Beiträge von Handballfan70

    das ist eine sehr praktische diskussion. die spieler erlernen nach dieser philosophie deutlich besser handlungsalternativen. sie sind in ihren handlungen variabler, dadurch unberechenbarer. und dadurch wird meiner meinung nach das spiel attraktiver.

    natürlich ist nicht jedesmal die eine situation gegeben, aber deshalb gibt es die unterschiedlichen angriffskooperationen und das 1vs1.
    durch das freie spiel wird der spieler hierfür sensibilisiert, er weiß, dass er das darf und er muss nicht auf eine auslösehandlung warten. weiterhin schränken auslösehandlungen die wahrnehmung ein, weil sie die komplexität das spiels verringern. deshalb sind 1vs1 situationen und angriffskooperationen keine auslösehandlungen.

    das im freien spiel zu folgehandlungenl kommt ist nachvollziehbar, diese müssen dann wieder situativ gelöst werden und es erfolgt die nächste folgehandlung.

    warum ist das selbstbewußtsein im unteren leistungsbereich nicht vorhanden? weil sie in diesem die entscheidungsprozess eingeschränkt werden. spieler müssen im training und im spiel die möglichkeit haben, solche situationen zu suchen. es ist vollkommen klar, dass nicht alle situationen positiv gelöst werden. also müssen spieler fehler machen dürfen. das im mittleren und höheren leistungsbereich die qualität in allen bereichen zu nimmt, ist auch logisch.
    ich denke es ist unerheblich, in welcher bereich man spielt. eine hierachie ist immer notwendig, nur so können gruppen funktionieren. ein trainer ist auch immer notwendig. als trainer hat man eine andere sicht auf die gruppe und auf das spiel und das training. darum braucht jede mannschaft auch einen trainer.

    der staat hat kein geld mehr, um am wochenende unzählige polizisten zu überstundeneinsätze zu schicken. da wird er kreativ, wie er geld einsparren kann oder generieren kann. statt die einsätze in rechnung zu stellen, sollte er eine nicht zweckgebundene steuer für den fußball einführen. ähnlich der kaffeesteuer. da haben wir auch eine steuer für ein bestimmtes produkt.
    vielleicht einen prozentsatz pro verkaufte karte, abhängig von der stadiongröße und/oder wirtschaftskraft des vereins?

    ich habe es schonmal geschrieben. nachdem der staat wenig für soetwas unnötiges wie bildung, kultur, soziales und infrastruktur, in diesem fall sogar zu viel an falscher stelle, werden nun populärere felder angegangen.

    der bergischelöwe ist ja gut in der fußballszene unterwegs. können die fanbeauftragten oder allgemeiner die fanszene die nötige neutrale diskussion führen und anleiten, um zu beweisen, dass der gemeine fußballfan friedlich ist und eben nicht ein krawallmacher? wie stehen hier die chancen?

    definier doch mal angriffkooperationen und v. a. wie die sich dann von einer auslösehandlung unterscheiden.

    angriffskooperationen sind: sperre-abesetze, doppelpass, stoßen, kreuzen. diese kooperationen kann jederzeit gespielt werden, wenn die situation es zulässt. eine auslösehandlung ist eine festgelegte handlung, die dazu dienen soll einem spieler einen spielvorteil zu ermöglichen. die auslösehandlung ist in ihren parametern nicht veränderbar und passt sich daher nicht dem agieren der abwehr an. angriffskooperationen agieren situativ.

    das hängt davon ab, ob du in der mannschaft funktionierende natürliche hierarchien hast. wenn du 6 egoshooter auf dem feld hast, brauchst du für jeden einen ball. oder eben einen trainergegebenen spielmacher. und dann bist du wieder bei vorgaben.

    es wäre ein traum, wenn jeder spieler, der auf dem feld ist, sich zu traut, immer erfolgreich ein tor zu werfen. die spieler suchen die 1vs1 situation. wenn sie die nicht lösen können, folgen angriffskooperationen, die dann die nächsten 1vs1 situationen vorbereiten. welche kooperation folgt und wie diese angewendet wird, ist situativ zu entscheiden. es sind keine vorgaben zu finden. die spieler können frei entscheiden, was und wie sie spielen.

    bei dem, was du unter auslösehandlung verstehst, versucht man lediglich einem spieler einen stellungsvorteil für eine 1-1 situation zu verschaffen

    welchen zweck hat denn sonst eine auslösehandlung?

    das, was du gerade unter freiem spiel verstehst, würde einfach bedeuten, das irgendein spieler zu einem beliebigen zeitpunkt ohne vorbereitung in eine 1-1 situation geht.

