Beiträge von Löwenherz

    Fazit: Ein erfahrener Trainer aus dem Ausland muss her oder hab ich es falsch interpretiert?

    So kann man das lesen, aber ich glaube nicht, dass der helfen kann - doch dazu später.

    Zunächst zu capitano19: An Ende seines Beitrages heißt: "

    Kurzfristig muss sich der Verband überlegen, welchen Effekt das Heimturnier 2025 haben soll. Vor sieben Jahren ließ man eine große Chance kläglich liegen. Derzeit hat man nicht den Eindruck, dass der DHB aus den Fehlern von damals nicht viel gelernt hat. Wenn man so weitermacht, wird man in zwölf Monaten kaum erfolgreich sein.

    Fazit: Egal wie man es dreht und wendet, in der aktuellen Konstellation ist man in Richtung Spitzenhandball chancenlos. Ein Jahr vor der Weltmeisterschaft ist Handlungsbedarf nicht wegzudiskutieren."

    Da bleiben für mich einige Fragen offen:

    1. Welche Fehler der Heim-WM sollen das sein? Ich sehe vor allem einen: Die Mannschaft hat schlecht gespielt.

    2. Was hätte man daraus lernen sollen, außer künftig besser zu spielen?

    3. Handlungsbedarf ist nicht wegzudiskutieren? Richtig, aber wer tut das?

    Das ist mir alles zu schwammig. Die Frage muss doch lauten: Was kann realistischer Weise in nur 1 Jahr überhaupt getan werden, um deutlich besser zu werden?

    1. Der Weg geht meines Erachtens nur über die Abwehr. Da die Abstellung individueller Abwehrschwächen in dieser kurzen Zeit nur begrenzt möglich ist, muss das Zusammenwirken verbessert und die Einstellung auf den jeweiligen Gegner optimiert werden. Dazu werden mehr NM-Lehrgänge gebraucht.

    2. Im Angriff muss in Kooperation mit den Clubs am Ausbau und an der besseren Nutzung der individuellen Stärken gearbeitet werden. Das Zusammenspiel muss so optimiert werden, dass sie Spielerinnen ihre Stärken auch wirklich einsetzen können. D.h., Spielzüge müssen stärker auf die individuellen Stärken der Spielerinnen zugeschnitten werden, was gegenwärtig viel zu wenig geschieht. Man hat den Eindruck, dass immer wieder die gleichen Spielzüge laufen, egal welche Rückraumspielerinnen gerade auf der Platte stehen. Zugleich muss das Kombinationsspiel schneller werden. Wir bringen die gegenerischen Abwehrreihen (insbesondere gegen Spitzenmannschaften) zu wenig in Bewegung.

    3. Damit zurück zur Trainerfrage von TVM: Die Erfahrung mit Vestergaard sollte uns zeigen, dass dies der falsche Wäg wäre. Meines Erachtens brauchen wir einen Trainer (m/w/d), der ganz nah an den Spielerinnen dran ist, sie ganz genau kennt und somit in der kurzen Zeit das am besten befördern kann, was ich unter 1 und 2 beschrieben habe.

    4. Wir brauchen bis zu WM wesentlich mehr Länderspiele als in den letzten Jahren, damit dies in der Umsetzung geprobt werden kann und die jungen Spielerinnen besser un die Mannschft hineinwachen können.

    Wird das kommen? Ich glaube es nicht. Ein neuer Trainer wird schon gar nicht kommen, da bin ich mir sicher. Somit konzentriert sich alles auf die Frage: Hat er die Lage wirklich begriffen und wenn ja: Ist er bereit für die erforderlichen Veränderungen zu kämpfen?

