Beiträge von David G.

    Nun ja, die neu Ehrlichkeit(?!) vorausgesetzt, können zumindest 2 von3 spekulativen Etatposten gestrichen werden:
    1. Schuldenabbau (alle Schulden wurde ja getilgt, der Vfl ist lt. Aussagen des Vorstandes/AR schuldenfrei)
    2. Hallenneubau (auch hier sagt der Vorstand, dass nur eine Miete gezahlt wird) Kann höchstens sein, dass man den eigenen Beteuerungen nicht so recht traut, dass die oberbergischen Firmen schon über 2 Mio eingesammelt haben. Das wiederum widerspricht aber der neuen Ehrkichkeit, denn die sollen ja schon fest "zugesagt" sein.

    Rücklagenaufbau, der 3 Punkt, gefällt mir. Ich habe einen Etat von 4 (oder 4,4, ist doch egal) und gib nur 2 Mio aus, die andere Hälfte lege ich für schlechte Zeiten zurück, warum nicht?
    Die 2. Mannschaft kostet nicht viel, derzeit geben die keine 300.000 inkl. allem aus.

    "Lothar Frohwein": volle Zustimmung. Nur: die Altlasten (welche keine waren) sind doch alle weg, der VfL ist schuldenfrei. So wird und wurde es doch im neuen transparenten VfL kommuniziert. Deswegen versteht doch keiner (zumindest ich nicht), wohin den die 4 Mio. Etat fliessen, in diese Mannschaft jedenfalls nicht.

    schmie: ich behaupte doch nicht, dass Sead keinen guten Job macht oder schuld an der Misere ist (da es ja um gar keine Misere handelt sondern Normalität). Aber wer Sead kennt, weiss, dass jetzt die Zeit des Rummaulens ob des schwachen Kaders gekommen ist.
    Und jetzt fängt die Uhr an zu ticken: Entweder er mault solange, bis er neue Spieler bekommt (und dann geht das mit den kaufmännischen Risiken wieder los) oder aber, er bekommt den Stuhl vor die Tür gesetzt, weil er penetrant nervt. Da ist die Mannschaft nebensächlich.

    Also jetzt mal Klartext: Das der VfL in Balingen verliert, ist KEINE Überraschung. Das er so eindeutig verliert, ist auch keine Überraschung. Das die Torwarte normalerweise keine Hand an den Ball kriegen, ist ebenso keine Überraschung. Das die Abwehr keine richtige Abwehr ist, natürlich auch nicht. Daher ruhig bleiben, Mund abputzen und den Abstiegskampf zumindest nicht als Ding der Unmöglichkeit abtun. Der Kader ist an normalen Tagen einfach nicht stärker. Nicht, dass die an besonderen Tagen nicht über sich hinauswachsen können, aber Normalform sieht eben so aus, ich wiederhole mich ungern:
    -unterdurchschnittliches Torwartduo
    -nur ein Rückraumspieler von (konstanten) Format
    -ein Kreisläufer, der schon weg ist und nur eine halbe gute Saison gespielt hat, dann wurde er ja suspendiert und verletzte sich anschließend
    -ein Außenspieler von Format, der aber nicht wirklich Führungsqualitäten aufweist
    -ein junges Talent auf Mitte/LA
    -eine Allzweckwaffe Lützel, der vieles kann, aber nichts wirklich sehr gut.
    -ein Trainer, der auch nichts dafür kann, der aber anfängt, schlechte Stimmung zu machen.

    Jetzt mal ehrlich, was ist da denn überraschend?
    Ok, wofür sind 4 Millionen? Die Antwort könnte überraschen.

