Das Misha handballerisch ein Gewinn für den TVB ist, kann keiner ernsthaft bezweifeln. Die Frage ist, wie lange dauert es, bis er das richtige Spielerpersonal dafür hat. Da ist ne Menge trial and error dabei. Ein paar Spieler bringt er ja schon mit, er fängt also nicht bei null an. Mit dem Abstieg hat Stuttgart dieses Jahr nichts zu tun. Da lege ich mich fest. Top 10 ist aber doch etwas hoch gegriffen und würde mich überraschen.
Beiträge von BigRick
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Kenne berufsbedingt sehr viele Arbeitspapiere im Handball. Aktuell, wie auch seit vielen Jahren aus unterschiedlichen Perspektiven. Und darin sind für mich als bloß mal studierter Jurist vor vielen Monden, bei so einigen Kontrakten unsaubere Punkte bis teils haarsträubende Klauseln von Vereinsseite direkt auffällig, die im Fall der Fälle durchaus...

Aktuell sehe ich das eher aus der Position der spielerbetreuenden Seite, von daher empfinde ich das natürlich nicht als so relevant, ganz im Gegenteil.

Aber sagen wir so, würden sich potentiell wechselwilliger Spieler und potentiell aufnehmender Verein frühzeitiger zusammentun, wäre bei so einigen Akteuren etwas ganz ohne Ablöse oder Abwarten der Vertragslaufzeit möglich...

Sehr interessante Info. Nach dem amateurhaften Vorgehen von Dessau in der Causa Nachholspiel würde ich tatsächlich bei mir unbekannten Vereinen keine Hand ins Feuer legen, dass sie rechtzeitig den Anwalt bemühen.
Bei Eisenach weiß ich aber, dass es anders ist. Das heißt nicht, dass der Anwalt dort nicht auch mal nen Fehler machen kann oder bei der Unterzeichnung des Vertrags der Schlendrian eingezogen ist, aber strukturell fehlt es da an nichts.
Vielleicht ist diese Causa aber auch ein Weckruf an alle, sich hier zu professionalisieren. Dann hat es wenigstens was gebracht. -
Hat Zehnder doch (vermutlich) auch getan - kündigen ohne konkreten neuen Vertrag. Glaubt irgend jemand hier, dass Grgic, hätte es mit der SG diese Saison nicht geklappt, keinen gut bezahlten Job für 1 Jahr gefunden hätte? Sehe hier kein großes Risiko für ihn. Dennoch glaube ich, dass da im Hintergrund natürlich kommuniziert wurde und somit Grgic, als auch die SG, immer auf dem aktuellen Stand waren
Da ist noch ein Denkfehler in der Kette. Die SGF sollte dem ThSV für die Auflösung des Vertrags ein Jahr später 50k zahlen. Wenn es aber tatsächlich keinen Vertrag mehr zum Auflösen gibt, dürfte die ganze dreiseitige Vereinbarung keine Geschäftsgrundlage mehr haben.
Ich kenne solche Ablösevereinbarungen nicht, aber als Anwalt würde ich keinen Vertrag freigeben, der mir dem Spieler gegenüber kein Weisungsrecht gibt, sollte der einen Vertag woanders in Betracht ziehen. Ob ich meinen Spieler gesund bekomme, hängt von vielen Faktoren ab. Ich denke nicht, dass ein Vertrag mit einem anderen Verein jemals möglich war.
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Welche Reaktion der HBL erwartest Du? Die Verträge zwischen Spieler und Verein betreffen in erster Linie genau diese beiden Parteien. Eine Klärung welche Klauseln oder Formfehler arbeitsrechtlich problematisch sind, kann nur ein Arbeitsgericht herstellen. Der BHC betreibt den Prozess gegen den ehemaligen Trainer Jamal Naji durch mehrere Instanzen unter anderem auch um Rechtssicherheit für die Ausgestaltung zukünftiger Arbeitsverträge zu erhalten. Der ThSV Eisenach ist einer juristischen Klärung aus dem Weg gegangen und muss im Gegenzug mit der Ungewissheit leben, ob der beanstandete Formfehler juristisch wirklich relevant ist und ob andere Spieler auf diese Art ihre befristeten Arbeitsverträge vorzeitig, einseitig kündigen könnten.
