Beiträge von SLN!

    Hallo Argometer

    leider ist Rückenschmerz nicht gleich Rückenschmerz. Die Bandbreite möglicher Auslöser ist sehr weit.

    Fragen, die Du Dir überlegen solltest: Wie hat es angefangen, wie ist es weiter gegangen? Wann und wo treten jetzt die Beschwerden auf? Lag ein Unfall vor? Diese Fragen solltest Du einem Arzt präsentieren, der sich auf Wirbelsäulen/Bewegungsapparat spezialisiert hat. Nimm die angefertigten Röntgenbilder dorthin mit und hol Dir eine Zweitmeinung ein.

    Dass man im Röntgenbild "nichts" gesehen hat ist schon einmal gut. Doch stellt dieses Bild "nur" den Knochen dar. Um so mehr kommt es auf die manuelle Untersuchung nicht nur des Rückens, sondern auch der Beine als Grundstock deiner Wirbelsäule an!

    Wenn Du jung bist liegen häufig funktionelle Probleme zugrunde, die häufig Ihre Ursache im schlechten Dehnungszustand der Muskulatur (Verkürzung hinterer Oberschenkel ist sehr häufig), unter- aber auch übertrainierten Muskelgruppen und/oder monotonen Bewegungsabläufen haben. Diese führen dann an andere Stelle zur Überlastung. Hier hilft dann ein gezieltes Aufarbeiten der Störfaktoren. Hier ist es manchmal sinnvoll diesen Grundaufbau zusammen mit einem Physiotherapeuten zu machen, der einem abschliessend ein Programm zur Prävention an die Hand geben sollte. Dies wird gerne vergessen, d.h. also Eigentraining der erlernten Übungen machen, nicht immer das gleiche trainieren, Ausgleichssport-/Training regelmässig machen!

    Hat man die Schmerzen jedoch lange genung ignoriert, kann aus einem funktionellen ein strukturelles Problem entstehen, d.h. das Gewebe passt sich irreversiebel der Belastung an. Dann wird es meistens schwieriger zum Erfolg zu kommen.

    Schmerz ist ein wichtiger Indikator für akute oder drohende Probleme! Dies wird unter den Handballern gerne ignoriert. "Wenn ich Schmerzen habe, weiss ich, dass ich lebe", soll ein prominenter Handball gesagt haben. Doch wenn Du dann 40-50 Jahre Schmerzen hast, dann willst Du es vielleicht nicht mehr erleben.

    Also hol Dir eine Zweitmeinung ein und lass sich den Schmerz nicht chronifizieren!

    Grüss aus den Süden SLN!

    Hallo alenema,

    Schmerzen sind ein wichtiges Warnsignal!

    1 Jahr Schmerzen, sind 1 Jahr zu viel. Du hast "gute Chancen" den Schmerz zu chronifizieren. Du solltest unbedingt einen Orthopäden aufsuchen, der Dich einmal ansieht.

    Bis dahin überlege Dir, wann genau und wo am Knie die Schmerzen aktuell auftreten? Wann sind die Beschwerden zum erstmal aufgetreten ("Unfall oder nicht Unfall, das ist hier die Frage"). Das grenzt die möglichen Diagnosen ein.

    Bei 172cm und 57kg hast Du einen BMI von 19,3 und eine (hoch-)normale Körpergrösse (2. Standardabweichung), so dass Du Dich noch am oberen Normbereich bewegst. Wenn Du noch schnell auf den Beinen bist und auch sonst einen guten Bewegungsablauf hast, dann bist Du wahrscheinlich ein gefürchdeter Mann auf dem Spielfeld.

    (Anmerkung da sehr häufig vorhanden; wenn kein Unfall vorliegt und der Knieschmerz vorne am Knie ist : Häufig kommt dem Längenwachstum (schneller Wachstumssprung) der Knochen die Muskulatur (bes. hintere Oberschenkel) nicht hinterher. Dies kann dann zu Sehnenüberlastungen der Gegenspieler-Muskeln führen. Hier ist insbesondere der untere Kniescheibenpol und der "tiefer" liegende Ansatz der Kniescheibensehne zu nennen (jumper's knee). Schmerzen treten vorallem vorne beim Trepp auf und/oder ab sowie beim Springen oder Abknien auf diese Stelle auf.)

