Beiträge von harmi

    Hi Lika,

    In wie weit bist du / fühlst du dich verantwortlich / schuldig, wenn sie sich verletzt?

    Bei einer Jugendspielerin kann der Weg nur über die Eltern gehen, bei einer Erwachsenen Spielerin ist sie wohl zum größten Teil für sich selbst verantwortlich. Auch wenn das als Trainer(in) schwer fällt.

    Du bist die Chefin. Du bestimmst, wann sie wieder spielt. Das muss sie akzeptieren. Gib ihr ein Ziel vor, an das ihr euch beide haltet. Ein Datum, eine bestimmte Menge an speziellen Trainingseinheiten, Atteste vom Arzt oder ggf. auch ein bestimmtes Körpergewicht. Wenn das passt, setzt du sie wieder ein.

    Viel Erfolg...

    Also zunächst mal dies:

    Stil, Form und Inhalt meiner Beiträge bestimme ganz alleine ich, inklusive der gezielten Anwendung von Sarkasmus, Zynismus, oder sonstigen rhetorischen Hilfsmitteln. Meine Standpunkte stehen fest, also muss ich mich ja nicht wiederholen.

    Ohne weiteren Kommentar und Sarkasmus aus den IHF-Handballregeln:

    Zitat


    17:5
    ...

    In ihrer Verantwortung zur Gewährleistung des Spielablaufs im Einklang mit den Spielregeln müssen sie jede Regelwidrigkeit ahnden (ausgenommen 13:2 und 14:2).

    ...

    Quelle: http://www.handballregeln.de

    ...

    Soso, jetzt wird der Spieß also umgedreht. Jetzt muss Harmi was an der Misere ändern, nur weil er Fakten bringt.... :D

    Warum soll ich was ändern? Ich bin nur ein kleiner dummer Trainer (ohne Trainerschein), der ständig auf den Schieris rumhackt und ab und zu mal einen Eintrag ins Handballtagebuch macht. Und für einen Beitrag im Schieriforum auch schon mal ein Dankeschön erhält. :hi:

    Mir geht es hier nur um den Doppelpfiffschwachsinn, der ja anscheinend von höchster Ebene vorgegeben wird und von den meisten Schieris vielleicht gar nicht verstanden, aber gehandhabt wird, aus Gründen des Kadergehorsams und Beobachtungswahnsinns. Kein Vorwurf an die Schieris!

    Versucht nicht, zu verteidigen, was ihr eigentlich selbst gar nicht mögt.

    Von Trainer(inne)n und Spieler(inne)n wird das garantiert nicht verstanden, aber die sind ja auf dem Handballfeld und am Spielfeldrand nur eine Minderheit.

    Was ich schreibe kommt nicht aus irgendwelchen Theorien, sondern aus knallharter Praxis, die ich derzeit an jedem Wochenende erlebe. Und ich sehe viele Spiele. Sowohl als Trainer einer Jugendmannschaft auf Kreisebene, wie auch als Vater einer Landesligaspielerin, oder auch als Zuschauer von vielen Spielen auf Verbands- und Oberligaebene.

    Und ich kann auch sehr gut über die Vereinsbrille hinweg sehen und erkennen, wenn eine Fehlentscheidung mal zu unseren gunsten ausgefallen ist. Mittlerweile weiß ich ja, warum das auf hoher Ebene so oft passiert.

    Für den Trainer - C-Schein muss man den Schiedsrichterlehrgang machen. Sicherlich nicht falsch, aber um die Doppelpfiffstrategie zu verstehen sicher zu wenig. Also müsste eigentlich bei jedem Trainerlehrgang einer der glühenden Verfechter dieser Theorie als Dozent auftreten und dann diesen Satz zur Diskussion freigeben:

    Zitat

    SR pfeifen nicht nach den Regeln, denn das Regelheft gehört weggeschmissen (Aussage von "Oben") und es soll das Spiel gelesen und verstanden werden um dieses zu leiten.

    :wall:

    Um ein Spiel "lesen" zu können, brauche ich ein wenig mehr als einen Schierischein und dutzende Fortbildungen mit Antidoppelpfiffpredigern. Da brauche ich schon ganz ordentlich Erfahrung.

