Beiträge von anonymer-scm-fan

    Am Sonntag werden in Kiel die Daumen für Magdeburg gedrückt!:head:

    Ihr seid doch sowieso schon für die CL qualifiziert! :cool: Deshalb kannst es auch so entspannt sehen wie Zeitzi. :hi:

    Berlin sollte in der Defensive ordentlich zupacken und zur Not den ein oder anderen Strafwurf verursachen. In der NBA gab´s mal die Taktik Hack-a-Shaq, weil der so viele Strafwürfe vergeben hat.

    Dazu kommt dann noch das Ausnutzen der Überzahl. Eigentlich keine schlechte Idee.

    Er ist noch jung und entwicklungsfähig. Es ist halt auch Aufgabe des Trainers, ihn in diese Richtung zu lenken und ich glaube, dass seine Spielweise noch viel variabler werden wird. Da bin ich zuversichtlich. Als wurfstärksten RM sehe ich Sully hingegen nicht. Aber ich sehe ihn (mein Gott, hoffentlich mach ich nicht noch dem Seher von der lippe konkurrenz), also besser, er ist für mich von der Spielsteuerung und Spieleröffnung unser bester RM. Er hat Übersicht, mit ihm kommt Tempo ins Spiel und er ist auch im 1:1 ein Guter. Mitunter stand er sich selbst im Wege, wenn der Mund voller Schaum war. Gisli auf RL mit Sully auf der Mitte wäre auf jeden Fall auch ne Variante im Rückraum. Aber dieses ständige festhalten an der Rückraumreihe Weber-Gisli-Omi im Angriff überzeugt mich auch nicht so richtig. Vor allem wegen der Agriff/Abwehr-Wechsel, die uns einfach viel Zeit kosten und unser Spiel langsam machen.

    Marko geht es mittlerweile wie allen Leistungssportlern. Irgendwann ist die Zeit gekommen, wo man nicht mehr das abrufen kann, was einem früher ausgezeichnet hatte. Punktuell und zur Entlastung immer mal gerne, aber bitte nicht mehr zusammen mit Sully. Wenn Marko auf RL in der Abwehr und Sully im Innenblock spielen, ist die Abwehr löchrig und vor allem kommt da über die linke Seite nach Ballgewinn gar kein Tempo mehr auf. Gestern dazu noch Matze auf LA in HZ1, dass war ja wie fahren mit schleifenden Bremsklötzern.

    Käme sicherlich auf die Betrachtungsweise an, wen man auf RM setzt und wen auf RL. Betrachtet man Weber und Damgaard als RL wäre Sully im Vergleich zu Bezjak und Kristjansson noch der potentiell Wurffreudigste mit dem vergleichsweise stärksten Arm. So zumindest meine Sichtweise. Dass das im Gesamtvergleich zu anderen RMs aus dem Positionsspiel heraus eher weniger, eher schwächere Würfe sind und Sully für einen starken Wurf auch Anwurf braucht und im Kontakt auch keinen Kanonenarm mehr hat, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

    Wenn Wiegert seinen Stil auf RM beibehält, wäre ein passender RM bei uns so ein Typ á la Zarabec. Physisch kein Löwenzahn, guter Wurf auch im Kontakt, gutes 1:1, guter Ballverteiler - eine Mischung aus allem.

    Also ich denke, mit Landin, Mem, Claar, Sagosen...hätten wir gewonnen.

    Das macht die Niederlage für mich erträglicher.

    Denkbar, aber würden halt nicht alle zum SCM kommen. Hoffentlich wird es dann schon wenigstens einer aus der Liste. ;)

    Ich warte noch auf den Statistiker, der mal vorrechnet, wo wir mit einem Duo Buric/Möller oder vergleichbar gestanden hätten? Mehr als 1. geht ja nicht, aber hätten wir in Flens oder gegen Kiel gewinnen können? Dürften wir uns jetzt Pokalsieger nennen?

    Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass mein Nervenkostüm über die Saison gesehen stark geschont worden wäre.

    Würde man rein nach den Zahlen gehen und annehmen, dass der SCM nicht mehr Tore geworfen hätte sondern der Gegner nur weniger:

    In der Liga hätten wir trotzdem beide Spiele knapp verloren. Da hatten Kiel und Flensburg so um die 34-36%. Green hatte in Flensburg 30% und Jenssen kaum gespielt. Also auch nicht ganz katastrophal, aber da haben 3-4 Paraden eben den Unterschied gemacht.

