Beiträge von Funkruf

    Also beim 1. Fall gab es die 6-Wochen-Frist. Das 2. Spiel fand erst im März statt, daher ist er gemäß § 55 Abs. 1 DHB-SpO nicht festgespielt. Ich hoffe mal, dass er nach dem 05.03. nicht zwei Spiele hintereinander macht. Sonst ist er festgespielt und kann am 13.03. nicht in der unteren Mannschaft mitspielen.

    Beim 2. Fall gab es ein Festspielen. Doch auch hier gilt die 6-Wochen-Frist. Also sind diese 6 Wochen nach dem 09.10.21 (wo er sich festgespielt hat) abgelaufen. Daher steht er wieder bei 0. Er hat damit am 05.03.22 erst ein Spiel gemacht und ist nicht festgespielt.

    Dazu muss er es aber erst feststellen. Aber du hast recht, wir kommen nicht weiter. Fakt jedenfalls ist, das die Anfangssituation korrekt ist. Denn der Ball war im Spiel und es kam erst dort zu der Unterbrechung. Drucks das nächste Mal nicht so rum, sondern sag gleich, dass es dir um 15:2 geht. Das spart Arbeit. :mad:

    Ich denke mal, ich weiß, was Rheiner will. Natürlich sollte hier auf 15:1 und 15:2 (hier besonders Satz 1) hingewiesen werden. Den der Ball muss die Hand des Werfers verlassen, damit der Wurf ausgeführt (außer bei Abwurf, da muss zusätzlich gemäß Regel 12:2 der Ball die Torraumlinie ins Spielfeld überqueren) und damit im Spiel dann ist.

    Aber, denke bitte an folgendes, Rheiner. Es wird so entschieden, wie die Unterbrechung gemäß Erläuterung 7 erfolgt. Und da zählt der Zeitpunkt des Signals/Pfiff.

    • Ball im Spiel: Es kommt das Unterbrechungsignal von ZN/TD wegen 4:2-3, 4:5-6 --> 13:1 a-b kommt zum Einsatz (bei vereitelter Torgelegenheit durch Regelwidrigkeit der abwehrenden Mannschaft--> Siebenmeter wegen 14:1 a))
    • Ball ist nicht im Spiel: Es kommt das Unterbrechungssignal von ZN/TD wegen 4:2-3, 4:5-6 --> Spiel wird mit Wurf fortgesetzt, was zuvor zum Spielunterbruch führte (nochmal der Hinweis auf 8:10 c) ).

    Der Ball war im Spiel als das Signal / der Pfiff vom Zeitnehmer oder Delegierten ertönt ist und deshalb das Spiel unterbrochen wird (der Ball also erst jetzt wieder aus dem Spiel ist). Da hier ein Vergehen nach Regel 4:6 vorliegt, wird neben der Hinausstellung für den zusätzlichen Spieler auf Freiwurf für die gegnerische Mannschaft entschieden. Das schreibt ja die Erläuterung 7 und Regel 13:1 a-b normalerweise vor.

    Sollte aber die abwehrende Mannschaft mit so ein Vergehen eine klare Torgelegenheit vereiteln, müssen die Schiedsrichter auf Siebenmeter für die benachteiligte Mannschaft entscheiden. Dies sieht Erläuterung 7 Unterkategorie A in Verbindung mit Regel 14:1 a) vor.

    Und da können wir noch eine Brücke zu dem zusätzlichen Spieler und der Vereitelung einer klaren Torgelegenheit bauen. Den wenn ein zusätzlicher Spieler das Spielfeld betritt oder sogar ins Spielgeschehen eingreift und dadurch eine klare Torgelegenheit verhindert, gibt es nicht die sonstige Hinausstellung, sondern eine Disqualifikation mit Bericht (naja, es ist trotzdem eine Hinausstellung für die Mannschaft, den ein Spieler muss 2 Minuten runter). Dies gilt auch bei dem Mannschaftsoffiziellen, wenn er während einer klaren Torgelegenheit auf das Spielfeld läuft.