    Ich will übrigens immer noch nicht glauben, dass die Regelverstöße so dann und wann bewusst nicht gepfiffen werden sollen, weil man seinem Partner ja reinpfeifen könnt. Es will mir nicht in den Kopp. Aber vielleicht bin ich ja zu einfach gestrickt. :rolleyes:

    In Deutschland wird Handball nur noch geregelt, gespielt wird schon längst nicht mehr.... ;(

    Zitat

    Original von Ex-HVS-SR

    Das ist genau das, was uns vor kurzem passiert ist ist. Wir haben in erster Linie auf die Regeltechnik geachtet (2.Spiel) und haben dort vom Beobachter ein "sehr gut" bekommen. Und in der Zusammenarbeit hat er uns soweit wieder runtergepunktet, dass wir so gerade noch im "gut" waren. Den tieferen Sinn dahinter haben wir nicht verstanden, da das Spiel zu aller Zufriedenheit absolviert war. Im Grunde machst Du Deinen Job richtig, weil Du Regelverstöße ahndest, weil aber manchmal der zweite gleichzeitig pfeift, machst Du Deinen Job schlecht ? Da ist irgendwie der Schwerpunkt falsch gesetzt.

    Mein reden....

    Ich schätze mal, dass bei dem Spiel keine drei Prozent der beim Spiel anwesenden Spieler, betreuer, Zuschauer und sonstige Personen die Doppelpfiffe bemerkt haben. Ihr hattet einen guten Tag, prima gepfiffen, niemanden benachteiligt und seid trotzdem die Dummen.

    Alle zufrieden, nur der Mann mit dem Beobachtungsbogen nicht. Prima! :wall:


    Zitat

    Original von Lord Vader
    Genau das ist der Ansatz von Harmi - hier wird das (aus Sicht der beobachteten Schiris verständlich) Vermeiden von Doppelpfiffen vor die korrekte Entscheidung gestellt.

    Genau! Natürlich aus Sicht der beobachteten Schiris verständlich, aber dem eigentlichen Sinn und Zweck des Handballspiels kein bißchen förderlich sondern vielmehr kontraproduktiv, sobald auch nur ein schweres Foul zwar gesehen aber nicht geahndet wird, bzw. ein Tor gegeben wird, was nicht regulär erzielt wird.

    Zitat


    Aber wer stellt denn dieses Kriterium auf. Für mich liegt der Hund in diesen Beobachtungsvorgaben begraben. Ein Doppelpfiff ist für das Spiel immer besser als ein unterlassener richtiger Pfiff. Hier sollten der Ansatz beim Beobachten sein

    Absolute Zustimmung!

    Zitat

    Original von gummiball
    für die schärfe die einer meiner vorigen beiträge reingebracht hat möchte ich mich hier entschuldigen, aber es ist halt (wenn ihr ehrlich seid) gängige praxis.

    Kein Problem...

    Zitat


    ausserdem finde ich es trotzdem unangebracht immer alles in die "arrogante schublade" zu schieben, da sich jeder schiri mühe gibt eine entspannte kommunikation auf dem spielfeld mit allen beteiligten zu führen.

    Da hab ich leider so ab und an ganz andere Erfahrungen....


    Zitat

    Original von Zickenbändiger
    Im Jugendbereich mit einer offensiven Deckung haben wir dann nämlich ganz neue Schrittregeln, wenn der Durchbruch knapp außerhalb des Neuners beginnt. Die Schieris spielen dann Übergeben/Übernehmen und teilen sich die Schritte.

    :D

    Ich hab immer öfter das Gefühl, dass es nur noch darum geht, möglichst wenig Doppelpfiffe zu machen, usw.

    In welcher Handballregel steht das?

    Die Aufgabe der Schiedsrichter ist immer noch, das Spiel nach den gültigen Handballregeln zu leiten und nicht die niedrigstmögliche Anzahl an Doppelpfiffen zu bekommen. Spieler werden für eindeutige Fouls, Schläge, Gesichtstreffer usw. nicht bestraft, weil es nur ein Schieri gesehen hat und der nun gerade nicht dran war mit pfeifen? Sorry, da hakt es bei mir aus. :wall: :pillepalle:

    Wenn der Schiribeobachter nichts besseres zu tun hat, als auf so einen Schwachsinn wie Anzahl der Doppelpfiife zu achten, wundert es mich mittlerweile nicht mehr, warum an jedem Wochendende nur noch Mist gepfiffen wird, den anscheinend nur die beiden Schieris und der Beobachter verstehen.

