Chancen stehen 50:50
(AT) "Wir werden jetzt keine psychologischen Spielchen machen, sondern ganz konsequent weiter an uns arbeiten." Uwe Rahn, Trainer des Handball-Zweitbundesligisten SG Leutershausen, war schon etwas angesäuert ob der katastrophalen Chancenverwertung seiner Mannschaft beim 27:27 gegen den ThSV Eisenach. Allerdings sah er zum Saisonstart auch eine Mannschaft, die übernervös agierte.
Dass der als einer der wenigen überzeugende Hannes Volk letztlich in der Schlusssekunde wenigstens einen Punkt rettete, spricht für die intakte Moral bei den Teufeln. "Bis auf unsere Torausbeute war ich mit der Vorstellung der Mannschaft sehr zufrieden. Auch in der Abwehr haben wir taktisch hervorragend gearbeitet. Schade, dass wir dann doch immer wieder unglückliche Tore kassiert haben."
Will heißen - die Feldspieler gaben ihr Bestes, doch die Torhüter Johann und Schemenauer haben ihr Potenzial sicher noch nicht ausgereizt. "Für beide war es schließlich auch das erste Zweitliga-Spiel. Gerade Axel Johann hat gezeigt, dass er mehr kann. Aber nun als erster Torhüter Verantwortung zu tragen, ist schließlich auch nicht leicht", nimmt Rahn seine Schlussleute in Schutz. "Wir haben den Punkt trotz allem im Angriff verloren, weil gerade unsere Leistungsträger beste Chancen nicht genutzt haben."
Am Samstag um 19.30 Uhr muss Leutershausen nun auswärts ran. Und da hofft man im SGL-Lager, dass die letztjährigen Haupttorschützen Zahn, Sulc und Hrachovec wieder mehr Zielwasser getrunken haben. Beim TV Gelnhausen wartet eine Mannschaft, die ähnlich veranlagt ist wie Leutershausen. Bis auf die Rückraumspieler Krzystof Lisieki und Tom Grunwaldt sowie die beiden Torhüter Camdzic und Novak hat noch kein Spieler die 30-Jahre-Grenze überschritten. Die Mannschaft von Trainer Sergej Budanow baut auf ihr Tempospiel und will damit den Weggang von Torjäger Jouri Sadovski kompensieren.
Bei der Premiere der Barbarossa-Städter in Solingen gelang dies nur bedingt, beim TVG häuften sich zum Saisonstart zu viele einfache Fehler, die Solingen zum 32:30-Sieg nutzte. Trotzdem zogen sich die Gäste gut aus der Affäre. "Das wird eine ganz interessante Geschichte, wobei Gelnhausen als Heimmannschaft leicht favorisiert in die Partie geht", sieht Rahn trotzdem gute Chancen, am Samstag etwas Zählbares aus Hessen mit an die Bergstraße zu nehmen. Eventuell kann der Coach morgen wieder auf Matthias Polifka zurückgreifen, der nach seiner Daumenverletzung wieder so schnell wie möglich zurück ins Team möchte.
Weiter Suche nach Teammanager
Vier Tage nach seiner Vorstellung kündigte der neue Teammanager Daniel Greising übrigens sein Engagement zugunsten einer Stelle im Organisationskomitee der Fußball-WM 2006. Geschäftsführer Gerd Schmitt ist zusammen mit Ralf Meusel und Gertrud Frohburg nun einmal mehr auf der Suche nach einem Nachfolger von Heiko Gerling, der sich vor allem um Sponsorenakquise und die organisatorische Betreuung der Mannschaft kümmern soll.
WNOZ