@ Capitano: Bevor ich mich komplett aufrege und voreilige Schlüsse ziehe, warte ich lieber noch das Rückspiel ab.
Kein Grund zur Aufregung! Wir gewinnen in der Summe beider Spiele klar und fahren nach Dänemark! Was man von offizieller Seite nach dem Spiel hört, klingt wie lautes Pfeifen im dunklen Wald. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wo unsere Schwächen liegen - dieses Spiel hat sie mehr als deutlich aufgezeigt:
1. Es gibt im Angriff kein Spielsystem. Keine Spielerin weiß so richtig, was sie machen soll - eine wesentliche Ursache für die vielen Missverständnisse und Ballverluste. Der Ball läuft einfach nicht! Deshalb gelingt es auch nur selten. die gegnerische Abwehr in Bewegung zu bringen und Lücken zu schaffen. Da bleiben fast nur Einzelaktionen, was mit Wohlbold (Wer geht außer ihr mal 1 gegen 1?) solange gut geht, wie ihr nicht mehr Aktionen als Stürmerfoul abgepfiffen werden; vieles ist da grenzwertig - bei aller Würdigung ihres kämpferischen Einsatzes.
2. Wir haben keine Außen von internationalem Format. Was für die Bundesliga gut reicht, genügt international bei weitem nicht (Zapf, Huber, Fischer; Geschke als Notlösung auf Außen zeigt das Dilemma überdeutlich). Außer Mazzucco sehe ich da für die nächsten Jahre auch keine nenenswerten Perpektiven.
3. Ähnlich sieht es am Kreis aus. Althaus ist längst über den Zenit hinaus, Schulze zu unbeweglich, beide zu langsam (was sich bei Althaus auch seit Jahren schon in der Abwehr zeigt; sie kommt deshalb ständig zu spät, wie die 3 Zeitstrafen gestern wieder einmal gezeigt haben). Hier besteht allerdings Hoffnung, dass es in einigen Jahren besser wird (z. B. Behnke, Schmelzer). Wenn von Außen und vom Kreis so wenig Gefahr droht, kann die gegenerische Abwehr weit herausrücken, um den Rückraum wegzunehmen, was die Russinnen sehr gut gemacht haben.
4. Vestergaard hat bei der Nominierung und erst recht bei der Aufstellung am Sonntag gravierende Fehler gemacht, weil er weder den deutschen Frauenhandball versteht, noch die Spielerinnen ausreichend kennt. Althaus (siehe oben), Wörz (die bereits bei ihren früheren Einsätzen das Spiel langsam und nicht schnell gemacht hat - da war sie noch drei oder vier Jahre jünger!) und Müller (ohne Spielpraxis, außer Form - dafür Naidzinavicius und Hubinger auf der Bank) - das ging gar nicht. Ich gehe sogar soweit: Die Wiederberufung und der Einsatz von Wörz kostet uns die WM-Teilnahme. Als sie endlich ausgewechselt wurde, war in meinen Augen das Spiel und damit die WM-Teilnahme bereits verloren.
Hoffentlich kommt jetzt der dringend nötige Umbruch für die Generation Bölk, Urbicht, Mazzucco, Behnke & Co. Auch um die Halbpositionen im Rückraum mache ich mir dabei kaum Sorgen, wenngleich einige Spielerinnen noch ein paar Jahre brauchen werden.