    Beim Pokal mit dem Verhältnis 7:14 und bei 21:28 kann man es sich ja auch ausrechnen, wobei Landin in dem Spiel eben auch 41% hatte und nicht "nur" 30-35%. Also mit einer Quote, die gute Keeper im Schnitt so haben, hätten wir das Pokalfinale rein nach Zahlen auch verloren. Es stand ja zwischenzeitlich ca. 45 Minute auch noch 19:20. Der Knackpunkt waren die letzten 10-15 Minuten, wie auch schon im Ligaspiel.

    In wie weit sich mehr Torhüter-Paraden und ein engerer Spielstand dann tatsächlich auch in den Angriffsaktionen auswirken, sei mal dahin gestellt. Nur weil der Torhüter was hält, heißt es ja nicht automatisch, dass der Angriff mehr oder weniger davon profitiert. Das wäre ja nur so, wenn du nach einer Parade tatsächlich einen Tempogegenstoß laufen kannst. Das ist ja nicht jedes Mal der Fall sondern meist es ja eher schon eine 2. Welle, bei der sich aber Teams wie Flensburg und Kiel auch nicht unbedingt über den Haufen rennen lassen.

    Also eigentlich frei nach Loddar: Wäre, wäre, Fahrradkette...

    obotrit und hlp

    ich bin bezüglich und Magnusson und Kristjansson ja auch nicht weit weg von euch:

    Magnusson ist im Abwehrkontakt bzw. wenn er eigentlich festgemacht wurde, noch der gefährlichste Spieler der Liga. Der ist einfach weltklasse und der kann, wie geschrieben, nur im Abwehrverbund gestoppt werden. Wenn ein Abwehrspieler ihn festmachen kann, müssen 2 andere Abwehrspieler noch die Anspiele an den Kreis und den Außen verhindern.

    Kristjansson's Spielweise wird sich nicht mehr ändern. Da gibt es keinerlei Torgefahr aus dem Kontakt. Würde er es schaffen, das noch in sein Spiel einzubinden, wäre das auch nochmal eine ganz neue Ebene. Gleiches wäre, wenn er mehr der Ballverteiler werden würde und das 1:1 eines von mehreren Mitteln und nicht der alleinige Weg ist.

    Weil er eben aktuell mit seinem Stil davon lebt, dass die Durchbrüche gelingen müssten, wo ich auch recht gebe, dass es viel zu selten der Fall ist, sollte man ihn mMn eher auf RL stellen, wenn man mal eine gegnerische Abwehr hat, in der der Halbverteidiger eben auch damit geschlagen werden muss. Gegen halbwegs robuste Mittelblocker von RM kommend, scheitert er immer.

    So gesehen, ist O'Sullivan aktuell unser wurfstärkster RM...

    Ich gehe mal stark davon aus, dass die Schiedsrichter nach der Pause Bescheid wussten, dass die Strafe gegen Pekeler vorher falsch war.

    Da gab's ja in der 2. Hälfte eine Szene, wo der den Kreisläufer oder Einläufer (weiß nicht mehr genau) zu Boden stieß (zumindest sah das in der Zeitlupe so aus). Das hätte es für ihn sein können.

    Hätte Kiel aber dann verloren, wäre nach dem Spiel über nichts anderes geredet worden als über die Situation vor der Pause und Webers Schauspielerei.

    Das war schon gut so, dass er zu Ende spielen konnte.

    Das war eine Aktion gegen Mertens. Mertens steht relativ frei, nicht allzuviel Kontakt und Pekeler schiebt ihn dann, wie er an der Stelle vermutlich einen robusten Kreisläufer schieben würde.

    Ich glaube nicht, dass es eine bewusste Konzessions-Entscheidung der Schiedsrichter war, da aufgrund der Szene vor der Halbzeit auf 2 Minuten für Pekeler zu verzichten. Das war auch eine zweifelhafte Entscheidung, entweder bewusst (Konzession / kein "Rot" für so eine Aktion) oder unbewusst (falsch oder zu entspannt bewertet).

    Die Rammelei bezieht sich ausschließlich auf Gisli und ich muss leider sagen, dass mir seine immer gleichen Attacken langsam auch in den Augen brennen.

    Es ist mir zu viel Körperkontakt, zu viel Risiko und zu wenige Aktionen mit Abschluss. Selbst bei gezogenen 7ern ist uns ja unser Luxusproblem im Wege.