Ja korrekt. Aktuell ist das schwierig. Ich skizziere das aber nochmal für zukünftige Fälle.
Folgende Prämisse: Wir sind uns einig, Verträge müssen mehr Verbindlichkeit haben. Und wenn man dann doch das Papier auflöst, dann muss es im beiderseitigen Einvernehmen geschehen. In den Fällen Erlangen und Eisenach kann man seine Zweifel haben, dass der Wille des Vereins respektiert wurde. Erlangen hat lange dagegengehalten und musste dann eine Businessentscheidung treffen, die fast zum Abstieg geführt hätte. Mit dieser Erfahrung im Rücken hat Eisenach gesagt, keinesfalls, wenn er die Karte ausspielt, gehen wir mit einem blauen Auge raus. Dabei ist weniger die Ablöse relevant, denn die Planbarkeit. Wenn nämlich der abwanderungswillige Spieler, meist ein Leistungsträger, noch im Kader ist, kann man keinen neuen Spieler für dieses Geld verpflichten.
Wie kann man das unterbinden?
Die Vereine müssen die Spieler mit denen sie Verträge haben, bei der HBL melden. Die prüft, ob konkurrierende Meldungen vorliegen und erteilt die Spielberechtigung. Wenn der abgebende Verein die Möglichkeit bekommt, seine Freigabe mit einem Vorbehalt "strittige Vertragsauflösung" zu versehen, kann man die Kosten der Vertragsauflösung nachträglich mit einer Ablöse verbinden, wenn ein Gericht feststellt, dass kein Kündigungsgrund vorlag. Die Höhe der Ablöse macht man dann an seinen zukünftigen Gehalt fest. 2 Jahresgehälter zB. Dazu gibt es dann für den Vertragsbruch die übliche und schon in den Satzungen festgelegte Spielsperre, wenn ich richtig informiert bin.Was hätte das zur Folge?
Nun, der aufnehmende Verein muss sich gut überlegen, ob er mit dem Spieler, der seinen Vertrag nicht sauber beendet hat einen Vertrag schließt und zu welchen Konditionen. Er kann ja prüfen, ob der Kündigungsgrund aus seiner Sicht wirklich trägt.
Insgesamt bliebe alles wie bisher, der alte Verein hat nur eine Spielvariante mehr. Und ich glaube, sowohl Erlangen als auch Eisenach haben das Geld nur widerwillig genommen. Das muss nämlich noch dieses Jahr ausgegeben werden, sonst geht's zu einem großen Teil ans Finanzamt.
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Obwohl der Vergleich zu Zehnder sich ja aufdrängt, finde ich aus Spielersicht zumindest noch erwähnenswert, dass Zehnder in Erlangen erst nicht gewollt war und nach Eisenach abgeschoben wurde und als er dann dort auf 1x Torschützenkönig wurde, haben sich die Erlanger wieder an ihn erinnert und das in einer Phase, wo es im Verein stark nach 2. Liga roch.
Da habe ich für den Spieler wenigstens etwas mehr Verständnis, dass sich sein Bock für diesen Verein aufzulaufen eher in Grenzen hält als bei Grgic, der ausdrücklich gewollt und geschätzt war in Eisenach und auch aus einem sportlich eher gesunden Umfeld kam.
Japp, so sah es mir auch aus. Zehnder ist unter Misha extrem aufgeblüht und der hat tatsächlich auch den Wunsch geäußert, ihn zu behalten. Zehnder wäre auch gern in Eisenach geblieben. Er wurde und wird auch noch in Eisenach geliebt und war hier bei seinem Wunschtrainer. Das Interview, welches er in einem Podcast gegeben hatte, war ja fast ne Liebeserklärung an Kaufmann, er wäre für ihn durchs Feuer gegangen. "Nehmt Euch doch ein Zimmer" habe ich in mein Headset gesagt.
