RLP 90 glänzt zum Abschied in Oldenburg
Beim Vorrundenturnier in Oldenburg belegte die männliche 90er RLP-Auswahl einen sensationellen zweiten Platz in echter Asterix u. Obelix Manier. Die Briten (Berlin) und die Spanier (Niedersachsen) wurden besiegt. Nur gegen die „schwächelnden“ Römer (Baden) fehlten am Ende leider vier Tore. Das rettete wohl einigen Wildschweinen das Leben)
Ergebnisse:
RLP - Niedersachsen 28:27
Baden - Berlin 36:18
Niedersachsen - Baden 25:28
RLP - Berlin 29:26
Baden - RLP 28:25
Berlin - Niedersachsen 28:33
Das Team:
Im Tor:
Tim Doppler und Sascha Gieger ( beide PfHV)
Auf dem Feld:
Christian Augst (5,3,0) (HVR); Florian Enders (6,2,0) (HVRL); Andreas Friedrich (0,0,2) (PfHV); Markus Görtz (0,2,n.e.) (HVR); Marcel Hoffmann (0,4,2) (HVR); Alexander Kowalczyk (4,7,7) (HVR); Christian Kulasewicz (2,1,0) (HVRL); Denis Markert (3,1,2) (HVR); Markus Metzdorf (n.e.,0,0) (HVR); Sebastian Röder (3,6,5) (HVR); Jochen Schloß (1,1,2) (HVR); Patrik Sefrin (0,n.e.,2) (PfHV); und Philipp Woods (4,2,3) (HVRL).
Dies war der zweite und gleichzeitig letzte Auftritt dieser Auswahlmannschaft der ARGE Rheinland-Pfalz. Bereits bei ihrem ersten Auftritt (Februar 2006) in Bad Homburg zeigte das Team was in ihm steckt. Der Lohn dafür waren vier Einladungen zu einem DHB-Lehrgang und drei Spieler haben mittlerweile Länderspielerfahrung. Einer davon (Kai Zimmermann) ist sogar aktueller Kapitän der Nationalmannschaft! Alles bestens – oder? Denkste! Da wir in Rheinland-Pfalz keine geeigneten Förderstrukturen anbieten können wechselten vier Spieler in andere Verbände. Kai Zimmermann u. Paul Stumpf nach Kronau. Steffen Fischer nach Gummersbach u. Robert Römermann nach Magdeburg. Lediglich Alexander Kowalczyk ist uns erhalten geblieben. Die Mannschaft bekam dann erst im Oktober 2006 wieder Gelegenheit zu einem gemeinsamen Training. Bis zur Fahrt nach Oldenburg summierte sich dies auf insgesamt dreizehn Trainingseinheiten zu je 1,5 Stunden davon zwei für Trainingsspiele und eine für die Ermittlung der Testwerte. Konkret dreimal von Freitag 20 Uhr bis Samstag 16 Uhr und einmal Freitag 19 Uhr bis Sonntag 11:30 Uhr. Sicherlich nur „suboptimale“ Voraussetzungen.
Die Jungs haben diese „Herausforderung“ als TEAM angenommen und dann gemeinsam das Optimum herausgeholt. Um die Trainingseinheiten herum wurde in Gesprächen mit dem ganzen Team immer wieder eine klare Linie bzw. Erwartungshaltung vorgegeben. Völlig entspannt fuhr die Truppe, leider ohne unseren erkrankten Physio, nach Oldenburg (Unterhaltung: I Robot u. Findet Nemo), bezog die Jugendherberge. Hier bereits das erste Aha Erlebnis. Von vier gebuchten Zimmern wurden nur drei belegt! Das Team rückte zusammen! Beeindruckend. Das war uns vorher bereits in Haßloch aufgefallen. Also wurde das vierte Zimmer zurückgegeben. Essen, Training, Freizeit, Bettruhe. Alles im grünen Bereich. Keinerlei Überschreitungen der Vorgaben – Klasse. Eröffnungsspiel gegen den Gastgeber Niedersachsen. Das Team war sofort zur Stelle. Niedersachsen etwas nervös. Gegenstöße führten zum Erfolg. In der zweiten Halbzeit gerät das Team zwar in Rückstand, gibt sich aber nie auf. Ein 4 Tore-Rückstand wird noch ausgeglichen. Sekunden vor Ende gelingt der Abwehr der entscheidende Ballgewinn. Fast Break. Tor! Sieg! Ausgelassene Freude! Anschließend demontiert Baden die Berliner. Unsere Chance! Gegen Berlin treten wir wieder als ein Team auf und nehmen verdient den Sieg mit! Das Spiel gegen Baden wird damit zum echten Endspiel. Hier erwischt Baden den besseren Start. Wir liegen zur Halbzeit zwar deutlich in Rückstand (11:17) gehen aber immer wieder an unsere Grenzen. Im Deckungszentrum werden mehrere Bälle geblockt und wir kämpfen uns heran (21:23). Es gelingt uns leider nicht noch weiter zu verkürzen. Kai Zimmermann, in Bad Homburg noch unser „Bester“, besiegelt mit seinen Toren unser Schicksal. Aber die zweite Halbzeit haben wir gewonnen! )
Baden hatte zwar die besseren Spieler, aber wir waren das bessere Team!
Ein wirklich beeindruckendes Wochenende geht zu Ende. Rückfahrt (Unterhaltung: Gladiator, In 80 Tagen um die Welt). Die Rheinländer verabschieden sich in Koblenz. Etliche Umarmungen. Auch dies absolut beeindruckend!
Das Trainerteam ist stolz auf das gemeinsam geleistete und sehr zufrieden mit dieser Truppe. Jungs das war riesig wie ihr mitgezogen habt. Alles Gute für euren weiteren Weg.
i. A. Daniel Fellenzer und Thomas Gaubatz
DHB-Bewertung:
Wir werden mit Niedersachsen zusammen mit Befriedigend bewertet. Baden bekommt ein Gut. Berlin muss ein Ausreichend hinnehmen.
Bewertete Spieler aus RLP:
Alexander Kowalczyk, Sebastian Röder, Phillip „Handy“ Woods u. TW-Youngster Sascha Gieger. Glückwunsch hierfür!
Meine zusätzliche persönliche Bewertung:
Jeder dieses Teams hat seinen wichtigen individuellen Beitrag zu diesem Erfolg geleistet und jeweils seine individuellen Stärken ins Team eingebracht. Trotzdem möchte ich zusätzlich zum DHB noch ein paar weitere Spieler hervorheben ohne die Leistung der anderen dabei schmälern zu wollen. Florian Enders war im ersten Spiel in der entscheidenden Schlußphase bereit sehr viel Verantwortung zu übernehmen. Z.B. 7m verwandelt, den entscheidenden Ballgewinn selbst erarbeitet und den Gegenstoß zum Siegtreffer verwandelt. Das war wirklich richtig gut. Weiterhin unsere beiden HM Spieler, Jochen Schloß und Marcel Hoffmann, die im Job-sharing die Abwehr zusammen gehalten haben und dabei an ihre persönlichen Grenzen gegangen sind. Marcel Hoffmann hat zusätzlich noch die Mannschaft nicht nur beim Aufwärmen sondern auch außerhalb des Spielfelds mit viel Fingerspitzengefühl und seinem spitzbübigen Humor geführt, wie z.B. auch beim Aufräumen nach der „Zuckerwürfelaffäre“. )
Tim Doppler der sich nach gerade überstandener Grippe der Aufgabe stellte, aber leider nicht an seine guten Leistungen von Bad Homburg anschließen konnte, sich aber trotzdem nicht beschwerte oder irgendwie hängen ließ obwohl ihm seine persönliche Enttäuschung darüber oft ins Gesicht geschrieben war. Respekt.
Christian Augst und Dennis Markert die sich trotz Rückenproblemen und Pferdekuss im letzten Spiel der Mannschaft zur Verfügung gestellt haben. Dadurch musste unser 91er Küken Andi Friedrich wesentlich mehr ran wie ursprünglich geplant. Auch hier großer Respekt vor der gezeigten Leistung. Darauf können wir sicher zusammen mit Sascha in Bad Homburg bei den 91ern aufbauen. Ich freue mich schon drauf! Sein irritierter Blick „ICH???“ bei der Auswechslung gegen Baden war übrigens sehenswert und zeigt wie engagiert er immer bei der Sache ist. Weiter so!
Bei den drei Spielern die jeweils ein Spiel aussetzen mussten möchte ich mich auch hier noch einmal für ihr gezeigtes, sehr kollegiales Verhalten bedanken. Ich weiß wie gerne jeder von euch gespielt hätte! Danke.
Persönliche Gedanken zur Arbeit der ARGE Rheinland-Pfalz:
Meine bisherigen Erfahrungen:
Oldenburg war nach Delitzsch (87er), Ruchheim (88er) und Potsdam (89er) bereits meine vierte Länderpokalvorrunde mit einer RLP-Auswahl. Vorher hatte ich schon einmal die 82er Rheinhessenauswahl bei der Länderpokalvorrunde in Mainz betreut.
Die 82er Rheinhessenauswahl war hierbei zwar am besten vorbereitet (Anzahl der TE im Vergleich zur RLP) ist aber auch richtig untergegangen. Wurde quasi ohne Gegenwehr einfach abgeschlachtet.
Die 87er Vorbereitung kann ich nicht einschätzen, da ich nur kurzfristig beim Länderpokal eingesprungen bin, wegen Verhinderung meines Trainerkollegen aus dem Rheinland. Kannte also nur die 87er Rheinhessen, die ich in der Rheinhessenauswahl betreute. Sportlich war Delitzsch sehr ernüchternd. Viele Spieler konnten ihr Potential dort nicht abrufen.
Die 88er Vorbereitung war auch mit viel Improvisation verbunden. Die Mannschaft ging in Ruchheim an ihr Limit. Belohnung dafür: Der 88er Pierre Etzel bekommt ein Länderspiel. Die drei 89er (Steffen Schneider, Steffen Dietz u. Jan Gaubatz) werden zum DHB-Stützpunkttraining nach Heidelberg eingeladen.
Auch die 89er Vorbereitung wurde einer RLP Auswahl nicht gerecht. Das Auftreten in Potsdam war insgesamt enttäuschend. Der Weggang von Jan Gaubatz nach Gummersbach konnte nicht kompensiert werden. Wieder konnten einige Spieler nicht ihr Potential abrufen. Die mitgenommenen 90er (Zimmermann, Fischer und Schloß) sammeln Erfahrung.
Die 90er Vorbereitung war auch nicht besser aber s.o.! Sehr hilfreich war jedoch die Kooperationsbereitschaft von der HSG Worms. Mein besonderer Dank geht hier an „Kalle“ Böhnert. Schön das ihr euer Trainingslager noch umgelegt habt.
Die Einführung der RL hilft der RLP-Auswahl derzeit am meisten! Die Spieler haben dadurch einfach mehr höherwertige Wettkämpfe. Die Leistungsträger der 90er Auswahl spielen durchweg in der RL. Die Wormser sind derzeit in der Ost-Staffel auf dem 1.Platz!. D.h. in der starken Hessengruppe. In der West-Staffel führt derzeit Nieder-Olm vor Friesenheim und Vallendar.
Gedanken die ich einfach nicht mehr aus dem Kopf bekomme:
Was die Arbeit permanent stört ist die Unruhe und das Gerangel auf Funktionärs- bzw. Verbandsebene. Leute woran hängt es denn? Wir sind doch im ehrenamtlichen „sauberen“ Sport und nicht in der „dreckigen“ Politik. Oder? Unser Handballsport soll und muss unser gemeinsames Ziel sein. D.h. der Ball und die am Ball tätigen sollten im Zentrum unser gemeinsamen Bemühungen stehen! Wie sieht aber die Realität aus? Viele Egos die um Anerkennung und Macht ringen. Was geschieht eigentlich auf den ganzen Besprechungen? Es gibt zwar keine Agendas aber die Kosten werden alle erstattet! Da wäre email allemal preiswerter und umweltfreundlicher! Warum schaffen es unsere Funktionäre nicht so im Team aufzutreten wie z.B. die 90er RLP-Auswahl am Wochenende in Oldenburg? Für was brauche ich immer irgendwelche Delegationsleiter und Betreuer die dann in irgendeinem Hotel wohnen und wenn es geht während des Spiels noch schnell eine Unterschrift brauchen oder Essensmarken verteilen wollen. Aber für Maßnahmen ist kein Geld da! Werdet doch mal wach und besinnt euch auf euren Anspruch den ihr hattet zu der Zeit wo ihr angefangen habt. Wir Trainer haben über unsere Verbandsgrenzen hinaus gute Kontakte geknüpft. Die meisten Kollegen sind auch echt OK. Es wird Zeit das ihr nachzieht und eure „Grenzen“ überwindet. Unser Sport braucht das!
Zum Abschluß noch eine Sache aus Oldenburg die mich persönlich echt wurmt, aber echt beispielhaft ist. Die Oldenburger haben sich wirklich mit allem viel Mühe gegeben. Es war immer jemand für uns da. Dann die erste Besprechung vor Ort. Können wir die Eröffnung der Veranstaltung etwas verschieben? Warum eigentlich nicht, wenn unsere Funktionäre dann etwas länger ausschlafen können. Wird halt die Aufwärmzeit etwas verkürzt. Kein Problem. ) Da haben wir ja noch einen gemeinsamen Nenner gefunden. Die Krönung war aber dann das Ende der Veranstaltung. Festgelegt war 13:00 Uhr! Aber auf einmal nach dem vorletzten Spiel Hektik und schnell eine improvisierte Siegerehrung. Eine Mannschaft will noch Essen gehen und dann direkt heim! Die Funktionäre wollten heim könnte ich jetzt einfach mal provokant sagen. Noch viel schlimmer, meine zwei wollten natürlich auch gleich mit! Ich finde das so was von unsportlich und unfair unseren wirklich guten Gastgebern gegenüber. Darüber hätte man doch auch vorher in einer Besprechung reden können und müssen!
WIR SIND GEBLIEBEN!
ALLE SPIELER SIND MIT DEM BUS HEIM GEFAHREN OBWOHL ELTERN DA WAREN!
Das nenne ich vorbildhaft und dafür stelle ich mich in meiner Freizeit gerne in die Halle!
Ich habe großen Respekt vor dem was der VFL Oldenburg da auf die Beine gestellt hat.
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