    Naja, Sead H. stapelt gerne tief um hinterher als Trainer besser da zu stehen, auch ohne zählbare Erfolge. Ist normales Trainerverhalten. Ob es jetzt gut ist, sei dahingestellt. Allerdings kann er auch die Absicht haben, den enormen Druck, der auf die unerfahrenen Spieler lastet, zu nehmen. Wie schon mehrfach betont, das Anspruchsdenken ist sehr hoch in Gummersbach.
    Was mich aber noch vielmehr in diesem "Interview" überrascht, ist, dass der Etat tatsächlich 4 Mio. Euro beträgt und der Großteil davon in die Gehälter der Mannschaft fließt. Auch vorausgesetzt, das "Großteil" ein dehnbarer Begriff ist, handelt es ich also um einen nennenswerten Betrag nur für den Kader. Dann verstehe ich bei den Abgängen und dem vergleichbaren Etat zum Vorjahr (rd 4,2 Mio) nicht den beschriebenen tatsächlichen Qualitätsverlust und das allgeeine Jammern. Lässt doch nur 2 Aussgaen zu: der Etat in den früheren Jahren war noch viel höher als angegeben (dann ist aber das sportlich Erreichte angesichts des Inputs eher als dürftig zu bezeichnen) oder aber die 4 Mio für dieses Jahr sind zu hoch angesetzt. Ok, es gibt noch eine dritte: der VfL zahlt einem Mahe sowiel wie einem Vukovic und alle anderen haben noch einen Gehaltszuschlag erhalten. Glaube ich aber nicht. Aber der VfL scheint auf einem tollen Weg, jetzt schon ein neues Warenwirtschaftssystem und bereits 4 Mio. in der Kasse, denn merke: "wir geben nur das Geld aus, was wir bereits eingenommen haben."

    da muss man differenzieren, in mehrfacher Hinsicht:
    1. von einem tollen Bundesligahandballspieler war auch nicht unbedingt die Rede, sondern von einem bundesligatauglichen Spieler.
    2. ein bundesligatauglicher Spieler sieht für den THW und für zuletzt die Löwen anders aus als heute (und auch zu Beginn des Jahrtausends) für den VfL, Wetzlar, oder mindestens 6 weitere Clubs.
    3. ein bundesligatauglichen Spieler aus der eigenen Jugend und der Heimatstadt zu entwickeln ist ungleich schwerer, als sich die besten 14-17 oder noch älteren Spieler aus dem weiteren Umkreis bis hin zum Ausland zu hoeln und dann fertig zu entwickeln (so wie es auch die Akademie getan hat, weder ein Hammerschmidt, noch ein Rahmel oder Eisenkräntzer kommen wirklich aus der eigenen Jugend). Letzeres ist deutlich einfacher und berechenbarer und hat der VfL früher (siehe Namen zuvor) und mit viel geringerem Aufwand hinbekommen.

    Ausserdem bin ich persönlich absolut überzeugt davon, das ein Großteil der Junioren-Weltmeister bei richtiger Weiterführung zumindest bundesligatauglich ist, das hat zumindest ein Kai Wandschneider jedes Jahr mehrfach beweisen müssen (oder auch noch ein Brack, wenn ich das im Schwabenland richtig im Auge habe). Sicher muss man dabei berücksichtigen, dass der Leidensdruck, sprich Geldnot, groß genug war, dass man auf die Jugend setzen musste, aus freien Stücken wird jeder Bundesligatrainer immer den gestandenen Spieler bevorzugen. Im Fussball ist doch der BVB das beste Positiv-Beispiel, wohin kreativer Umgang mit dem Mangel führen kann.

    Die Akademie hat nicht einen Spieler im Bundesligakader etablieren können. Nach 6 Jahren doch nennenswerten Aufwand, finanziell und personell. Es ist also begründbar, von einem "Nicht-Funktionieren" zu reden. Deshalb habe ich die Vergleiche der Jahr zuvor gebracht, von denen keiner Gummersbacher war und es keine teure Akademie gegeben hat dennoch den Sprung in den Kader geschafft hat, nur durch Sichtung und dem richtigen Moment. Damit wollte ich klarmachen, dass es keine Akademie bedarf, um zumindest dieses Ziel zu erreichen. Die Akademie hat sicher die Handball-Akzeptanz in der Region gefördert und damit zweifelsohne ihre Verdienste, aber als originäres Ziel wurde die Förderung zum Spitzensport ausgegeben. Das ist etwas total anderes als das erfolgreiche Region-Marketing.
    Das keiner der von Dir genannten Gummersbacher Spieler sich halten konnte (Fanger, Heinzemann) liegt m.E. daran, dass sie nicht die Qualitäten aufweisen konnten, selbst bei besserer Förderung nicht. Dirk Hartmann hat nie in der Gummersbacher Jugend gespielt, der kam als Regionalliga-Spieler vom TV Soest.
    Zur Qualität Rahmel und Konsorten: das sehe ich anders, vielleicht kann er es in Essen in der 2. Liga beweisen (womit noch lange lange keine Aussage zur 1. Bundesligatauglichkeit gemacht werden kann).
    Zu Kai Wandschneider: 100% Zustimmung. Aber ob er den Gummersbacher Hinterrücks-Wahnsinn ausgehalten hätte: Zweifel!