Letztlich war man sich aber in der Chefetage sehr schnell im Klaren, dass eine Ablöse und ein entsprechender langfristiger Vertrag mit dem unangefochtenen Torschützenkönig der ersten Liga nicht zu halten war. Das war weit außerhalb des Machbaren. Deshalb war man schnell ausgestiegen und nur noch Zuschauer.
In Erlangen hingegen hat man nie verstanden, welches Juwel man da im Kader hatte. Ich kann Zehnder da ein wenig verstehen, aber das macht man im Amateurbereich, nicht als Profi.
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"Eine verspätete Unterschrift...", alter Vater, wird hier hoch gepokert. Kenne tatsächlich keine gesetzliche Schriftformvorgabe, bei der die Schriftform nicht rückwirkend hergestellt und damit ein möglicher Formmangel geheilt werden kann. Zumal in dem Fall vom ThSV meine ich ein Foto veröffentlicht wurde, wo Marko die Unterschrift geleistet hat. Wer weiß, vielleicht ist im Arbeitsrecht alles anders.
Ich hoffe, hier wird nicht mal ein Spieler aus der zweiten Reihe zu diesem Joker verleitet. Sollte das schiefgehen, kann das ganz schnell existentielle Folgen haben.
Ich befürchte, langfristige Arbeitspapiere sind damit im Handball nur noch Makulatur, wenn die HBL darauf nicht reagiert.
Funfact: Überhaupt scheinen Abreden völlig egal zu sein. Ich meine von vereinbartem Stillschweigen gehört zu haben. Zwischenzeitlich sind ja alle Details bekannt. Ich glaube, ich frage zum Spaß bei der Bild mal an, welche Getränke bei der Verhandlung gereicht wurden...
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Ich finde es total süß, wir hier einige versuchen, dass Offensichtliche zu leugnen und das Geschäft vollkommen romantisiert wahrnehmen. Hier macht aktuell niemand der SGF einen Vorwurf, deshalb ist es auch nicht nötig, sich vor den Verein zu schmeißen, wir die Löwin vor ihr Junges. Die Regeln sind aktuell so, wie sie sind und ermöglichen das Vorgehen. Die SG ist NICHT in diese Vertragsverhandlung reingegangen, um Grgic gegen den Willen vom ThSV noch in diesem Jahr zu holen.
Das Fenster hat sich geöffnet und man hat gemacht, was man machen musste und durfte. Fertig. Entscheidend ist, dass sie es durften. Und das müssen wir zukünftig für die anderen Vereine im Blick haben.
Achja, und Formfehler. Es ist mir keine einschlägige Rechtsprechung bekannt, bei der höchstrichterlich andere Faktoren als die Unterschrift beider Vertragspartner unter dem Vertrag eine solche Relevanz haben, dass die Zeitabrede damit dahin ist. Eine solche Formrelevanz habe ich in meinem Spezialgebiet, dem Mietrecht, in exzessiver Weise. Auf das Arbeitsrecht kann das nicht einfach übertragen werden.
Die Vertragsverlängerung zwischen Verein und Grgic wurde im Beisein der Kamera unterzeichnet. Wenn das keine Showveranstaltung war, dann fehlt mir die Fantasie, dass hier mehr als nur eine Mindermeinung kultiviert wird. Sie muss deswegen nicht falsch sein, aber dass hier zig Anwälte zu blöd sind, Arbeitsverträge mit gültiger Laufzeit zu entwerfen, sehe ich nicht. Der Fall Zehnder ließ zumindest auch erkennen, dass es nach Aktenlage kein Selbstläufer ist. Das spricht gegen einen weit verbreiteten fehlerhaften Arbeitsvertragsentwurf.
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Also kündigt Grgic seinen Vertrag ohne vorher alles mit Flensburg abgestimmt zu haben ? 😉
Exakt, das ist die zentrale Frage.
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Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust.
