Solingen trotzt der TSG Ossweil einen Punkt ab
Auch im sechsten Heimspiel unter Norbert Gregorz bleibt die SG Solingen in der heimischen Klingenhalle unbesiegt und baut ihre Heimbilanz auf nunmehr 10:2-Punkte in Folge aus. In einem am Schluss dramatischen Spiel schaffte der Solinger Spielmacher Mathias Fuchs 2 Sekunden vor der Schlusssirene den frenetisch gefeierten Ausgleichstreffer zum 23:23 (14:11) gegen das Spitzenteam aus Ludwigsburg und sorgte letztlich für ein gerechtes Unentschieden.
Schon von Beginn an war zu spüren, dass die abstiegsbedrohten Gastgeber aus dem deutlichen Sieg gegen den LTV Wuppertal sehr viel Selbstvertrauen mitgenommen hatten. Mit ihrer aggressiven Abwehrarbeit bereiteten sie Ossweil sehr viel Mühe, die nur durch Einzelaktionen zu Toren kamen. Erst nach der ersten Zeitstrafe gegen Christoph Krosch schaffte die Truppe von Trainer Oliver Hess es, sich mit 3:5 ein wenig abzusetzen.
Doch Solingen blieb dran, schaffte den Ausgleich und beim Stande von 9:8 durch Fuchs erstmals wieder die Führung. Die Solinger wirkten in dieser Phase einfach bissiger, arbeiteten aufopferungsvoll in der Abwehr und kamen zu etlichen Gegenstößen, die jedoch teilweise überhastet vergeben wurden. Dennoch konnten die Gastgeber die Führung Schritt für Schritt ausbauen, da Ossweil im Angriff nun völlig einfallslos agierte, zudem immer wieder am überragenden Gerrie Eylers scheiterte, obwohl man in den letzten 2 Minuten der ersten Hälfte sogar in Überzahl agierte.
Oßweil ließ sich Zeit in der Pause
Die zweite Hälfte begann dann etwas verspätet, da die Gäste fast 5 Minuten länger in der Kabine blieben als die Klingenstädter. Ein taktischer Trick von Trainerfuchs Oliver Hess oder einfach komplettes Ausnutzen jeder Sekunde der Halbzeitpause? Das Solinger Publikum vermutete ersteres und empfing die Gäste mit einem schallenden Pfeifkonzert. Sportlich schien es dann weiter gut zu laufen für die Gastgeber, Fuchs überwandt im ersten Angriff direkt den nun im Ossweiler Tor stehenden Thomas Schweizer.
Dann aber kam Sand ins Solinger Getriebe. Plötzlich Lücken in der Abwehr, Fehler im Angriff, die Ossweil im Stile einer Spitzenmannschaft innerhalb von 7 Minuten zur eigenen Führung nutzte, Sebastian Knierim vollstreckte eiskalt von Außen zum 15:16. Solingens Trainer Norbert Gregorz nahm eine Auszeit. Doch auch nach dieser agierte sein Team weiterhin völlig kopflos im Angriff, sogar eine doppelte Überzahl wurde durch einen kläglichen Wurf von Vice Kutlesa vergeben. Glück für die Gastgeber, dass Ossweil selber im Angriff nicht besser agierte, Gerrie Eylers auch weiterhin kaum zu überwinden war. Zudem litt das Spiel in dieser Phase zunehmend unter den nun völlig die Übersicht verlierenden Schiedsrichtern Klinkermann/Lutze, die auf beiden Seiten viele unerklärliche Entscheidungen trafen und die Atmosphäre in der Halle und auf dem Feld zum Kochen brachten.