    Man kann gegen jede Statistik etwas einwenden. Die Frage ist doch, ob man sich gerade darauf konzentiert (und warum ?!?) oder ob man darin nach Ansatzpunkten für Veränderungen sucht. Und davon gibt es meines Erachtens schon einige. Das betrifft z.B. die Optimierung der Einsatzzeiten der RMs (insbesondere die künftige Rolle von Grijseels) oder eine Art "Rollentausch" (bitte nicht zu wörtlich nehmen) zwischen Smits und Bölk: Smits (mit der deutlich besseren Trefferquote aus dem Rückraum) erhält mehr Einsatzzeiten im Angriff (wobei natürlich Belastungsgrenzen zu beachten sind) und dafür geht Bölk nur die 2. Welle mit. Zumindest könnte man beide Optionen im Laufe des Spiels mal wechseln und wäre dann flexibler und weniger ausrechenbar. Wahrscheinlich bekomme für dieses Gedankenspiel (mehr ist es ja nicht) gleich wieder einen Shitstorm, in welchem mir erklärt wird, warum das nicht sinnvoll ist - egal. Das Thema Außen brauchen wir hier wohl gar nicht erst aufzumachen, da wäre sicher auch ohne die Statistik klar gewesen, dass (mit Ausnahme von Hauf) nach Alternativen gesucht werden muss. Für mich ist das eine Einstellungsfrage: Erkläre ich eine Statistik mit x Gegenbeispielen für sinnlos, oder gehe ich positiv heran und versuche Nutzen daraus zu ziehen.

    Hier habe ich mal ein paar Zahlen zu unserem Team zusammengestellt. Sie zeigen (mit einer Ausnahme), dass unsere Nationalmannschaft tatsächlich dorthin gehört, wo sie am Ende wiedermal gelandet ist und der Weg zur Weltspitze sehr weit ist. Das lässt sich besonders für den Angriff nachweisen, wobei für die Abwehr wenig Fakten vorliegen.

    Nimmt man Tore und Assists, dann liegen unsere Rückraumspielerinnen (habe nur die mit mehr als 100 Einsatzminuten genommen) auf den Plätzen

    34 Grijseels (41 Punkte)

    37 Lott (38)

    38 Bölk (37)

    46 Smits (33)

    59 Engel (27)

    77 Maidhof (22)

    Die 4 in dieser Hinsicht besten Spielerinnen der EM liegen zwischen 75 und 95 Punkten. Ohne 7m-Tore würde Grijseels ungefähr auf Platz 60 landen.

    Die mit Abstand meisten Assists (23) kamen von Lott – trotz ihrer im Vergleich (z. B. zu Grijseels, 14) geringeren Spielzeit.

    Setzt man Tore&Assists zur Spielzeit ins Verhältnis, ergeben sich folgende Werte:

    • Lott 0,32
    • Leuchter 0,17 (nur 60 min. Einsatzzeit)
    • Grijseels 0,17
    • Antl 0,16
    • Bölk 0,14
    • Smits 0,13 (obwohl meist nur in der Abwehr im Einsatz!)
    • Engel 0,13
    • Maidhof 0,12
    • Hauf 0,08
    • Behnke 0,08 (auch viel Abwehr gespielt)
    • Behrend 0,05 (mit Abstand meiste Einsatzzeit!)
    • Döll 0,4

    D.h., im Angriff war somit Lott mit Abstand unsere effizienteste Spielerin pro Zeiteinheit. Könnte man bei Smits die reine Angriffszeit herausrechnen, käme sie bestimmt auf einen ähnlichen oder sogar einen höheren Wert.

    Bei den Außen und den Kreisläuferinnen muss man natürlich sehen, dass sie auf Anspiele angewiesen sind, um liefern zu können.