    jain. ein beliebier spieler sucht zu einem beliebigen zeitpunkt eine 1vs1 situation, soweit stimmt es. aber ohne vorbereitung stimmt nur bedingt. es sollen die angriffskooperationen genutzt werden. dadurch entsteht eine vorbereitung. wie man diese dann situativ nutzt, hängt vom spieler und dessen fähigkeiten ab.

    nur wer legt fest, welcher spieler, wann in einen zweikampf geht? darf das jeder für sich frei entscheiden, wann er lust und laune hat? dann befindest du dich bei gleichwertigen oder besseren gegenspielern schnell in der von zickenbändiger erwähnten chaosphase...

    jeder spieler muss zu jeder zeit die 1vs1 situation suchen dürfen bzw torgefährlich sein. ob sie durch angriffskooperationen vorbereitet worden ist oder nicht, ist dann erstmal egal. das ist dann nicht chaos, sondern kreatives freies spiel.

    letztlich lässt sich auch 1-1 und kleingruppenspiel auf festgelegte grundhandlungen reduzieren. beim sperre/absetzen beispielsweise muss der kreisläufer auch zwischen zwei abwehrspielern stehen und hat grundaufgaben. eine auslösehandlung ist nicht durch ihre komplexität oder die anzahl der beteiligten spieler definiert. und auch sind bei keiner auslösehandlung an den knoten handlungsalternativen festgelegt. da wären wir wieder beim spielzug. in dem moment, in dem ich alternativen ausschließe ist es keine auslösehandlung mehr. auf jede auslösehandlung folgt freies spiel, das durch die qualität der einzelspieler lebt. und btw: auch ein freies spiel muss irgendwer irgendwie anfangen. wie legst du das fest?

    im grunde ist das ganze aber eine äußerst philosophische diskussion. um im reinen freien spiel -sofern das überhaupt existiert - erfolg zu haben, müsste meine mannschaft zumindest auf einer position individuell deutlich besser sein als der gegner, damit aus einem 1-1 ohne jegliche vorbereitung überhaupt folgehandlungen entstehen. und dann wäre ich auf das 1-1 dieses spielers wieder als auslösehandlung festgelegt. wäre das nicht der fall, würden sich die beiden mannschaften gegenseitig neutralisieren.

    da gebe ich dir recht, dass eine auslösehandlung komplex sein muss. da habe ich einen gedankenfehler gemacht.
    das ist mir zu einfach, jede handlung als auslösehandlung zu bezeichnen. das ist nur dann möglich, wenn die entsprechende handlung eben als solche kenntlich gemacht worden ist (im training einstudiert). sie hat dann eingeschränkte handlungsalternativen. beim spielzug gibt es keine handlungsalternativen, sondern einen klaren ablauf.
    orange hat es schon richtig angemerkt, dass auslösehandlungen oder spielzüge die komplexität des spiels verändern. beim freien spiel ist diese einschränkungen nicht. im freien spiel darf der spieler alles machen was wer will. in der auslösehandlung nicht. ich denke auch nicht, dass ein spieler seinem gegenspieler deutlich überlegen sein muss. es reicht, wenn er eine nuance besser ist. dann ist der vorteil schon geschaffen worden. deshalb kann ein freies spiel ohne eine auslösehandlung/ einen spielzug entstehen.

    mir ist gerade noch etwas anderes durch den kopf gegangen und habe erstmal keine ahnung. führt die folgehandlung einer auslösehandlung automatisch ins freie spiel oder besteht eine auslösehandlung aus einer auftakthandlung und einer oder mehrerer folgehandlungen, die durch eine einschränkungen von handlungsalternativen dann in eine folgehandlung münden, die dann ein freies spiel ist?

    auslösehandlung: einstudierte laufwege, die an ihren knotenpunkten mehrere festgelegte handlungsalternativen haben. das ziel ist es, eine gute position mit einer hohen torwahrscheinlichkeit zu erreichen.
    im unterschied dazu entfallen bei den spielzügen die handlungsalternativen.

    deshalb sind in meinen augen die kleingruppentaktischen handlungen keine auslösehandlungen, da sie nicht einen vorher definierten ablauf haben. ebenso werden die handlungsalternativen nicht eingeschränkt. da haben wir ein freies spiel.

    bsp: 2vs2 sperre-absetzen. auslösehandlung: kreis steht immer zwischen den abwehrspielern, angreifer muss sich aus der 1vs1 situation entscheiden: torwurf oder anspiel
    freies spiel: kreis kann sich situativ hinstellen, der rest bleibt gleich. aber dadurch, dass sich der kreis frei positionieren darf, durchbrechen wir die festgelegten strukturen.
    das ist anspruchsvoller für den angriff, wie es orange auch schon dargelegt hat.

