Beiträge von Andi.Waffen57

    Wieder mal eine coole Aktion der Gelnhauser. Weihnachtsspiel - sehr gut vermarktet :thumbup:

    Eine der Sachen, auf die ich mich am meisten freue - sollte unser Weg irgendwann wieder in Liga 2 führen ist der "Boxing Day" bzw. das "Weihnachtsspiel". Auch, wenn es in Gelnhausen nicht an genau diesem Datum war: Ein packendes Handballmatch am 26.12. nach fast 2 Tagen Weihnachts-Trubel; das ist einfach perfekt. Natürlich am Liebsten als Heimspiel, aber auch ein nicht allzu weit entferntes Auswärtsspiel passt gut.

    Von mir aus kann man das Konzept gerne sportart- und ligaübergreifend etablieren. Aber natürlich sind die Sportler auch nicht nur Sportler und wollen sicher gerne die Tage als Privatmensch frei haben.

    Ich bin ja nach wie vor interessiert wie wir uns eigentlich finanzieren, aber das scheint momentan kein Problem zu sein.

    Wenn man ungefähr die derzeitigen Kostenpunkte an für-Spitzenhandball-aufzuwendenden Gehältern, Infrastruktur/Logistik und Verwaltung gegen die erwartbaren Gesamteinnahmen eines gehobenen deutschen Handballunternehmens dieser Zeit gegenrechnet, dann ist es für den gemeinen fachkundigen BWLer zusammen mit einem Sport-Fachmann nicht allzu schwer, so eine Bude zu führen und auch weiterzuentwickeln. Genau das sehen wir gerade, nicht nur bei der SG sondern auch bei zahlreichen anderen deutschen Vereinen. Es boomt. Es sind fast überall gute Leute am Werk. Und die Dimensionen, in denen wir uns bewegen, sind nicht einmal "klassischer Mittelstandsbetrieb mit 150 Leuten".

    Ich tippe mal darauf, dass gerade was das besagte Verhältnis an für-Wachstum-nötige Ausgaben und Einnahmen angeht, die dritte Liga im deutschen Fußball deutlich schwerer zu "händeln" ist, als ein Handball-Erstligist. Und gerade weil es aktuell wohl nicht allzu kompliziert ist, zu wachsen und ja auch fleißig gewachsen wird, ist es für mich tatsächlich nicht soo wichtig, welche Namen die Kapitalgeber tragen. Die Bonitäts- und Haushaltsprüfungen der HBL tun da ihren Rest zum Vertrauensvorschuss an das aktuelle Konstrukt HBL zu.

    Aber wenn ich aus deinem Satz den Hauch an Skepsis falsch herausinterpretiert habe und dein Interesse an den Finanzquellen rein inhaltlich war, dann vergiss den Post einfach ^^

    Kretsches Gerüchteverbreiten ist unseriös, ja. Nicht minder unseriös ist es aber, wenn sich ein internationaler Topverein genötigt sieht, auf Gerüchte einzugehen, die in einem deutschen YouTube-Format verbreitet werden. So etwas würde es im Fußball niemals geben.

    Ach Handball, manchmal ist dein Grad an Professionalität immernoch das pure, provinzielle Hinterland.

    PS: Ich will Dyn ja nichts unterstellen, aber wenn das Kretsche-Gerücht vorher geplant war und mit Absicht gestreut worden ist, um ein bisschen Aufmerksamkeit für Dyn, die Formate und allgemein die Vermarktungsmaschine zu generieren, dann hat das hervorragend funktioniert. Die großen deutschen (und internationalen) Sportmedien sowie die handball-relevanten Twitterkanäle sind alle darauf angesprungen, teils mit sehr hohen Aufrufzahlen.

    Gottfridsson hat wohl in Szeged unterschrieben, ab 2025, ein vorzeitiger Wechsel wird diskutiert.

    Wenn dem so ist, hoffe ich - bei aller erbrachten Leistungen Gottfridssons in Flensburg - dass der vorzeitige Wechsel nächsten Sommer hinhaut. Dann müssen die SG-Verantwortlichen zwar mal in den sauren Apfel beißen und die Thronfolge bis zum Sommer geregelt haben. Ein "Übergangsjahr" 2024/25 würde sich aber wie ein Verschleppen des anstehenden Umbruchs anfühlen und dem Mannschaftsgefüge sicher nicht guttun.