    Deshalb ist es nützlich, sich auf die Trefferquoten (ohne 7m) anzuschauen:

    • Hauf 81% (bei der EM hatten überhaupt nur 5 Spielerinnen Quoten über 80%, darunter interessanter Weise 4 LA und eine KM), wenn ich richtig gezählt habe.
    • Behnke 79%
    • Antl 75%
    • Smits 71%
    • Maidhof 71%
    • Behrend 67%
    • Engel 66%
    • Lott 65%
    • Leuchter 53% (nur 60 min. Einsatzzeit)
    • Grijseels 52%
    • Döll 50%
    • Bölk 43%

    Mit der Gesamtquote von 64% liegen unsere Mädels gar nicht so schlecht (Rang 3 hinter Norwegen mit 68% und Dänemark mit 65%), aber wenn die Defizite in der Abwehr zu groß sind (Ausnahmen Smits, Behnke, Bölk und mit Abstrichen Lott), klappt eben der Angriff auf die Weltspitze auch deshalb nicht. Unsere Torhüterinnen landeten auf den Plätzen 10 und 16 – auch das passt ins Gesamtbild.

    Nun zur einzigen Ausnahme: Smits steht bei den besten Abwehrspielerrinnen deutlich auf Platz 1 (zusammen mit Jaukovic), sowohl bei der Gesamtzahl der Abwehraktionen als auch im Durchschnitt pro Spiel. Warum Foppa (Platz 14 beim Durchschnittswert pro Spiel!) und nicht Smits (oder Jaukovic) als beste Abwehrspielerin ins All Star Team kam, bleibt das Geheimnis der (Handball)Götter.

    Diese Werte bedürfen im Grunde genommen keines Kommentars. Da Gaugisch diese auch kennen dürfte, müsste er dringend Schlussfolgerungen ziehen. Wie sagte doch der „Kaiser“: „Schau mer mal, dann sehn mer mehr!“

    Du hast bei den Ursachen für das Ausscheiden die Trainerin vergessen, die ihre Spielerinnen alles andere als effizient eingesetzt hat. Nur ein Beispiel: Reichert hatte mit 80% die beste Trefferquote aller Rückraumspielerinnen der EM, auf ihrer Position aber nur reichlich die halbe Einsatzzeit von Ivancok-Soltic, die weniger Treffer erzielte und auch mit 68 % eine schlechtere Quote hatte (Ja ich weiß, die Abwehr muss man auch sehen!). Ein konsequenterer Abwehr-Angriff-Wechsel zwischen beiden wäre sicher zweckmäßig gewesen, gerade im Spiel gegen Slovenien. Und auch bei den Siebenmetern gibt es einen Unterschied: Reichert 3/3, Ivancok-Soltic 3/6. Es stellt sich schon die Frage, wie gut die Trainerin ihre Spielrinnen kannte, wem sie vertraute und wem nicht.

    Das ist genau die Einstellung, die verhindert, dass sich im deutschen Frauenhandball Führungsspielerinnen entwickeln...

    Denn zuallererst stellt sich die Frage:

    Woher nehmen und nicht stehlen?

    Solche Ausnahmetalente fallen nicht vom Himmel, sie sind das Ergebnis erfolgreicher Arbeit vor allem in der Basis, dem Breiten- und Nachwuchssport. Wer diesen Bereich so lange so extrem vernachlässigt wie die Handballverantwortlichen in Deutschland, braucht sich über zunehmend ausbleibende Spitzenspielerinnen nicht zu wundern.

    Ich schreibe das hier seit Jahren, wahrhaben wollen es im Mutterland des Handballs die Wenigsten...

    Stimme Dir voll zu! Das Warten auf das Wunder einer Weltklassespielerin (das nicht kommen wird - zumindest nicht in den nächsten 8 - 10 Jahren) bringt uns nicht weiter. Die einzige Chance, mit der Nationalmannschaft weiter voranzukommen, besteht für Deutschland darin, auf ein perfekt eingespieltes Team (!!! in welchem alle nicht nur miteinander, sondern konsequent füreinander spielen) zu setzen, das wirklich eine (!!!) moderne (!!!) Spielidee hat und diese mit eisernem Willen bis zur letzten Minute umsetzt. Und gerade in dieser Hinsicht sehe ich in den letzten Jahren keinen Fortschritt. Wo ist der Trainer, der bereit und in der Lage ist, konsequent auf diese Karte zu setzen - in Abstimmung mit den Clubs natürlich.