    Aber wie gesagt, zeigt Dein Knie einem Orthopäden und

    "Dehnen sagen die Schweden!"

    Grüsse aus dem Süden SLN!

    Hallo Jinggs,

    Die ambulante Auskunft ist meist nicht das Problem. Muss man jedoch operiert werden/stationärer Aufenthalt , nehmen viele der Ärzte nur privat versicherte Patienten. Also Versicherungsstatus und Ärztwahl am besten schon vorher in Einklang bringen, dann kann man sich so manchen Weg sparen.

    Meist hast Du aber bis zu einer allfälligen Operation etwas Zeit (Ausnahme s.u.), da man ein Kreuzband entweder frisch (60Std) oder dann nach minimal 4-5 Wochen operiert. Zwischendurch ist die Rate an Gelenkeinstefungen deutlich erhöht.

    Ganz grundsätzlich kann man sagen, je jünger und aktiver man ist, desto häufiger muss man das vordere Kreuzband operieren. Oft bekommen man, gefordert durch das entsprechende (hohe) Sportniveau, das Knie für den Wettkampf einfach nicht stabil. Kriterium für die Ersatzoperation ist die Instabilität und nicht die Arthroserate nach Ruptur. Letztere (=zunehmender Knorpelschaden) ist nach derzeitigem Kenntnisstand mit und ohne Ersatz des Kreuzbandes etwa gleich hoch. Mit einem instabilen Knie kann man sich den Meniskus und/oder den Knorpel schädigen.

    Die Arthoserate und die Zeit bis zur Ausbildung der Arthrose wird jedoch durch Zusatzverletzungen (akut durch den aktuellen Unfall oder aber später durch einen anderen Zwischenfall) , wie z.B. einen Meniskusschaden, deutlich gesteigert. Ein zusätzlich zur akuten VKB-Ruptur auftretender Meniskusschaden stellt meist eine zwingende Indikation zur Meniskusoperation (nicht Kreuzband) dar, da dieser die Rehabilitation stören kann. Ist der Meniskus in sich kaputt, müssen diese Teile entfernt werden, da diese kein Regenerationspotential haben. Manch ein von Rand abgerissener Meniskus kann jedoch refixiert werden und benötigt dann aber meist den Schutz durch das vordere Kreuzband. Gute Informationen hierzu liefert das MRI. In dieser (Meniskus-)Operation kann man dann auch die Stabilität des Gelenks in Narkose (ohne Schmerzen) prüfen.

    Grüsse aus dem Süden und gute Besserung

    SLN!

    Hallo Zakspeed88

    der Torhüter- Ellenbogen entsteht, wenn man immer wieder bei durchgestrecktem Ellenbogen mit einem Arm den Ball abwehrt. Die Wucht des Schusses kann von der Gelenkbeweglichkeit und den Muskeln als Absorber nicht stufenweise gedämpft werden, da das Gelenk verriegt ist. Hierbei wird -bei Stellung der HAndflächen nach vorne- die Gelenkflächen hinten in einander gedrückt. Vorne sowie an den Seiten wird der Kapselbandapparat gedehnt (Schmerzen hinten und ggf. vorne). Bei nur leicht abgewinkeltem Ellenbogen wird ein wenig Energie von der Schulter geschluckt. Der Hauptanteil landet jedoch in Deinem Innenband, das dann sukzessive aufgedehnt wird (Schmerzen innen).

    Um dieses Problem zu vermeinen solltest Du Dein Abwehrverhalten ändern. Du muss unbedingt mit Deinem Körper so gut als möglich hinter den Ball kommen ("Schnelle Beine"). Damit wird der Ellenbogen in seiner natürlichen Bewegungsrichtung beansprucht und die Kraft landet in der Muskulatur. Zweitens wenn möglich mit beiden Armen abwehren, damit sich die Kraft auf bei Arme verteilt. Diese Abwehrtaktik biete sich vor allem bei Fernwürfen sowie Würfe von aussen an. Muss man trotzdem einmal mit einem Arm abwehren, sollte sich der Arm vor der Körperachse befinden, damit der Arm über das Schultergelenk noch nach hinten ausweichen kann und damit die Energie spitzenarm absorbieren kann.