    Der Artikel trifft zwar des Pudels Kern aber ist ein wenig zu knapp gehalten. Sead kommt da etwas zu schlecht weg, grundsätzlich ist er kein Förderer des Jugendhandballs. das war ein Noka oder auch ein Heiner Brand auch nicht. Das muss man vorher wissen, wenn man besonders großen Wert aufJugendförderung im Bundesliga-Kader setzen möchte. Hart ausgedrückt: wenn mann jetzt beim VfL diese Philosophie tatsächlich mit Leben füllen muss, ist Sead der falsche Trainer. Punkt. Dabei kann Sead schon junge Spieler entwicken, er darf aber nur keine Alternativen im Kader haben.
    Ein anderer Aspekt ist der, das weder ein Multhauf, noch ein Rahmel oder Eisenkräntzer unfd evtl. Teppich gar kein wirkliches Bundesligapotential aufweisen und daher gescheitert sind, so wie vorher Schumacher, Lange, Krieg und noch viele andere. Denn es gehört auch schon Talent dazu, Regionalliga oder 2. Liga zu speilen. 1 Bundesliga ist noch mal was anderes.
    Aber, mit Drux und vielleicht sogar mit den Kirschs sind wirkliche BL-Talente dem Vfl abhanden gekommen. Weil die Akadmie nicht funktioniert, weil der Schwerpunkt der Akademie auf gesellschaftliche Aktzeptanz gelegt worden ist(Kooperationen mit Schulen,etc.) aber nicht auf wirkliche Talentsichtung und Förderung. Da haben alle Beteilgten in der Akademie versagt, auch hier gab es immer Mahner. Und früher hat der VfL auch mit Sichtung und über den Tellerrand hinaus schauen Bundeligaspieler kreiert, da muss man jetzt nicht auf die goldenen Zeiten zurückblicken (Deckarm, Wunderlich, Thiel, etc, waren alles keine Gummersbacher), nein auch ganz "normale" Spieler wurden gefördert, wie zB. in den jahren vor der Akademie Sead Kurtagic, Dirk Hartmann, Andreas Blank, Tobias Schröder, Michael Spatz (die beiden letztgenannten waren aber schon weiter als reine Talente). Also es geht auch ohnr Akadamie, Regionalliga-Nachwuchsteam. Mit den beiden geht es natürlich besser, wenn, ja wenn die Verantwortlichen endlich mal aufhören würden, sich für den Nabel der Welt zuhalten . Und damit meine ich nicht Axel G.

    Unter HPK waren die Saisonziele auch keine Luftschlösser, solange der Mann in Amt und Würden bei der Bank war und solange beim VfL auch noch Leute waren, die ihn noch halbwegs steuern konnten. Nachdem er in Rente gegangen ist, floss das Geld nicht mehr so leicht, ohne eine große Bank im Rücken ist es halt schwerer, Unternehmen "zu überzeugen". Dann hat er halt die eigene KSK überzeugt, die dadurch zum Hauptgläubiger wurde. Und diesen kritischen Zeitpunkt verpasst zu haben in seiner Selbstüberzeugung ist der eigentliche Fehler des HPK. Und natürlich des Rest-VfL, der er es nicht wahrhaben wollte. Mahner gab es schon.
    Übrigens reden die Leute aus der heutigen Chefetage schon wieder von 7Mio Etat in 3 Jahren und Championsleague. Siehst Du, das Murmeltier grüßt immer noch täglich.
    Ach ja, vor einigen Wochen schrieb ich über die zu befürchtenden Vorgänge in der U23, mittlerweile sind ja alle guten Nachwuchskräfte weg. Die Abgänge der beiden Kirsch-Brüder sind schon seit Mai klar. Drux ebenso. Und heute steht es mit dem einen erst in der Presse, und sicher sind alle wieder soo überrascht, und daher kann es natürlich noch keinen Ersatz geben.
    Aber ok, alles nur pessimistisch, alles wird gut und vor allem ist alles so transparent.

