Eine Sache muss ich noch erwähnen, weil es mich tierisch nervt: Ja verdammt, wenn man fünf neue Spieler auf Schlüsselpositionen integrieren muss, dann klappt nicht immer Alles auf Anhieb. Das hört man dauernd, stimmt auch. Man muss sich nur fragen, warum man es zu dieser Situationen hat kommen lassen. Jahrelang gab es bezüglich der Kadererneuerung nur Stillstand oder graues Mittelmaß (v.a. 2015 und 2016!!!), zudem hat man haarsträubende Vertragsverlängerungen getätigt und sich selbst damit jede Handlungsfähigkeit genommen. Jetzt mal im Ernst: Sowas ist im Profigeschäft doch unverzeihlich und wird nicht nur von mir schon seit Jahren moniert.
Insofern ist die berechtigte Anmerkung (auch von Martin Schwalb heute), dass so etwas Zeit braucht, gleichsam ein Offenbarungseid für die Kaderplanung seit 2014. Es verbietet sich eigentlich, dass die Verantwortlichen das dauernd erwähnen; sie haben es ja da zu kommen lassen!
Zum Glück hat man mittlerweile gelernt und mit den Müllers erstmal nett verlängert
Beiträge von Gondor
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Das Spiel war heute gar nicht schlecht, aber symptomatisch. Die MT spielt in engen Auswärtsspielen 35-40 min solide (ähnlich wie in Berlin), danach fehlt die Cleverness, die Breite im Kader und ein Spielsystem, von dem man sich nicht abbringen lässt. Wenn Kühn dann irgendwann nicht mehr funktioniert, fällt das Spiel zusammen wie ein Kartenhaus. M. Müller ist im Angriff kaum noch ein Faktor, Mikkelsen nicht immer dominant genug (der wird nächste Saison richtig durchstarten) und sonst reicht es m.E. qualitativ nicht konstant für die obere Tabellenregion (P. Müller, Langhans, Schneider). Deutlichen Handlungsbedarf sehe ich entsprechend nach wie vor auf Halbrechts, auch auf Linksaußen bräuchte es mal neue Qualität.
Das Spiel hat aufgedeckt, warum es für die Top 5 diese Saison nicht reichen kann. Hannover ist zudem im Flow, hat vor der Saison neue Impulse (Trainerwechsel) bekommen und schlägt aus einem qualitativ eher schlechteren Kader maximales Kapital. Wie dem auch sei, am Wille hat es heute nicht gelegen! Kopf hoch, die Saison ist halt durch. -
Genau diese Probleme habe ich bei Finn Lemke auch in Magdeburg gesehen und Benno konnte ihn da nicht wesentlich verbessern. Ob sich M. Roth dieser Problematik angenommen hat, kann ich nicht beurteilen. Ich habe aber meine Zweifel dran, dass die Stagnation in seiner Entwicklung am Trainer liegt. Hier ist vor allem auch der Spieler gefragt.
Hinzu kommt, wofür der Spieler nun gar nichts kann, dass er von vielen überschätzt wird. Eine Waffe im Angriff wird er nie sein. Dazu hat er aus meiner Sicht eben gerade nicht die Fähigkeiten. Seine Anlagen beschränken sich lediglich auf seine Größe. Aber gerade wegen seiner koordinativen Schwierigkeiten gehen seine Würfe ins Dachgeschoss. Mangelndes Selbstvertrauen verstärkt die Misere dann noch. Ich glaube, RL ist für ihn keine optimale Position. Vielleicht würde er am Kreis wertvoller sein. Da kann er statischer agieren und dann könnt’s auch mit den Würfen klappen. Dazu müsste er die von Buster erwähnte Scheu vor dem Körperkontakt ablegen.
Dass er im Angriff nie eine Waffe sein kann, glaube ich nicht. Aus Lemgoer Zeiten kann ich mich an Spiele erinnern, in denen er die Gegner fast im Alleingang kaputt geworfen hat. Danach kam der Bruch, den er in Melsungen angriffstechnisch auch noch nicht wieder revidieren konnte. In jedem Fall fürchte ich, dass er wieder weiterzieht, wenn er nicht etwas mehr Anteile im Angriff bekommt.