    Also insgesamt spielen wir mit Flipsi und Gisli ja nicht viel anders als mit Marko und Michi damals. Das eigentliche Upgrade ist RR.

    Bei Bezjak gehe ich auch mit, dass das Gerammel war. Da ging es ja wirklich nur drum, den Abwehrspieler durch den Kontakt körperlich zu binden und den Weg für RL freizumachen.

    Kristjansson und eben auch Magnusson versuchen ja schon eher, den Gegner auszuwackeln. Kristjansson ist aber, im Gegensatz zu Magnusson niemand, der aus den Aktionen noch einen rausschraubt. Von der Mitte aus kommend geht er bei seiner Größe eben auch immer im Mittelblock unter, gerade gegen solche Kanten.

    Als Aktion bzw. als Mittel und Option keine schlechte Idee, aber auf der falschen Position. Da ist Kristjansson auch stärker als Bezjak, aber da liegen auch etliche Jahre zwischen den beiden. Wenn er das von Halb macht gegen den Halbverteidiger, sieht es besser aus und ist erfolgsversprechender. Über RM ist das wirklich nur Festgerenne. Soweit gesehen, ja, dann ist es schon Gerammel, aber nur wenn es systematisch bedingt und gewollt über RM passiert, wo er meist gar keine Chancen hat.

    Auch Magnusson geht gegen eine aufmerksamen, physisch kompakten Abwehrverbund unter. Da kommt ab und zu mal noch ein Wurf aus dem 1:1, aber da gingen ja z.B. gegen den THW auch einige nur in Richtung Tormitte oder er braucht dann einen freien Passweg zum Kreis oder zu einem Mitspieler, der dadurch eine Lücke hat. Das klappt halt nur, wenn die Abwehr insgesamt nicht 100% kompakt agiert und er aus einem Stoppfoul trotzdem noch was zaubern kann.

    Dass die Kieler in den letzten 15 Minuten wieder dem SCM komplett den Zahn gezogen haben (nach 45 Minuten stand es ja auch erst 20:19) ist eben eine Glanzleistung der Abwehr und mehr ein Versagen des Systems, dann keine Optionen mehr zu haben oder nutzen zu können - einerseits, weil man keine "anderen" Spielertypen mehr hat (RR) oder sei es, weil die anderen Spieler kaum eingespielt sind und man sich dann nicht traut oder noch eine Erinnerung von vor ein paar Wochen hat, dass es nicht geklappt hat.

    Gern. Ich habe mir das Spiel gestern auf NDR noch mal angeguckt, einige Szenen in SloMo. Pekeler ist sicher kein Unschuldslamm und er wird, als er das Feld verlassen hat, Weber sich keine freundlichen Worte mitgegeben haben. Aber wofür genau hat Peke in der Szene direkt vor der HZ die 2' bekommen?

    Für absolut gar nichts. Es gab, für die gesamte Linie der Schiedsrichter in diesem Spiel, nicht mal einen Grund in der Aktion irgendeinem Kieler eine 2-Minuten-Strafe zu geben. Thema Inkosequenz. Auch die Aktion von Wiencek war in dem Spiel eine Allerwelts-Aktion.

    Das Hinfallen von Weber war eine klare Schauspiel-Einlage. Da gab es keine Aktion eines Kielers, die in dem Moment, als er dann fiel, zu dem Sturz geführt hätte, weder unten noch oben, schon gar nicht aktiv am Gesicht.

    Da war auch ein deutlicher Versatz zwischen Pfiff, einem stehenden Weber und dem plötzlichen Nach-vorne-in-Pekeler-fallen... das war seitens Weber ein dummer, aber erfolgreicher Versuch, was zu schinden, aber eine klare Schwalbe.

    Gäbe es da den Videobeweis, müsste man für sowas auch mal rot geben. Die Schiedsrichter werden es nicht richtig gesehen haben, sehen nur den fallenden Weber, der sich ins Gesicht fasst und Pekeler steht "direkt" davor.

    Der falsche Kieler für eine Spiel-Aktion, die sie sonst nicht bestraft hätten, auf die Bank geschickt und die Schauspieleinlage von Weber müssen sie als solche erkannt haben, denn für Weber gab es ja auch direkt 2 Minuten.