    Snuffmaster, Du machst Dir selbst was vor. Was der Etat mit der Mannschaft zu tun hat? Natürlich gar nichts, beim VfL geht alles in die Werbung und nichts in die Schokolade, die Mannschaft spielt für Peanuts und der Etat geht in Innenraumgestaltung der Geschäftsstelle. Blödsinn. Der Vorstand hat gesagt, der Verein ist dank der oberbergischen Wirtschaft schuldenfrei, also muss aus dem Etat niemand bedient werden (oder etwa doch nicht, sollte da jemand etwa gelogen haben? ts ts). Die neue Halle auch nicht , ergo fallen je nach Verein rund 70 -80% des Etats an Spielergehaltskosten an. Fertig. Und dafür ist die Mannschaft zu schlecht und auch zu schlecht zusammengestellt. Und die Form meiner Skepsis oder Kritik ist weder beleidigend, noch tendenziös noch sonstwie irgend an den Haaren herbei gezogen und immer begründet. Das sie Dir nicht schmeckt, ist Dein Problem, angebracht ist sie allemal. Warum muss man denn immer warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist, wenn es schon aus subjektiver Sicht mal wieder am Brunnenrand sitzt? Übrigens hat noch nie ein Vorstand in den letzten 10 Jahren illusionäre Saisonziel ausgegeben, die waren immer realistisch. Nur in der Mittel- und Langfrist-Planung lag man immer daneben, weil man die wahren/sicheren finanziellen Möglichkeiten und deren Risiken nicht klar bewertet hat, übrigens massgeblich auch der damalige Steuerberater und jetzige AR-Chef nicht (kleine Erinnerung: "Alle Spiele in der Kölnarena abzuhalten rechnet sich") .
    So, und jetzt komm doch mal mit einer vernünftigen Causal-Kette und nicht immer mit der Leier, die neuen Leute sind gut und jetzt ist alles anders. Das ist qualitativ nicht befriedigend. Und bitte: es heisst "Krise" und nicht "Kriese".

    Jetzt wird es aber lustig. Wer, wenn nicht der VFL ist krisenerprobt? Wie oft totgesagt und trotzdem irgendwie immer die Kurve gekriegt, das schafft kein Unternhmen auf der Welt, nicht mal Opel. Und nach der Kurve traten immer wieder neue und auch durchaus seriöse Unternehmen/Macher mit entsprechenden Ankündigungen auf. Und fast jedesmal ging es in die Hose, in der jüngeren Vergangenheit war doch nur die Zeit nach dem Megagau 2000 bis 2005 die Ausnahme. Und dann ging es doch wieder spätestens 2006 von vorne los. Und jetzt sind halt wieder neue Leute am Bord, die wieder genau dasgleiche erzählen wie zuvor, erst konsolidieren, dann wieder angreifen. EInziger Unterschied: die neu Halle. Das ist sicher ein Zeichen. Dafür aber die schlechteste Mannschaft seit Jahrzehnten (von der Papierform her), trotz angeblich so gesichertem Etat von 4 Millionen und ohne Schulden im Rücken. Das verstehe ich nicht. Und deswegen ist schon berechtigt etwas Skespis angebracht. Allein von der Wahrscheinlichkeit der Vergangenheit her.

    So so, schlechter als Platz 13 ist unmöglich? Man muss nicht pessimistisch sein, sondern nur ein wenig realistischen Handballverstand aufweisen, um zu sehen, dass das ganz schnell passieren kann.
    Und was war die größte Pleite in der so an Skandale reichen Geschichte des VfL seit den 90ern? Richtig, die Maxima-Gauner. Und was war davor? Genau, die oberbergische Wirtschaft rund um 2 damals floriende Firmen Ackermann und Eschmann-Stahl hat sich formiert um tatkräftig den VfL wieder nach oben zu bringen (nach einer nur kurzen Konsolidierungsphase). Und dann? Ziele verfehlt, Zuschauer blieben weg und die Retter der Maxima standen auf dem Plan.
    Was das Beispiele zeigen soll: Es muss nicht so kommen, es soll auch nicht so kommen, aber so blauäugig naiv sollte man auch nicht sein, dieses in den Bereich der Fabel oder gar der Unmöglichkeit zu schreiben. Die jetzigen Förderer des VfL sind sehr konjunkturabhängig, ich wll gar nicht wissen, wenn der Wahnsinn der letzten Wochen weiter geht und die Konjunktur bricht ein, und die nächste Krise naht. Aber nein, ist alles nur Schwarzmalerei, was nicht sein darf, das nicht sein kann.

