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Wetzlars Coach kritisiert Vorgänger / Morgen gegen Magdeburg
Die Anspannung vor dem Saisonstart in der Handball-Bundesliga morgen (18 Uhr, Mittelhessen-Arena) gegen den SC Magdeburg war Martin Schwalb bei der gestrigen Pressekonferenz der HSG Wetzlar deutlich anzumerken. "Es kribbelt bei mir", bekannte der neue Trainer der Mittelhessen.
Während sich der 42-Jährige in der siebenwöchigen Vorbereitung mit kernigen Aussagen zurückgehalten hatte, redete der gelernte Journalist gestern Tacheles und kritisierte dabei seinen Vorgänger Holger Schneider hart. "Du kannst ruhig sagen, was du denkst", forderte Manager Rainer Dotzauer Schwalb auf, als dieser über die Abwehrsysteme der Grün-Weißen sprach. "Da war nichts daÓ, sagte der frühere Wallauer Coach in Richtung des nach Stralsund abgewanderten Schneider und gab gleichzeitig zu, dass er davon ausgehe, dass die HSG noch länger mit den "Abstimmungsproblemen im Mittelblock" zu kämpfen haben werde. Zudem sei auch seine Nachfrage bei den Spielern hinsichtlich der Angriffssysteme nicht zu seiner Zufriedenheit ausgefallen, legte Schwalb nach. "Da war bis auf zwei Sachen, die gut sind, auch nicht viel da, auf das ich zurückgreifen konnte." Doch auch die Spieler bekamen ihr Fett weg. "Einige sind nicht so aus dem Urlaub zurückgekommen, wie man das hätte erwarten müssen", kritisierte Schwalb, wobei er diesen Mangel nicht seinem Vorgänger anlasten kann.
Da die HSG mit den Spielen gegen die Meisterschaftsfavoriten Magdeburg, am Mittwoch in Gummersbach und am nächsten Samstag gegen Kiel ein überaus schweres Auftaktprogramm hat und 0:6-Punkte Normalität wären, stellt sich die Frage, ob Schwalb mit seinen deutlichen Worten schon einmal vorbeugen wollte. Dass er morgen uneingeschränkt nur auf elf Spieler zurückgreifen kann, steigerte seine Laune auch nicht gerade. Weil auch bei Akteuren mit Doppelspielrecht in den ersten zwei Spielen die Regelung gilt, dass diese nur in einer Mannschaft eingesetzt werden dürfen und bei einem Einsatz für das andere Team zwei Spiele gesperrt sind, will Schwalb nur im Notfall auf seine Youngster Sebastian Roth, Florian Lauth (Doppelspielrecht mit dem TV Hüttenberg), Christian Hildebrand und Sebastian Weber (TV Gelnhausen) sowie Sven Pausch (Zweite Mannschaft) zurückgreifen.
Hoffen auf Sighvatsson
In der Problemzone Abwehrmittelblock hofft Schwalb auf einen vollständig genesenen Robert Sighvatsson zurückgreifen zu können, nachdem der isländische Kreisläufer Probleme mit zwei Rückenwirbeln hatte. Erst bei 60 Prozent sieht Schwalb Sighvatssons Vertreter Mario Clößner, nachdem der Aufsteiger der vergangenen Runde vier Monate wegen Adduktorenproblemen pausieren musste.
Trotz aller Widrigkeiten träumt Martin Schwalb, der im Tor Kapitän Axel Geerken und Neuzugang Nikolai Weber den Vorzug vor Routinier Waldemar Strzelec gibt, allerdings zum Auftakt gegen Magdeburg davon, dass seine Mannschaft "ein begeisterndes Spiel" abliefert.
aus Frankfurter Rundschau E-Paper vom 3.9.05
bin ja nun mal auf Dotzauer gespannt, wie er sich der Sache stellt.
Der Weg von den Sitzplätzen auf die Trainerbank ist ja in der Mittelhessen Arena nicht all zuweit.