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Aus meiner Sicht gibt es bei Finn Lemke zwei Probleme:
1. Er ist aufgrund seiner Größe sehr statisch, aus ihm wird im Leben kein ansatzweise agiler Spieler. Allein seine Art zu laufen zeigt schon, dass er im Vergleich koordinativ (das kann man ihm nicht verübeln) Schwierigkeiten hätte gegen eine schnelle Abwehr.
2. Er hat null Selbstvertrauen und bisher hat sich M. Roth dem Problem auch in keiner Weise angenommen; so scheint es zumindest. Er könnte eine echte Waffe sein, weil er schwerlich geblockt werden kann. Aber leider gehen seine Würfe oft in die Etage, aus der er auch wirft - die obere (d.h. weit über das Tor). Ist m.E. eine Vertrauenssache, zusätzlich würde eine bessere Koordination ihm bei der Präzision helfen. Die Anlage ist da -das hat er bei Lemgo oft gezeigt-, man muss halt nur etwas draus machen. -
Lübbecke ist vom Kader (v.a. im Rückraum) einfach kein Maßstab. Trotzdem: Die MT hat das Spiel seriös zu Ende gespielt, wobei eine konzentrierte Phase ab Mitte der 1. Hälfte gereicht hat. Da hat man wie eine Spitzenmannschaft gespielt und konnte durch eine gute Abwehr und durch einen überragenden Simic einfache Gegenstöße laufen. Gute Partie beider Mittelmänner, M. Müller ohne viel Tordrang, aber zumindest mit klugen Anspielen, ohne technische Fehler und ohne unnötigen Undiszipliniertheiten (!).
Wenn man sich noch irgendetwas ausrechnen will, dann muss man in Hannover und Magdeburg und zu Hause gegen Berlin gewinnen. Das werden die Big Points sein. Wenn man auch weiter das eigene Spiel so selbstverständlich wie heute durchzieht, dann hat man da auch eine realistische Chance. So einfach ist das. -
Das System spielt der THW Kiel doch schon seit Jahren
wasp
Das System spielt der THW Kiel doch schon seit Jahren
waspStimmt, deshalb habe ich das Kieler Spielsystem seit Wislanders und Lövgrens Zeiten auch nicht mehr genießen können. Das ging lange Zeit gut für den THW, weil man kadertechnisch der Konkurrenz Lichtjahre voraus war. Das ist jetzt nur noch bedingt der Fall - und wie man sieht, lässt man dann halt Federn.
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findest du nicht.....
dass " die aussen lassen wir gnadenlos verhungern" eher die aufforderung war, sie einzubinden, grad wenn vorher
einzelaktionen angemahnt werden...sprich mal n pass nach aussen...?Der Ausspruch "Die Außen lassen wir gnadenlos verhundern, Männer!" sollte eine zynische Anmerkung sein. M. Roth hat das so nie gesagt, aus der Melsunger Spielweise der letzten 25 Spiele habe ich das lediglich abgeleitet.
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Kurzer Nachtrag:
"Julius geht drauf und wirft! Wenn er zugestellt wird, dann probiert es jemand anderes auf RM oder RR durch eine Einzelaktion. Und egal was passiert, die Außen lassen wir gnadenlos verhungern, Manner!" habe ich jetzt einfach mal als "keine" Spielidee gewertet. Obwohl es ja immerhin ein stringentes Muster aufweist...
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Dass Heiko Grimm mittelfristig das Ruder übernehmen soll, ist denke ich trotz Geerkens Aussagen klar. Man hätte ihn sicher nicht nach Melsungen lotsen können, wenn dieser Weg nicht angedacht wäre. Dass es vor allem im Angriff Impulse braucht, ist auch offensichtlich. M. Roth hat dieses hoch veranlagte Team ohne Spielidee in die Saison 2017/18 gehen lassen, man sieht zum Teil nur Herumgewürge oder Einzelaktionen. Insofern kann es mit Grimm als Impulsgeber nur besser werden...
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Gibt es zu diesem Interview einen Link?, ansonsten ist der Post ziemlich sinnfrei, weil man nicht nachvollziehen kann, was dort steht.