    Der Abstieg ist zwar möglich aber nicht wahrscheinlich. Aber das ist nicht unbedingt der größte aller anzunehmenden Katastrophen. Der von Kretsche erwähnten Fall ins Bodenlose kann auch anders aussehen: Man spielt im totalen Niemandsfeld zwischen Platz 15 und 10, ohne echte Chance auf eine Überraschung zuhause gegen einen der Großen. Und was passiert dann? Dann kommt -wenns schlecht läuft -das typisch Gummersbacher Verwöhnaroma: nur noch bestenfalls 1000 Zuschauer, keiner der jetzigen Neumäzene hat noch Lust, der sehnlichst erwartete Hauptsponsor kommt nicht und schwupp, fehlen wieder einige 100.000e in der Kasse. Und die Vermarktung der neuen Halle floppt. Und das kann man dann sehr wohl einen Sturz ins Bodenlose nennen. Dafür muss man nicht einmal absteigen! Und nein, das ist nicht bösartig noch total pessimistisch sondern durchaus im Bereich des Möglichen.

    Hoffentlich springt das Pferd äh fällt das Pferd nicht in den Brunnen. Kretsche gewinnt bei mir zunehmend an Respekt, jetzt sogar mit Ahnung beim VfL heute in der Handball-World (hoffentlich behält er nicht recht, ich fürchte aber das gleiche):

    Zitat: In seiner Prognose für die neue Saison sieht er vor allem auf den VfL
    Gummersbach schwere Zeiten zukommen: "Viele wird es vermutlich
    überraschen, wie tief der VfL Gummersbach abstürzen wird. Das wird ein
    Fall ins Bodenlose. Was den wirtschaftlichen Einschränkungen geschuldet
    ist."

    Mit Garcia wurde/wird schon ernsthaft verhandelt. Ob diese Verpflichtung überhaupt Sinn macht(e), sei mal dahingestellt. Angesichts des derzeitigen Kaders ist eine Verstärkung des Rückraumes ohnehin angesagt, wenn man nicht in der hinteren Hälfte der Tabelle landen will. Allerdings stimmt das mit dem zu erarbeitenden Vertrauen auch, gerade nach der Nummer letztens. Allerdings kenne ich schon jetzt die Pappenheimer, die dann Scheißverein rufen und nicht mehr in die Halle kommen, wenn man auf Platz 13 rumkrückt. Das werden erfahrungsgemäß die gleichen sein, die jetzt einen auf Verständnis machen. Das größere Unruhepotenzial sehe ich derzeit ohnehin im Gekaspere rund um die U23.

    Eingreifen sollte man dann, wenn man der Meinung ist, dass
    - es langweilig ist, dass man vor der Saison schon die 2 bestenfalls 3 Meisterschaftskandidaten kennt
    -oder besser noch, die 17 Vereine, die es garantiert nicht werden können
    - man es lanweilig findet, die 5 Vereine zu kennen, von denen garantiert 2 absteigen werden
    - man es langweilig findet, das man die 6 Vereine kennt, bei denen es um nichts geht, die sich also zwischen Platz 8 und 13 wiederfinden
    -man als Vereinsanhänger weiss, dass man eigentlich einen guten aufgestellten Club hat, aber der Club nebenan viel besser dasteht, weil er einen Gönner hat, der den ganzen Mist des Vereins finanziell kompensiert (entschuldigung Melsungen)
    -weil man keine Lust mehr hat, auf das Spielchen der Spieler, nach Abschluss des Vertrages direkt einen anderen abzuschliessen. Hier wird nämlich durch das Eingreifen nämlich Chancengleichheit der Vereine erzielt und damit der Anreiz des Pokerns vermindert
    -weil man jetzt schon weiss, welcher Club aufgrund seines Gebarens der nächste Skandalfall ist, wegen Pleite
    - man am Ende des Tages auch einer Sportart anhängt, die einen höheren Stellenwert in der nationalen/internationalen Sportlandschaft hat/haben sollte, als das regional stark verankerte Boseln beispielsweise.

