Das die CL hierzulande so wenig beachtet wird, liegt für mich teilweise auch an einem Paradigmenwechsel. Die internationale Konkurrenz rüstet auf, mit teilweise erheblichen finanziellen Mitteln. Für die deutschen Vertreter wird es schwieriger mitzuhalten. Beispiel Rhein Neckar Löwen: Sie haben (ihren finanziellen Möglichkeiten) entsprechend einen Kader, der nicht in Bundesliga UND CL an der Spitze mitspielen kann. Dementsprechend konzentrieren sie sich auf die Bundesliga. Passend dazu wurden ja nahezu demonstrativ Spiele abgeschenkt (Skopje) bzw mit akuter Unlust bestritten (Kristianstad, Szeged). Das vermittelt natürlich ein entsprechendes Bild bei den Fans.
Ist aber im Fußball halt etwas anders. Bayern wird doch eigentlich nur in der CL gefordert und selbst da erst in der KO-Phase. Die Situation haben wir im Handball in Polen, Ungarn, Mazedonien, Kroatien, Spanien, Norwegen, Slowakei und mit Abstrichen selbst in Frankreich. Montpellier hat diese Saison enormes Verletzungspech, deshalb wird Saint Raphael vielleicht mal in die Top 2 vorstoßen können, aber im Normalfall cruisen Montpellier und Paris recht locker durch die Liga.
Ich fände den Fußball-Modus für die CL ziemlich cool. Also 8 Vierer Gruppen, wobei man natürlich gucken müsste, wie dann die Setzliste zustande käme. Und dann immer nur die ersten beiden weiter. Und auch auf lange Sicht weg vom Final 4. Das ist zwar cool und medienwirksam, aber ich glaube die Atmosphäre eines Final-Rückspiels in Kielce, Veszprém, Skopje, Barcelona oder Kiel kann es nicht ersetzen.
Die Bundesliga darf sich auf keinen Fall nur auf sich selbst konzentrieren. Die Bundesliga braucht Europa und Europa die Bundesliga.