Marcel Leclaire sorgte für erneute Wende
Der zweite Solinger Torhüter Marcel Leclaire war es, der dem Spiel eine erneute Wende gab. Wie schon in Hälfte eins gegen Sebastian Knierim blieb er auch im Siebenmeter-Duell mit Marco Huth beim Stande von 18:19 Sieger. Zweimal Hladky und Fuchs per Siebenmeter trafen für Solingen, es stand plötzlich 21:19. Catak schaffte jedoch postwendend den 21:20-Anschluss, wurde dabei noch von Krosch gefoult, der seine dritte Zeitstrafe erhielt und damit den Rest des Spiels von der Tribüne verfolgen musste. Der beste Ossweiler Torschütze Knierim schaffte den Ausgleich, Solingen ging durch Zeller wieder in Führung und kassierte postwendend durch Löffler abermals den Konter.
Dann überschlugen sich die Ereignisse: Ossweil im Angriff, vertändelte aus Solinger Sicht den Ball, doch zum Entsetzen der Zuschauer und der Gastgeber entschieden die Schiedsrichter auf Zeitstrafe gegen SG-Kapitän Seppl Hinze. Trotz Überzahl verlor der Gast abermals im Angriff den Ball, was den Solingern aber gut 50 Sekunden vor Schluss selbst passierte. Den schnellen Konter der Gäste konnte Mathias Fuchs gerade noch - nach Ansicht der Schiedsrichter regelwidrig - unterbinden. Marco Huth und Tim Mullens gerieten aneinander und kassierten jeweils eine Zeitstrafe.
Oliver Hess tat nun das einzig richtige und nahm eine Auszeit, um den letzten Angriff bei 5:4-Überzahl abzusprechen. Diesen schloß Markus Becker völlig frei von Aussen zur abermaligen Führung ab. Konnte Solingen noch einmal kontern? Gregorz wagte alles, brachte mit Ferber einen fünften Feldspieler für Eylers. Mit einem unglaublichen Wurf aus nahezu 10 Metern schaffte Mathias Fuchs tatsächlich den Ausgleich, obwohl der Ossweiler Burkhard dies mit aller Macht verhindern wollte und für seinen rustikalen Einsatz zurecht rot sah. Der Rest war Jubel.
Insgesamt ein verdientes Unentschieden, wie sowohl Ossweils Co-Trainer Jochen Zürn als auch Norbert Gregorz auf der Pressekonferenz feststellten. Zürn bescheinigte unter dem Beifall der Zuschauer den Gastgebern eine begeisternde kämpferische Abwehrleistung mit einem überragenden Eylers im Tor. Sein Team hätte erst in der zweiten Hälfte dynamischer agiert und dort teilweise das wahre Gesicht gezeigt. Gregorz hob vor allem die Tatsache hervor, dass man nach den schwachen ersten 10 Minuten der zweiten Hälfte wieder zurückgekommen sei.
SG Solingen – TSG Ossweil 23:23 (14:11)
SG Solingen:
Eylers, Leclaire (bei 2 Siebenmetern);
Fuchs (7/3), Hladky (5), Zeller (4), Krosch (3), Kluge (2), Hinze (1), Mullens (1), Friedrich, Kutlesa, Düllberg, Ferber
TSG Ossweil:
Gysin (1.-30.), Schweizer (ab 31.);
Knierim (6/1), Pfahl (4), Catak (4), Löffler (4), Meckes (2), Huth (2/1), Becker (1), Burkhard, Wolz, Abend
Schiedsrichter: Klinkermann/Lutze (Göttingen)
Strafzeiten: 14 - 12 Minuten (dreimal Krosch, Hladky, Hinze, Kutlesa, Mullens - zweimal Huth, Burkhard, Meckes, Becker, Pfahl, Abend)
Disuqalifikation: Krosch (54. dritte Zeitstrafe) – Burkhard (60. grobes Foulspiel)
Siebenmeter: 3/5 - 2/4 (Fuchs trifft den Pfosten 34., Kluge trifft den Pfosten 38. - Knierim scheitert an Leclaire 13., Huth scheitert an Leclaire 49.)
Zuschauer: 900 in Solingen