Vorweg eins, ein Forum ist zum Diskutieren da, egal welches Thema ein Forum belebt, solange es ohne Beschimpfungen oder Beleidigungen abläuft. Beides habe ich hier nicht gefunden. Eine 18 Jahre alte junge Frau, die wählen gehen darf und auch sonst voll rechts- und geschäftsfähig ist, muss sich auch hinterfragen lassen. Hier mit der Moralkeule zu kommen ist auch nicht i.O.!
Ich habe zur Zeit eine 18 jährige Tochter, die bei den Juniorelfen spielt. Wir als Eltern halten uns da weitestgehend raus, denn auch sie ist erwachsen und soll ihre eigenen Entscheidungen treffen. Natürlich stehen wir mit Rat und Tat zur Seite, aber halt nur, wenn wir gefragt werden. Zurückblickend war es die richtige Entscheidung nach Leverkusen zu gehen, denn Keke, Raini und Steffi machen dort einen tollen Job. Natürlich findet der ein oder andere auch ein Haar in der Suppe oder ist nicht ganz zufrieden. Wenn man aber etwas genauer hinhört/-schaut, dann bekommt man auch mit, dass die 3 für eine Aufwandsentschädigung arbeiten, wo im Herrenbereich kein Landesligatrainer für von der Couch aufsteht. Das Engagement um eine JBLH/3.Liga Mannschaft zu trainieren ist also anderweitig motiviert, es muss schon Leidenschaft, Liebe zum Handball und zu den Mädels sein, wenn man dafür so viel Zeit aufbringt.
Man kann aber auch beobachten, dass die gute Arbeit bei den Juniorelfen nach oben raus nicht die Früchte trägt, die eigentlich 3 Deutsche und eine Vizemeisterschaft versprechen. Meiner Meinung nach wurde aus den Talenten viel zu wenig gemacht in den letzten Jahren. Talente wie Pia Adams und Kim Braun beispielsweise, spielen total verunsichert, dabei waren sie Garanten für die Jugendmeisterschaften. Eine Anna Spielvogel, auch eine Garantin für diese Meisterschaften, legte verständlicherweise sehr viel wert auf ihr Abi, daraufhin wurde sie leider auch nicht mehr berücksichtigt. Wir müssen uns mit Sicherheit nicht darüber streiten, ohne RW und JEW und ein paar anderen gäbe es in Leverkusen schon lange keinen Erstligahandball mehr. Nicht zuletzt das toll organisierte final4 war zum Großteil JEW zu verdanken. Mir fehlt in der Ostermannarena so der familiäre Touch, etwas mehr Wärme und nicht nur draufhauen. Das fängt schon dabei an, wie die Führungsriege die Halle betritt. Unser ehemaliger Weltklassetorwart schlurft mit hängenden Schultern und ernster Miene zur Bank, anstatt alle mal fröhlich gucken, in die Zuschauer winken usw. Man muss doch, um die Leute abzuholen, eine positive Stimmung verbreiten, mit Mimik, Gestik und Körpersprache allen signalisieren: "Hey, ich liebe diesen Sport und lass uns zusammen Spaß daran haben. Ich freue mich sehr das ihr hier seid!" Da kann man sich von Buxte eine Scheibe abschneiden, was ich da damals erlebt habe, als der LP der 98er Mädels stattfand, war sensationell gastfreundlich. Eine warme Atmosphäre mit Fans im Umfeld, wo man das Gefühl bekam, das muss eine große Familie sein!
Mia Zschocke und Emily Bölk kann man nicht miteinander vergleichen. Emily hat mich schon in der Jugend vor ein paar Jahren begeistert. Ich habe von ihr nie divenhaftes Verhalten gesehen, ihre sehr soziale Art Handball zu spielen, lässt ihre Mitspielerinnen von ihr profitieren, obwohl sie so mache Situation durch ihre individuelle Extraklasse auch alleine lösen könnte. Sie ist sehr höflich und ein Mensch mit Bodenhaftung. Mia ist auch eine herausragend Jugendspielerin im Team der Juniorelfen, das ist keine Frage. Sie ist aber in ihrer Persönlichkeitsentwicklung noch nicht ganz da, wo Emily schon ist. Da ich eigentlich sehr viele Spiele der Juniorelfen schaue, weiß ich glaube ich auch, was Schröder und Udosson meinen. Wenn alles gut funktioniert ist alles super, aber wenn ein paar Aktionen daneben gehen, wird nicht mehr zurückgelaufen und die Schuldverschiebungen fangen an. Man sieht an der Mimik und Körpersprache, das gerade "ein Böckchen geschoben" wird. Wenn man Führungsspielerin sein will, dann muss man lernen mit den eigenen Fehlern umzugehen und andere, die Fehler machen, an die Hand zu nehmen um sie zu bestärken! Aber ich bin mir sicher, dass der Großteil der Spielerinnen das im Laufe der Zeit auch lernen, wenn sie in der Bundesliga spielen wollen. Ausnahmen gibt es leider immer wieder, siehe Müller und die Nationalmannschaft!
Nun, ich war mit meinen Töchtern zur Probetrainingswoche in Blomberg und beim HCL. Bei beiden Vereinen wurden wir für diese Zeit sehr gut und herzlich aufgenommen, dafür noch mal ein großes Dankeschön an Andre Fuhr und Jochen Holz. Während der Einheiten wurden wir als Eltern von den Trainern persönlich begrüßt, die Spielerinnen, die auch sukzessive ankamen, auch aus der 1. Mannschaft, begrüßten uns als Fremde mit Handschlag sehr freundlich und stellten sich vor. Ein absolut höfliches Verhalten, dass auch die Spielerinnen in Leverkusen zum Großteil an den Tag legen. Aber leider nicht alle, einige wenige gehen ohne zu grüßen respektlos an einem vorbei, schade eigentlich!
Ich möchte hier aber unterstreichen, das es subjektive Eindrücke sind, die ich selber bei Spielen gesammelt habe. Meine Tochter spricht nicht mit uns über mannschaftsinterne Dinge, und das ist auch gut so. Höchstwahrscheinlich sieht sie, aus dem Blickwinkel einer 18 jährigen, einige Dinge auch anders als ich, und auch das ist auch gut so!