    Bei den Jugendmannschaften kommt es an jedem Wochenende auf Bezirks- und Oberligaebene zu ziemlich heftigen Fouls, Angriffen in der Luft, Gesichtstreffern, Griffe in den Wurfarm, usw. Ohne jegliche progressive Bestrafung. Ich sehe nahezu an jedem Wochenende mindestens ein solches Spiel, das den Schieris so langsam aus der Hand gleitet, je länger es dauert. Kaum ein Spiel geht ohne Verletzungen ab, die aus solchen Situationen stammen. Nachdem ich diesen Thread gelesen habe, weiß ich, warum das so ist. Verstehen will und kann ich es nicht. :wall:

    Liebe Schieris, ihr werdet derzeit auf einen verdammt falschen Weg gebracht, wundert euch nicht, wenn man euch, wie oben angesprochen, für arrogant hält. Ihr habt vielleicht nicht mal Schuld, aber wenn Handball Handball bleiben soll, pfeift bitte, was ihr seht.

    Zitat

    Original von Theoitetos
    @meteokoebes & Oberleutnant
    Richtig erkannt, das Publikum will Tore sehen und keine FW für Schritte oder abstehen usw. das ist nunmal Fakt.

    Das hört sich jetzt so an, als ob die Schieris für das Publikum pfeifen. Sollen die nicht vielmehr ein Spiel, das aus festen Regeln besteht, leiten?

    Zitat


    Zickenbändiger die angesprochene E und D Jugend (F nicht vergessen) und seit dieser Saison C-Jugend dazu, spielen ja nach Rahmentrainingskonzeptionen :) und dann sollte man das pädagogische pfeifen im Nachwuchs nie vergessen!

    Da hast du Zickenbändigers Aussage falsch verstanden. Wenn du siehst, was im Jugendbereich in Sachen Pfeiferei abläuft, würdest du nicht mehr von pädagogischem Pfeifen sprechen. Mein Beitrag im Handballtagebuch, der sich übrigens auf wahre Begebenheiten stützt, ist da nur ein ganz kleiner und unbedeutender Anteil.


    Zitat


    ....
    Aber wiedersprichst du dir nicht?
    Wir pfeifen unserem Partner nicht in den Bereich! Wie sieht das den aus, wenn der FSR von der Mittellinie einen 7m pfeift, weil der TSR den Griff in den Wurfarm nciht gesehen hat.
    Dann lieber den Vorwurf die sind beide blind, wenn die das nicht sehen, aber sie sehen es beide nciht (Team!).

    Oder widersprichst du dir jetzt? Denn die Zuschauer haben es gesehen, die gleichen Zuschauer, die

    Zitat

    keine FW für Schritte oder abstehen usw.

    sehen wollen, genau diese Zuschauer wollen genau hier jetzt den Strafwurf und die Zeitstrafe sehen. :D
    Und die benachteiligten Spieler(innen) sowieso


    Zitat

    Und doch Zwetschge jeder SR hat seinen Bereich und schaut da (fast) nur auf diesen! Und schon passiert es nicht das er im Bereich des Partners was seiht udn es zu einem Doppelpfiff kommt, man vertraut seinem Partner einfach! Achja sowas tun arrogante Menschen glaube nicht ...

    Mir sind zwanzig Doppelpfiffe lieber, als fünf eindeutige Sachen, die gar nicht gepfiffen werden.

    Harmi macht den Schirilehrgang...

    Harmi wird den nächsten Schirilehrgang besuchen. Nicht um Schiedsrichter zu werden, sondern um endlich zu verstehen, was da an jedem Wochenende so gepfiffen wird.