    Die überwunden geglaubte Rammelei ist nicht zurück, sondern die Kieler haben es eben auch einfach geschafft, den Angriffsfluss immer wieder im Keim zu ersticken. Das sieht dann in solchen Spielen einfach so aus.

    Die allgemeine Rückkehr von mehr Variabilität und auch gern punktuell mehr Physis: Da bin ich auch dabei, wie auch schon geschrieben. Ein zweiter physischerer Rückraumspieler auf RR kann da helfen für einfachere Tore.

    Das System ist aber nicht grundätzlich plötzlich schlecht und für die allermeisten Teams wird's erstmal noch reichen, auch wenn man sicherlich nicht gern sieht, dass die eigene Mannschaft "körperlich" unterlegen ist. Das holen sie an anderen Stellen wieder raus und darauf setzt Wiegert. Das ist auch OK, denn die Kanten mit Gardemaßen und gleichen Ergebnissen kann sich der SCM nicht leisten bzw. ist dafür der internationale Konkurrenzkampf einfach zu groß, als dass du dann die Masse an Spielern nach MD lockst, die du für die gleichen Erfolge bräuchtest.

    Das System ist eben auch Nieschen-Transferpolitik, die aber jetzt ein großes Ganzes ergeben kann.

    Nochmal kurz zur Schiri-Diskussion:

    Es mag sein, dass die Hitzigkeit der ersten Halbzeit nur 5-10 Gespanne der Welt gewachsen sind, um da dann souverän auszusehen.

    Dann muss man sich aber auch fragen, warum es der DHB in der eigenen Ausbildung es nicht hinbekommt, dass zumindest die Schiedsrichter, die es bis ganz oben (internationaler Kader) schaffen, nicht durch die Bank weg in so einem Spiel solche Kritiken kassieren. Nimmt man mal die Fanbrillen weg, waren da auch einige Sachen bei, die man grundlegend besser hätte lösen können, um dann eben auch das Spiel in den Griff zu bekommen.

    Schiedsrichter, die der Hitzigkeit dann nicht gewachsen sind, die kriegen die Hitzigkeit mit ihrer eigenen Leistung eben auch nicht in den Griff. Gut, dann läuft es eben vielleicht auch sogar mal aus dem Ruder. Das Spiel war jetzt einfach nur intensiv.

    Bei solchen Final-Fours bekommen die Schiedsrichter ja letztlich auch die Einsätze als Anerkennung ihrer bisherigen Leistungen oder weil der Verband einfach nach dem Papier geht.

    In so einem Spiel dann aber solche Leistungen zu liefern, wo jeder Beispiele nennen könnte, wo Schiedsrichter, die da oben pfeiffen können dürfen, grundlegende Dinge anders sehen oder entscheiden müssten, ist entweder ein Armutszeugnis, wer im DHB da oben ankommt oder wäre mal ein Ansatzpunkt, intern ein paar Stellschrauben zu drehen.

    Und es geht mir hier ganz ausdrücklich nicht um irgendwelche Szenen, die jetzt nur mit SCM-Brille gesehen würden. 2 Schritte muss man zählen können, auch bei Erlangen gegen Lemgo, komplett stehende Spieler muss man in der Bewertung "Stürmerfoul?" tatsächlich auch sehen können. 3 Mal die gleiche Aktion 3 Mal gleich zu bewerten muss man auf dem Level ebenfalls können. Es geht nicht mal um Spitzfindigkeiten.

    Ansonsten hat man international nichts zu suchen. Was will die EHF mit denen denn anfangen können? Von vornherein potentiell hitzige Spiele können sie dann da doch auch nicht pfeiffen.

    Der Strohhalm aus dem Pokalfinale ist einzig und allein: Welche Mannschaften, die noch im Spielplan warten, werden es über 60 Minuten schaffen, den SCM im gebundenen Angriffsspiel annähernd so zu stoppen wie der THW heute und vor einigen Wochen in Magdeburg?

    In Wetzlar hat die Truppe bewiesen, dass sie auch auswärts durchaus einfach weiter marschieren kann und man da als Gegner eben auch 60 Minuten entsprechende Leistungen halten können muss, wenn man diese Saison gegen den SCM gewinnen will.

    Nantes in der EL und Berlin dürften dazu durchaus in der Lage sein. Die anderen Gegner bräuchten dann auch wieder überdurchschnittliche Tage und das eben im kompletten Spiel.

    Das aber eben 'auf dem Papier'.

