Für mich gibt es vier Phasen in dieser Saison, die ich versuche möchte kurz zu skizzieren.
Phase 1: Beuchler
Die Mannschaft spielt nicht gut, keine Entwicklung zu erkennen. Höhepunkte die Niederlagen in Ludwigshafen und das Debakel zuhause gegen Lemgo. 2 Siege konnten eingefahren werden. Heimspiel gegen Göppingen und auswärts in Stuttgart. Beide dieser Mannschaften waren zu diesem Zeitpunkt in absoluten Krisen und beide Trainer haben die Saison nicht überstanden.
Kader: Bis auf Ernst und Puhle komplett
Phase 2: Bahtijarevic übernimmt.
Drei Siege in Folge. Spiele mit sehr viel Druck in Nettelstedt und Zuhause gegen Hüttenberg. Mannschaft wirkt befreit und spielen schneller und struktuierter. Sensationssieg gegen Kiel. Ausnahmezustand in Gummersbach.
In der Folge gute Spiele in Hannover und in Leipzig. Im Topspiel in Leipzig wird der Vfl für das Spiel vom Sky-Experten (meine Schwalb) start gelobt. Auch in diesen Spielen schafft der Vfl es gut zu spielen.
Kurz vor der Pause das Horrorspiel gegen Melsungen. Aber für mich deutlich schönere und bessere Spiele als in Phase 1und Aufwärtstrend.
Kader: Bis auf Ernst komplett
Phase 3: Comeback von ErnstDer Kapitän ist zurück und der Vfl spielt verständlicherweise deutlich besser. Siege gegen Ludwigshafen und Leipzig. Gutes Spiel in Lemgo nach katastrophen Start wird mit der erneuten Verletzung von Ernst bitter bezahlt.
Kader: komplett
Phase 4: Kiel bis Saisonende
Für mich die spannenste Phase der Saison.
Ernst fehlt. Pujol mit Fußverletzung und Matic fehlt viele Wochen. Mit Matic und Ernst fehlen die einzigen Spieler, die neben Zhukov wirklich Innenblock spielen können. Mannschaft deutlich geschwächt und es ergibt sich ein Negativtrend. Pujol und Matic sind fehlende Spielpraxis und Training anzumerken. Gleichzeitig verlängert Schindler die Verträge von vielen Spielern wie Pujol und Matic nicht . Unterbewusst spielt das immer eine Rolle, auch wenn man ganz Profi sein möchte und es versucht auszublenden.
Für mich hat der Negativtrend hier folgende Ursache:
Vor Weihnachten ist das Konzept mit Pujol gut eingespielt. Der Vfl liefert mehr gute als schlechte Spiele ab. Nach Weihnachten kommt Ernst wieder. In der Vorbereitung wird verständlicherweise der Fokus auf ihn gelegt. Dann der Schock, Ernst verletzt. Das Spielsystem rund um Ernst muss wieder auf das alte zurückgedreht werden. Nur dass Pujol jetzt eine Zeit kaum trainieren kann, da er an einer Fußverletzung leidet. Der Vfl kommt in en Negativtrend und kann durch die Verletzungen im Training nicht alle Punkte abarbeiten.
Nun stehen die wichtigen Spiele auf dem Programm. Durch fehlende Positiverlebnisse fehlt das letzte Selbstbewusstsein. Gegen Minden und Stuttgart (mittlerweile im Aufwärtstrend mit neuem Trainer) spielt man gut, belohnt sich aber nicht. Pujol und Co. ist die erste BL-Saison anzumerken. Sie haben sich vielleicht mittlerweile aklimatisiert, aber in den Reihen von z.B. Stuttgart gibt es Spieler wie Kraus, die Abstiegskampf schonmal gemacht haben. Die Leistungsträger beim Vfl, außer Preuss und Lichtlein, nicht.
Es folgen unnötige Punktverluste. Dieses Wochenende aber dann zum Glück der Befreiungsschlag in Hüttenberg.
Zitat
und ja, bei beuchler mag es am anfang noch schlechter ausgesehen haben- aber der hat auch die "drecksarbeit" leisten
müssen, integrieren etc. denis b. hat dann mit kurzzeiterfolg übernommen, dann stark nachgelassen und einmal entscheidend
2 tore mehr im ergebnis.
