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Großwallstadt will zurück an die Spitze
Der letzte Erfolg des ruhmreichen TV Großwallstadt liegt schon einie Jahre zurück. Zuletzt wurde der Dorfklub aus Mainfranken im Jahr 1990 Deutscher Meister, seither wartet man in Bayern auf große Erfolge. Nach dem letztjährigen Seuchenjahr, als das Team von Peter Meisinger lange gegen den Abstieg ankämpfte, will man am Main künftig wieder an alte Erfolge anknüpfen. "Wir mussten in den letzten Jahren kleinere Brötchen backen. Jetzt haben wir eine gute Mannschaft, deren Ziel ein einstelliger Tabellenplatz mit Tendenz nach oben ist", erklärte TVG-Vorstand Georg Ballmann am Donnerstag auf der Saison-Pressekonferenz des Vereins.
Olaf Nolden (25.08.2005)
Der neue Trainer beim TVG, Michael Roth, kann auf eine völlig neuformierte Mannschaft setzen. Kein anderes Team der Bundesliga hat derart konsequent das Personal ausgetauscht. Acht neue Spieler, davon alleine fünf von der zwangsabgestiegenen SG Wallau/Massenheim, tragen in der neuen Saison das blaue Trikot des einzigen bayerischen Klubs der Liga. Michael Roth findet die Zusammenstellung seiner neuen Mannschaft gelungen. "Wir haben eine interessante und bewegliche Mannschaft, die menschlich sehr gut harmoniert", sagte der 43-jährige Trainer, der jedoch noch keine Wunderdinge erwartet. "Wenn man die finanziellen Möglichkeiten solcher Vereine wie Kiel, Flensburg, Hamburg oder Magdeburg sieht, können wir froh sein, mit unseren Mitteln eine solch gute Mannschaft zusammen zu haben. Irgendwann wollen wir dahin kommen, wo die anderen jetzt sind."
Betrachtet man den Etat, den der TVG mit 1,85 Millionen Euro angibt - eine Steigerung um 300.000 Euro - so ist das noch ein weiter Weg. "Es engagieren sich mehr Firmen, das Interesse hat spürbar zugenommen", ist Georg Ballmann jedoch zuversichtlich, einen noch fehlenden Hauptsponsor gewinnen zu können. Immerhin anvancieren die Großwallstädter zum Fernsehdauergast der bald startenden Serie: Allein im September und Oktober wollen die Fernsehsender BR und DSF drei Heimspiele des TVG live übertragen. Gute Argumente für einen potenten Sponsor.
München als Spielort weiter ein Thema
Die erfolgsabhängigen Zahlungen aus den Sponsorenverträgen würden bei einem positiven Abschneiden des TVG noch einmal die Etatsumme erhöhen. Und bei einem sportlichen Höhenflug käme auch ein Teilumzug in die Landeshauptstadt München wieder in Betracht. "Dieses Ziel verfolgen wir immer noch. Unsere Halle in Elsenfeld ist ja nicht so riesig", sagte Ballmann. Das bisherige Konzept, sowohl in Aschaffenburg als auch in Elsenfeld zu spielen, soll aber nicht verworfen werden. "Wenn wir uns nicht in der Region aufgestellt hätten, wären wir in große Schwierigkeiten geraten", sagte der TVG-Vorstand den versammelten Journalisten.
Erfreulich sei die Steigerung der Zuschauerzahlen in den letzten Jahren. Seit der Saison 2002/2003 gab es einen Anstieg von durchschnittlich 1.700 auf 3.315 Besucher pro Heimbegegnung in der abgelaufenen Spielzeit 2004/2005. Allein im Vergleich zur letzten Saison konnte der Schnitt von 2.800 nochmals um 500 nach oben geschraubt werden, bis auf einige wenige Ausnahmen waren alle Partien ausverkauft. Das Angebot zweier Spielorte sei gut angenommen worden, sagte Ballmann. Gleichermaßen wie die Zuschauerzahlen stieg auch in den vergangenen 24 Monaten das Interesse an Dauerkarten für die Heimspiele des TVG: Waren es im Jahr 2002 noch knapp 800 Stück, so kletterte die Anzahl in der vergangenen Saison bereits auf über 1.000 und für die kommende Spielzeit wird ein weiterer Zuwachs auf über 1.200 erwartet.
Erwarten dürfen die Zuschauer attraktiven Handball. "Wir gehen optimistisch in die Saison und wollen unsere Fans mit Tempo-Handball auf hohem Niveau begeistern. Allerdings nicht auf Kosten des Erfolgs", erklärte Trainer Michael Roth, der Peter Meisinger nach dessen 10-jähriger Amtszeit zur neuen Saison ablöste.