Es war der Name der Zeitung und der genaue Tag der Veröffentlichung angegeben. Egal, hier der Link:
https://www.hna.de/sport/mt-melsu…le-9715047.html -
Ungewohnt deutliche Worte liest man gerade von Axel Geerken im aktuellen HNA-Interview, zumindest für Melsunger Verhältnisse. Schade, dass er nicht benennt, wie (und auf welchen Positionen) die "Dinge neu justiert" werden sollen. Vielleicht gab es hinter den Kulissen mal ehrliche und deutliche Worte. Richtig finde ich seinen Zusatz, dass die neuen Spieler für sich allesamt funktionieren. Problem ist die Ausschöpfung des Potentials. Der Artikel gibt mir auf jeden Fall Hoffnung

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In Flensburg gehen NICHT SÄMTLICHE Kreisläufer... Zachariassen bleibt!! Unser Abwehrchef bleibt, Gottfridsson ist auch noch da und Lauge bleibt bis 2019!
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Ich habe die SG schon immer für ihre Transferpolitik bewundert. Auch die haben oft mit schmerzvollen Abgängen zu kämpfen, verfolgen aber eine klare Linie und entwickeln Spieler konsequent weiter. Auch der Spielstil ist seit jeher einer der besten und attraktivsten im Handballgeschäft. Weiter so und Grüße eines MT-Fans!
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Man hätte den Cut zur Saison 2017/18 vorbereiten können, dann würde ich mich mit einer durchwachsenen Übergangssaison gut abfinden können. Man hätte einen zukunftsfähigen Halbrechten hinter Müller (mit Jaanimaa wurde frühzeitig nicht mehr geplant) holen müssen, sodass man einen bis zur Saison 2018/19 integrierten und halbwegs eingespielten Rückraum mit Kühn, Mikkelsen und eben diesem RR gehabt hätte. Dann hätte man sich von den Müllerbrüder schon zum Sommer trennen können und der Umbruch hätte dann mit Spielern begonnen, die schon ein Jahr zusammen hatten.
Das hat man verpasst. Ich kenne Simon Birkefeldt nicht (auch wenn ich oft internationalen Handball schaue), aber er wird in jedem Falle Zeit benötigen, um in der physisch herausfordernden HBL Fuß zu fassen. Insofern sehe ich auch für die nächste Saison eine kleine Schwachstelle im rechten Rückraum. Eine bis dato weitere größere Schwachstelle ist Linksaußen (Allendorf ist nur noch Durchschnitt), auf der Mitte wünsche ich mir zudem einen guten Backup für Mikkelsen. Pieczkowski oder Suton würden in das Profil gut passen. -
Ich wiederhole mich mit meiner Analyse: Gestern war wieder ein sinnbildliches Spiel der MT zu sehen. Es dümpelt so vor sich hin, man hat mal schwache, mal stärkere Phasen - die Spannung mal über 60 Minuten zu halten (wie man es nur in manchen Spitzenspielen geschafft hat) ist fast utopisch geworden. Die Abwehr ist 2018 kein Prunkstück mehr und im Angriff ist man weiterhin eher auf Einzelaktionen angewiesen. Und wenn einem dann die Souveränität im Abschluss fehlt und Kühn mal keinen Sahnetag hat, reicht es eben nicht. Göppingen hat gestern einen mittelmäßigen Tag, an deren Stärke lag es denke ich nicht. Für mich hatte die MT gestern leider keinen Punkt verdient. Ich hoffe auch, dass von einem Protest abgesehen wird, weil es doch eher verzweifelt auf mich wirkt.
Ich verstehe weiterhin nicht, warum sich Mikkelsen so wenige Würfe nimmt. Man sieht in vielen Phasen, dass die Abwehrreihen Kühn und Müller gezielt zustellen, weil von der Mitte zu selten ein Abschluss kommt - dabei kann er es doch! Ich bin entgegen mancher Stimmen großer Befürworter von Mikkelsen, der kaum technische Fehler produziert. Leaderqualitäten würde ich mir noch von ihm wünschen, da er im Vergleich zu M. Müller die Ruhe behält und eher dazu fähig ist, seinen Stiefel sachlich herunterzuspielen.
Naja, die Saison ist jetzt endgültig gelaufen. In anderen Vereinen würde es in Angesicht der verpassten Saisonziele und der unerklärlichen Inkonstanz heftig krachen. Aber nicht in Melsungen, da lässt der nächste Hype nach einem Pflichtsieg zuhause gegen Hüttenberg, Ludwigshafen usw. nicht lange auf sich warten!
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Kritik gehört (vor allem im Profisport) ebenso zum Tagesgeschäft wie Lob. Beides muss halt nur angebracht formuliert sein; und da der Profihandball glücklicherweise ein anderes Klientel als der Fußball anzieht, fällt diese zumeist auch in einer konstruktiven Form aus.