    Du hast jetzt plötzlich den Aspekt der Entwicklung von Spielern ins Gespräch gebracht. Da sind wir irgendwie plötzlich bei einem ganz anderen Thema. Natürlich versuche ich meine Spieler ganzheitlich zu entwickeln und ihnen einen vollständigen "Werkzeugkoffer" zu geben. Ich bin gerade gedanklich die ganze Zeit im Seniorenbereich.

    als trainer muss ich doch auch im seniorenbereich die spieler weiter entwickeln. mir ist völlig klar, dass ein spiel ohne auslösehandlungen sehr anspruchsvoll und kompliziert ist. dennoch wird das spiel kreativer und überraschender, wenn die spieler frei ihre handlungen entscheiden können und nicht durch vorstrukturierte handlungen eingeschränkt werden. darum denke ich, dass es unabhängig vom könnensstand machbar ist.

    Auslösehandlungen beschränken die Komplexität und vereinfachen die Entscheidungsfindung. Die EntscheidungsFÄHIGKEIT wird dadurch aber sicher nicht eingeschränkt. Nur die Zahl der EntscheidungsALTERNATIVEN.

    stimmt, da habe ich einen fehler gemacht. dadurch dass die entscheidungs- besser handlungsalternativen eingeschränkt werden, werden die anderen alternativen nicht gefordert und gefördert. diese können also nur eingeschränkt abgerufen werden. foglich hindere ich als trainer die spieler in ihrer entwicklung, weil sie in dieser speziellen situtation alternativen fehlen.

    stoßen ist ja letztlich nur eine folgehandlung, die auf eine auslösehandlung folgt. irgendwer muss ja schließlich irgendwie mal anfangen ... bei einer auslösehandlung sollen ja letztlich nur die räume für die folgende individuelle handlung oder das kleingruppenspiel vorbereitet werden.

    worauf ich mich vielleicht einlassen würde ist, wenn man sagt, dass das stoßen schon an sich eine auslösehandlung wäre. stoßen kann eine folgehandlung sein, nachdem eine auslösehandlung war. aber ich brauche keine auslösehandlung, um zu stoßen. die räume bekomme ich auch durch das 1gg1 verhalten oder kleingruppenspiel ohne vorher einen bestimmten ablauf zu haben.

    erreiche ich das nicht auch durch stoßen und der daraus situative entscheidung, ob sperre/absetzen, hinterlaufen, rückstoßen, doppelpass, und kreuzungen gespielt wird? je nachdem welche techniken beherrscht wird, können sich die situativen entscheidungen unterscheiden.

    muss ich dafür laufwege einstudieren oder eine bestimmte aktion haben als startsignal? schränken vorher festgelegte aktionen nicht die entscheidungsfähigkeit ein? dadurch werden signale/reize nicht verarbeitet und chancen nicht wahrgenommen

    Ein Spielzug kann jederzeit abgebrochen werden um eine dadurch entstandene Lücke zu nutzen. Die Schwierigkeit ist es natürlich dies den Spielern beizubringen, sodass sie eben nicht jedesmal den Spielzug ganz durchlaufen, sondern auch entstehende Chancen zu nutzen.
    Ich finde, dass vor allem in der Jugend erstmal mehr Wert auf die individuelle Ausbildung und auf grundlegende Sachen wie parallelstoß und Sperre-Absetzen, die du schon erwähnt hast, gelegt werden sollte und nicht unzählige Spielzüge einstudiert werden. Das kann auch funktionieren aber erstmal sollten die Spieler verstehen warum etwas bei einem Spielzug passiert.
    Ansonsten finde ich, dass Auslöse Handlungen die Abwehr vor neue Aufgaben stellt und dass diese das Handballspiel auch einfach attraktiver machen :D

    Du sprichst zwei Dinge an. 1. Im Jugendbereich sollten keine Spielzüge oder Auslösehandlungen einstudiert werden, sondern die individuelle Ausbildung überwiegen. 2. wenn es gut läuft, erkennen die spieler entstehende Lücken. Doch dafür muss der Trainer auch hinweisen.

    Es gibt fast keine Spielzüge mehr im Handball. Fast nur noch Auslösehandlungen.

    Im unteren Leistungsbereich werden immer noch viele Spielzüge gespielt. aber du hast recht, dass die Auslösehandlungen überwiegen.