    Spezifisches Training ist ein Auftrainieren der Unterarm Beuger und Strecker, da diese -im Verlauf der Bänder über den Ellenbogen ziehen und- die aktiven Stabilisatoren des Gelenks darstellen. UND das Dehnen der Muskelatur nicht vergessen, um die Ausbildung von Sehnenansatzreizungen zu verhindern.

    Grüsse aus dem Süden

    SLN!

    Hallo Rhumetaler,

    Rotatorenmanschetten- Risse (Sehnenkappe am Oberarmkopf, der die Oberarmkugel in der Pfanne hält und Drehbewegungen einleitet) sind bei jungen Sportler (<25a) sehr selten, da die Sehnen noch elastisch sind. Aber in der Medizin gibt es nichts, was es nicht gibt. Der Traumamechanismus sagt sehr viel über den zu erwartenden Schaden aus. Die Fragen sind also: Unfall oder nicht Unfall, Alter des Sportlers und Traumamechanismus?

    Häufiger triff es bei jungen Sportlern mit über den Arm fortgeleitedem Trauma -in den Wurfarm langen!) den Ansatz der langen Bizepssehne (welcher durch Gelenk läuft und am Pfannenoberrand ansetzt). Auch ist gerne der vordere Kapsel-Band-Gelenklippen- Apparat betroffen, der nach vorne den Oberarm vor dem Auskugeln schützt.

    Beste Grüsse SLN!

    Da die Informationslage etwas dünn (oder zu geheim :cool: ) ist, kann nur zu einem Vorversuch mit dem vor Dir definierten Setting geraten werden. Hierbei kannst Du dann den besten Abstand für Deine Fragestellung herausarbeiten. Diesen Vorversuch kannst Du natürlich gewinnbringend in Deine Arbeit im Material und Methodenteil einbauen.

    Hallo Tomate,

    genau wie Du sagt, hängt die Herausforderung von der Lochgrösse, dem Alters des Schützen, dessen handballerischen Fähigkeiten, ob der Bundestrainer zu sieht oder er viel Geld für einen erfolgreichen Versuch bekommt!

    Da es wohl um Aufmerksamkeitsfokussierung/-verbesserung (?) geht, steht wohl mehr der psychologische Aspekt im Vordergrund. Wenn der eine Proband nun ein Bundesliga-Handballer ist und der andere ein Taubenzücher, dann hast Du den systematischen Fehler schon in die Versuchanordnung eingebaut.

    Du sollte erst eine genaue Hypothese für Deinen Versuch formulieren! Z.B. "Ein A-Jungendspieler triff nachdem er 30 Minuten fern gesehen hat, schlechter das Loch in der Platte!(?)" Nun gilt es die Hypothese zu bestätigen oder zu widerlegen. Die restliche Versuchanordnung darf so wenig wie möglich oder am besten keinen weiteren Einfluss auf den Versuch haben, sollte also unverändert (z.B. Abstand 6 Meter) bleiben.

    Gruss SLN!