    Wäre der Ball nicht im Spiel und es würde jetzt ein Vergehen gegen 4:2, 4:3, 4:5 oder 4:6 erfolgen, weshalb der Zeitnehmer/Delegierte ein Signal/Pfiff zur kompletten Unterbrechung (also Time-out) abgibt, wird der Spieler mit einer Hinausstellung belegt. War es ein Mannschaftsoffizieller, wird er progressiv bestraft (gilt auch bei Ball im Spiel), sofern er das nicht während einer klaren Torgelegenheit getan hat. Das Spiel wird in diesen Fall gemäß Regel 13:3 mit dem Wurf fortgesetzt, der dem Grund für die gegebene Unterbrechung entspricht (Bitte hier aber auch Regel 8:10 c) beachten, besonders in den letzten 30 Sekunden).

    Das Spiel lief ja wieder. Daher steht die Antwort auf die Frage in den letzten Sätzen von Regel 4:5 (Wechselfehler) oder 4:6 (Ein zusätzlicher Spieler betritt ohne Auswechslung das Feld oder greift vom Auswechselraum ins Spielgeschehen ein. Ein hinausgestellter Spieler betritt zu früh das Spielfeld).

    Zitat von 4:5 und 4:6, letzter Satz

    Das Spiel wird (bei Regel 4:6: in beiden Fällen) mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt (13:1a-b, Erläuterung 7).

    Freiwurf für die gegnerische Mannschaft, das ist die grundsätzliche Spielfortsetzung, wenn der Ball im Spiel ist. Doch was ist, wenn er nicht im Spiel ist? Dann greift hier Regel 13:3 und Erläuterung 7, 1. Satz.

    Zitat von Regel 13:3

    Wenn eine Regelwidrigkeit erfolgt, die gemäß Regel 13:1a-b normalerweise zu einem Freiwurf führt, wenn der Ball nicht im Spiel ist, wird das Spiel mit dem Wurf wiederaufgenommen, der dem Grund für die gegebene Unterbrechung entspricht (beachte aber auch Regel 8:10c, besondere Anweisungen in den letzten 30 Sekunden).

    Wenn die abwehrende Mannschaft im laufenden Spiel gegen Regel 4:2, 4:3, 4:5 oder 4:6 verstößt, der Delegierte oder Zeitnehmer durch ein Signal das Spiel unterbricht und deshalb eine klare Torgelegenheit für die ballführende Mannschaft vereitelt wird, gibt es 7-Meter gemäß 14:1 a) und Erläuterung 7 Abschnitt A.

    Die Antwort ist einfach und findet sich in Regel 15:3 Absatz 2. Und 15:7 Absatz 2 und 3.

    Zitat von 15:3

    Alle Spieler müssen die für den jeweiligen Wurf vorgeschriebenen Positionen eingenommen haben (15:6). Mit Ausnahme der Bestimmungen für den Anwurf (10:3 Absatz 2) müssen die Spieler auf ihren korrekten Positionen bleiben, bis der Ball die Hand des Werfers verlassen hat.

    Der Ball darf während der Ausführung weder von einem Mitspieler berührt noch diesem übergeben werden (15:7 Absatz 2 und 3).

    15:7 Absatz 2 sagt ja, dass bei Fehler ohne Anpfiff zu korrigieren ist

    Zitat von 15:7 Absatz 2


    Bei einer Wurfausführung ohne Anpfiff sind grundsätzlich alle Fehler zu korrigieren; anschlie­ßend ist der Wurf zur Spielfortsetzung anzupfeifen. Allerdings ist der Vorteilsgedanke nach 13:2 zu beachten. Falls die Mannschaft unmittelbar nach einer falschen Ausführung den Ball verliert, gilt der Wurf als ausgeführt, das Spiel läuft weiter.

