HBR beim 22:27 (8:12) gegen Friesenheim mit eklatanter Abschlussschwäche
Die Zweitligahandballer der HBR Ludwigsburg verloren am gestrigen Mittwochabend vor rund 800 Zuschauern in der Rundsporthalle Ludwigsburg gegen die TSG Friesenheim mit 22:27 (8:12) und verpassten dadurch den Sprung auf Platz drei der Zweitligatabelle. Dabei scheiterten die Blau-Weißen ein ums andre Mal an Gästekeeper Felix Beck, der auf mehr als 20 gehaltener Bälle kam, unter anderem entschärfte „der Glückliche“ vier Strafwürfe der Gastgeber, die selbst nicht weniger als 15 frei Bälle verwarfen. In einer zunächst ausgeglichenen Partie setzten sich die Pfälzer zum Ende des ersten Durchgangs auf fünf Tore ab (7:12/30.Min.), ehe die Barockstädter Mitte des zweiten Spielabschnitts noch einmal für den Anschlusstreffer sorgten (20:21/51.Min.), zu mehr reichte es jedoch nicht mehr. „Mein Team hat nicht schlecht gespielt, die Abwehr stand gewohnt gut, wir haben es jedoch versäumt, unsere Chancen entsprechend zu nutzen“ resümierte Coach Henk Groener nach Spielende sichtlich enttäuscht.
In der Tat hatten es die Schwaben selbst in der Hand, sehr früh für klare Verhältnisse zu sorgen und die Gäste aus der Pfalz erst gar nicht ins Spiel kommen zu lassen. „Wir haben bis zur 3:1 Führung (9. Minute) bereits vier klare Chancen verballert, machen wir die rein, läuft die Partie in eine völlig andere Richtung“ so der Niederländer weiter. Doch statt einer deutlichen Schwabenführung glichen die von Ex-TVK-Coach Thomas König gut eingestellten Friesenheimer zum 3:3 nach neun Minuten aus und hielten die Partie weiter offen. Da auch Tobias Heger und Benjamin Krotz im HBR-Gehäuse einige gute Paraden zu verzeichnen hatten, fielen für eine Zweitligapartie verhältnismäßig wenig Tore, beim 7:7 waren bereits mehr als 20 Minuten gespielt. Danach folgte die stärkste Phase der „Eulen“, fünf Treffer in Folge führten zum 7:12, ehe Andreas Rönnberg mit einem verwandelten Strafwurf den Halbzeitstand herstellte.
Im zweiten Spielabschnitt dann bis zur 46. Minute das gleiche Bild, Friesenheim lag noch immer mit fünf Treffern in Front (15:20) und die Hausherren schafften es weiter nicht, teilweise schön heraus gespielte Angriffe entsprechend zu vollenden. Doch dass auch die Pfälzer äußerst anfällig sind und bereits über die gesamte Saison hinweg mit sehr schwankenden Leistungen und Ergebnissen aufwarten, zeigte sich in den folgenden sechs Spielminuten. Gunnar Dietrich und Jochen Bauer verkürzten binnen 30 Sekunden auf 17:20 und auch den 21. Gästetreffer durch Thomas Zellmer beantworteten die Schwaben mit weiteren drei Einschlägen innerhalb von nur einer Minute zum 20:21.
Das Spiel drohte zu kippen, die Gäste waren kurzzeitig von der Rolle und die HBR-Fans trieben ihr Team vorbildlich nach vorne. Doch zu mehr reichte es aus Ludwigsburger Sicht nicht, Friesenheim kam in Unterzahl zum 20:22 durch Nico Kibat und erzielte in der Folgezeit weitere vier Tore, so war spätestens beim 20:26 nach 58 Minuten das Spiel entschieden. Wozu jedoch die Auszeit der Gäste in der 59. Spielminute gut sein sollte bleibt wohl für immer und ewig ein Geheimnis von Coach König. Ebenfalls rätselhaft die enormen Leistungsschwankungen der Pfälzer, die auch in diesem Jahr trotz des Erfolgs weiter deutlich hinter ihren Erwartungen bleiben, gestern jedoch eine starke Vorstellung in Ludwigsburg ablieferten.
Die HBR hingegen verpasste durch die dritte Heimniederlage der Saison erneut den Sprung auf Platz drei und verabschiedete sich sechs Runden vor Saisonende mit nun fünf Punkte Rückstand aus dem Rennen um die vorderen Plätze. Am Wochenende sind die „Lurchis“ spielfrei, am übernächsten Samstag folgt der Auftritt bei Concordia Delitzsch, ehe am 25. April um 20 Uhr gegen Spitzenreiter Essen das nächste Heimspiel ansteht, dann wieder in der Stuttgarter Porsche-Arena.
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