    Ausnahmen wie Ungarn jetzt können natürlich vorkommen ...

    Du machst es genauso wie horst65: Was nicht in Deine Logik passt, ist eine Ausnahme. Aber gerade Ungarn war in Deinem Sinne keine Ausnahme: Ohne die früher oft gescholtene Klujber (die gestern übrigens mehr Tore geworfen hat als Reistad) wäre Ungarn nicht Dritter geworden. Ja, große Spieler/innen entscheiden große Spiele. Spätestens seit gestern muss Klujber auch dazu gezählt werden.

    Man muss aber auch sagen: Wenn erst Kuczora und später Simon nicht soviel Druck auf der linken Seite gemacht hätten, wären die Räume (bzw. 7m-Chancen) für Klujber nicht da gewesen. Handball ist eben doch ein Mannschaftssport und tendeziell wird sich immer die beste Mannschaft durchsetzen - meine Überzeugung!

    An einem Ergebnis gegen schwache Dänen zu messen ergibt keinen Sinn.

    Es ist wie immer: Einzelfälle, die Dir in den Kram passen, werden generalisiert. Tun sie dies nicht, ergeben sie "keinen Sinn". So kann man sich eine eigene Realität basteln, die ähnlich klingt, wie ein australisches Sprichwort: "Die Realität ist eine Illusion, die nur durch die Abwesenheit von Alkohol entsteht". Du solltest jedoch nicht glauben, das andere Forumsteilnehmer Deine Illusionen als Realität ansehen.

    Natürlich sind sie schwächer geworden. Man lebt nur von einer Spielerin, die einer anderen das 1 gegen 1 ermöglicht oder die RA bedient.

    So einfach ist das nicht! Bei Norwegen haben gestern 9 Spielerinnen Tore geworfen, davon 5 mehr als 2 Tore. Und es ist ebenfalls nicht richtig, dass Reistad alle von ihr nicht selbst geworfenen Tore direkt oder indirekt vorbereitet hat. Es war ein Erfolg der mannschaftlichen Geschlossenheit, aus der natürlich Reistad herausragte. Natürlich wirst Du Dich wieder damit heraureden, dass es anders gemeint war bzw. Du missverstanden wurdest. Das interessiert nur niemanden.

    Natürlich sind sie schwächer geworden. Man lebt nur von einer Spielerin, die einer anderen das 1 gegen 1 ermöglicht oder die RA bedient.

    Das ist natürlich sehr relativ. Was ist Dein Maßstab für "schwächer"? Ob man nur von einer Spielerin "lebt" oder von zehn Spielerinnen ist doch egal, solange das Ergebnis stimmt. Immerhin genügt das Leistungsniveau "noch", um in einem EM-Finale den Gegner aus der Halle zu schießen. Wie hoch hätten Sie gewinnen müssen, um nach Deinen Vorstellungen nicht schwächer geworden zu sein? Also mal schön die Kirche im Dorfe lassen!

    Ich frage mich wie würde Norge ohne Reistadt spielen?

    Es kann immer was geschehen für einen längeren Ausfall. Was bitte absolut nicht geschehen soll. Bei niemand und keinem.

    Aber wären sie dann weiter so stark? Immerhin ersetzt sie Stine und Nora praktisch weil sie von RL über RM bis RR auf dem ganzen Klavier spielt. Und das verdammt exelent .

    Das haben sich damals bei Hammerseng auch viele gefragt. Ich war bei den Finalspielen der EM 2010 in Herning dabei - es war Hammersengs letzter Auftritt in der Nationalmannschaft. Sie war Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft und - wie diesmal Reistad - als RM im All Star Team. Nach der Geburt ihres Kindes kehrte sie nicht in das Nationalteam zurück - aber dessen Erfolg setzte sich fort: 2011 Weltmeister, 2012 Olympiasieg und EM-Vize, 2014 und 2016 wieder Europameister und dazwischen 2015 wieder Weltmeister. Natürlich wachsen auch in Norwegen Spielerinnen wie Hammerseng und Reistadt nicht auf Bäumen. Aber es kam immer wieder soviel Qualität nach - vor allem in der Breite -, dass die Mannschaft in der Weltspitze blieb. Und zudem hatten sie hervorragende Trainer/innen. Darauf bin ich jetzt gespannt.