Fette Ablösesummen sind für kleine Vereine ein Sprung nach vorn. Vor ein paar Jahren mussten Verträge noch ohne fetten Schmalz einfach aufgelöst werden, weil man nicht "im Wege stehen" wollte. Erlangen und auch Eisenach haben von der Entwicklung jetzt offenbar gut profitiert, es ist irgendwie ein schönes Mittel der Umverteilung. So zahlt sich gutes Scouting auf Dauer aus. Eintagsfliegen haben es dann aber schwerer.
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Na dann habe ich ja tatsächlich komplett richtig gelegen.
Formfehler von einer Anwältin entdeckt...
Das klingt zumindest sehr fragwürdig und kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber egal, wenn Marko diese Nummer durchgezogen hätte, wäre keinem geholfen gewesen. Die HBL hätte die Meldung des Spielers für die SGFH nicht akzeptiert, solange Eisenach die Meldung mit Vorlage des ihrerseits gültigen Vertrages verhindert hätte. Die Ablöse wäre monatlich geschrumpft und der Spieler hätte dem Team gefehlt, eine Ersatzbeschaffung ist wirtschaftlich nicht stemmbar, da der Spieler jederzeit zurückkommen kann, wenn man auf Vertragserfüllung klagt. Der Einkommensausfall für den Spieler wäre für ein paar Monate zwar auch da gewesen, aber mit Blick auf die Gehaltserhöhung überschaubar.
Nur die SG hätte kein Risiko gehabt, irgendwann wäre Eisenach eingeknickt, die SG muss nur warten. Die Position konnte sich nur verbessern. Grgic hat sich mit 120 k beteiligt, 50k hätte man in einem Jahr ohnehin zahlen müssen, Mensah hat bestimmt auch 100k gebracht, was auch immer am Ende noch drauf gezahlt werden musste, das war ein No-Brainer.
Am Ende sind offenbar Verträge für Vereine, die sich diese Streitigkeiten nicht leisten können, weil es nur einen oder zwei Topspieler gibt, einfach nichts mehr wert. Wenn das Schule macht, haben wir bald ein echtes Problem.
Ich sage es nochmal, der aufnehmende Verein muss am Risiko beteiligt werden. Nehmen sie auf, müssen sie rückwirkend eine Ablöse nach Gehalt bezahlen - halbes Jahr Gehalt pro Vertragsjahr - und eine längere Spielsperre akzeptieren, wenn ein Gericht die Kündigung als mutwillig enttarnt. Dann entfällt ein Großteil der Motivation.
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Ich meine, die Möglichkeit gab es mal in Zusammenhang mit IG-Handball-Benutzergruppen, als es in der IG Handball noch verschiedene Mitgliedschaften gab, die unterschiedlich viel Geld bezahlt haben und dafür unterschiedliche "Rechten" hatten ... u.a. (meine ich jedenfalls) auch die Möglichkeit, sich individuelle Benutzertitel zu vergeben. Wer es dann gemacht hatte, hat die nicht wieder verloren.
Könnte einer von Euch admins mal die Liste der möglichen Lieblingsvereine ergänzen? Das wäre töfte.
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Wenn Flensburg mit den 4 Leuten unfassbar gut aufgestellt ist, was ist Magdeburg dann ?
OIM, Lager, Claar, Gisli, Jönsson, Zehnder und Weber. Wenn alle Stricke reißen hat man sogar noch Sully 😉
Das sind 7 1/2
Beuger hat da schon Recht, dass man mit 4 Leuten sehr dünn besetzt ist.
Was machste denn, wenn sich einer langfristig verletzt und ein anderer im Formtief ist ?
Minne würde Flensburg mehr Sicherheit geben und das Spielniveau nochmal anheben. In Köln beim Final 4 hat er mir ganz gut gefallen
Ja gut, das hat aber auch was mit den vielen Verletzungen zu tun, die Magdeburg diese Saison ereilt hat.