    Das dieses Eingreifen natürlich nur im Konsens der Beteiligten geschehen kann, ist doch klar. Aber warum soll das soo unmöglich sein. Steinar fügt das Beispeil Tarifvertrag an, in der HBL aktzeptieren die Clubs doch auch selbstgemachte Regeln (Zwangsabstieg bei Insolvenzanmeldung wegen Illiquidität z.B.).
    Und noch was zur Qualität der Mitarbeiter: Man muss mal selber erlebt haben, wie wirkliche Hochkaräter der Wirtschaft im Sport alles das über Bord werfen, was man gerade von diesen Leuten erwartet hat. Will sagen, die Leute sind nicht alle schlecht ausgebildet oder Dorfdeppen, aber der das Sportbusiness hat schon seine Begleiterscheinungen. Daher geht das nie auf, diese Sache "ein Verein muss wie ein Unternehmen geführt werden". man darf nämlich nicht vergessen, dass er keines ist, weil er sich in seiner Zielsetzung radikal von einem Unternehmen unterscheidet! daher wären Regeln/Eingreifen, wie auch immer sie aussehen mögen, durchaus als Hilfestellung zu sehen. Der VfL GM ist doch das beste Beispiel hierfür, hier waren/sind keine Deppen am Werk gewesen, und dennoch ist es so gekommen und wird leider wieder geschehen.

    Man muss schon unterscheiden: Salary-cap heisst nicht Einheitsverdienst sondern Obergrenzen. Und bei der Kategorisierung ist viel leichter Einigkeit zu erzielen als man denkt. Erst recht wenn man auch Vertreter der Spieler beteiligt. Die wissen ganz genau um die Qualitäten ihrer Kollegen. Und die sehen diese mitunter sehr realistisch. Und ans Geschmäckle haben wir uns doch mitterlweile gewöhnt, dass ist doch nichts Neues. Nein, wenn man diese ganzen Möglichkeiten auch transparent darstellt und die Mauschelei bleiben lässt, die Kriterien nachvollziehbar gestaltet und alle Interessenvertreter nach deren Mögichkeiten einbindet (ohne jetzt eine Häkelrunde zu kreieren) dann ist auch Akzeptanz möglich. Man kann doch mal hier im Forum einen Versuch starten, in Form einer Abstimmung, mal die kategorien Weltklasse und internationale Klasse einzuteilen. Da wird es keine großen Probleme geben. Sicher.

    Lothar Frohwein, kategorisieren und kontrollieren könnte doch von denen initiert werden, die auch so schon in die Bücher der Klubs schauen, also die HBL und ihre Organe. Es wäre nur ein nächster Schritt. Schwarzgeldzahlungen sind ein krimineller Akt, der nie ganz auszuschalten war, ist und wird, denkt mal an die Steuerkarte von Johan Peterson, als er von Nordhorn nach Kiel wechselte. Aber hier könnte man auch aktiver entgegensteuern, auch viel härter sanktionieren im Falle des Erwischtwerdens.

    Nichtdestotrotz sind die Strukturen verbesserungsfähig, absolut. Aber ob die in jedem Fall ausgebaut werden müssen, glaube ich nicht. Ich würde eher in Qualität investieren.

    Lemgo ist wirklich ein überragendes Beispiel: da wird die Mannschaft ohne einen richtigen Mäzen deutscher Meister, baut die Lipperlandhalle aus, der Manager verschwindet in den Norden und Lemgo baut etwas ab. Dann kommt der Mäzen (ich weiss, eine Firma, die sich unheimlich tolle Werbewirksamkeit versprochen hat) haut die Kosten in die Höhe (mit dem DM-Management), hat keinen Erfolg und hört wieder auf. Und der TBV steht schlechter da als vorher.
    Der HSV hat sicher einiges dazu beigetragen, mehr eigens erwirtschaftetes Geld zu besorgen. Nur, ohne die Rudolf-Zuwendungen könnte diese Mannschaft bei weitem nicht bezahlt werden. Und ob in Hamburg jetzt angenommene 6 Mio Eigenemittel beschafft werden könnten, wenn man ohne die Rudolf-Milliönchen nur um Platz 6 mitgespielt hätte?
    Sicher wäre Kiels Rolle noch mal dominanter, wenn es keinen Rudolf oder Nielsen/Hopp geben würde. Aber vor diesen Herren waren die Siegesserien des THW nicht so lang, immerhin waren 2001, 2003 und 2004 drei andere, unterschiedliche Vereine DM.
    Eigentlich müsste es eine Kombi mit salary-cap, drafts und Kategorisierung geben, um die Liga wieder zusammenzuführen. Wir haben eigentlich schon spanische Verhältnisse, wo der Meister eigentlcih nur Barca (Kiel) oder Ciudad (HSV) heissen kann, manchmal kann noch Ademar Leon (Berlin) reinfunken. Die Löwen sind so Pamplona. Aber es ist doch aktuell undenkbar, das ein Klub wie der VfL, der TBV, Flensburg oder Göppingen Meister werden.
    Und eines darf man an Kiel Solitär-Stellung auch nicht vergessen: in dem Moment, wo Holstein Kiel in die 2. Liga aufsteigt, fehlen dem THW direkt einige Milliönchen. Das war immer US Schreckgespenst. Zurecht.