    Hallo Wollicious,

    den Fuss vertreten, ist nicht gleich den Fuss vertreten! Es gibt mehrere Möglichkeiten sich "den Fuss zu vertreten". Jeder Traumamechanismus führt zu anderen Verletzungen. Oft kann man in der Fernsehwiederholung anhand des MEchanismus schon die zu erwartende Verletzung erkennen. Am häufigsten ist am Fuss ein Supinationstrauma, bei dem der Fuss nach innen und der Aussenköchel/Unterschenkel nach aussen geht. Wird das Rüchhaltevermögen der aktiven Stabilisatoren, die Peronealmuskulatur, überschritten, dann halten nur noch die Aussenbänder (passive Stabilisatoren) gegen die Krafteinwirkung. Wird auch deren Rückhaltevermögen überschritten, reissen diese ab. Manchmal nur das vordere, manchmal das vordere und das "untere". Das vordere Aussenband spannt sich zwischen Fuss (genauer Talus) und Aussenknöchel auf und schützt -wie das Wand-Befestigungsband bei einem IKEA-Regal- vor einer exzessiven Supination. Dabei kann aber auch der V. Mittelfussknochen brechen oder das Aussenband samt Knochen ausgerissen werden. Genaueres sagt dir nach einem Unfall ein Röntgenbild und die Untersuchung. Selten kommt es dabei auch zu Knorpelverletzungen (-> Arthrosekarriere).

    Indikator dass etwas passiert ist, ist jedoch Schmerz und Schwellung! War das Sprunggelenk dick, ist auch etwas kaputt gegangen!!! Siehe oben. Eine klassische, isolierte Aussenbandruptur benötigt im Schnitt 6 Wochen bis diese wieder stabil verheilt ist (z.B. Zeitz/Kiel). DOCH das benötigt einen Supinationsschutz im Sinne einer stabilen Orthese. Diese "hält die Knochenenden aneinander", so dass das Band in normaler Länge ausheilt. Wird dies die ersten 6 Wochen nicht konsequent durchgeführt, heilt das Band zu lange aus und der Fuss/das obere Sprunggelenk (OSG) neigt zum "Umknicken". Ist das Band einmal zu lange ausgeheilt, bleibt zu lang! Schutz vor dem Supinationstrauma bieten dann nur noch die aktiven Stabilisatoren, die es dann auf zu trainieren gilt. Dafür muss man den äusseren Fussrand nach oben/zu Knie hoch ziehen (näturlich trainingsmässig). Zusätzliches Taping des OSG kann dich sowohl vor dem Erstunfall wie dem neuerlichen Umknicken schützen, da es den äusseren Fussrand tatsächlich "höher" bringen kann und das intakte Aussenband nachahmen kann. Weiche, elstische OSG-BAndbanden aktivieren ehr die Sensoren deiner Fussmuskulatur (Propriozeption), die dann schneller auf die neue Stellung reagieren. Ein propriozeptives Training kann generell - auch zur Prophylaxe- empfohlen werden. Einen richigen mechanischen Schutz bieten die weiche Bandage nicht. Christian Sprenger/Kiel spielt mit einer OSG-"Bandage". Dass diese richtige Stabilisatoren enthalten muss, lässt sich nur aufgrund der Manschettendicke mutmassen. Ob dies im Breitensport sinnvoll ist, lässt .... . hat man trotz dem ständigen Training weiterhin eine Instabilität hilft nur noch das Messer.

    Training der Propriozeption und Koordination wird in allen Alters- und Leistungsligen (auch Bundesliga) regelmässig vernachlässigt. Das "Handballtraining" hat die Verbesserung der Kraft, der Ausdauer, des Spielverständnisses, des Zusammenspiels u.s.w. zur Aufgabe, jedoch meist nicht die Prophlaxe vor Sportverletzungen. Hierzu sind Übungen für richtiges Fallen, Abrollen und für Propriozeption/ Koordination uvm wichtig

    UND "Dehnen sagen die Schweden":)

    Hallo Ricke,

    richtige "Muskelrisse" am Arm sind selten, meistens sind es Sehnenrisse. Wobei diese in Deinem Alter (Jahrgang 90?) auch selten sind und meist durch einen Unfall ausgelöst werden.
    Jetzt gibt es aber sehr viele Sehnen (auch Muskeln) am Arm, so dass allgemeine Ratschläge/Übungen Dir richtig Schaden zufügen können.
    Bevor Du irgendwelche Übungen machst, solltest Du eine genaue Diagnose haben. Diese und die hieraus entstandenen Behandlungsvorschläge musst Du wirklich verinnerlicht haben und befolgen. Manchmal benötigt man neben dem Arzt (Diagnose) auch noch einen Physiotherapeuten (Lernen die richtigen Übungen auch richtig zu machen).