    Alles in allem muss ich aber folgendes zur Causa Gottfridsson sagen:

    Dass er irgendwann wieder gehen würde war klar, bisher konnte (noch ;) ) kein Handballer ewig spielen. Entsprechend war immer auch ein bisschen die Frage, wie dieser Ausnahmehandballer den Kader der SG verlassen würde. Am liebsten wäre wohl vielen ein Karriereende in Flensburg mit anschließendem Einstieg in den Trainerbereich gewesen. Diese Legendenstatue hätte er sich selbst vor die Halle bauen können, er will sie aber wohl nicht. Das ist okay, das muss man akzeptieren. An Vereinswechseln gibt es, gerade bei solchen Spitzenathleten, nichts zu kritisieren. Wohl aber deren Umständen. Und Gottfridsson hat sich bei mir in der abgelaufenen und auch in dieser Saison mit dem Theater um einen Vereinswechsel einige (menschliche, nicht sportliche) Kreditpunkte verspielt. Gerüchte und Spekulationen kommen da auf, das weiß man aus dem Fußball besonders gut, wo kommunikationspolitisch unseriös, also mit Informationslecks, fragwürdigen Statements und egogeilen Akteuren gearbeitet wird. Gelassenheit und Vertraulichkeit sind in jedem Wirtschaftsbereich die Schlüssel, wenn es um Kommunikation auf hoher Ebene geht. Jeder Profi in seiner Sparte weiß das.

    Gottfridsson hat sich in dieser Hinsicht nicht verhalten wie ein Profi und das hat leider Auswirkungen auf die Beziehung zwischen ihm und dem SG-Umfeld, wenn nicht sogar der SG-Aura oder gar der "Vereinsseele" gehabt und hat es bis heute. Unabhängig von seiner sportlichen Leistung.

    Wenn er jetzt geht, dann weiß ich nach Jahren, in denen ich ihn erst unfassbar mochte, dann irgendwann nicht mehr verstanden habe und mittlerweile eher skeptisch bin, gar nicht mehr, was ich davon halten soll. Sportlich ist der Mann über jeden, ich wiederhole: JEDEN Zweifel erhaben. Als "Teamplayer", als Charakterfresse und als Vorbild für die nächste Generation ist er das aber leider nicht mehr. Und nein, "nicht nur, weil er wechselt"...

    Ich würde mich sehr über eine Rückkehr von Göran Johannessen auf der Flensburger Mitte freuen. Das ist aber unrealistisch. Für Knorr sind die RNL aktuell der genau richtige Club. Flensburgs Mitte ist eine Nummer zu groß. Das traue ich ihm (noch?) nicht zu. Und, da kann man sich den Vorbehalten der Vorredner anschließen, ich bin mir auch nicht sicher, ob sein über-dominanter (fast überheblicher) Spielstil überhaupt passen würde.

    Gröndahl hat fantastische Anlagen, es wäre aber zu früh, wenn er kommenden Sommer etatmäßiger Nummer 1-Spielmacher bei einem BuLi-Topclub werden würde.

    Geht Gottfridsson, geht ein Weltklassespieler (Ist er immernoch, auch wenn das hier einige anders sehen mögen). In meinen Augen kann man Abgänge dieses Formats nur durch neue Weltklassespieler kompensieren, ansonsten hat man (nicht nur sportlich, auch marketing- und strahlkrafttechnisch etc.) einen Einschnitt. Aber Knorr und Gröndahl sind (noch) nicht Weltklasse sondern nur "Internationale Klasse". Johannessen könnte in neuer Verantwortungsposition den endgültigen Schritt in die Weltklasse machen.

    Die fantastischste aller Lösungen wäre aber Remili. Was wäre das auch für ein Statement der Bundesliga! Den würde ich jederzeit Johannessen vorziehen. Aber vermutlich bleiben das nur Wunschträume.

    Mit drei Rechtshändern muss RR mehr nach rechts, um rechts zwischen 5 und 6 durchzubrechen. Das hat Mensah nicht gemacht und Krickau nicht korrigiert.

    Du solltest die Möglichkeit bedenken, dass du mit diesem "muss" irrst. Von einem demütigen Standpunkt aus ist das sowieso der näherliegende Gedanke als der, dass sowohl Mensah (und Möller!) als auch Krickau diese Banalität der Spielphysik nicht auf dem Schirm hatten.

    Die SG spielt teilweise genau so ideenlos, überhastet etc wie zu Machullas Zeiten.

    Das ist schlichtweg falsch und eine einzige Anmaßung. Heute haben sie nicht verloren weil sie ideenlos waren, sondern weil sie die Idee nicht akkurat genug auf den Punkt spielen konnten. Und dass das nicht ging, liegt natürlich zu einem großen Teil an der schwachen eigenen Tagesform. Zum anderen aber auch an dem bockstarken Programm, dass Göppingen dagegengestellt hat.

