Holger Kaiser verlässt Ahlener SG Richtung Magdeburg
Die Turbulenzen innerhalb der Führungsriege des Magdeburger „Gladiators“ haben überraschend auch den Zweitligisten Ahlener SG erfasst. Nachdem SCM-Manager Bernd-Uwe Hildebrandt wegen finanzieller Unstimmigkeiten auch ins Visier der Magdeburger Staatsanwaltschaft geriet, zog dieser am vergangenen Freitag die Notbremse und trat von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger wird Holger Kaiser, zur Zeit noch Trainer der Ahlener SG.
Etwas überraschend verbreitete sich mit dem Rücktritt schon am Freitag Nachmittag das Gerücht, das der Coach der Ahlener SG, Holger Kaiser, Nachfolger von Hildebrandt werden solle. Wenige Stunden später bestätigte sich das Gerücht, indem sowohl SCM-Präsident Rolf Oesterhoff in Magdeburg als auch Holger Kaiser nach dem Spiel der ASG in Bernburg fast zeitgleich bestätigten, das der Ahlener Coach den Posten des Managers beim SC Magdeburg übernehmen würde. Als erster Arbeitstag wurde zunächst der 01.04.2007 anvisiert. Ein früherer Zeitpunkt scheint aber nicht ausgeschlossen.
Das Engagement Kaisers in Magdeburg kommt zwar unerwartet, ist aber im Nachhinein nicht überraschend. SCM-Präsident Rolf Oesterhoff ist erst seit wenigen Monaten Präsident des SCM. Oesterhoff hatte es beruflich nach Magdeburg verschlagen, war aber zuvor einige Jahre im Raum Ahlen-Münster beheimatet. In diesem Zeitraum fungierte er auch als Hallensprecher der Ahlener SG. Rolf Oesterhoff und Holger Kaiser sind privat befreundet.
Die Ahlener SG traf der Abgang Kaisers vollkommen unvorbereitet. Nach offiziellen Angaben wurde Manager Dietmar Kupfernagel erst einen Tag vor der Presseerklärung von dem Trainer in Kenntnis gesetzt. Kupfernagel zeigte sich natürlich überrascht, will seinem langjährigen Weggefährten aber keine Steine in den Weg legen, weil es für diesen einen großen Karrieresprung bedeuten würde. Allerdings sei mit den Magdeburgern noch über die Modalitäten zu sprechen, da Kaiser noch bis zum 30.06.2007 bei der ASG unter Vertrag steht.
Holger Kaiser ist seit 1995 Trainer der Ahlener, nachdem zwei Jahre zuvor die Vereine Ahlener SV und HSG Ahlen zur Ahlener SG fusioniert waren. Als Teil des „Dreigestirns“ mit Berni Recker (Abteilungsleiter Handball) und Dietmar Kupfernagel (Manager) ist er untrennbar mit der Erfolgsstory des Ahlener Handballs verbunden. Er führte die ASG von der Oberliga in die Zweite Bundesliga (1999) und etablierte sie dort in den letzten Spielzeiten sogar als Spitzenmannschaft. Größter Erfolg war schließlich die Teilnahme an der Relegation zur 1. Bundesliga nach der vergangenen Saison. Die neue Aufgabe in Magdeburg ist kein Neuland für Holger Kaiser, schon in Ahlen hatte er Dietmar Kupfernagel im Management unterstützt. Es war in Ahlen angedacht, das Kaiser womöglich nach seiner Trainerlaufzeit ins Management wechseln könnte. Insofern treffen die neuesten Entwicklungen die Ahlener doppelt hart.
Wer Nachfolger Kaisers wird, ist zur Zeit unklar. Es deutet sich aber an, dass zunächst eine interne Lösung mit dem bisherigen Co-Trainer Frank Wolters angestrebt wird. Ihm zur Seite sollen die Spieler Tobias Skerka und Dirk Schmidtmeier stehen. Die ASG ist momentan Dritter der ZLN, hat allerdings auf Grund ihrer Niederlage in Bernburg am vergangenen Wochenende die Tuchfühlung auf den Relegationsplatz verloren. Allerdings ist auch der Vorsprung auf Platz vier mit acht Punkten und noch zehn Saisonspielen komfortabel. Da das nächste Saisonspiel erst am Dienstag, 27.03.07, gegen die Magdeburg Youngsters stattfindet, bleibt der ASG nun etwas mehr Zeit als üblich, sich auf die neue Situation einzustellen
Quelle: handball-world.com