    Aus den letzten Spielen als Trainer und Zuschauer:


    Gasttrainer möchte nach Spielende Spielbericht unterschreiben, Schiri sagt: "Brauchen Sie nicht, ich hab ja nichts eingetragen." :wall:

    Schiri bei B-Jugendspiel: "Und bitte an die offensive Spielweise halten" :wall: Harmi: "Jaja". Beide Mannschaften 50 Minuten 6:0 Deckung. Schiri nach dem Spiel: "Die offensive Abwehr verlangt uns Schiedsrichtern doch so Einiges ab." :wall:

    Ein klarer Schubser mit beiden Händen auf Höhe der Mittellinie gegen eine Spielerin, die einen Tempogegenstoß laufen will. Der Ball ist noch unterwegs. Schiri 1 steht direkt daneben, pfeift sofort, winkt den Trainerstab aufs Feld und nestelt sofort in der "Rotekartentasche". Schiri zwei kommt 20 m übers Feld gesprintet, hält den Arm von Schiri 2 fest und gibt der Foulspielerin nur eine Zeitstrafe. :wall:

    Torhüterin A hält den Ball, der Ball rollt direkt ins Seitenaus, Einwurf für A :wall:

    Mannschaft B wirft an den Pfosten, der Ball rollt ins Seitenaus, Einwurf für Mannschaft B :wall:

    Trainer A will Team-Time-Out Karte legen, es liegt aber keine auf der Bank. Frage an Schiri, der antwortet: "Team-Time-Out wird bei B-Jugend nicht gemacht." Trainer weist auf das bestehende Regelwerk des deutschen Handballs hin und möchte das Ganze in den Spielbericht eingetragen haben. Antwort vom Schiri: "Na gut, dann gehen sie halt zum Zeitnehmer und zeigen das Time-Out-Zeichen." :wall:

    Spielerin der Heimmannschaft zeigt dem Schiedsrichter (ihr Bruder) in der Halbzeit den Stinkefinger. Schiri zeigt ihr gelb. :wall:

    Mannschaft A verliert den Ball und läuft zurück, eine Spielerin von A bleibt verletzt liegen. Mannschaft B spielt schnell nach vorne, allerdings sind die Spielerinnen von A schon hinten am Wurfkreis, der Positionsangriff wird aufgebaut. Kein wirklicher Versuch, ein Tor zu erzielen. Torhüterin B macht den Schiri auf die verletzte Spielerin aufmerksam. Schiri gibt sofort Time Out.
    Spielfortsetzung mit Strafwurf für B, aus "Gründen der Fairness", weil der Schiri ja den angeblichen Tempogegenstoß unterbrochen hat. :wall:

    Spielschluss bei Jugendspiel ohne angesetzten Schiedsrichter. Heimverein stellt Schiri, dieser kommt nach dem Spiel und fordert 2,50 Euro vom Gastverein. "Das ist so üblich in dieser Liga!" Gasttrainer weigert sich, Schiri will es in den Spielbericht eintragen. Heimtrainerin gibt ihm fünf Euro und teilt ihm mit, dass es eine vereinsinterne Regelung ist und der Gastverein selbstverständlich nichts bezahlen muss. :hi:

    eisbeer und Ellob: Es gibt aber keine Spesen, höchstens ein kaltes Bier bei Harmi (nach dem Spiel)

    Eigentlich sollte man hier gar nix schreiben, aber dass in dem größten deutschen Handballforum mehr Antworten in so einem Off-Topic-Thread stehen, als in vielen anderen handballspezifischen Threads, macht mich irgendwie stutzig.

    Schade....

    4. Oktober 2008, 17:30 Uhr und darauf folgende 60 Minuten inklusive Halbzeit. Harmi hatte bis zu diesem Zeitpunkt gedacht, handballtechnisch wirklich alles erlebt zu haben. Aber was dann folgt, wirft Ihn so stark aus der Bahn, dass er nahe dran ist, handballerisch alles hinzuwerfen. :nein:

    Harmis Truppe hat das erste Auswärtsspiel. Saskia fehlt leider, sonst aber alle an Bord. Harmi erinnert sich gerne an die glorreichen Zeiten zurück, als er noch Schiedsrichter war. Sonntags Nachmittags um 16:30 wurde hier gespielt. Nach der Heiligen Messe Zwischenstation in der Bahnhofskneipe, Mittagessen im Kolpinghaus, dann noch drei bis fünf lecker Söpken zur Verdauung und dann ab in die Halle zum Pöbeln. So sah der allgemeine Sonntag eines durchschnittlichen ortsansässigen Handballzuschauers aus. Dort ein Bezirksligaspiel zu pfeifen war meist der Höhepunkt einer Schirikarriere. Einige Schiris hatten nach dem Spiel nur noch einen beschränkt fahrtüchtigen PKW oder mussten sogar aus gesundheitlichen Gründen aufhören. :(

    Der Dorfverein aus der Nachbarschaft hat nur eine Minihalle und spielt auch in der Metropole. Harmi war lange nicht mehr hier und freut sich über neuen Fußboden und renovierte Kabinen.

