TuSsies - FAG
Der erwartete und souveräne Sieg. Somit bestätigten sich die abgegebenen Tipps.
Nur die kryptische Andeutung von Kickers ist noch zu klären.
Bezog sich diese auf die veröffentlichen Fehlbeträge?
Nein, bezog sich auf die zusätzliche psychologische Fan-Unterstützung für die Heimmannschaft, die bedauerlicherweise, aufgrund der fehlenden Durchschlagskraft der TuSsies in Hälfte zwei, nicht richtig zur Geltung kam. 
Zu den Fehlbeträgen eine interessante Bemerkung im Spielvorbericht im Reutl. Gen. Anz. vom Freitag, 17.11.:
Frauenhandball - Göppingens Trainer vor dem Derby gegen Metzingen: Wir haben Respekt, treten aber ohne Angst an
Knezevic zeigt die Richtung an
VON GABRIELA THOMA
REUTLINGEN. Aleksandar Knezevic ist kein Mann der großen Worte. Kampfansagen sind nicht sein Stil. Klar, sagt er, will er mit seiner Mannschaft von Frisch Auf Göppingen heute Abend im württembergischen Derby bei den Bundesliga-Handballerinnen der TuS Metzingen (19 Uhr, Öschhalle) einen Sieg erringen. Das reicht dem 43-jährigen Handball-Trainer als Aussage, denn für ihn gilt eine uralte Weisheit, die er deshalb auch gerne bemüht: »Ein Derby ist ein Derby und das hat seine ganz eigenen Gesetze. Da gibt es keinen Favoriten. Die Partie ist offen und es wird ein heißes, knappes Spiel werden, in dem Nervenstärke gefragt ist.« Selbstredend hofft er, dass seine Mannschaft gegen Metzingen die bessere mentale und körperliche Stärke aufbieten wird.
Weil er im Vorfeld einer Partie aber grundsätzlich nicht über taktische Finessen zu sprechen pflegt, während eines Spiels sein Temperament zu zügeln weiß und meist unberührt und unterkühlt wirkt, haben ihm nette Zeitgenossen den Spitznamen »Mister Cool« verpasst. Doch Aleksandar Knezevic ist beileibe kein Eisberg, sondern ein gewiefter Handballer, der mit Leidenschaft und Ehrgeiz seinen Sport lebt. Bis 2007 hat der Linkshänder noch selbst für die Männer vom Hohenstaufen in der Handball-Bundesliga gespielt. Dann war er bei seinen früheren Mannschafts-Kollegen Co-Trainer, ehe er dann 2009 die Frauen übernahm.
Nicht umsonst haben die Klub-Oberen von Frisch Auf Göppingen jetzt vor dem Nachbarschafts-Duell gegen den württembergischen Konkurrenten aus dem Ermstal seinen Vertrag als Trainer der Bundesliga-Handballerinnen um zwei Jahre bis zum Juni 2015 verlängert. Hinzu kommt, dass er seit Anfang dieses Jahres Geschäftsführer bei den Grün-Weißen ist. Dieser Arbeitsvertrag ist gewöhnlich unbefristet. Es fügt sich für die Verantwortlichen und ihn deshalb richtig gut, dass er bei dem einzigen deutschen Verein, der mit Männern wie Frauen in der ersten Liga spielt, auch für die wirtschaftlichen Belange zuständig ist. So wird die Vertragsverlängerung mit ihm zugleich als positives Zeichen an die Sportler, Fans und Sponsoren gewertet.
Ohnehin wird bei Frisch Auf nicht der eine Teil des Klubs als der unliebsame Konkurrenten des anderen gesehen. Deshalb sagt Knezevic: »Ob Männer oder Frauen, Sport ist Sport und Handball ist Handball und wir in Göppingen verstehen uns als eine große Familie.« Weiter führt er aus: »Die Vertragsverlängerung mit mir als Trainer der Frauen ist schön und gut, denn nun haben wir Zeit, weiter etwas anzupacken. Auch macht es mir viel Spaß, mit dieser Mannschaft zusammenzuarbeiten.«
Der gebürtige Bosnier trainiert bereits in der vierten Saison in Folge die Frauen am Hohenstaufen, nachdem sie der Ex-Metzinger Coach Emir Hadizmuhamedovic 2008/2009 ins Oberhaus geführt hatte. Sein Team ist ausgeglichen auf allen Positionen besetzt und wirkt gut eingespielt. Scheinbar blind verstehen sich die Spielerinnen auf dem Parkett. Stark im Rückraum und stabil in der Abwehr eilten sie zuletzt zu fünf Siegen in Folge. Aber auch die vier Niederlagen zu Beginn der Saison waren für Knezevic »keine Überraschung, denn das waren ja auch die Top-Teams der Liga«. Er sucht nicht den schnellen, weil meist flüchtigen Erfolg. Knezevic setzt auf Kontinuität, Vertrauen und Ruhe.
»Wir in Göppingen verstehen uns als eine große Familie« So schickt er sich an, die Handballerinnen ebenso langfristig als Markenzeichen zu etablieren, wie es die Göppinger Männer schon seit gefühlt ewigen Zeiten sind. »Wir haben uns ständig weiterentwickelt und sind zu einer festen Größe in der Frauen-Bundesliga geworden«, sagt er. »Doch jetzt müssen wir sportlich wie finanziell noch stabiler werden, langfristig erfolgreich sein und versuchen, oben mitzuspielen.«
Das dauert eben - manchmal zehn, zwanzig Jahre, sagt Knezevic. Ziel ist jedoch schon in diesem Jahr, die Play-offs und die Pokal-Endrunde zu erreichen, zumal das Final-Four-Turnier in Göppingen steigt. »Das hat für uns, auch wenn es schwer zu planen ist, einen besonderen Stellenwert, weil wir aus Prestige-Gründen unbedingt vor eigenem Publikum antreten wollen.«
Im großen Ganzen gesehen ist damit das Liga-Spiel heute Abend nur ein kleines, so aber doch wichtiges Etappenziel. Deshalb darf Knezevic keinesfalls unterschätzt werden, wenn er zurückhaltend-schlicht sagt: »Wir kennen uns gegenseitig gut. Metzingen hat eine gute erste und zweite Welle und überhaupt Qualität. Wir haben Respekt, aber wir treten ohne Angst an.« (GEA)