Wenn ich ehrlich bin, nervt mich dieses ewig positivistische Gehabe im Vereinsumfeld sogar. Auf Facebook liest man von unzähligen ahnungslosen Fans Dinge wie "Krönchen richten, aufstehen, blabla", wenn es wieder einmal schlecht lief. Die HNA scheint die MT in den Berichten auch regelmäßig über Gebühr zu hypen. Sowas bringt meines Erachtens noch viel weniger weiter als Kritik. Melsungen ist ein etwas schläfriger Riese, dem ein Trainer wie Jacobsen fehlt. Jemand, der Dinge klar benennt und die Spieler und das Spielsystem konsequent weiterbringt. In den letzten 1 1/2 Jahren würde ich etwa 25% der MT-Spiele als "gut" beurteilen, der Rest war meist fahrig, von Einzelaktionen bestimmt und unansehlich. Das reicht halt meist trotzdem gegen etwas schwächere Gegner -vor allem mit einem Kühn im Rückraum und einem Simic im Tor- sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Handball seit der Saison 2015/16 unter dem Strich enttäuschend war. Man denke nur an die peinliche EHF-Cup-Saison letztes Jahr. Aber selbst da wurde überschwänglich bejubelt, dass man sich mit mehr Glück als Verstand gegen drei deutlich schwächere Mannschaften in der Gruppenphase durchsetzen konnte. Im Viertelfinale kam dann ein Gegner auf Augenhöhe und man hat sich in einer Weise deklassieren lassen, die verblüffend war.
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Selbst wenn Kühn abgekauft werden sollte, ihr habt doch immer noch den derzeit von Roth zum supershooter umentwickelten, verkannten und nur mit lausiger abwehrarbeit betrauten, steineschmeißer finn l.
Ansonsten muss Madame braun eben dem julius ma n goldenen Ferrari vor die Tür stellen,dann macht er auch weiter den AlleinunterhalterDanke für diesen sinnvollen Beitrag. Aber so sehr man über den Sarkasmus lächeln kann, so viel Wahres liegt auch in der Aussage:
1. Michael Roth hat die wenigsten Spieler wirklich weiterentwickeln können. Ausnahmen sind aus meiner Sicht lediglich Danner, Appelgren und Golla. Er wird bei Lemke sicherlich im Angriff nicht mehr viel bewegen, hat ihn bisher auch alles andere als "wieder aufgebaut". Mit dem Trainer wird es auf absehbare Zeit nichts mit der CL.
2. Ein horrendes Gehalt würde Kühn nur halten, wenn er schon 32 wäre. Ich könnte es ihm nicht mal verübeln, wenn er wieder wechselt. Ist ja nicht seine Schuld, dass sein Club schlecht plant. Mein Tipp: Villadsen zurückholen, um mal wieder ein Ausrufezeichen in Sachen Transfers zu setzen

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Gestern wurde mitgeteilt, dass Rasmus Lauge die SG 2019 Richtung Veszprem verlassen wird. Wenn Geerken jetzt nicht reagiert und die Weichen für die nächsten Jahre setzt, dann weiß ich auch nicht mehr. Es ist doch klar, dass Flensburg bei der MT bezüglich Kühn anklopfen wird. Und wenn er auf ABSEHBARE ZEIT der Alleinunterhalter sein wird und mehr als Platz 5-8 nicht drin ist, wie soll man ihn dann halten?
Einen Semper (RR) oder Weber (RM/RL) aus Leipzig würde ich mir wünschen, um das Spiel variabler zu machen. Von den Müllers und von Schneider werden keine großen spielerischen Impulse mehr zu erwarten sein. Schade, dass man den Umbruch mit diesen unnötigen Vertragsverlängerungen verpasst hat. So lange Geerken (den ich an sich für einen fähigen Typen halte!) da keinen Zug in den Laden bekommt, wird das nix.
Auch auf Linksaußen braucht es mal wieder frisches Blut. Allendorf ist seit gefühlt 1 1/2 nur noch graues Mittelmaß und mit Backs hat man einen extrem unerfahrenen Spieler, der in der 2. BuLi erst einmal ankommen muss. Es gibt viel zu tun...und man hat es sich selbst zuzuschreiben!