vergessen, wenn sie weiter RTL, ProSieben, Sat.1 und Co. sehen wollen. Sie haben ein digitales Empfangsgerät angeschafft, das mit verschlüsselten Programmen nicht zurande kommt, wie sie Satellitenbetreiber Astra ab 2007 plant. Das ist ein Drittel der 6,3 Millionen digitalen Sat-Haushalte dort, rechnet Astra-Manager Wolfgang Elsäßer vor.
2007 will Astra in Deutschland beginnen, die großen Privatprogramme zu verschlüsseln (DER STANDARD berichtete). Ein halbes Jahr gibt es sie nach Astra-Vorstellungen unverschlüsselt wie bisher und kodiert parallel, dann nur noch verschlüsselt.
"Unter fünf Euro"
"Unter fünf Euro" pro Monat soll ihr Empfang kosten. Weiterer Zweck der Übung: Sender können Zuschauer mit der Verschlüsselung direkt adressieren; TV-Rechte etwa für Sportevents können so gezielter national verkauft werden.
In Österreich kam die ORF-Tochter ORS Astra zuvor. Die Anstalt hat Decoder mit ihrem Verschlüsselungssystem Cryptoworks für ORF, ATV+, gotv schon in 550.000 Haushalten. Astra hingegen codiert die Privatsender (wie Premiere) mit Nagra.
"Sehr positive Gespräche mit dem ORF"
In Österreich wird der Satellitenbetreiber am ORF-System schwer herumkommen. Elsäßer auf STANDARD-Anfrage: "Wir sind in sehr positiven Gesprächen mit dem ORF." Ob dessen Sendertochter ORS in Österreich dann wie Astra in Deutschland die Gebühren für RTL & Co. einhebt, sei noch nicht besprochen, sagt ihr Manager Michael Wagenhofer.
ORS-Mann Wagenhofer zweifelt am Astra-Zeitplan für 2007: Noch befasst sich ja das deutsche Kartellamt mit der Grundverschlüsselung. Elsäßer rechnet mit einer Entscheidung vor dem Sommer.