    Und dann geht's los!

    Hallo liebe Handballfreunde!
    Im diesem Thema wird viel subjektive Erfahrung vermittelt. Oft ist der Ansatz (wie das halt bei einem Sportler so ist): mit Training bekomme ich das wieder hin! Dass das nur die halbe Wahrheit ist, könnt Ihr in den mahnenden Beiträgen, wie z.B. von HSV-Ilka, lesen.

    Die "Arthrose-Karriere" beginnt beim jungen Sportler meist mit einem Unfall. Dies trifft meist das Knie, aber auch das oberer Sprunggelenk (z.B. "Verknicken" mit oder ohne Aussenbandriss, aber meist bleibenden Schmerzen) oder die Schulter (nach Luxation/Ausrenken). Am Knie kann der Meniskus u/o die Kreuzbänder u/o der Knorpel direkt betroffen sein. Allen diesen Verletzungen gemeinsam ist jedoch, dass diese frühr oder später den Gelenkknorpel (Gleitfläche, GF) schädigen können. Bei einem Kreuzbandriss kommt es beim Verdrehen durch punktuelle Überlastung in ca. 70% der Fälle zu einem gleichzeitig mehr oder weniger grossen Knorpeldefekt.Ob man das Kreuzband operiert oder nicht, die Arthroseraten im Alter sind ungefähr gleich. Beim entfernten Meniskus (passt neben seiner stabilisierenden Barriere Wirkung die runde Oberschenkelrolle-GF der flachen Unterschenkel-GF an) kommt es durch sein Fehlen zu einer Mehrbelastung der restlichen GF und zur langfristigen Überlastung und damit zum Knorpelverbrauch. Dieser Mechanismus kann aber 20-30 Jahre dauern.
    Der Knorpel ist bildlich gesprochen eine Eisschicht. Nur dass er leicht elastisch ist. Darunter kommt der Knochen. Je mehr schöne, glatte "Eisschicht" auf dem Knochen liegt, desto besser kann das Gelenk gleiten. Je ausgeprägter die "Eisschicht" in ihrer Dicke aber auch Fläche (die Gesamtgrösse des Defekts spielt natürlich eine genau so grosse Rolle) geschädigt wird, desto ausgeprägter die Arthrose. Kleinere Schäden kann der Körper vielleicht noch kompensieren. Wenn man Glück hat, kann man den Defekt-Status auf einem Niveau halten (vorhandener, jedoch nicht fortschreitender Schaden). DOCH MEIST ist der Knorpelschaden ein stetig fortschreitender Prozess, da die Gleichtfläche nicht mehr glatt ist und sich damit weiter aufraut und vergrösster. Auch ist die Knorpelregeneration (nach dem Schluss der Wachstumsfugen) "gleich null", so dass der Knorpelschaden mit der Zeit zunimmt. Das Vollbild eines Knorpelschadens (Grad I-IV) wird Arthose genannt. Dies geht dann auch mit Veränderungen am Knochen einher. Aber nicht jeder Knorpelschaden oder jede Arthrose bereitet sofort oder immer Schmerzen. U.g. Faktoren können das Schmerzgeschehen beeinflussen. Hat das Gelenk den "Point -of-no-return" überschritten, bekommt es ein Haltbarkeitsdatum. Wann das ist, kann keiner genau sagen. Und wann Schmerzen dazu kommen auch nicht. Das hängt von der weiteren Belastung der betroffenen Knorpelareale ab. Dann kann man sich den Knorpel ehr wie eine Bremsscheibe beim Auto vorstellen. Es ist eine Frage der Zeit und des Bremsverhaltens (Belastungsverhalten) bis der Belag runter ist. Beim Mensch zeigen sich Abhängigkeiten (aber auch Beeinflussbarkeiten) durch Knörpergewicht, der Art und Summe der Belastung, der Beinachse, dem Dehnungs- und Trainingzustand der Muskulatur u.v.m.

