Beiträge von Urban79

    Das Entscheidende ist (und das hat außer Kay Holm gestern keiner bei Sky berücksichtigt), dass Kühn direkt auf den Rücken knallt.
    Da muss schon ein heftiger Stoß von vorne kommen (den Böhm übrigens auch zugegeben hat - allerdings halt auch ohne zu berücksichtigen, wie Kühn hinfiel).
    Es gibt einen heftigen Stoß von vorne, der Angreifer knallt unkontrolliert auf den Rücken... Wenn Schiedsrichter sich das auf dem Video angucken, müssen sie dann auch Rot geben.

    Ich habe die Bilder in Zeitlupe gesehen und dachte sofort, ohne den Stoß von der Seite, hätte Kühn nicht so die Kontrolle verloren, als er frontal von Böhm angegangen wurde. Aber wen dann bestrafen? Die erste Ursache oder die zweite?! Auch der Stoß von Cehte hätte böse enden können. Aber hätte hätte Fahrradkette. :hi:

    Interessant, entscheidend für die Strafe ist, wie der Spieler fällt...muss ich an unseren Gisli denken, der seit einigen Monaten in der Reha ist. Das wäre dann ja dunkelblau. Nach der Wiederholung war es für mich auch eher Cethe, aber auch nicht Rot.

    Für mich auch eher Cehte. Böhmi muss es dann nur ausbaden, weil Kühn auf ihn zugeflogen kommt und die Balance durch den Stoß von der Seite verliert.

    Es hat auch etwas mit fair Play zu tun, zB einem Spieler zu ermöglichen, sich die Schuhe zuzubinden oder eben das Trikot zu wechseln, weil es zerrissen ist. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Schiedsrichter die Zeit nicht angehalten hat, wenn ein Schuh auf ist. Und eben: Niemand hat einen Vorteil, wenn die Zeit angehalten wurde, aber die Mannschaft einen erheblichen Nachteil, wenn nicht abgewartet wird, bis der Spieler bereit ist. Ich habe es übrigens schon erlebt, dass eine Kontaktlinse abhanden kam. Und guess what: Zeit angehalten, gegnerische Spieler haben sogar mit gesucht.

    Warum die Schieris bei der Situation mit Halds Trikot nicht warten, habe ich auch nicht vrestanden. Wenn Machulla recht hat und sie sogar sagten, dass sie warten würden, ist das noch unverständlicher. Zeitspiel kommt da nun nicht in Frage, schätz ich, aber evtl. mussten sie den Zug erwischen oder essen eben einfach zeitig. :)

    Wenn ich mir die Video-Schnipsel auf instagram von Flensburg anschaue, dann ist das Krafttraining dort schon eher ein ganzheitlicher Ansatz, weniger auf einzelne Muskelgruppen bezogen. Das was man wohl auch als Crossfit bezeichnen würde.

    Ich habe das damals, vor 15 Jahren, vor allem bei den Skandinaviern gesehen (Jonny Jensen zB machte selten Bankdrücken, sondern fast ausschließlich Umsetzen aus dem Gewichtheben). Ich gehe davon aus, dass das nun Standard ist, um eben nicht die Beweglichkeit zu verlieren. Reines Pumpen dürfte für Handballer im Spitzenbereich kontraproduktiv sein und dem Stand der Sportwissenschaft nicht mehr entsprechen.

    Was Mensa da übrigens mit seinem Handgelenk/Unterarm macht, ist überragend! Wie er die Würfe damit um und über den Block in die schwere Ecke wickelt, machen in der Bundesliga nur wenige bzw. fällt mir auf Anhieb niemand ein. Das hat schon was von Mikkel Hansen.

    Funfact (wobei ich das jetzt aus der Erinnerung krame und hoffe, dass das stimmt):

    Werner Aßmann (Aßmann-Halle in Eisenach) war der Opa von Nikola Pietzsch, die früher beim HC Leipzig spielte, und die jetzt mit Marco Rose (Trainer Gladbach) liiert ist.

    Weiß jemand oder kann jemand berichten, wie die Spieler damals miteinander umgegangen sind?

    Heutzutage ist das ja ein sehr faires und freundschaftliches Miteinander, auch wenn es hart zur Sache geht.

    Wie war das damals aus der Sicht eines Zuschauers?