    In der Regionsliga weibliche B wird der Schiedsrichter / die Schiedsrichterin vom Heimverein gestellt. Die meisten Mädels hatten in der letzten Saison auch hier gespielt und eine furchtbar schlechte Erinnerung an das Spiel. Als Harmi die beiden spielleitenden Damen erblickt, hat er schon eine böse Vorahnung. :/:


    Schiri Nummer eins ist geprägt vom dem in der norddeutschen Tiefebene so gefürchteten Gesichtsgefrierbrand. Nennen wir sie Rotbäckchen. Schwarze Trainingshose, schwarzes Sweatshirt, schwarze Turnschuhe. Schiritechnisch eigentlich korrekt gekleidet, muss sie sich von einer Zuschauerin die Frage gefallen lassen: „Ist was mit Oma?“ :D


    Nummer zwei trägt eine zeitlose Frisur, die eigentlich keine ist. Nennen wir sie Blondie. Als die Mädels sie sehen lästern sie: „Wie kann man sich nur graue Strähnchen machen?“ Harmi klärt Frieda auf, dass auch Frauen ab einem gewissen Alter zur vollautomatischen Friedhofsblondierung neigen und ehemalige Atomkraftneindankeaufkleberträgerinnen im Gegensatz zu den meisten Müttern der Mädels dazu stehen. Nebenbei freut Harmi sich, dass er die Leggings seiner Frau wiedersieht, die vor 13 Jahren in die Altkleidersammlung wanderte. So ist sie wenigstens nicht zu Putzlappen verarbeitet worden. :klatschen:

    Blondie hält ein Ensemble aus gelber und roter Karte, gepaart mit der Notizkarte und dem Kugelschreiber in der Hand. Dumm, dass Leggings und Fruit of the Loom – Sweatshirts keine Taschen haben…. Auf geht’s. Blondie ist Feldschiedsrichterin, wenn wir im Angriff sind. Sechs Torpfiffe, sechs Anwurfpfiffe und drei mal Kreis sind alles, was ihre Pfeife in der ersten Hälfte von sich gibt. Rotbäckchen pfeift außer dem ersten Anwurf und zwei Freiwürfen für die Gastgeber gar nicht, unter anderem auch, weil Harmis Mädels kein Tor werfen. Das wiederum liegt nicht unbedingt an einer starken Abwehrleistung oder einer starken Torhüterin der Gastgeber, sondern an der schlichten Verweigerung, Freiwürfe oder gar Strafwürfe für uns zu pfeifen. :wall:

    Erlaubt ist, was gefällt. Freistil in griechisch – katholisch, römisch – orthodox und russisch – reformiert, der Auswahl an Ringer- Catcher, Wrestling- und Boxelementen sind keinerlei Grenzen gesetzt. Die Vorteilsregel ist die einzige Regel, die beide Schiris beherrschen, allerdings gibt es bei Vorteilsauslegung auch keinen Freiwurf. Vor allem nicht für den Gastverein. Die gelbe und rote Karte dienen nur als Schreibunterlage. Man hört öfter das Wort „Vorsicht“, als einen Pfiff aus ihren Pfeifen. :pillepalle:

    Halbzeit, wir haben noch kein Tor geworfen. Eins gegen eins geht heute nicht, Anne hat nach dem dritten Frontalangriff in der Luft keine Lust mehr, über den Block zu werfen, wofür Harmi vollstes Verständnis hat. Nebenbei fischt Gegners Keeper den Rest, der verzweifelt aus 13 Metern geworfen wird, locker ab. Gegentore fallen ausschließlich durch Tempogegenstöße über Gegners Vorgezogene. Die einzige Spielerin, die in dieser Prügelmannschaft auch Handball spielen kann, hat einen enormen Blick für die zweifelhafte Regelauslegung der Schiris und steht vorne immer dann frei, wenn sich gerade wieder mal eine von Harmis Spielerinnen vor Schmerzen am Boden krümmt. :mad:

    Harmi motiviert die Mädels in der Halbzeit, unter Rücksicht auf die eigene Gesundheit das Spiel einfach Spiel sein zu lassen und sich in der Abwehr nach Kräften zu wehren. Gegners Trainerin spricht mit den Schiris. Anscheinend haben sich ihre Mädels auch ein wenig weh getan. In der zweiten Hälfte werden jetzt auch einige Freiwürfe gepfiffen. Als der Heimverein die beiden größten Haudegen auswechselt, kommen wir auch zu Torchancen, weil die kleineren Spielerinnen noch nicht so doll prügeln können.