    Aber braucht man sie?

    Mich treibt schon länger die Frage um, ob Spielzüge oder Auslösehandlungen im Handball überhaupt notwendig sind. Die Konsequenz wäre ein Spiel, das von der Mannschaft frei gestaltet wird.

    Spielzüge und Auslösehandlungen bereiten die Abwehr darauf vor, dass gleich etwas passieren wird, somit ist die Abwehr gewarnt. Weitere Probleme sind, wenn ein abgesprochenes Vorgehen komplett durchlaufen worden ist, dass der Angriff kurzfristig nicht weiß, was er nun machen soll. Außerdem werden entstehende Lücken nicht erkannt, weil die Spieler auf ein bestimmtes Vorgehen programmiert worden sind.

    Wenn man darauf verzichten möchte, müssen die Spieler situativ die richtig Kleingruppentaktik finden (Sperre-Absetzen, Stoßen, Kreuzen) oder selbst den Torabschluss suchen. Ich empfinde dieses Vorgehen als Trainer und Spieler höchst anspruchsvoll. Ich denke, dass dieses Vorgehen bessere und mündigere Spieler hervorbringt, egal in welchem Leistungsbereich wir uns bewegen.

    Damit möchte ich nicht die Wirkung von Auslösehandlungen und Spielzügen in Abrede stellen. Sie funktionieren und sind wirkungsvoll. Zumindest der Ansatz der Spielzüge und häufig sie selber, sind in einer Zeit entstanden, in der der Handball noch nicht so schnell war wie heutzutage.

    Nun seid ihr dran :)

    alles klar. dann guck dir handballspiele oder ausschnitte an, die saison geht bald wieder los, wie sich die kreisläufer verhalten. wann lösen sie sich in welcher situation. wie machen es die spieler in eurem erwachsenenbereich? sonst frag die einfach. in der ht war mal ein artikel über das 4:2 angriffsspiel der spanier. vllt hilft dir sowas noch, frag deinen trainer, ob er literatur dazu hat oder besorgen kann.

    habe gerade noch diese playlist gefunden:

    Hoppla! Ein Fehler ist aufgetreten. - YouTube

    hier noch was von ehf can, die haben bestimmt noch mehr für den kreis: YouTube

    irgendwo auf der hp von ehf can gibt es auch technikerklärungen, ob da was für den kreis ist, weiß ich nicht.

    ansonsten kommt mit der erfahrung auch die situative richtige entscheidung auf der entsprechenden Position.

    Ich muss mich entschuldigen dass ist wohl falsch rübergekommen. Ich spiele jetzt das erste Jahr in der A Jugend, Handball an sich spiele ich schon seit ca 10 Jahren :D Dementsprechend denke ich habe ich die grundlegenden Dinge auf jeden Fall ganz gut drauf.
    Nur mich hat jetzt der Ehrgeiz gepackt mich noch weiter zu entwickeln und habe da an Videos gedacht :D oder es kommt eben raus, dass ein Positionswechsel vlt sinnvoller wäre.


    achso. wie sieht es denn im training aus. trainiert ihr sperre-absetzen und hinterlaufen? erklärt dein trainer, wann du was machen musst? erklärt er dir, wie die entsprechenden techniken ausgeführt werden?

    hättest du denn die möglichkeit, die techniken zu trainieren oder übungen alleine zu machen?

    Du spielst erst seit einem Jahr Handball. Mach dir keinen Kopf.

    Hast du denn die Möglichkeit in der Halle alleine an der Technik zu trainieren? Wie unterstützt dich dein Trainer in deinem Spiel am Kreis? Dafür ist schließlich der Trainer da, dich zu fordern und zu fördern. Wenn er dir keine Rückmeldungen gibt, dann solltest du sie einfordern.

    Ich würde die RTK nicht kaufen. Zum einen sollte mindestens eine Person bei euch die im Verein haben, also ausleihen, weil die echt teuer ist. Zum anderen ist, wie geschrieben, der Trainer dafür verantwortlich, dass du die Positionspezifischen Techniken und Abläufe erlernst.

    Wenn du unbedingt Übungen durchführen möchtest und kannst, dann guck dir die beiden Videos an.

    https://www.youtube.com/watch?v=SJo2Q3_wKso

    https://www.youtube.com/watch?v=sMA3d0G_cHI

    Die finde ich nicht schlecht. Ansonsten solltest du am Kreis einhändig fangen und das Spiel lesen können, sodass du situativ richtig entscheiden kannst, ob du sperren, hinterlaufen oder andere Aktionen durchführen sollst.