    "Wer rastet, der rostet" stimmt dann immer noch, doch dann heisst es "Belasten ja, Überlasten nein!" Das Gelenk sollte dann den Takt vorgeben und nicht mehr der Kopf. Schwellung und Schmerzen sind eindeutige Warnhinweise für eine Überlastung. Diese gilt es unbedingt zu vermeiden, da hierdurch Entzündungsreaktionen (Entzündungsmediatoren) im Gelenk in Gang gesetzt werden, die dann wiederum dem Knorpel zusetzen.

    Wieviel man aber seinem Knie nach einer Knorpelverletzung abverlangt, hängt von einem selbst ab. Das kann man sich wie sein Bankkonto vorstellen. Man hat das recht abzuheben, doch leider kann man nichts mehr darauf einzahlen!

    Und wenn das Konto dann leer ist, muss man die Rechnung zahlen. Anfänglich kommt man je nach Ausmass (Tiefe) des Defekts mit arthroskopischen Eingriffen (Gelenkspiegelung) zurecht. Bei oberflächlichen Schäden genugt anfänglich das Abtragen von Fransen oder Knorpelschuppen, die vor der Ablösung stehen. Geht ein Schaden bis auf den Knochen, kann man z.B. ein Loch in den Knochen bohren um Stammzellen und Blut an den Ort des Geschehens zu holen. Es bildet sich ein Regeneratsknorpel, der aber nicht mehr die mechanischen Eigenschaften eines normaler Knorpel besitzt. Dies kann b.B. mit dem Einnähen einer Kollagenmebran kombiniert werden, die durch das "Vor-Ort-Halten" der Stammzellen die Ausbildung eines besseren Knorpels begünstigen sollen. Auch kann man das umschriebene, kaputte Rasenstück ausstanzen und durch ein schönes Stück rasen ersetzen (Mosaikplastik). Hat sich aber eine grossflächige Schädigung eingestellt (der anfänglich lokale Defekt "kratzt" an der Gegenseite) können u.U. diese Methoden nicht mehr eingesetzt werden. Sind arthroskopische Eingriffe nicht mehr vielversprechend werden nochmals alle Register gezogen, um den nächsten operativen Eingriff abzuwenden: Übergeweicht abbauen; Dehnungszustände verbessern um den Druck auf das Gelenk zu reduzieren; leichter, schmerzfreier! Muskelaufbau aller! umliegender Muskeln, um die Kraftbelastung besser zu verteilen. Eine besondere Rolle spielt dann die Beinachse. Diese kann durch Umstellungsosteotomien geändert werden, um den betroffenen Gelenkabschnitt von der Belastung zu befreien. Doch auch diese Massnahme hat nur einen zeitlich begrenzten Einfluss, so dass am Ende noch die Knieprothese zur Verfügung steht. Ist nur eine Häfte des Knies betroffen, kann ggf. nur eine "halbe Prothese" implantiert werden, sind mehrere Abschnitte betroffen hilft nur noch eine Totalprothese. DOCH eine Prothese ist kein lebender Organismus, der sich regenerieren kann. Sie nutzt sich nur ab, d.h. sie hat eine begrenzte Lebensdauer (auch das beste Auto geht einmal kaputt). Das will heissen, bekommt man in jungen Jahren eine Prothese läuft man Gefahr, dass man diese im Alter auswechsel muss.

    Die Operationen werden nach und nach jedoch für den Patienten immer aufwendiger und sind auch in der Rehabilitation zeitlich länger. Es macht Sinn sich mit einem zu unterhalten, der die jeweilige Operation schon hinter sich gebracht hat. Dann weiss man erst was auf einen zu kommt.

    Aber "jeder ist seines eigen Glückes Schmied" und fair geht vor!