    "Ich will diesen Faden vom jungen Sack noch mal aufgreifen, bevor dieser Thread dann vollends wieder zur politisschen Schlammschlacht verkommt.
    Kann man sich nicht 1x nur über Sport unterhalten, ohne Stassi, Doping und Diktatur? Es wäre zu schön. :wall:
    Jedenfalls hat der Sack hier ein paar interessantee Namen genanntt und dazu will ich noch mal eine schillernde Personalie hinzufügen.
    Ich meine Axel Kählert!!!
    Der war Vizeweltmeister 1974, 1974/75 und 76 2x Torschützenkönig der Oberliga und dann von jetzt auf gleich weg vom Fenster.
    Erklärt wurde sowas ja nicht, also was war passiert? Es fiel ja auch ein wenig in die Biermann-Zeit rein, also vielleicht deshalb? Aber im Westen tauchte er nicht auf, dafür ein paar Jahre später als Aufsteiger in die Oberliga bei Dynamo Halle-Neustadt.
    Mehr zu ihm im verlinkten Artikel."

    Das sind super Geschichten! Danke für den Link.

    Alte Haudegen: Georg Rothenburger aus Aue. Einer der besten Linkshänder der DDR, aber war/wollte nicht zu einem Club und spielte daher kaum eine Rolle in der Nati, glaub ich.
    Fred Mellack aus Cottbus (RIP), war ebenfalls ein toller Linkshänder, aber halt auch "nur" in Cottbus.

    Das politische muss man da leider ein wenig mitdenken, weil diese Spieler ja nicht ohne Grund bei den BSGs blieben oder hinbeordert wurden.

    (Sorry, Zitat zerstört) :(

    Man kann halt auf die Physis Einfluss nehmen. Mehr laufen, bei gleichzeitig starkem Körper. Das führt nicht zu mehr Talent, aber zum Ballern reicht das schon. :)

    Ich hatte in der Jugend und dann wieder im Männerbereich einen Trainer, der die DDR-Sportschule in Leipzig durchlief bzw. dann in Berlin bei Dynamo spielte. Das Training war kein Spaß. Schon in der C-Jugend wurde Taktik gebolzt, Disziplin im Spiel war das Wichtigste. Eigene Ideen, nur wenn sie funktionieren. Auf der anderen Seite hilft das einer Mannschaft enorm, wenn sie unter Druck eine gemeinschaftliche Lösung hat und nicht auf individuelle Klasse angewiesen ist.

    Wenn man alte Haudegen so hört, dann hört man meistens, wie brutal Handball früher war. In der Jugend hatte ich entsprechend auch immer die Truppen vom SCM oder von der Küste als riesig und sehr hart empfunden. Alte "DDR-Schule" sagte man da, weil die das früher schon verkörpert haben und durch die Trainer auch weitergegeben wurde.


    Ich erstaune jedes Mal wieder über die Vielzahl an mit Expertise ausgestatteten Politikwissenschaftlern in diesem Forum. Wenn du irgendwann mal das Konzept "Nationalismus" aus einer staatstheoretischen Perspektive belesen kannst, wird dir auffallen, dass so ziemlich jede Sport-Nationalmannschaft die von staatlicher Seite gewünschte Parteilichkeit für den eigenen Nationalstaat impliziert und implizieren soll. Ist die türkische oder ungarische Nationalmannschaft auch die eines Unrechtsstaates? Dort gelten ja auch immerhin in zentralen Bereichen des Lebens keine rechtsstaatliche Prinzipien einer liberal-demokratischen Verfassung mehr (Die ist ja auch wohl das einzige, was man weltweit als legitimen Staat bezeichnen kann!!!111einself). Jedenfalls ist es ein Populismus, den Spielern die durch Zufall in Land XY geboren werden und aus sportlichen Gründen ihre Karriereleiter beschreiten, Lakeienschaft für "das Grauen in Staatsform" oderso vorzuwerfen. In solchen Aussagen schwingt immer auch anteilsmäßig ein politisches Motiv mit - meist unterbewusst. Reflektier das doch mal ;)


    Achja, ich bin übrigens weder in der DDR geboren (Westdeutschland!), noch hege ich Sympathien für sie. Dieser Thread ist dennoch in meinen Augen lesenswert - denn der Handball war wohl einer der wenigen Bereiche des DDR-Spitzensports, in dem Doping nicht in dem Maße stattgefunden hat wie in den anderen.

    PS: Deinem "Im gleichen Atemzug nennen" von DDR und 3. Reich liegt eine antisemitische Denkstruktur zugrunde, das ist untragbar. Ob du dir dessen bewusst bist, oder nicht.

    Den Punkt mit dem Doping würde ich auf keine Fall unterschreiben. Doping war auch im Handball ein großes Thema. Ich glaube, Wolfgang Böhme hatte das auch in seinem sehr lesenwerten Buch geschrieben. (Böhme – Eine deutsch-deutsche Handballgeschichte, 301 Moved Permanently)

    Ich mag das Thema auch sehr und finde es gut, das nicht politisch zu nutzen.