Man darf auch nicht vergessen, als zu Beginn der Saison Zehnder quasi als Bonus kam, da war die Kaderplanung eigentlich schon abgeschlossen. Nimmt man ihn weg, hatte der SCM zu Beginn der letzten Saison auch "nur" 5 Shooter im Rückraum. Zehnder trotzdem mitzunehmen war rückblickend betrachtet schlau gewesen. So haben die 6 o.g. Spieler zusammen weniger Spiele in der HBL gemacht, als 4 dauerhaft gesunde Spieler.Für die Kommende Saison ist es nicht besser. Zehnder ist noch ne Weile weg bzw. wird noch brauchen, bis er wieder fit ist, ob Gisli mit seiner Schulter dauerhaft durchhält, fraglich. Jönsson zu verpflichten war da folgerichtig. Diese Anzahl fitter Spieler sollte man bei der Doppelbelastung mit CL und HBL auch haben.
Und: Die SGF hat ja mit Knutzen ja auch 5 etatmäßige Rechtshänder im Rückraum. Für die EL dürfte das reichen, wenn keine langfristigen Verletzungen hinzukommen.
EDIT: Das OIM und Lager Linkshänder sind, habe ich gänzlich ausgeblendet. Also der SCM war alles andere als auf Rosen gebettet.
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Ich vermute, die Kaderplanung ist jetzt durch. Auf RM/RL haben wir für den Angriff jetzt Hangstein, Aellen, Antonijevic und Joelssen. Das sind tendentiell echte Shooter. Dazu sind mit Schneibel und Capric noch zwei Spieler im Kader, die zum Jahresende noch dazustoßen könnten. Selbst mit dem Abgang von Grgic haben wir mehr Zu- als Abgänge. Nehmen wir Schneibel weg, dann ist es Gleichstand. Es stehen ohne die Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die man auch einbinden will, aktuell 18 Spieler im Kader, davon sind 2 langzeitverletzt. Das Spielprotokoll ist damit voll.
Ohne Verletzung vermute ich keine weitere Verpflichtung in Kürze, damit man im schlimmsten Fall mit der Kohle aus Flensburg am Ende des Jahres nochmal gut nachlegen zu können, wenn man die Spieler genauer beurteilen kann oder das Lazarett es notwendig macht.
Wenn wir noch Needs haben, dann wohl eher im Bereich Abwehr, denn da ist Grgic noch nicht ersetzt, der war ein sehr wichtiger Eckpfeiler mit Meyer und Kurch. Einen Shooter brauchen wir da nicht. Weiß jemand, wie gut Dissinger im Mittelblock ist? Habe da schlichtweg keine Erinnerung an ihn. -
Tobias Reichmann, neue als Kolumnist bei Handball-World.com hat eine klare Meinung:
Und die teile ich, das könnte schnell ein Grounder werden für Marko. Aber er wird sich langfristig durchsetzen. In einem Punkt lässt seine Argumentation noch eine sehr plausible Erklärung offen, die eine "Beteilung" Marko an der Ablöse sogar wirtschaftlich sinnvoll macht. Markos Vertrag wurde vor etwa 1,5 Jahren verlängert und verbessert. Ich vermute mal, er wird durch die damalige Verlängerung gerade mal über die Schwelle zur Sechstelligkeit gekommen sein, vielleicht 150k, keinesfalls mehr als 200k. Damals war er noch in der zweiten Reihe und hinter Zehnder ganz klar im Schatten. Der Vertrag mit Flensburg dürfte locker eine 3 vorne stehen haben, vielleicht sogar ne 4, Wenn er nur 200k davon abzieht, hat er immer noch ein höheres Einkommen als er in Eisenach in dem Jahr hätte. Er gewinnt also trotzdem. Ich kann mir gut vorstellen, dass das genau die Beteiligung ist, und die ist auf vielen Ebenen sinnvoll.