    Frieda setzt sich gegen zwei Spielerinnen durch, wird allerdings kurz vorm Torwurf von einer dritten Spielerin aus der Luft gepflückt und landet ziemlich unsanft auf dem Boden. Rotbäckchen zeigt zum ersten Mal in ihrem Leben auf den Siebenmeterpunkt. Die mindestens fällige Zeitstrafe bleibt aus. Blondie winkt derweil Harmi aufs Feld. Harmi kümmert sich um Frieda und wird dabei liebevoll von Blondie unterstützt. :kotzen:

    Als Frieda wieder steht, passiert das Unglaubliche. Blondie nimmt Frieda in den Arm und sagt: „Ich würde dir raten, dass du jetzt nicht mehr so heftig Richtung Tor gehst, damit du dir nicht noch mal so weh tust, wenn du gefoult wirst.“ :sorry::pillepalle:

    Nach einer fünf Sekunden Totenstille baut sich Harmi vor Blondie auf. Der Blutdruck erreicht ungekannte Werte, die Lunge arbeitet im Akkord, die Fäuste ballen sich, die ersten Adern treten hervor.

    Der Urschrei kommt mit einer so gewaltigen Druckwelle, dass Blondies Haarpracht zu ungeahnten Frisuren mutiert:

    :schrei: „Ich möchte gerne mit 11 gesunden Mädchen nach Hause fahren! Wenn Ihr beiden nicht augenblicklich anfangt, nach den in Deutschland gültigen Handballregeln zu pfeifen, packen wir unsere Klamotten und hauen ab!“

    Rotbäckchen hat nicht alles verstanden, weil plattdeutsch ihre eigentliche Muttersprache ist, und hält sich gepflegt zurück. Blondie hingegen reagiert, wie es sich für eine echte pädagogisch pfeifende Schiedsrichterin mit Waldorf-Ausbildung gehört. Sie will mit Harmi diskutieren. Bevor sie im einen Platz in dem von ihr geleiteten Aggresivtöpfern – Kurs der heimischen Volkshochschule anbieten kann, hat Harmi ihr mitgeteilt, dass er nicht diskutiert, sondern die Mädels vom Platz holt, wenn sie nicht augenblicklich anpfeift und das Spiel vernünftig über die Runden bringt. In seinem Rucksack sucht er verzweifelt nach dem Aldi-Einkaufswagen-Euro, den er Blondie geben will, damit sie die Parkuhr vorm örtlichen Rathauscafe vollquatschen kann. :smokin:

    In den letzten fünfzehn Minuten verläuft das Spiel ohne weitere Zwischenfälle. Harmi überlegt mittlerweile, wen er bitten wird, das Rückspiel zu pfeifen. Und zwei Zeitnehmer werden sicherlich auch benötigt. Falls Harmi dann überhaupt noch Trainer ist.

    :wall: ;( :pillepalle:

    Wo steht eigentlich, dass auch bei A- und B- Jugendmannschaften nur bei Ballbesitz gewechselt werden darf?

    Hier steht es nicht einmal mehr bei der C-Jugend.

    Es gibt aber Schiedsrichter, die ganz genau wissen, dass bei der letzten Fortbildung gesagt wurde, dass bis zur A-Jugend sowas nicht erlaubt ist. ?(

    ;(

    Ich suche dringend nach der Waldorf - Regel, die alle anderen Handballregeln außer Kraft setzt, die irgendwie mit progressiver Bestrafung zu tun haben. :rolleyes:

    Die Schiedsrichterin sucht dabei das pädagogische Gespräch mit den Beteiligten, satt mit Karten und Zeitstrafen zu arbeiten. Soll bei Zeitnehmern übrigens sehr beliebt sein. Ist die Regel bei der weiblichen B-Jugend noch zeitgemäß anwendbar oder macht man das nur bei Mini-Turnieren?