    Bei Anpfiff sieht es anders aus, hier wird dem Gegner gemäß 15:7 Absatz 3 ein Freiwurf gegeben, allerdings auch hier unter Vorbehalt der Regel 13:2 (Ballverlust der Mannschaft, welchen die Regelwidrigkeit begeht).

    Zitat von 15:7 Absatz 3


    Bei einer Wurfausführung mit Anpfiff sind grundsätzlich ebenfalls alle Regelwidrigkeiten zu ahnden[...]Dies gilt auch, wenn die Mitspieler nach dem Anpfiff, aber bevor der Ball die Hand verlassen hat, eine unkorrekte Position einnehmen (ausgenommen 10:3 Absatz 2). In diesen Fällen gilt der Wurf als ausgeführt und die andere Mannschaft erhält einen Freiwurf (13:1a) am Ort des Vergehens (siehe auch 2:6). Entsprechend 13:2 ist Vorteil zu gewähren, also nicht einzugreifen, falls die Mannschaft des Werfers den Ball unmittelbar nach der Regelwidrigkeit verliert.

    Ich habe mal dazu ein passendes Foto aus dem SR-Portal gefunden, welches die Szene perfekt beschreibt. Es steht auch die Entscheidung drin. Findet sich unter Ausführung der Würfe - Gemeinsamkeiten, Unterschiede und dort unter Leitlinien für Schiedsrichter bei der Ausführung von formellen Würfen. Ganz am Ende gibt es auch ein Videoclip zu dieser Situation.

    Das ist ja auch richtig, normalerweise sollte man als Schiedsrichter (eventuell auch Kampfrichter) auf Nummer sicher gehen und dies vor Anpfiff prüfen, ob auch wirklich die korrekte Anzahl da ist. Dennoch kann es immer wieder passieren, dass trotzdem ein Spieler dann wieder zuviel drauf ist (weil zum Beispiel der hinausgestellte Spieler zu früh rauf rennt) und das Spiel läuft. Dann bist du Näse.

    Dann hat Arcosh mit Regel 4:6, Absatz 1 die Regelgrundlage genannt. Hier sei noch Absatz 3 erwähnt.

    Zitat

    [...}Das Spiel wird in beiden Fällen mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt (13:1a-b, Erläuterung 7).

    Aber nochmal: das gilt halt nicht während eines Team-Time-Outs oder auf Grundlage von Regel 4:11 (Verletzter Spieler, zwei teilnahmeberechtigte Personen dürfen mit Erlaubnis des SR das Spielfeld betreten, auch ein (hinausgestellter) Spieler).

    Wenn der Fehler vor Wiederanpfiff des Spiels festgestellt wird, erfolgt eine Korrektur, ein Spieler muss das Feld verlassen und dann gehts los.

    Wenn der Fehler nach dem Wiederanpfiff festgestellt wird, ist das ein normaler Wechselfehler,d.h. für die Reststrafzeit der ersten Hinausstellung muss einer raus und dann muss ein zweiter für die neuen 2 Minuten das Feld verlassen.

    Ich hoffe mal, dass es sich hier um ein Team-Time-Out gehandelt hat. Ansonsten ist es nämlich ein Wechselfehler, selbst wenn es eine normalen Auszeit gibt. Denn gemäß Regel 4:4, Absatz 2 gelten die Auswechselregeln auch in der normalen Auszeit. Nur beim Team-Time-Out oder bei einer Verletzung gemäß 4:11 dürfen zwei teilnahmeberechtigte Personen nach Erlaubnis der / des Schiedsrichter(s) das Spielfeld betreten. Und laut Schiedsrichterportal dürfen das auch (hinausgestellte) Spieler sein.

    Es ist eine Spielaufsicht.

    Das kann man hier bei der Doku von Holm / Brauer, welche damals Füchse Berlin gegen SC Magdeburg geleitet haben, sehen. Ansonsten: Ich kann gerne mal die Sekretärin fragen, die nämlich immer noch aktiv ist und im Berliner Schiedsrichterwesen für Zeitnehmer/Sekretär zuständig ist.