An alle Flensburger, die hier so tun, als ob Mensah Larsen hier ohne Druck seinen letzten Vertrag nochmal an anderer Stelle geschlossen hat. Sorry, das ist Unsinn. Natürlich hat Flensburg hier deutlich gemacht, dass man eine Auflösung wünschen. Der wird in Kürze 34. Allein die Tatsache, dass er ein Jahr vor dem Ende die Info bekommt, dass er keine Verlängerung bekommt, is ne Message. Die da lautet: "Hol Dir noch einen langen Vertrag und wechsel jetzt noch, bevor du 35 bist und keiner mehr bereit ist Dir einen langfristigen Vertrag zu geben."Verstehe gar nicht, was daran verwerflich ist, dass man es negiert. Das ist von Flensburg sehr fair gewesen und nunmal der Gang der Dinge. Flensburg hätte - und das habe ich hier mehrfach gesagt - ein Überangebot an Rückraumspielern und musste erst Platz schaffen, das haben sie jetzt durch Mithilfe von Mensah Larsen geschafft. Ich behaupte sogar, dass es genau der Punkt war, worauf Marko gewartet hat. Und er hat es auch damals gesagt, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Die SGF hat ihm gesagt, solange er da ist, haben wir viel Gehalt gebunden und keinen Platz für Dich. Das hat sich geändert.
Lassen wir mal eine mögliche fristlose Kündigung außen vor: Alles gut. -
Ich verstehe die Aufregung auf Eisennacher Seite sowieso nur zum Teil. Wie schon x-Seiten vorher geschrieben wechselte Marko Grgic unter ähnlichen Umständen von einem 3-Liga Verein zum 2-Liga Verein nach Eisenach und da hat sich bestimmt auch keiner in Eisenach aufgeregt. Man war auf Saarlouiser Seite auch nicht glücklich. Letztlich einigte man sich auf eine Summe und die Sache war gelaufen. Gab halt auch wie gesagt ein paar Nebengeräuschen und sicherlich auf Grund des Status seines Vaters in Saarlouis wurde der Wechsel dann schnell vollzogen.
Man hat doch als Verein in solchen Situationen mittlerweile kaum noch Möglichkeiten. Klar man kann den Spieler "zwingen", den Vertrag zu erfüllen. Aber wer will denn einen Spieler bei den engen Budgets bezahlen, der im besten Fall seinen Job macht aber im Kopf schon bei einem anderen Verein ist. Im schlimmsten Fall entwickelt er sich zum Stinkstiefel etc... Ist halt der Nachteil des Profisports. Und ja es gibt bestimmt Vereine die Finger von so einem Spieler lassen, aber es gibt immer noch genug die den betreffenden Spieler verpflichten würden. Und je höher sein Status, um so größer die Anzahl der Vereine die sich für den Spieler interessieren. Ist doch auf der normalen Arbeit ähnlich. Bei einem Betriebswechsel der normal abläuft arbeitet der Betreffenden bis zum Schluß seines Arbeitsverhältnis sehr oft ganz normal weiter. Kommt es aber dazu, dass jemand warum auch immer plötzlich die Firma verlassen will und die Firma besteht auf die Kündigungsfrist, habe ich noch nie erlebt, dass der Betreffenden viel mehr als seiner Anwesensheitspflicht nachgekommen ist
Ich sehe keine Aufregung. Die einzige Aufregung, die ich sehe, kapriziert sich fälschlicherweise auf Witte, der hier vom ursprünglichen Plan abrücken musste. Egal, Flensburg soll gaaanz tief in die Tasche gegriffen habe, sodass selbst Erlangen neidisch sein soll. Soviel habe ich zwischenzeitlich erfahren. Marko hat sogar dafür auf Gehalt verzichtet, alles iO.
Wir sehen am Ende der Saison, wie das Spiel aufgeht. Aber das kann egal wie auch anders laufen. Was ist, wenn sich Marko verletzt? Was ist, wenn Marko in ein Tief rutscht? Was ist, wenn von den Neuverpflichtungen sich als neuer Star herausstellt? In allen Fällen würden wir dem verpassten Verkauf traurig hinterherschauen.