    Im Hinspiel am Dienstag wird man sicherlich gespannt sein können, wer dann dort anfängt. Bezjak und Smits sollten eigentlich gesetzt sein, um Kristjansson und Magnusson eine Verschnaufpause für Berlin geben zu können. Wer auf RL startet, ist noch am ehesten "egal", da der andere RL (Damgaard oder Weber) dann der potentielle Starter gegen Berlin sein könnte. Ich würde aber auf Damgaard in Nantes und Weber gegen Berlin tippen.

    Mal abwarten, ob Wiegert dann bei einem schlechten Spielverlauf in Nantes an einem eventuellen Plan zur Schonung einiger Spieler festhalten kann oder ob dann Kristjansson und Magnusson dann doch über die Maßen spielen müssten.

    Gegen Berlin braucht man die beiden möglichst frisch und dazu einen RL mit Selbstvertrauen, Frische und Wurfkraft.

    Je nachdem wie es in Nantes und gegen Berlin dann lief, kann man im Rückspiel gegen Nantes alles raushauen, was man im Kader hat und in Erlangen halbwegs ausgeruht weitermachen.

    Fürs Phrasenschwein: Wichtig wird, dass man gegen Berlin und in Erlangen überhaupt irgendwelche Punkte sammelt, um nicht direkt den Vorsprung schrumpfen zu lassen. Wären es da tatsächlich alle 4, müsste schon noch verdammt viel schief gehen, das dann noch zu vergeigen.

    Voraussetzung für dieses "Selbst 7 Miese nach Erlangen sind noch OK" ist dann eben, dass man alle restlichen Heimspiele gewinnt und nur noch "Leipzig" - also 1 Auswärtsspiel - Punkte kostet.

    Man sollte besser damit rechnen, dass die Kieler bei 10 Minuspunkten bleiben. Wenn sie sich nicht wieder selber im Weg stehen, wovon man ausgehen sollte, ist da als mögliche Mithilfe auch nur noch Flensburg in deren Spielplan, wo der THW mal nicht eindeutig die Favoritenrolle hätte. Aber wenn bis Mitte Mai noch realistisch was möglich ist, wird auch das dann die Kieler in Flensburg nochmal zusätzlich anspornen.

    Der THW scheint halt entweder in der HBL die meisten Spieler im Kader zu haben, die den Grat an "Was erlauben die Schiedsrichter?" ziemlich gut austesten zu können ODER es gibt einen minimalen Bonus.

    Clevere Spieler, die da bis an die erlaubten Grenzen gehen können, haben sie genug. Wenn dann die Schiedsrichter eben manches laufen lassen, was man hinterfragen könnte, nehmen sie das eben mit.

    Auch da wären ggf. die Schiedsrichter mal mehr gefragt, allgemein Grenzen zu setzen und auch einzuhalten - gilt aber nicht nur für den THW oder dieses Spiel.

    Es gab bspw. 3 sehr ähnliche Situationen, mindestens 2 Mal Weinhold, wo er entweder komplett dilletantisch versucht ein Stürmerfoul zu ziehen und im Fallen den Angreifer mit auf die Matte legt - er kann doch den Schritt raus gehen, den Kontakt aufnehmen lassen und sich einfach fallen lassen? - oder eben direkt das Stoppfoul begehen will und den an ihm vorbei ziehenden Angreifer genauso auf die Matte legt. Das hatte in den Situationen, gerade 1. Halbzeit eben Methodik, wo man nicht verstehen kann, warum es nur oder überhaupt ein Mal 2 Minuten für gab.

    Entweder er versucht das Stürmerfoul zu ziehen, in dem er nach dem Schritt nach vorne und dem Kontakt einfach umfällt - was er einmal probiert und dann weiß, ob es klappt - oder in dieser gleichen Situation muss es eben auch drei Zeitstrafen für geben.

    Solange inkonsequente Schiedsrichter sowas, egal auf welcher Seite, mal so und mal so pfeiffen, kann man es natürlich auch als ausgefuchsten Zermürbungskampf sehen.


    Allgemein zum Spiel:

    Es war über weite Teilen eine tolle Abwehrschlacht, wobei die Kieler eben wieder über 60 Minuten diese Leistung in der Deckung bringen konnten und der SCM eben nicht bzw halt zermürbt wurde. Der Kern des Sieges war die Abwehrleistung. Landin war das i-Tüpfelchen oben drauf, aber selbst mit einem durchschnittlichen Keeper hätte der THW das Spiel gewonnen.