    Ich bin in Cottbus groß geworden und habe dort LOK RAW noch am Rande mitbekommen, bevor der Verein nach der Wende umbenannt wurde. Ich habe in Aue und Eisenach gespielt und kann daher sehr gut das Bedürfnis nach der Historie nachvollziehen. Tradition spielen da, genau so wie in Magdeburg oder Gummersbach, eine überragende Rolle. Die ganze Begeisterung fußt auf der Tradition und auch auf dem Stolz, dass man (neben den Club-Spielern) auch BSG-Spieler in die Nationalmannschaft bringen konnte.

    Extremismus und Hass sind in jeder Form abzulehnen,ob jetzt aus religiösen, ethnischen, sozialen oder politischen Gründen.
    Extremisten unterscheiden sich nur in der Ideologie, nicht in der Wahl der Mittel.

    Wenn man die Toten durch Rechtsextremismus und die durch Linksextremismus gegenüberstellt (seit 1990 ca. 220 zu 0), dann kommt man schon von allein auf die Idee, dass eben NICHT beides gleich zu bewerten ist. Das gleiche kann man mit der Zahl von politischer Gewalt machen.

    Zu Alfred: Es ist schon auch ein wenig interessant zu sehen, wie sich alle möglichen Weißen (zurecht) hinter einen anderen Weißen stellen, der nun sowas von privilegiert ist und mit Sicherheit noch nie auf Grund seiner Herkunft diskriminiert wurde. Im Gegenteil sind Isländer als Trainer und Handballer ja heiß begehrt.

    Ich würde also dem zustimmen, dass wir hier über Nationalismus oder ähnliches, aber nicht wirklich über Rassismus reden. Denn das würde den Alltagsrassismus, den tausende Menschen mit Migrationshintergrund täglich in Deutschland erleben müssen, verharmlosen. Dass der Brief schäbig ist und eine Gefahr darstellt, ist unstrittig.

    Dann habe ich mich etwas falsch ausgedrückt. Wenn du Schmid als Außen links in der Abwehr hast, wird deine 1. Welle schon einmal auf die RA Position und / oder den Kreis reduziert. Des Weiteren muss er einen weiteren Weg von Außen links in die Mitte machen, wenn er den Ball verteilt. Für die Links Außen Position bedarf es auch eines Wechsels. Gegen Abwehrreihen mit gutem Rückzug wird das nur bedingt funktionieren. Ein O'Sullivan deckt in der Regel im Mittelblock und kann so unmittelbar die Spielsteuerung übernehmen, z.B. direkt nach dem Pass vom TW.

    Ja, ok, das stimmt. Dann bräuchte man einen LA, der halb deckt und dann in den Gegenstoß kann, wobei das auch nicht immer geht, weil der ja manchmal in der Abwehraktion steckt. Schmid deckt auch manchmal RA und der RA muss auf die Bank. Zumindest habe ich das auch schon gesehen, aber das ist alles nicht optimal. Es gibt aber Mannschaften, die das schlechter lösen. Die deutsche Nationalmannschaft zB. :D

    Knorr wird sich seinen Wechsel schon gut überlegt haben. Wenn man ihn gestern gegen die Bergischen Löwen gesehen hat, war offensichtlich, dass er mehr Verantwortung übernehmen will und sich auf einem höheren (Mitspieler-)Niveau beweisen muss. Beides ist bei den Löwen gegeben.

    Schmid war in den letzten 5 Jahren, allerdings mit abnehmender Konstanz der beste Offensivspieler der Liga. Das ist natürlich ein hoher Maßstab, insbesondere wenn man sich das Zusammenspiel mit den verschiedenen Kreisläufern anschaut. Knorr hat auf jeden Fall den Vorteil, dass er in der Abwehr nicht auf Außen versteckt werden muss und es so einfacher ist, ein Umschaltspiel zu etablieren, bei dem er frühzeitig ähnlich eines O'Sullivans Entscheidungen treffen kann. Das ist eine Qualität, die Schmid so natürlich nicht mitbringt. Dafür ist er im gebundenen Spiel nach wie ein TOP3-Mittelmann in der Liga (neben Gottfridson und Bezjak).
    Die Verteilung der Verantwortung im Rückraum ist ja schon seit längerem ein Problem der Löwen. Kirkelloke ist ein Flop und Lagard wird manchmal auch ziemlich phlegmatisch.

    Warum bringt Schmid das nicht mit? Er bekommt sofort den Ball und hat das ganze Spielfeld vor sich, macht Tempo und sucht, wenn es geht, auch selbst den Abschluss.