Im Vergleich "Marko bleibt bei uns und fightet noch ein Jahr" und "der komplette Angriffsrückraum wird ausgetauscht", auch die erste Variante für erfolgversprechender gehalten. So auch das Management. Aber die Vorteile überwiegen nicht so sehr, dass die Alternative einem Drama gleichkommt.
ABER: Die Entscheidung, ob man auf Vertragserfüllung besteht, sollte aber vom Verein getroffen werden und nicht von dem Spieler, der mit einer frivolen Kündigung arbeitet. Das ist das Problem, was uns sehr weh tun kann, wenn das Schule macht.In Erlangen ging es fast schief. Hätte man nicht zum Ende des letzten Jahres nochmal ganz tief in die Tasche gegriffen und Viggo Kristjansson verpflichtet, wären sie abgestiegen. Einen Viggo zu kriegen, war großes Glück. Das kann und wird irgendwann auch schief gehen und dann steigt ein Verein ab, weil ein Spieler seinen Vertrag fristlos gekündigt hat, um einen Wechsel zu erzwingen.
Es ist kein Eisenacher Problem, es ist ein ligaweites Problem.
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Auch die finanzielle Beteiligung durch den Spieler, um den Wechsel zu ermöglichen, scheint ein neueres Thema zu sein…Grgic, A. Runarsson,…
Und das rechne ich ihm hoch an. Sehr hoch sogar. Problem ist und bleibt das Spielen mit unberechtigten fristlosen Kündigungen. Die können die großen Vereine nunmal aussitzen, kleine Vereine müssen dann aus wirtschaftlichen Gründen handeln. Das ist ein Ungleichgewicht und nur darum gehts mir, wenn das zur Standardmethode wird.
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Wie will man beweisen, ob der Spieler von sich aus gehandelt hat, oder ob der aufnehmende Verein "angestachelt" hat... so kann doch immer der Spieler sagen, dass es seine Entscheidung war!
Deswegen ja Strafe nur, wenn ein Gericht rückwirkend feststellt, dass die Kündigung unwirksam war. Kann man im Rahmen einer Feststellungsklage noch feststellen lassen. Dann wird das RIsiko der Kündigung nicht nur vom abgebenden Verein getragen. Der aufnehmende Verein kann sich ja die Sachlage anschauen und ne eigene Bewertung vornehmen. Den Nachweis eines Anstachelns geht nicht bzw. nur bei Dummheit der Kategorie Hegseth möglich, da geb ich Dir recht.
Aber: Das Risiko einer ungerechtfertigten Kündigung muss auch den aufnehmenden Verein irgendwie treffen. Vielleicht sind zwei Fälle auch etwas wenig für eine lex speciales, aber wenn das Schule macht, muss die HBL hier mMn eingreifen. Die Vereine sollten jedenfalls lange überlegen, ob sie sich als Plan B für einen Spieler anbieten, dessen Bereitschaft, Verträge zu erfüllen eher überschaubar ist.
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Welche Regeln wurden geändert?
Aus meiner Sicht keine! Die rechtliche Situation ist immer noch die Gleiche wie vor win paar Monaten, als der Wechsel zu 26/27 nach Flensburg eingetütet wurde. Kündigen kann man immer, ob wirksam ist was anderes. Grgic hat den Zehnder gemacht und Eisenach ist eingebrochen…wollte dann wohl lieber keinen Rechtsstreit und direkt das Geld mitnehmen. Kann ich schon nachvollziehen, aber müssen, müssen hätten sie gar nichts, sie hätten auch einfach „nein“ sagen können
Die Kündigung laufender Verträge durch den Spieler aus wichtigem Grund ist ne neue Masche, die gab es vorher nicht in dem Maße. Zumindest kenne ich außer Zehnder und Grgic keine Fälle. Spielerstreik und Arbeitsverweigerung ja, aber das hier wirklich mit Kündigungen gearbeitet wird, ist mir jedenfalls neu.