Warum die Mannschaft nachgelassen hat, habe ich oben versucht zu skizzieren. Die Verletzungen von Pujol und Matic, sowie die fehlende Erfahrungen im Abstiegskampf sind für mich wichtige Parameter in der Analyse.
Sicher hat Beuchler Drecksarbeit leisten müssen, aber ist meines Erachtens nach schon an dieser Aufgabe gescheitert. Denn er hat es nicht geschaftt, daraus ein funktionierendes Team zu formen. Und das obwohl er den Kader mit zusammengestellt hat und Spieler wie Feuchtmann und Köpp von ihm gezielt für sein System ausgewählt wurden.
Einmal entscheiden 2 Tore mehr als der Gegner, das stimmt. Dafür in drei entscheidenen Spielen die entscheidenen Tore minimal weniger... --> knappe Niederlagen gegen Stuttgart (-1) Nettelstedt (-1) und Minden (-2).
er hat glück gehabt- nicht mehr, nicht weniger...es sei ihm und dem vfl gegönnt...aber als gute leistung sehe ich das wirken des trainers sicherlich nicht an...
Glück hätte er gehabt, wenn er die Spiele Stuttgart (-1), Nettelstedt (-1) und Minden (-2) gewonnen hätte. So liest sich mir die Bilanz eher mit "er hat mehr Pech als Glück gehabt". Zu sagen, dass ein knapper Sieg glücklich ist und die knappen Niederlagen aber dann nichts mit Glück des Gegners zu tun haben, sondern abzuleiten das Bahtijarevic ein untauglicher Trainer ist, das ist für mich keine schlüssige Argumentation.
Ich persönlich fand das Spiel in Hüttenberg sehr diszipliniert. In der ersten Halbzeit hatte Zhukov und Matic 2 Fehler, das war es. Gerade die Angriffe in den letzten 10 Minuten waren diszipliniert und bis zur klaren Chance herausgespielt. Selbst als man in diesem so wichtigen Spiel zurück lag, konnte ich keine Unsicherheit erkennen. Wem ist diese Tatsache zuzurechnen?
Die Auszeiten von Bahtijarevic haben funktioniert. Kurtagich nimmt die Auszeit und seine Mannschaft schmeißt den Ball ins Aus... wem ist das zuzurechnen?
Eine Anmerkung zur U23:
Zitat
die 2. vom vfl hat sich nach seinem wechsel zur bundesliga deutlich nach vorne gemausert.....nach seinem wechsel....?
Dank der Dauerkartenregelung habe ich letzte Saison viele Heimspiele der U23 gesehen. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich von der Arbeit von Bahtijarevic angetan war. Das war eine Mannschaft, die zu 50% aus Spielern bestand, die A-Jugend waren (Stüber, Timm, Xhafoli, Herzig) und zu 50% aus Spielern, die ihre erste Seniorensaison (F.Jäger, M.Jäger, Schöneseiffen und Hasenforther) gespielt haben. Mit dieser Mannschaft am Ende so souverän die Klasse gehalten zu haben, dass war eine super Leistung.
In den Spielen der U23 hat man nämlich eine klare Idee und Struktur von Handball gesehen. Diese Idee führte dazu, dass die Spieler in den
finalen Entscheidungen und Situationen genau solche Situationen zu bewältigen hatten, die ihre individuellen Fähigkeiten angepasst waren.
Diese Struktur hat Ihnen Bahtijarevic eingetrichtert, genauso wie die Ausbildung der individuellen Fähigkeiten. Denn er trainierte diesen
Jahrgang seit der B-Jugend. Und hier erkenne ich für mich, welch gute Arbeit er leistet. Er hat über Jahre sukzessive ein Team aufgebaut, dass
in der Abwehr und im Angriff immer eine richtige Antwort zur Verfügung hatte, sowohl taktisch als auch individuell. Besonders sind mir die Siege gegen Dormagen und Leichlingen in Erinnerung geblieben.
Und zu sagen, dass die U23 nach dem Abgang von Bahtijarevic einen Aufschwung hatte, dass kann man wirklich nur sagen, wenn man die Spiele
diese Saison nicht gesehen hat und darüberhinaus die Parameter nicht kennt. Ohne Bahtijarevic war es deutlich unstrukturierter und
undisziplinierter. Wenn man zusätzlich den Verletzungsverlauf der Leistungsträger berücksichtigt, dann weiß man, dass das Heranziehen dieses
Vergleiches mehr als hinkt.