    Alle, mich inbegriffen, haben gesagt, hören Mörk und Oftedal auf, wird Norwegen schwächer.

    Nein, nicht alle. Wenn man auf die letzten Jahrzehnte zurückblickt, zeigt sich, dass nach dem Rücktritt wichtiger Spielerinnen (z. B. der "Hammerseng-Generation" nach 2010) immer wieder ein Niedergang (oder zumindest eine Schwäche) des norwegischen Frauenhandballs vorhergesagt wurde. Ich habe in diesen Chor nie eingestimmt und bin auch für die Zukunft optimistisch. Das bedeutet nicht, dass Norwegen die gegenwärtige Dominanz komplett aufrecht erhalten kann und alle Titel holen wird. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nicht auch in den kommenden Jahren zur Weltspitze gehören werden.

    Mir geht's einfach um die spielerischen Komponenten.

    Und spielerisch war es auf beiden Seiten einfach schlecht und das Niveau für ein Spiel um Platz 3 einfach nicht angemessen.

    Das darf aber jeder gerne wieder anders sehen...

    Ich habe viele TF gesehen , einfallslose Angriffe,

    HUN - FRA: Wer an diesem Spiel so viel zu mäkeln hat, sollte sich dringend eine andere Sportart suchen oder selbst eine erfinden, in der es unmöglich ist, Fehler zu machen. Was für eine erbärmliche Mießmacherei! Ich habe eine begeisterndes, spannendes Spiel gesehen, das alles zu bieten hatte, was ein modernes Handballspiel ausmacht - natürlich einschließlich der immer auch dazugehörenden Fehler.

    Trotz "nur" +1 am Ende war der ungarische Sieg hochverdient. Sie haben fast die ganze Zeit geführt und wurden von den Schiedsrichtern nicht gerade bevorteilt (wie schon andere geschrieben haben). Die gute Nachwuchsarbeit hat sich schon überzeugend ausgezahlt, obwohl viele der Mädels noch sehr jung sind.

    Frankreich hat es verpasst, nach Olympia mit dem neuen Trainer den Umbruch einzuleiten. Die erste Wahl im Rückraum ist komplett über 30, einige weitere Spielerinnen sind ebenfalls in dieser Region oder nicht viel jünger. Und gerade die Erfahrenen haben heute viele Fehler gemacht. Wo sind die ganzen hoffnungsvollen Rückraumspielerinnen geblieben, die wir in den letzten jahren schon gesehen haben? Ich bin gespannt, wie es dort in den nächsten Jahren weitergeht. Bei Norwegen habe ich in dieser Hinsicht wesentlich weniger Bedenken - anders als manch andere Teilnehmer an diesem Forum.

    Gaugisch ist einfach arm dran. Aktuell bezahlt er die schlechte Jugendarbeit der letzten Jahre. Und das war vorhersehbar. Dazu sind einige, die man als top ansieht, einfach nicht so gut wie mancher meint.

    Ich bin oft nicht Deiner Meinung, aber wo du recht hast, hast Du recht. Ganz gleich, welcher Unsinn erzählt wird: Unsere NM ist bei ihrem immer wieder postulierten Angriff auf die Weltspitze seit der WM im eigenen Land nicht einen Millimeter vorangekommen, eher das Gegenteil ist eingetreten. Wir können weder bei der individuellen Qualität unserer Mädels mit der Weltspitze mithalten, noch gibt es ein Spielsystem, mit dem wir irgend jemanden aus diesem Club ernsthaft in Verlegenheit bringen können, wenn es wirklich um etwas geht.