    Gerade unter den fachkundigeren Handball-Fans sollte ja auch allgemein bekannt sein, dass eben solche Spiele nicht dadurch hervorstechen, dass man dem jeweiligen Gegner seinen jeweiligen Angriffsstil uneingeschränkt gönnt. Finalspiele sind doch eher selten "handballerische Leckerbissen", was die offensiven Systeme angeht.

    Das mag schon sein, dass der SCM dann in solchen Spielen gegen solche absoluten Top-Gegner gerade in einem eng getakteten Spielplan doch 1-2% Opfer ihrer eigenen Spielweise werden, gerade, wenn man es noch nicht raus hat, dann, wenn man kann, doch noch hier und da ein paar Körner zu sparen.


    Der breite Kader stimmt eben auch nur auf dem Papier:

    Wiegert hält, wie schon immer, in den entscheidenden Spielphasen bei engen Spielen an seiner stärksten 6 fest. Man muss sich eben auch die Frage stellen, wer von den wenig oder gar nicht eingesetzten Spielern es verlässlich hätte rumreißen können. Beim Torwart wäre es wieder die leidige Diskussion, warum Jenssen nicht einfach früher oder direkt von Anfang gebracht wird. Einfach mal machen, schlimmer geht's eh schon nicht mehr. Jenssen ist eben einfach auch zu groß und stabil, um so kunstvoll, kreativ und reaktionsschnell den gegnerischen Torwürfen ausweichen zu können. Da passiert eben auch garantiert mal die ein oder andere Parade.

    Zu den Rückraum-Alternativen:

    Wie auch Kretzsche kommentierte, wäre bspw. auch ein Damgaard an der Kieler Physis zerschellt. Da passte Webers Physis eben besser.

    Bezjak als Spielmacher hätte auch keine Wende gebracht. Für den Spielstil von Bezjak hat man Magnusson schon auf der Platte und der hat wenigstens auch Zug zum Tor und wirft auch mal von hinten.

    Kristjansson als schneller 1:1 Spieler zum Lücken reißen hätte auch nicht sinnvoll durch wen anderes ersetzt werden können.

    Es war, für den Kader, den der SCM hat, in Ordnung, es einfach weiter mit Magnusson, Kristjansson und Weber zu versuchen. Das war die erfolgversprechendste Formation und die hat eben heute einfach nicht gereicht.

    Dass man dahinter durchaus in Frage stellen darf, dass es eben nur eine auf Wettkampfniveau eingespielte Grundformation bzw. Spielsystem gab, darf man unter den SCM-Fans wieder herzhaft 'diskutieren'. Es fehlt auf RR eben einfach ein Spieler, den man zusammen mit Weber in solchen speziellen Spielsituationen mal aufs Feld bringen kann, wenn man mal eine gewisse Physis aus dem Rückraum braucht, um auch mal von 2 Seiten über die Abwehr zu kommen.

    Insgesamt verdienter Sieg der Kieler Abwehr.

    Dass solche Schiedsrichter-Leistungen auf Dauer dazu langt, im DHB das höchste Prädikat zu erreichen, ist ein Armutszeugnis für das Schiedsrichter-Wesen, Geschwindigkeit des Spiels hin oder her. Wer auf höchstem Level unterwegs sein soll, muss auch auf dem Level des Spiels mithalten können.

    Das eine macht das andere nicht besser.

    Macht es auch nicht. Nur ist es eben kein alleiniges Magdeburger Problem, wie es vor einigen Wochen gemacht wurde, inklusive allgemeingültiger Bezeichnung für mehrere Tausend anderer Zuschauer.

    Der Aktion in Magdeburg ging übrigens eine Aktion der Kieler Bank voraus. Aber das Fass lasse ich lieber geschlossen.

    Sah im allgemeinen Anblick aber auch so aus, dass damals in der Situation der Sagosen-Verletzung eben jener sich unnötige Worte anhören musste. Da ist es auch verständlich, wenn die Kieler Bank sich dagegen wehrt.

    Wem die Argumentations-Art einiger SCM-Fans nicht gefällt, kann ja hier auch genügend andere Threads lesen und mit Weisheiten befüllen.

    Die Statistiken, mit denen du Green in dieser Saison ins Mittelfeld reden willst, gibt es einfach nicht. Punkt! 26,7% ist unter den Torhütern, die viel spielen, einfach kein guter Wert.

