Niestetal/Staufenberg zieht sich aus Regionalliga zurück
Zweitligaabsteiger HSG Niestetal/Staufenberg zieht seine Mannschaft aller Wahrscheinlichkeit nach vor Saisonstart aus der Regionalliga Südwest zurück. Die Nordhessen visieren stattdessen einen kompletten Neuanfang in der Bezirksoberliga an, die endgültige Entscheidung soll in einer Vorstandssitzung am Montag fallen. Die Sportmarketing-GmbH des ehemaligen Zweitligisten hatte bereits einen Insolvenzantrag gestellt.
Anfang Juli hatte Bundesligaobmann Reinhard Reuße von der HSG noch gesagt, man werde "definitiv" in der Regionalliga antreten. Die Nordhessen wollten mit jungen Leuten in der Regionalliga antreten. Man formulierte bescheidene Ziele, man "werde sicher nicht um den Titel mitspielen", so Reuße gegenüber der HNA. Unterdessen haben zahlreiche Akteure den Zweitligaabsteiger verlassen, der bereits in den letzten Monaten der vergangenen Spielzeit finanzielle Probleme einräumen musste. Auch der Trainerposten muss neu besetzt werden, nachdem Hazim Prezic, der allerdings nur einen Vertrag bis zum Saisonende hatte, wegen seiner Verstrickung in den Manipulationsvorgang rund um die Bundesligabegegnung Dessau – Niestetal/Staufenberg bis zum 31.12.06 gesperrt wurde.
Unter anderem war offenbar auch der ehemalige Melsunger Torwart und ehemalige Leiter des Handballleistungszentrums Bad Wildungen, Cosmin Popa, im Gespräch, mit einer runderneuerten Mannschaft in der dritten Liga anzutreten. Nun hat sich offenbar herausgestellt, dass der avisierte Etat von 300.000 Euro nicht realisiert werden kann. "Das Geld reicht nicht aus, um einen Spielbetrieb zu finanzieren", mussten die Vereinsverantwortlichen gegenüber der HNA eingestehen. In einem Artikel in der HNA wird berichtet, dass lediglich 75.000 Euro der minimal angesetzten 150.000 Euro bisher aufgebracht werden konnten.
Somit würde die bisherige zweite Mannschaft, welche die letzte Runde als Sechster der Bezirksoberliga abgeschlossen hat, zur künftigen ersten Mannschaft der HSG. Die endgültige Entscheidung durch den Vorstand soll am Montag fallen.
von Matthias Kornes