    Das Spiel war nicht schlechter als Deutschland - Holland.


    Im Wesentlichen haben sie es am Anfang der 2.HZ vergeigt. -3, da K.Pandza 2 Ballverluste und einen unnötigen Wurf machte. Am Schluss wirft Ivancsok einen Siebenmeter neben das Tor und A.Pandza macht ein Stürmerfoul. Reichert mit einer sehr starken Leistung.

    Ich fand das Spiel sogar besser. Aber die Ursache für den slowenischen Sieg würde ich nicht an solchen Details festmachen. Die slowenische Abwehr war einfach besser (agressiver, einsatzstärker), die österreichische zu passiv (zu viele freie Würfe aus dem Rückraum zugelassen). Allerdings kam die Linie der (insgesamt guten) Schiedsrichter dem aggressien Abwehrverhalten Sloweniens entgegen. So hätte z. B. das extrem harte Einsteigen der Sloweninnen gegen Reichardt mindestens zu 2 weiterem Zeitstrafen führen müssen (z. B. bei Reichardts letztem Wurf vor der Halbzeit: Klarer Stoß von hinten, bei dem gar nix gegeben wurde).

    Schade, die Chance für Österreich auf die Hauptrunde war da, wurde aber leider nicht genutzt. Meinem Gefühl nach hatte daran auch die Trainerin ihren Anteil.

    "Mein besonderer Dank gilt den Spielerinnen Mia Zschocke und Amelie Berger, die dafür gesorgt haben, dass die schwerwiegenden Vorwürfe der psychischen Gewalt und des Machtmissbrauchs, die in unserer Handballabteilung aufgetreten sind, zur Sprache kommen konnten. Es waren diese beiden Spielerinnen, die den Mut hatten, diese Missstände offen anzusprechen. Sie haben damit einen entscheidenden Beitrag zur Aufarbeitung dieser Zeit geleistet. Ihr Handeln hat es erst möglich gemacht, dass wir uns als Verein diesem Thema stellen und notwendige Veränderungen anstoßen konnten. Sie haben sich sehr um den BVB verdient gemacht, und dafür danke ich ihnen von Herzen. Ich möchte mich ausdrücklich bei ihnen entschuldigen, dass wir nicht früher und umfassender auf diese Vorwürfe von psychischer Gewalt und Machtmissbrauch reagiert haben. Es ist entscheidend, dass wir jetzt sicherstellen, dass die Frauen, die den Mut hatten, ihre Stimmen zu erheben, nicht weiter öffentlich diffamiert werden.“

    Das ist doch endlich mal ein ordentliches Statement zur Sache! Jetzt sollte der BVB aber Zschocke und Berger auch von ihrer Schweigepflicht entbinden!

    Dieser anonyme Quatsch unter dem Deckmantel des "Opferschutzes" und des "Datenschutzes" führt zu gar nichts.

    Anonymer Quatsch? Was für eine erbärmliche Ignoranz! Es haben sich doch genügend Spielerinnen geoutet, die unter Fuhr gelitten haben, und dabei konkrete Fakten genannt. Ich nenne nur einige, die mir gerade einfallen:

    • Angela Malestein
    • Isabelle Jongenelen
    • Jolanda Bombis-Robben
    • Jacqueline Moreno
    • Kim Berndt
    • Julia Huppertz
    • und nicht zuletzt Anja Ernsberger (die sogar von Selbstmordgedanken berichtete).

    Quellen zum Nachlesen u.a.: Spiegel 43/2022, 1/2023, 2/2023, 40/2023

    Als Kerstin Wohlbold aus Blomberg zum THC kam, sagte sie, sie sei froh, zu einem Verein zu kommen, bei dem es menschlich zugehe (habe ich hier übrigens schon früher zitiert).

    Wenn es dem DHB gelingt, einige dieser Frauen als Zeuginnen vor Gericht zu gewinnen, ist das Hauptargument von Fuhr vom Tisch.