    Wo siehst du ihn denn im Mittelfeld unter den Keepern, die 10 Stunden oder mehr auf der Platte standen, die also nach über 25 Spielen entweder klaren Nummer-1-Status haben oder wo sich das Duo die Spielzeit halbwegs aufteilt?

    Da darf man auch in Frage stellen, warum man es nicht mal einfach mit der Nummer 2 versucht, der zumindest mal in der Spielzeit, in der er ran darf, durchaus solide Statistiken aufweist.

    Wiegert hat genau die gleichen Statistiken - sicherlich noch bessere - und wird schon seine Gründe haben, warum Green weiterhin die Nummer 1 ist. Das kann aber aktuell eben nicht "die Statistik" sein. Loyalität oder "der Mann für die großen Spiele" ist halt solang OK, solange die Spiele gewonnen werden. Ansonsten muss er im Leistungssport auch auf sowas reagieren, ohne dass es ihm einer sagt.

    Mit der Argumentation, dass rechnerisch die Spiele in Flensburg oder gegen Kiel auch so verloren gegangen wären, kann man ja wenigstens auch vernünftig diskutieren.

    Gegen Kiel hat die Torwartleistung einen entscheidenden Teil beigetragen. Hätten Green und Jensen die 33% erreicht, die Landin in dem Spiel hatte, wären es für den SCM 4 Gegentore weniger gewesen. Das gäbe dann in den letzten 10 Minuten zumindest mal einen anderen Spielverlauf, in dem es dann durchaus auch so oder so hätte ausgehen können. Green eben in 38 Minuten Spielzeit bei 21%.

    In Flensburg waren Greens Werte mit knapp 30% in Ordnung. Faktisch waren es da dann mit 12 Paraden halt 2 weniger als bei Buric, der damit direkt bei 34% lag. Das ist aber wenigstens auch ein Level, auf dem man nicht "diskutieren" bräuchte, weil die Leistung insgesamt OK war.


    Über die Saison gesehen, bügelt es die Abwehr eben einfach dadurch aus, dass weniger Würfe aufs Tor gelassen werden. Das ist auch eine Leistung, die hier sicherlich jeder SCM-Fan entsprechend und gebührend anerkennt.

    Genauso wie hier jeder sicherlich froh ist, einen Magnusson beim SCM zu haben, auch wenn er gerade bei den 7m mal eine Schwächephase hat, aufgrund der man sich als Fan auch mal andere Schützen wünscht. Die Coolness und Intelligenz, die der Junge hat, trägt eben auch ein sehr, sehr großes Stück zu den Erfolgen der letzten beiden Jahre bei.


    Wir machen das eben alles nur, damit die Meisterschafts-Frohlocker eben am Ende auch recht behalten sollen. Was wäre denn hier nur los, wenn die überkritischen, pessimistischen Bördemuffel mit ihrer Schwarzmalerei am Ende in ihren düsteren Prognosen richtig gelegen hätten, weil eben dann doch in den entscheidenden Momenten ein 7m oder eine Parade fehlte...

    ... und trotzdem hat der SCM die drittwenigsten Gegentore der Liga. Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart kann also so schlecht eigentlich nicht sein - selbst wenn Jannik Green für sich genommen keine herausragenden Werte aufweist.

    Wie schon oben aufgeführt, ist der SCM aber auch aktuell die Mannschaft, die die wenigsten Würfe aufs eigene Tor zulässt, wenn man über alle Teams die Paraden und Gegentore zusammenrechnet.

    Das spricht bei diesen Werten doch deutlich mehr für die Abwehr.

    Wenn man sowas pro Torwart auslegen will, dann müsste das schon so laufen wie in Flensburg, die bei über 1000 Würfen aufs eigene Tor über 350 Paraden verzeichnen. So kommt es da dann dazu, dass sie die wenigsten Gegentore der Liga haben. Die haben mit 35% insgesamt eben auch das stärkste Duo der Liga.

    Ob das jetzt letztlich für oder gegen die Abwehr spricht, dass sie so viele Torwürfe zulässt, muss dabei mal offen gelassen werden. Es gibt ja keine Statistik darüber, in welcher Qualität die Würfe durchgehen. Aber man stelle sich mal vor, die Flensburger könnten die gegnerischen Chancen dann auch noch weiter minimieren...