    Und es ist völlig vermessen zu glauben, in der HBL muss jedes Spitzenteam immer in der Lage sein, dem Gegner eine auch für den letzten Handballfrevler erkennbare Spielidee aufzuoktroyieren. Das ist zudem etwas respektlos, denn der Gegner ist ja immer exakt darauf ausgelegt, die Spielidee des Rivalen zu zerstören. Wenn es dann mal gelingt, dann heißt es nicht "Was für eine taktische und kämpferische Wahnsinnsleistung gepaart mit Torhüterparaden in den richtigen Spielmomenten und einem Quäntchen Glück" sondern "ideenlos". Was für ein Käse. Eine "ideenlose" Mannschaft schießt nicht 31 Auswärtstore.

    Der Grund der Niederlage war aus meiner Sicht, der Einbruch Ende der 1.HZ. Anstelle einer 6-Tore-Führung gehen wir nur mit 2 Toren vorne in d Pause u wecken Göppingen wieder auf.

    In der zweiten Hälfte ist Göppingen 2x in doppelter Unterzahl. Es muss der Anspruch der SG sein, dass ein Gegner, dem so etwas widerfährt, ein Spiel gegen Flensburg nicht mehr gewinnen kann. Da ist dann auch völlig egal, was in HZ1 passiert ist.

    Du hast sicher deine Wünsche, ich selbst lehne dagegen Playoffs an jeglicher Stelle ab. Die würden den Spielplan nur aufpumpen, [...]

    Naja, der besagte englische Modus wären für die Teams auf Platz 3-6 nur maximal 3 Spiele mehr: 2 Halbfinals und ein Finale um den Aufstieg in Berlin.

    Und mir geht es auch weniger um die Playoffs an sich, sondern um das Aufbauen "gesunder" Trickle-Down-Strukturen: Welchen Anreiz hat man aktuell, in der 2. Liga Sechster zu werden wenn man 4 Spieltage vor Saisonende auf Platz 7 - 9 steht? Richtig, gar keinen.

    Aber: Stelle man sich vor, Platz 3-6 kriegt schon nur für das Erreichen der Halbfinals eine nette Prämie, für das Erreichen des Finals oder einen Sieg in einem der Halbfinals nochmal. Von dem generierten Geld kann man den Kader verstärken, die Spieler die "verdrängt" werden gehen vielleicht zu schwächeren Zweitligisten und verdrängen da entsprechend die schwächeren Spieler - Trickle Down. Die Qualität wird in der Breite erhöht durch das Setzen präzise geplanter Stimuli in der Spitze.

    Ich bleibe dabei, dass nur über eine solche, systematische Erhöhung der Qualität der 2. Liga (Was kein Angriff auf deren derzeitige Qualität sein soll!) das Problem des Tabellenkellers der HBL gelöst werden kann. Oder aber man verkleinert die HBL auf 16 Teams - aber das würde zurecht von den (neudeutsch) Wettbewerbern der unteren Erstliga-Gefilde als massiver Eingriff in das operative Geschäft als Sportunternehmen betrachtet werden und mittlerweile ist selbst der HCE ein zu kapitalträchtiges Unterfangen, als das man denen einfach aufdrücken kann, dass der Marktplatz zukünftig weniger Stände vorweist und einzelne Händler von jetzt auf gleich die Biege machen müssen.

    Welchen anderen Modus würdest du wählen?

    Zunächst mal braucht es wieder 3 reguläre Ab- und Aufsteiger. Auch nicht diesen Relegationskappes wie im Fußball, sondern 3 Hoch, 3 Runter. Eine 18er Liga mit nur 2 Absteigern ist nicht verhältnismäßig. Das würde aber bei den aktuellen Stärkeverhältnissen nur zu 3 aufgestiegenen Absteigern führen.

    Ganz maßgeblich muss daher die Konkurrenzfähigkeit der Zweitligisten gestärkt werden, soll heißen: Ihre sportliche Qualität. Die ist natürlich im internationalen Vergleich für eine zweite Liga schon immens hoch. Es bräuchte dennoch z.B. direkte Gelder des Verbands (ich weiß, ist unrealistisch, trotz möglicher unterschiedlicher Ansätze: Im Fußball wird z.B. massiv über die Fernsehgelder an die Vereine direkt weitergegeben, man könnte auch über Prämien für erreichte Tabellenplätze oder wirtschaftliche Stabilitätsindikatoren gehen), deren Ausschüttung ähnlich wie beim IWF an konkrete Klauselerfüllungen geknüpft sind, die eine "produktive" Verwendung sicherstellen. Wenn man so die Qualität der zweiten Liga im Stile des Trickle-Down-Effektes erhöhen könnte, verlagert sich das Problem zwar nur von der Schwelle Liga1-Liga2 an die Schwelle Liga2-Liga3, aber diese Regionen sind immerhin nicht so öffentlichkeits-, marketing- und prestigerelevant wie der Abstiegskampf der besten Liga der Welt. Und wenn der droht, jedes Jahr langweilig zu werden, dann ist das ein Problem, das die HBL früher oder später zum Handeln zwingen wird.