    Lieber Geraldo und alle die jetzt die im hohen Norden sich streiten, wer denn jetzt die Schatulle zuerst aufgemacht hat:
    Darum geht es doch gar nicht.
    Es geht doch eher darum, was passiert z.B. mit dem HSV, wenn der Herr R. keine Lust mehr auf Handball hat und sein selbstloses Tun lieber Greenpeace zukommen lässt. Dann ist der HSV nämlich ganz schnell wieder da, wo er mal kurz war, immerhin über 20 Millionen in 6 Jahren spricht nicht unbedingt für große Selbsterhaltungskraft des HSV Handball. Das kann Kiel eben nicht passieren.
    Es geht also darum, auch Vereinen wie den HSV zu schützen, es geht darum, die Vereine zu schützen, die sportlich hinter solchen Vereinen geblieben sind, aber solide wirtschaftlich gearbeit haben (also selbsternährend). Es geht also um das Thema Nachhaltigkeit. Und aus den jüngsten, aus fast allen negativen Geschehnissen und aus denen die noch kommen werden (da kann man die Uhr nach stellen), ist eben eine sehr signifikante Korrelation festzustellen zwischen Pleiteklub und Mäzenatentum. Und das ist auch keine zufällige Verbindung. Und erst wenn eine Liga stark genug ist, auf so etwas verzichten zu können, denn sie ist stark und attraktiv und erwirtschaftet Geld, erst dann ist mit solchen Auswüchsen ende, bzw. nicht zwanghaft mit zu rechnen.
    Man muss auch nicht das Mäzenatentum verbieten, das war nur eine Idee. Man genauso die Kadergröße reduzieren, Gehaltsgrenzen einführen, so dass ein Klub wie Hamburg erst gar nicht soviel Geld vom Mäzen benötigt. Und Kiel gar nicht alle Einnahmen wieder ausgibt, sondern wie früher auch, sparen kann. Und dann wird auch die Liga wieder attraktiver, wenn der Spitzenreiter auch Meister werden kann mit 20 Minuspunkten, weil alle näher zusammen gerückt sind. Und, das ist kein sozialistisches Gedankengut, schaut mal über den großen Teich in die großen Ligen. Die wissen schon, wie man Show macht.

    Natürlich ist es egal, wer das verursacht hat, dennoch nicht unentscheidend, für die Lösung dieser Treiberei, wenn man denn so eine anstrebt.
    Natürlich zahlt der THW auch harte Euros, aber der HSV und die Löwen oder seinerseit der VfL muss immer mehr bezahlen als die Kieler für die gleiche Leistung. Warum ist doch auch klar: größere Finanzsicherheit (wir erinnern uns doch an die Zeit 2003, 2004 beim HSV, wo trotz toller Verträge zeitweise gar kein Geld gezahlt wurde, oder jetzt was gerade in Mannheim passieren könnte), statistisch hohe Erfolgsaussichten auf Titel, denkt mal nicht, das wär den Spielern egal, ein ruhiges Umfeld, was derzeit beim THW nicht der Fall ist, da kann einiges verspielt werden.
    Eine Lösung könnte tatsächlich durch eine größere Einflussnahme der Liga geschehen, z.B. indem man die Spieler in Kategorien einteilt (Rookie, nationale Klasse, internationale Klasse, höchste Kategorie). Innerhalb dieser Kategorien kann ein Spieler wechseln, je wie er im Jahr darauf gespielt hat. Und alle Kategorien haben ein max. Gehaltsobergrenze, den sog. salary-cap. Nur die oberste Kategorie ist frei. Dieses System, solange es transparent und nachvollziehbar bleibt, könnte mittelfristig auch Heiner B. helfen, junge Spieler wieder ranzuführen. Und es wird mäzenatlosen Vereinen helfen, Ihr Wagnis möglichst gering zu halten.
    Andere Lösungen?