Welchen anderen Modus würdest du wählen?
Zunächst mal braucht es wieder 3 reguläre Ab- und Aufsteiger. Auch nicht diesen Relegationskappes wie im Fußball, sondern 3 Hoch, 3 Runter. Eine 18er Liga mit nur 2 Absteigern ist nicht verhältnismäßig. Das würde aber bei den aktuellen Stärkeverhältnissen nur zu 3 aufgestiegenen Absteigern führen.
Ganz maßgeblich muss daher die Konkurrenzfähigkeit der Zweitligisten gestärkt werden, soll heißen: Ihre sportliche Qualität. Die ist natürlich im internationalen Vergleich für eine zweite Liga schon immens hoch. Es bräuchte dennoch z.B. direkte Gelder des Verbands (ich weiß, ist unrealistisch, trotz möglicher unterschiedlicher Ansätze: Im Fußball wird z.B. massiv über die Fernsehgelder an die Vereine direkt weitergegeben, man könnte auch über Prämien für erreichte Tabellenplätze oder wirtschaftliche Stabilitätsindikatoren gehen), deren Ausschüttung ähnlich wie beim IWF an konkrete Klauselerfüllungen geknüpft sind, die eine "produktive" Verwendung sicherstellen. Wenn man so die Qualität der zweiten Liga im Stile des Trickle-Down-Effektes erhöhen könnte, verlagert sich das Problem zwar nur von der Schwelle Liga1-Liga2 an die Schwelle Liga2-Liga3, aber diese Regionen sind immerhin nicht so öffentlichkeits-, marketing- und prestigerelevant wie der Abstiegskampf der besten Liga der Welt. Und wenn der droht, jedes Jahr langweilig zu werden, dann ist das ein Problem, das die HBL früher oder später zum Handeln zwingen wird.
Weiterhin bin ich für ein Playoff-System in Liga 2 wie in der englischen Championship: Platz 1 und 2 gehen garantiert hoch, Platz 3 bis 6 spielen im Final4-Modus den dritten Aufsteiger aus - in Berlin. Das Ganze dann gekoppelt an diverse Prämien, sodass auch nur das Erreichen der Playoffs schon lukrativ wird... Am Ende zwar nur ein Luftschloss, aber so baut man eben Trickle-Down auf. Aktuell trickelt rein gar nichts, die HBL wird immer mehr zur geschlossenen Gesellschaft von unfassbar guten Handball spielenden "Eliteklubs" voller fantastischer Legionäre aus dem Ausland. Und Stichwort Eliteklubs: Das ist die Überleitung zur anderen Frage:
Was suchen Gummersbach und der HSVH noch in der Liga?
Beide zehren davon, dass sie mal ein solcher (Eliteklub) waren. Beide haben Vereinsentitäten, die auf eine weitaus größere Infrastruktur und (gesellschaftliche) Verankerung zurückgreifen können. Die Relevanz beider Vereine für die Geschichte des deutschen Handballs ist eine andere als die von Eisenach, Balingen oder Hamm. Das war in meinen Augen eine ganz maßgebliche Ressource dabei, nach dem Restart in Liga 2 in der HBL wieder Fuß zu fassen. Das klassische Bild des "eingeschlafenden Riesen" eben, der durch gute Leitungsarbeit wieder zum Leben erweckt wurde. Aber nicht jeder Verein ist ein eingeschlafener Riese. Am ehesten noch GWD, wenn die irgendwannn mal wieder die Kurve kriegen.
Alle anderen werden es in den kommenden Jahren immer schwerer haben, sich in der HBL zu halten. Dafür wachsen die etablierten Teilnehmer einfach zu schnell und zu viel.