    Weiterhin bin ich für ein Playoff-System in Liga 2 wie in der englischen Championship: Platz 1 und 2 gehen garantiert hoch, Platz 3 bis 6 spielen im Final4-Modus den dritten Aufsteiger aus - in Berlin. Das Ganze dann gekoppelt an diverse Prämien, sodass auch nur das Erreichen der Playoffs schon lukrativ wird... Am Ende zwar nur ein Luftschloss, aber so baut man eben Trickle-Down auf. Aktuell trickelt rein gar nichts, die HBL wird immer mehr zur geschlossenen Gesellschaft von unfassbar guten Handball spielenden "Eliteklubs" voller fantastischer Legionäre aus dem Ausland. Und Stichwort Eliteklubs: Das ist die Überleitung zur anderen Frage:

    Was suchen Gummersbach und der HSVH noch in der Liga?

    Beide zehren davon, dass sie mal ein solcher (Eliteklub) waren. Beide haben Vereinsentitäten, die auf eine weitaus größere Infrastruktur und (gesellschaftliche) Verankerung zurückgreifen können. Die Relevanz beider Vereine für die Geschichte des deutschen Handballs ist eine andere als die von Eisenach, Balingen oder Hamm. Das war in meinen Augen eine ganz maßgebliche Ressource dabei, nach dem Restart in Liga 2 in der HBL wieder Fuß zu fassen. Das klassische Bild des "eingeschlafenden Riesen" eben, der durch gute Leitungsarbeit wieder zum Leben erweckt wurde. Aber nicht jeder Verein ist ein eingeschlafener Riese. Am ehesten noch GWD, wenn die irgendwannn mal wieder die Kurve kriegen.

    Alle anderen werden es in den kommenden Jahren immer schwerer haben, sich in der HBL zu halten. Dafür wachsen die etablierten Teilnehmer einfach zu schnell und zu viel.

    Krefeld verliert mit 7 in Saarlouis! Wow. Damit ist Ferndorf 5 Punkte vor dem Zweiten, zwischen den beiden Genannten sind es dagegen nur noch 3 Punkte. Wird es nochmal spannend im Rennen um den zweiten Aufstiegsrundenplatz? Vor ein paar Wochen hätten sicher viele gesagt, Krefeld und Ferndorf sind durch. Plötzlich ist die Tür für 3 Vereine wieder ein kleines bisschen auf. Die müssen jetzt alle drei die Schlagzahl mitgehen, wenn sie ihre kleine Chance nicht sofort wieder verspielen wollen. Das ist eine relativ attraktive Konstellation.

    Wenn Klimpke die gleiche Quote wie Buric gehabt hätte, dann wäre es sehr eng geworden.

    Diese Rechnereien gepaart mit Hätte-Hätte-Fahrradkette sind nicht mehr als müßig. Interessanter als die Quote ist meistens sowieso die Zahl der real gehaltenen Bälle. Und da hat Buric laut HBL-Statistik 8 Minuten länger gespielt als Klimpke (58 vs 50) und 10 Bälle mehr gehalten (16 vs 6).

    Natürlich ist es dann eine wahnsinnige Expertenaussage, dass Klimpke - wenn er genauso gut gewesen wäre wie Buric - das Spiel völlig gekippt hätte. Zieht man die 10 Paraden von Flensburgs Toren ab, gewinnt Wetzlar 23:26. "Das wäre dann eng geworden". Wow. Aber selbst wenn Klimpke 10 Bälle mehr gehalten hätte, wäre es doch völlig anders gekommen. Das Geschehen ist niemals statisch. Dann wäre der Spielverlauf ein ganz anderer gewesen, wären Spielverlauf, Rhythmus, Abwehrumstellungen, Auszeiten etc. völlig anders gewesen. Vielleicht hätte Flensburg sogar trotz gleichstarker TW-Leistungen durch die Veränderung anderer Variablen (plötzlicher immenser Sprung bei TFs bei Wetzlar) un-eng gewonnen.

    Das Spiel ist rum, Buric hat eine Leistung Prädikat "Internationale Klasse" abgerufen, Klimpke kriegt von mir ein "Gehobener Bundesligadurchschnitt". Jetzt weiter dran herumzudoktoren ist, wie gesagt, müßig.

    Und für die ewigen Nörgler und Kritikaster: Pommern war mal deutsch!!!!!;-)

    Also wenn der Hase so läuft: Nikola Bilyk einbürgern! Wir hätten endlich einen Halb Linken mit Weltformat, und da können die Deutschtümler dann auch nicht motzen. Rapid Wien war schließlich mal deutscher Fußballmeister;)