    Leider gibt es ja noch keine Statistiken darüber, wie lange eine Abwehr den Gegner tatsächlich beschäftigt, bis der Angriff dann mal zum Torwurf kommt. Einfach nur "50% der Spielzeit" würde ja auch noch etwas die Werte verfälschen.

    Kritik und Lob ist gleichzeitig die Aussage: Der SCM hat mit die wenigsten Gegentore in der Liga trotz der Werte der Nummer 1.

    Genauso wie man eben sagen könnte: Die SG steht trotz der deutlich besten Keeper in dieser Saison bisher nur auf Platz 4...

    Wie man Green mit 26,7% gehaltener Bälle sportlich stark auf Grundlage von Statistiken reden will, bleibt mir ein absolutes Rätsel.

    Nimmt man sich mal die Statistiken der Keeper zur Brust, die 500 oder mehr Würfe aufs Tor bekommen haben, spielt er diese Saison in der Kategorie Nettelstedt, Balingen und Hannover, bei denen Rezar, Ruminsky und Lesjak auch bei 24 - 27% dümpeln.

    Johanneson, Birlehm, Mrkva sind da minimal drüber, aber eben auch alles Keeper in Mittelfeld-Mannschaften.

    Ähnliches Bild bei den Keepern mit aktuell mehr als 10 Stunden Spielzeit. Da ist neben Lesjak auch nur Zecher noch deutlich hinter diesen 26%.

    Von den viel spielenden Keepern ist er in diesem Wert gemessen an der 10-Stunden-Marke bei 22 Torhütern unter den schlechtesten 5 der Liga!

    Jensen ist wiederum bei der %-Zahl unter den Torhütern, die weniger als 50% der möglichen Spielzeit auf der Platte standen, also bei den potentiellen "Ersatzkeepern", hinter Buric, Simic und Heinevetter auf Platz 4, wenn man da mal die Keeper mit weniger als 1 Stunde Einsatzzeit raus rechnet.

    Der schlechte Gesamtschnitt zieht sich ja auch in den Quoten gegen einzelne Positionen wie ein roter Faden durch. Es gibt ja nun wirklich keine Einzelstatistik, in der er mal irgendwie "gut" wäre.

    Der SCM zudem aktuell die Mannschaft, die den gegnerischen Angriff sogar noch am wenigsten aufs Tor werfen lässt.

    Da werden also auch die gegnerischen Würfe nicht unbedingt die schärfsten oder freisten Würfe sein, die ungestört gezielt auf's Tor kommen.

    Das grobe Einsatzverhältnis fällt aktuell mit 2/3 Einsatzzeit für Green ja eindeutig aus. Es ist und bleibt Leistungssport und anhand der bisherigen Saison ist es gerechtfertigt, Jensen erstmal zur Nummer 1 zu machen...

    Wann gab es denn das letzte Mal einen Deutschen Meister mit solchen Werten (26%) der deutlichen Nummer 1 zwischen den Pfosten? #FrageAnALF

    BUMM

    Die Toleranz solcher Regelfehler im Angriff kommen aber auch allen Mannschaften auch immer Mal wieder zugute und diese speziellen Kritikpunkte werden in der HBL ja nicht nur beim gestrigen Spiel gestern in diesem einen Spiel akzeptiert.

    Genauso gibt es ja auch unnötige Toleranz, wenn ein Abwehrspieler bei einer Aktion deutlich im Kreis steht. Die Hand im Arm des Angriffspielers ist ja auch immer wieder "Ermessensspielraum".

    Das Spiel gestern wurde an einigen Stellen kleinlich zerpfiffen, aber der Spielausgang nicht verpfiffen.


    Die Aussagen von Klimke waren aus der Emotion heraus. Hier bohrt Sky aber auch bekannterweise unnötig nach, bis sich Beteiligte dann da zu solchen Aussagen hinreißen lassen. Da bekommt dann wahrscheinlich auch Klimke eine Rüge für anstatt man mit Sky redet...

    Bei Portner kommen dann hoffentlich auch die Werte aus den letzten Spielen gegen die stärkeren Gegner aus der Rückrunde mit. Die Statistiken, die er zum Teil in der Hinrunde gegen Paris, Nantes, Montpellier, Aix und Nimes hatte, darf er gern in Chambery lassen. Seit Ende Februar spielt er stabil, auch gegen stärkere Gegner in der Liga.