Exklusiv-Interview: Spatz kommt zurück zum TVG
"Es ist Zeit, nach Hause zu kommen"
Mittwoch, 08.06.2016 - 12:05 Uhr
Er ist zurück: Michael Spatz spielt kommende Saison wieder für den TV Großwallstadt. Nach der Insolvenz und dem Zwangabstieg war der Kapitän zum TBV Stuttgart in die Handball-Bundesliga gewechselt. Wir haben exklusiv mit Spatz über seine Rückkehr gesprochen.
Mit dem Club hielt er die Klasse und hätte weiterhin die Möglichkeit gehabt, dort als Profi zu spielen.
Doch private und berufliche Gründe zogen den 33-jährigen Rechtsaußen nun wieder an den Untermain zurück. Nach der Vertragunterzeichnung beim Drittligisten sprach »Spatzi« mit unserem Medienhaus.
Michael, willkommen zurück beim TV Großwallstadt. Warum kommst Du als Erstliga-Spieler zurück zum TVG in die 3. Liga?
Ich habe acht sehr schöne Jahre hier verbracht. Ich sehe den TVG als meinen Heimatverein, da ich hier viele Jahre meines Lebens gespielt habe. Es ist wie eine Art »Heimkommen«. Außerdem wohnen meine Frau und ich in Aschaffenburg, wir bauen gerade in Kahl ein Haus, und ich habe voraussichtlich einen Job in Aschaffenburg. Wenn ich vorige Saison ab und an bei den Heimspielen des TVG in der 3. Liga zugeschaut habe, dann kamen immer viele Leute auf mich zu, grüßten mich, redeten mit mir. Das ist ein sehr schönes Gefühl. Das sind nur ein paar Gründe, um zurückzukommen. Zudem haben wir mit dem TBV das gesteckte Ziel Klassenerhalt geschafft. Da ist es ein guter Zeitpunkt, aus eigenen Stücken mit dem Profihandball kürzer zu treten.
Aber Du hattest doch sicher noch andere Angebote vorliegen und hättest ja auch in Bittenfeld bleiben können, oder?
Ja, natürlich gab es das eine oder andere Angebote aus der Bundesliga und beim TBV hätte ich ebenfalls weitermachen können. Ich habe mich in Stuttgart auch sehr wohl gefühlt. Alles hat gepasst. Aber es ist an der Zeit, nach Hause zu kommen.
Für wie lange hast Du beim TVG unterschrieben?
Ich habe einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Allerdings bin ich auch für eine längere Zeit offen, denn ich gehe nicht davon aus, dass ich noch einmal woanders hingehen werde. Ich habe hier meine Familie, voraussichtlich meinen Job, meinen Verein. Alles passt.
Die vergangene Saison war für den TVG nicht leicht. Im August stand noch nicht fest, wie viele Spieler überhaupt zur Verfügung stehen würden. Diesmal ist es anders. Ist es auch für Dich beruhigend, dass der Kader bereits so frühzeitig steht?
Das Gerüst steht und das ist ein gutes Gefühl. Wir alle wissen, woran wir sind. Der Verein ist nach dem Abstieg und der Insolvenz wieder in ruhigere Bahnen gekommen. Das ist wirklich schön. Florian Eisenträger bleibt, Mario Stark kommt zurück, die Spieß-Brüder kommen und noch viele andere junge Spieler. Nicht zu vergessen, die Spieler, die sich zuletzt super durch die schwere Saison gekämpft haben, wie Patrick Gempp oder Niklas Geck, um nur zwei zu nennen. Das sind
alles junge Spieler, die enorm viel Potenzial haben und in der abgelaufenen Runde gezeigt haben, was sie können.
Im Umfeld fällt im Moment immer wieder das Wort »Aufstieg«. Wie siehst Du das?
Oje (lacht). Ich denke, wir sollten erst einmal die Vorbereitung beginnen lassen und wenn die Saison in Gang ist, wird man sehen. Wir haben viele junge Spieler. Natürlich haben diese schon viel Erfahrung gesammelt. Aber zu diesem Zeitpunkt ist es noch viel zu früh, darüber etwas zu sagen. Es hängt doch auch davon ab, wie wir uns als Team finden, ob alle gesund bleiben. Generell denke ich, dass die Mannschaft das Potenzial hat, vorne mitzuspielen. Insgesamt sollte es für einen Verein wie den TVG das Ziel sein, mittelfristig wieder eine Liga höher zu spielen.