Dann mal genauer. Bei der Regel 7:3 wurde der Nullschritt ja nun im Regeltext ergänzt. Alles andere ist geblieben. Dazu aus dem Schiedsrichterportal:
Sich mit Ball bewegen – wann ist ein Schritt ausgeführt?
Bei der Beurteilung von Schrittfehlern nach Regel 7:3 ist ein besonders wichtiges Kriterium, wann ein Spieler den Ball fängt (= Ballkontrolle) bzw. aufnimmt (= Ballaufnahme) und wie er danach den Boden berührt. Regeltechnisch unterscheiden wir hier drei Situationen:
Der Spieler hat bei Erlangung der Ballkontrolle ...
1. ... mit beiden Füßen Bodenkontakt.
Mit dem nächsten Schritt ist der erste der (ohne Tippen/Prellen) insgesamt 3 erlaubten Schritte verbraucht (Regel 7:3a).
2. ... mit einem Fuß Bodenkontakt.
Diese Form der Ballannahme – häufig im Laufen/Sprinten – wird auch als ‘Ballannahme mit Annahmeschritt’ bezeichnet: Der Ball wird bei ständigem Bodenkontakt während eines Rechts- oder Linksschritts an- bzw. aufgenommen. Mit dem nächsten Bodenkontakt ist bereits einer der regeltechnisch zur Verfügung stehenden 3 Schritte verbraucht (Regel 7:3b).
3. ... keinen Bodenkontakt (befindet sich im Sprung).
Je nachdem, wie nach der Ballan- bzw. Ballaufnahme der Boden berührt wird (Regeln 7:3c und d), ergeben sich regeltechnisch unterschiedliche Schrittzahlen.
Ballannahme im Sprung
Erfolgt die Ballannahme ohne Bodenkontakt im Sprung, ist nach Art der folgenden Bodenberührung zu unterscheiden:
1. Der erste Bodenkontakt erfolgt mit einem Fuß (Regel 7:3c)
Mit diesem ersten Bodenkontakt ist noch keiner der regeltechnisch zur Verfügung stehenden Schritte verbraucht! Erst mit dem folgenden nächsten Schritt – mit demselben Bein (= Hüpfer) oder mit dem anderen Bein (= Schritt) – wird regeltechnisch der 1. Schritt ausgeführt.
Diese Form der Ballannahme im Sprung und folgendem Bodenkontakt mit einem Fuß (siehe oben Bildreihe 3) wird recht häufig angewendet, um aus dem Lauf (oder nur einem Schritt!) sofort auf das Tor zu werfen.
2. Der erste Bodenkontakt erfolgt mit beiden Füßen gleichzeitig (Regel 7:3d)
Wird der Ball im Sprung gefangen und landet der Spieler danach mit beiden Füßen gleichzeitig (!) auf dem Boden, hat er regeltechnisch auch noch keinen Schritt ausgeführt – wie oben.
Diese Form der Ballannahme (auch als ‘Nullkontakt’ bezeichnet) wird schon im Jugendbereich intensiv trainiert, da sie mehrere Vorteile hat: Bei korrekter Ausführung befindet sich der Spieler – meist in paralleler Grundstellung – in einer stabilen Ausgangsposition. Er kann einen Durchbruch sowohl zur Wurfarmseite als auch zur Wurfarmgegenseite mit der maximal zur Verfügung stehenden Schrittanzahl ausführen, ohne (zeitaufwendig und im Zweikampf gefährlicher) den Ball tippen bzw. prellen zu müssen.
Besonders schwierig zu erkennen ist für die Schiedsrichter, ob ein Spieler den Ball mit oder ohne Bodenkontakt annimmt. In Bildreihe 4 (siehe oben) wird die Ballannahme in der Luft etwas überdeutlich gezeigt. In der Regel springen Spieler etwas flacher nach vorn, um in Tornähe sofort den Zweikampf aufnehmen zu können (Distanz zum Gegenspieler verkürzen). Häufig erfolgt auch eine Kombination: Nach der Ballannahme im Sprung wird noch ein Schritt oder Hüpfer ausgeführt, um anschließend mit gleichzeitigem Bodenkontakt beider Füße in die parallele Grundstellung zu springen. Regeltechnisch wird bei dieser Kombination jedoch bereits ein Schritt ‘verbraucht’.
Ansonsten findest du alles im Schiedsrichterportal, auch mit Bilder, die ich weggelassen habe.