    Leider kann man aus den wenigen Angaben nichts genaues herauslesen. An dieser Stelle (zw. dem 2. und 3. Gelenk) befinden sich viele Strukuren, wie Sehnen, Sehnenscheiden, Muskeln, Kapselbandgewebe der Gelenke. Aber auch die Gelenke selbst können ausstrahlen.
    Du kannst einmal überprüfen, ob Deine Daumenmuskulatur in der Hand zu kurz ist, in dem Du beide Hände bei gestrecktem Ellenbogen nach HInten hoch ziehst und dabei die Finger spreizt. Nun vergleiche die Stellung beider Daumen im direkten Seitenvergleich. Ist bei maximaler Streckung im Handgelenks wie in den Fingern/Daumen ein Gelenk nicht gestreckt -bei Dir bes. das 2. Gelenk weiterhin stärker gebeugt- dann können die Fingerbeuger zu kurz oder die Fingerstrecker zu schwach für eine vollständige Streckung sein. Dies kann zur Überlastung sowohl des 2. wie 3. Gelenks führen.
    Bei mir war das so. Geholfen hat mir, dass ich die o.g. Streckung mehrmals täglich gemacht habe (jeweils ca. 15Sek bei maximaler Spannung halten) und damit die eine Muskelgruppe gedehnt und die andere auftrainiert habe.
    Bei bleibenden oder ansteigenden Beschwerden solltest Du - damit es nicht chronisch wird - einen Orthopäden oder Handchirurgen aufsuchen, der sich die Sache ansieht.

    Hallo Kädi2003,

    die wesentlichen Fragen sind:
    Ist ein Unfall passiert oder sind die Beschwerden von selbst gekommen?
    (das ist bei "Verletzungen/Beschwerden" immer die wichtigste Frage)
    Wenn Unfall, wie GENAU ist dieser passiert und wie lange ist der Unfall her? (Ball gegen ausgestreckten Finger, Finger nach hinter gebogen, mit Daumen hängen geblieben, .....)
    Die dritte Frage ist, wo sind die Beschwerden und wann treten diese auf? Wird der Daumen dick? Wo wird er dick und wann?
    (vom Fingernagel aus abgezählt, 1.,2. oder 3. Gelenk?; Schmerzen auf der Rückseite/Handflächenseite, Seite zum Kleinfinger hin oder auf der freie Seite? Schmerzen beim Zugreifen gegen den Kleinfinger oder Zeigefinger?

    Hallo MrMarci!

    Ich glaube auf deinem Bild die Innenseite deines Ellenbogens erkennen zu können. An dieser Stelle hat es keine Sehnenscheiden, sondern nur noch die Muskelansätze der langen Finger- und Handgelenksbeuger am Knochen. Die häufigste Diagnose bei Beschwerden an der Innenseite des Ellenbogens (ohne Unfallgeschehen) ist die Sehnenansatzentzündung, im Volksmund auch Golferellenbogen genannt (Aussenseite: Tennisellenbogen). Diese stellen eine Überlastungsreaktion der Unterarmmuskulatur dar. Häufig kommt es bei Monobelastung der Handgelenksbeuger zu einer Verkürzung der Muskulatur. Beim Wurf kommt durch das ruckartige Zurückklappen der Hand dann zu starker Zugbelastung an der verkürzten Muskeln. Manchmal steckt jedoch eine Reizung des Nervs auf der Innenseite oder eine "Mirkoinstabilität" des Ellenbogen bei "ausgedehntem Innenband" hinter den Beschwerden. Die Therapie bei letzteren ist primär die gleiche. Sollte jedoch Beschwerden trotz adäquater Therapie bleiben, müsste an diese Möglichkeit gedacht werden.
    Primär muss der Schmerz/Entzündung genommen und die Muskulatur entspannt und gedehnt werden. Danach gilt es weiter zu Dehnen und die gesamte Unterarmmuskulatur wieder aufzubauen. Zum Erhalt des Ergebnisses oder zur Prophlaxe ist z.B. ein Wristball/Powerball gut. Aber der Erhalt der Dehnungsfähigkeit der Muskulatur steht in der Prävention an erster Stelle! Um nicht Öl ins das Entzündungsfeuer zu giessen, gehört eine Wurfpause dazu:wall:. Diese muss jedoch solange eingehalten werden, bis die Muskulatur wieder aufgebaut ist und nicht nur bis solange man Schmerzen hat!