    :wall: ;( :/: :pillepalle: ?(

    Ausführlicher Bericht folgt

    Zitat

    Original von Ballbo
    3-3 abwehr ist eigentlich simpel wenn ihr schnell auf den beinen seit ist es so einfach keine tore zu zulassen
    ihr müsst nur auf ball seite verschieben und auf ball seite eine über zahl euch verschaffen !!!

    Geil. werden wir gleich am Wochenende versuchen. dann müssen wir auch nicht so viele Tore werfen. :rolleyes:

    Dass ich da nicht eher drauf gekommen bin :wall:

    Zitat

    Original von Zickenbändiger
    Im zweiten Spitzenspiel verlieren ZeeBees Mädchen auswärts mit 32:28 ohne jegliche Abwehrarbeit. Sobald ich die vielen unflätigen Ausdrücke aus meinem gedanklichen Eintragsentwurf gefiltert habe, schreibe ich was. :wall:

    :wall:
    Du musst dich halt daran gewöhnen, eine weibliche C-Jugend zu coachen. Ich hab das zwei Jahre lang mitgemacht.
    ;(

    Weibliche C steht wie auch weibliche B unter Harmis ständiger Beobachtung. Videokamera hab ich nicht, aber sobald ich sehe, das ein Papi filmt, lässt sich sicher was machen.

    Harmis Mädels haben es geschafft! Tabellenführer der Regionalliga! Quatsch! Regionsliga... Naja, immerhin die höchste Spielklasse auf Regionsebene und damit die dritthöchste deutsche Spielklasse. Und das als B2! :rolleyes:

    Harmi hat wieder eine tolle Mischung aus völlig verschiedenen Spielerinnen, sowohl menschlich, wie auch handballerisch. Jede für sich ein Individuum. Und alle zusammen eine tolle Truppe, die sich hervorragend ergänzt.

    Mit geballter Frauenpower, frischem Selbstbewusstsein aufgrund des jungen, dynamischen und bisher nahezu erfolglosen Trainers und diszipliniertem Spiel konnten Harmis Mädels über das gesamte Spiel eine Führung kontinuierlich ausbauen. Harmi hatte beim Training beklagt, dass alle Mädels immer nur abspielen, statt den Weg zum Tor zu suchen. Anweisung an jede Einzelne: Du selbst willst das Tor werfen, abspielen ist die schlechte Notlösung. Die erste die es verstanden hat ist Anne. Nach zehn Sekunden wackelt Gegners Tor zum ersten mal, Annes Warnschuss scheint alle anderen auch aus der pubertären Erste - Zehn - Minuten - Lethargie zu reißen. 4:1, 7:3, 8:5 bis zur Pause. :klatschen:

    Die offensiv ausgerichtete 5:1 Abwehr steht wie ein Bollwerk. Dörthe macht auf Vorgezogen genau das, was Harmi ihr beim Training gezeigt hat. Nacheinander verschleißt sie drei Spielmacherinnen und hilft auf den Halbpositionen aus, wo sie nur kann. :cool:

    Im Angriff wirbelt vor allem Frieda und setzt gekonnt ihre Mitspielerinnen ein. Jule verwandelt eiskalt die Strafwürfe. Saskia testet mehrfach die Bruchfestigkeit der Torpfosten. Harmi ist in der glücklichen Lage, vier Rückraumspielerinnen laufend gegeneinander austauschen zu können. Frieda, Jule, Anne und Saskia bestimmen das Spiel, während Dörthe ihnen am Kreis die nötigen Lücken schafft.

    In der zweiten Halbzeit kann die Führung kontinuierlich ausgebaut werden. Während eine der vier Rückraumspielerinnen immer mal wieder eine Pause bekommt, rackert Dörthe unermüdlich in Abwehr und Angriff. Harmi kann sich nicht erinnern, dass die leicht schüchterne Schönheit ihn schon mal von sich aus angesprochen hat. Dann das Wunder: fünf Minuten vor Schluss ruft Dörthe: "Harmi, kann ich auch mal runter?" :respekt:

    Wir führen mit sieben Toren, na gut. Dass die letzten drei Gegentore alle durch die Mitte fallen, ist nicht weiter tragisch. Dörthe selbst scheint nicht zufrieden mit ihrer Leistung, weil sie "nur ein Tor hat". ;(

    Tabellenführer für drei Tage, was will man mehr?
    :jump: