Beiträge von Pro Handball

    15:5 Das Spiel muss vom Schiedsrichter wieder angepfiffen werden:
    a) immer bei Anwurf (10:3) oder 7-m-Wurf (14:4).
    b) im Falle eines Einwurfs, Abwurfs oder Freiwurfs:
    - bei Wiederaufnahme nach einem Time-out
    - bei Wiederaufnahme mit einem Freiwurf entsprechend Regel 13:4
    - bei Verzögerung der Wurfausführung
    - nach einer Korrektur der Spielerpositionen

    - nach einer Ermahnung oder Verwarnung

    gummiball
    Dann ist das eine sehr gewagte Anweisung, denn das Provozieren von Abstandsvergehen ist regelgerecht, ebenso wie das Provozieren von Stürmerfouls.
    Wenn der Abwehrspieler auf die Täuschung reinfällt, ist das sein persönliches Pech. Und auch ein provoziertes Stürmerfoul ist ein Stürmerfoul.

    Die Antwort von Arcosh ist vollkommen korrekt. Haben die SR auf Spielfortsetzung mit FW entschieden, so kann jegliches, nach dieser Entscheidung liegendes regelwidrige Verhalten keinen Wechsel des Ballbesitzes nach sich ziehen, es geht in jedem Fall mit FW weiter. In dem von Frank1706 genannten Beispiel hätte ein TO erfolgen müssen, danach Anpfiff des FW und dann die Entscheidung passives Spiel.
    Meine Frage im Ausgangspost bzog sich darauf, ob der 5.Pass, also der FW, nach Anpfiff noch abgewartet werden muss (3 sec) oder ob bei der zweimaligen Abspieltäuschung auch vor Ablauf der 3 sec. auf Zeitspiel entschieden werden kann, wenn der Ball noch in den Händen des Ausführenden ist.

    Folgende Spielsituation, tatsächlich passiert:
    Mannschaft A in Unterzahl und im Angriff, der Arm ist oben. Nach zwei Pässen FW für A, der Ball liegt richtig an der FW-Linie, die Spieler gehen zur Ausführung. Der Ball wird aufgenommen, es erfolgt aber keine Ausführung, sondern eine zweimalige Wurfantäuschung Richtung Rückraumspieler. Daraufhin wird der FW angepfiffen und ausgeführt. Erneuter FW nach dem 4.Pass. Wieder gehen die Spieler zur Ausführung, der Ball wird aufgenommen. Diesmal erfolgt der Anpfiff zum FW sofort. Es erfolgt keine Wurfausführung, sondern erneut wird zweimal der Wurf zum Rückraumspieler angetäuscht, aber nicht ausgeführt.

    Richtige Entscheidung ?

    Richtlinien und Interpretationen der IHF-Spielregeln Ausgabe 1. Juli 2018

    Nichteinhalten des Abstands (Regel 8:10c)

    Das "Nichteinhalten des Abstands" führt zu einer Disqualifikation + 7m Wurf, wenn ein Wurf in den letzten 30 Sekunden des Spiels nicht ausgeführt werden kann.Die Regel findet Anwendung, wenn das Vergehen innerhalb der letzten 30 Sekunden des Spiels oder zusammen mit dem Schlusssignal begangen erfolgte (siehe Regel 2:4, Absatz1). Die Schiedsrichter treffen hierzu eine Entscheidung aufgrund ihrer Tatsachenfeststellung (Regel 17:11).

    Wird das Spiel wegen einer Wurfverhinderung in den letzten 30 Sekunden unterbrochen, die nicht direkt mit der Wurfvorbereitung oder der Wurfausführung zusammenhängt (beispielsweise Wechselfehler, unsportliches Verhalten im Auswechselbereich), ist die Regel 8:10c auch anzuwenden.

    Der Anwurf konnte nicht ausgeführt werden, da ein Wechselfehler vorlag, der vom Zeitnehmer zwingend ohne Rücksicht auf irgendwelche Vorteile sofort durch Pfiff anzuzeigen ist. Die Spielaufnahme durch Anwurf wird damit verhindert.

    Nach den neuen Richtlinien hätte es Rot für den ersten fehlbaren Spieler auf der Platte und 7m geben müssen gem.Regel 8:10c.
    Nach dem Torerfolg muss der Ball durch Anwurf wieder ins Spiel gebracht werden. Das ist nach dem Bericht nicht möglich, da vorher die Spieler der jetzt verteidigenden Mannschaft auf das Spielfeld gelaufen sind. Der Anwurf konnte infolge der notwendigen Spielunterbrechung nicht ins Spiel gebracht werden.
    Frage Torgelegenheit: Die offizielle Interpretation durch die IHF-Regelhüter besagt, dass unabhängig vom Ort des Geschehens und unabhängig von der noch zu spielenden Zeit die angreifende Mannschaft immer die Möglichkeit zu einer Torgelegenheit hat, d.h. auch bei Anwurf 1 Sekunde vor Schluss besteht diese Chance. So die offizielle Lehrmeinung.
    Ob das realistisch ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber Anwurf und 2 Minuten war falsch nach der offiziellen Auslegung der Regel 8:10c.

    Die Ergänzung der Regel 5:6, wenn der Abwurf angepfiffen war, ist ein Ausschließlichkeitskriterium für einen tatsächlich angepfiffenen Abwurf der dann zu wiederholen wäre.
    Da die Torfrau in der hier betrachteten Situation, gehen wir mal argumentatorisch darauf ein, bewußt keinen Abwurf ausgeführt hat und damit auch keinen Wurf selbst ausgeführt hat der eine Korrektur nach sic h ziehen könnte sondern sofort mit dem Ball den Torraum ins Feld verläßt und damit gleichzeitig selbst wieder ins Spiel bringt begeht ausschließlich und in jedem Fall die Torfrau eine Regelwidrigkeit und diese ist zu ahnden.

    Hagi63
    Du hast es selbst geschrieben, sie hat den formellen Abwurf, der auszuführen gewesen wäre, nicht ausgeführt, damit Korrektur und Abwurf mit Anpfiff. Das ist nichts anderes, als wenn auf Abwurf entschieden wurde und ein Einwurf ausgeführt wird. Das wird ja auch korrigiert und angepfiffen. Du musst unterscheiden zwischen formellem Wurf ohne Anpfiff, da wird korrigiert, und formellem Wurf mit Anpfiff, da gibt es FW für den Gegner.


    Hagi63
    Die Lösung steht in Regel 12. Der vom TW unter Kontrolle gebrachte Ball ist aus dem Spiel und durch einen formellen Wurf, den Abwurf, ohne Anpfiff wieder ins Spiel zu bringen. Der Abwurf ist aus dem Torraum heraus vorzunehmen. Verlässt der TW den Torraum mit dem unter Kontrolle gebrachten Ball, so ist nach Regel 15 zu korrigieren und der Abwurf anzupfeifen. Macht der TW jetzt nochmal den gleichen Fehler gibt es FW für den Gegner. Es handelt sich nicht um eine Regelwidrigkeit sondern um eine fehlerhafte Wurfausführung eines formellen Wurfes.