Ich hatte das Spiel aufgezeichnet weil ich um 20:30 keine Zeit hatte, und habe die 2. Hälfte nur noch im Schnelldurchlauf ertragen. ![]()
Wenn man das Spiel gesehen hat, und irgendwas von der Materie versteht, dann sollte man nicht mit Phrasen ankommen wie "aggressiver zu Werke gehen, es muss weh tun wenn ..." wie im TV-Kommentar, oder über irgendwelche Details reden. Man hat eine recht starke Mannschaft bei 21 Toren gehalten, da kann man im Detail bei Einzelnen noch was verbessern, aber ein Problem war das nicht mal entfernt. Wie viele komplett freie Würfe wurden verballert, 30 ? 5 davon drin und man gewinnt, das sind nicht mal 20% der Hunderprozentigen. So schlecht kann weder das Zusammenspiel noch das 1gegen1 gewesen sein, wenn man derartig viele komplett freie Würfe bekommt.
Ich weiss aber auch nicht, wie man eigentlich fertigen Spielerinnen mit über 20 noch beibringen will, den Ball nicht einfach nur abzulegen weil man ja frei ist, sondern konzentriert den Ball mit einer Wurftäuschung ins Tor zu nageln. Es ist absolutes Basic, auf die Reaktionsbilder eines starken Torhüters als Spieler zu reagieren. Wenn man sieht dass die starke Torfrau die Arme beim Rausspringen eben nicht runternimmt wie andere, dann sollte man aufhören die Bälle über die Schulter ziehen zu wollen.
Als Fazit kann man eigentlich nur sagen, Wurftraining im Verein. Erstens Wurfhärte, die war schon ausbaufähig und ist recht simpel zu trainieren. Zweitens Variationsbasics, sich den Torhüter hinstellen, nicht ablegen, Würfe verzögern oder variieren, andeuten und umsetzen, insbesondere lernen FLACH zu werfen und mit dem Standbein der Torfrau zu spielen. Man kann sich keine Ecke vorher überlegen, sondern muss intuitiv auf das Bild reagieren das der Torhüter anbietet, sonst kann man auf hohem Niveau nichts reissen. Die Frau hat ja auf Aussen teilweise die kurze Ecke drei Meter fünfzig aufgemacht, und es wurde trotzdem nicht kurz geworfen. Da muss man wie hier schon geschrieben wurde mal massiv Zeit in die Wurfgestaltung und -härte investieren, in Erfahrung gegen starke Torhüter. Eventuell mal länger mit guten männlichen Torhütern trainieren, die solche starken Leistungen wie die Dänin eher reproduzieren können. Man kann da nicht mit "ey ihr müsst halt besser werfen" operieren oder Druck machen und schimpfen, sondern über die Erfahrung kommen. Üben, üben, üben, und coachen, gegen starke Torhüter. Wenn man mit Karo einfach im Training durchkommt weil die eigenen Torfrauen nicht so bärenstark sind, dann lernt man das auch nicht richtig.
Hoffen wir mal, dass diese WM eine Lehre war, und an den offensiven Einzelskills wirklich gearbeitet wird. Mit Defensive alleine gewinnt man eben doch keine Turniere.