Rechtlich sehe ich da einen feinen Unterschied: Ich meine im Fussball gab es mal Entscheidungen, die den aufnehmenden Verein bestraft haben, wenn dieser den Spieler ermuntert hat, zu streiken. Diese Masche ist insofern neu, als dass der neue Verein natürlich nicht verantwortlich ist, wenn der Spieler kündigt und diese Kündigung sich dann vielleicht als nicht haltbar erweist. Denn dann wird der Streit ja vom aufnehmenden Verein entkoppelt. Ursache ist eine vermeintliche Vertragsverletzung des alten Vereins. Was kann da der aufnehmende Verein dafür? Der gibt ja erst einen Vertrag, wenn das alte Arbeitsverhältnis geklärt ist. Und hier sehe ich Handlungsbedarf. -
Dann wäre es doch noch weniger ein Problem!Wenn Grgić das RECHT hätte, seinen Vertrag einseitig zu kündigen, wäre es doch Eisenachs "Verschulden", dass er vertraglich die Möglichkeit dazu hat.
Er hatte ganz sicher kein vertragliches Kündigungsrecht. Er soll eine fristlose Kündigung ausgesprochen haben. Das bedeutet, die Kündigung war außerordentlich. Ich würde spekulieren, er hat eine Vertragsverletzung des Vereins als Kündigungsgrund benannt. Für etwas anderes fehlt mir die Fantasie.
Jeder Vertrag kann immer von beiden Parteien außerordentlich gekündigt werden. Dafür müssen entsprechende Gründe vorliegen. Aber diese zu überprüfen dauert vor Gericht immer sehr lange, weil es dafür in der Regel Beweisaufnahmen braucht und eine entsprechende Bewertung durch den Richter sehr lange dauert. Eine vorläufige Bewertung zugunsten des Kündigenden ist sehr selten. Das war das Problem bei Zehnder.
Die Frage ist, wer kann diesen Schwebezustand länger aushalten. Wechselfrist und der nur einjährige Planungshorizont der Vereine ist ein echtes Risiko. Deshalb haben mit ThSV und HCE, beide Vereine dann doch einem Verkauf zugestimmt. Erst zur Winterpause Sicherheit zu haben, ist für Vereine im Abstiegskampf tödlich. Der HCE ist das beste Beispiel. Man konnte das Ruder nicht mal mehr so schnell rumreißen, obwohl die Saison noch gar nicht richtig gestartet war. -
Genau, Sperre und Eingreifen seitens der Verbandes darf es nicht geben. Sowas gab´s früher mal, östlich des Grenzflusses. Aber da war von vorn herein alles darauf abgestellt, die Großen zu füttern. Die Kleinen hatten keine andere Wahl. Heut habens die Kleinen zwar auch schwieriger, wegen dem Geldbeutel. Aber abwanderungswillige Toptalente mittels Sanktionen von Verbandsseite an die Kleinen bis zum Vertragsende zu binden, kann es nicht sein.
Es geht ja nicht darum, abwanderungswillige Toptalente vom nächsten Schritt abzuhalten. Aber die Spielregeln müssen schon eingehalten werden. Wenn wir Vertragsbruch, und nichts anderes ist es, wenn jemand ohne Kündigungsgrund die Kündigung ausspricht und den Faktor Zeit für eine gerichtliche Entscheidung für sich nutzt, als regelkonformes Verhalten dulden, haben wir ein Problem. Das Gleichgewicht der Kräfte wird empfindlich gestört.
Ziel ist es ja nicht, diese Sanktion anzuwenden. Wenn aber in den Statuten steht, dass es im Falle einer unberechtigten außerordentlichen Kündigung eine Strafe für den Spieler gibt, dann wird kein Anwalt mehr in diese Richtung beraten, wenn er nicht tausendprozentig sicher ist, dass die Kündigung wirkt. Mit der Folge, dass die Verhandlungsposition der kleineren Mannschaft, die einen solchen Streit nicht durchstehen würde, gestärkt und sie eine größere Ablösesumme herausholen könnte.
Aktuell würde es mich nicht wundern, wenn diese Taktik bei den einschlägigen Anwälten mittlerweile im Werkzeugkoffer einen Platz hat. Und das finde ich nicht gut.