Wenn der hier bereits angebrachte Gedanke einer Zentralisierung aller relevanten Handball-Übertragungen auf einer einzigen Plattform möglich erscheint, so mögen doch bitte die diesbezüglich Fachkundigen einmal eine grobe Konzeption erstellen, wie so etwas "grass-roots" aufgezogen werden könnte. Es bräuchte zwar wohl trotz allem Aufbau "von unten" Investoren - und sicherlich könnte man die Lizenzen wohl angesichts deren Preise nicht von den aktuellen Inhabern "freikaufen", sondern müsste die bestehenden Verträge erst auslaufen lassen. Aber ich sehe, ähnlich wie Capitano, ein Akkumulationspotential für besagte mögliche Investoren. Das kann, bei einer fundierten Ausarbeitung eines solchen Strategiepapiers, lukrativ sein.
Aber auch jenseits des Einstiegs von Großkapitalen halte ich alternative Finanzierungsmodelle, bspw. a la Kickstarter, für durchdenkenswert. Man müsste es nur wirklich mal "gescheit" konzeptionalisieren. Ich persönlich wäre jedenfalls bereit, gegen Partialanteile an einem solchen Projekt eine größere Summe locker zu machen und sicherlich gibt es einige Hundert da draußen, die das ähnlich sehen würden. Weniger aus finanziellem Eigeninteresse (von mir aus auch gerne ein Nullsummenspiel) - es geht mir um den Handball.
Wenn man sich an die Anfänge von DAZN zurückerinnert, so war das zwar nicht wirklich "grass-roots", aber im Vergleich zu beispielsweise Sky oder Amazon Prime dann doch relativ "underground" - mit eher studentisch wirkendem Flair was die Schlichtheit des technischen Unterbaus oder die lockere Atmosphäre in den Übertragungen und drum herum anging. Nix mit Hochglanzsstudios; und trotzdem nie unprofessionell - eben einfach sympathisch. Bis dann die Kommerzialisierungsspirale losging, die just ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.
Ich halte eine solche Idee für tatsächlich weiterdenkenswert - allein mir fehlt ein akademischer Abschluss in Sport, Medien- und Kommunikationsforschung oder eine einschlägige Branchenerfahrung, wie sie jedoch hier der ein oder andere vorweist.
Denkt mal darüber nach, im Sinne des Handballs. Der Zeitpunkt erscheint auf den ersten Blick günstig. Und was könnte man als Sportart gegenüber den unfassbar kommerzialisierten Franchise-Märkten namens US-Sport oder Fußball an Sympathie gewinnen, wenn "die (internationale?) Handball-Community" so etwas (mit finanzieller Unterstützung) auf die Beine gestellt bekäme.
PS: Bevor jetzt hier die Broddelköpfe kommen und einen solchen Ansatz als "unumsetzbar" in Grund und Boden reden, denkt dran, dass Knallkopf-Kaiser Wilhelm 2 der festen Überzeugung war, dass sich das Automobil gegenüber dem Pferd niemals durchsetzen werde.