Beiträge von Zickenbändiger

    Hey, so viele Besucher verträgt unser kleines Kreisforum nicht! Bevor es zum Stau kommt, hier der Text. Und es würde mich freuen, wenn sich noch mal jemand weiteres anschließt. Es gibt Details in Spielberichten, die sind besser auf vereinsfremden Seiten aufgehoben :devil: .

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    Liebes Handballtagebuch!

    Als Jugendtrainer spart man Geld für Unterhaltung. Zirkus- oder ein teurer Zoobesuch? Nicht nötig, wenn ein Handballturnier ansteht. Sei der Anlaß für einige Mannschaften sportlich noch so unbedeutend, Dank deren Eltern haben solche Turniere hohen Unterhaltungswert. Nur Kinderfußball muß wohl schöner sein.

    Regionspokalvorrunde in Immensen. Erster Gegner war die HSG Letter / Marienwerder, uns noch von einem Turnier im Sommer in schmerzhafter Erinnerung. Durch die Bank Neulinge jüngeren Datums und sportlich noch kein ernstzunehmender Gegner, wäre da nicht die eigentümliche Deckungsweise: Ball wegreißen, Haare ziehen, klammern, Trikot zerren, zum Huckepack aufspringen - das volle Programm. Egal, unsere beiden Haupttorschützen hatte ich abwechselnd ins Tor und auf die Bank verbannt, das sollten die anderen Mädchen richten. Nach 90 Sekunden ein Pfiff des Kampfgerichts. Letter hatte sich beschwert, dass wir einen Jungen im Tor hätten. Klar, kurze Haare und kräftige Statur, Julia kann unmöglich ein Mädchen sein. Während der Schieri noch den Sachverhalt zu klären suchte, erhitzten sich die Gemüter der Elternschaft auf beiden Seiten. Ob sie denn zur Kontrolle mal nachschauen wollten, die lautstarke Herausforderung hinter unserer Bank. Eine Mutter war sich tatsächlich nicht zu schade, brüllte laut „Ja" und robbte sich schon über die Bande. Schieri Klaus Peukert verhinderte souverän, dass sich die Dame noch weiter der Lächerlichkeit preisgab. Spielerpaß und Spielprotokoll hätten keine Regelverstöße erkennen lassen, Ende der Diskussion. So kam er auch meiner allerersten Disqualifikation zuvor; die Hobbygynäkolgin hätte es maximal bis zu unserem 9m-Kreis geschafft.

    Leider war alles viel Lärm um nichts. Die junge Trainerin hatte seit dem Sommer lediglich Insolvenzverwaltung betrieben, statt den Kindern Handball spielen beizubringen. Die Mannschaft foulte wie eh und je, ohne dass sie sich sportlich weiterentwickelt hätte. Und mit einer Elternschaft im Rücken, welche die eigenen Kinder bei kleinen Fehlern beschimpfte und anpöbelte, ist die sportliche Zukunft der jungen Damen leider bereits in der E-Jugend Geschichte. Ein kaum sehenswertes 8:0 stand am Ende zu Buche. Aber bei dem Rahmenprogramm kommt man auch so auf seine Kosten.

    Dein Karsten

    Edit: Zum Thema Julia - siehe aktuelle Signatur :D

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    Sag mal Zickbändiger, wie gehst Du denn mit Kritik der Eltern um?

    Ich hatte das unglaubliche Glück, lange Zeit nicht solche Situationen zu haben. Während einer sieben Jahre langen Vereinspause hab ich nur die Kreisauswahl hier trainiert, da ist die Situation und das Umfeld ja ganz anders. Meine Mädchen habe ich dann als Minis übernommen, die vom Verein als E-Jgd. gemeldet waren. Hohe Niederlagen, null Erwartungshaltung der Eltern, kein Erfolgsdruck = Ruhe.

    Jetzt geht das langsam los, dass die Handballexperten unter den Eltern manchmal mißmutig werden. Und mit einer Aushilfe aus den Minis hab ich nun die vereinsberüchtigen "parents from hell" an der Backe. Da hab ich mir auch erst einmal Rat geholt. Der Tipp war, offensiv mit den Eltern umgehen. Solchen Kommentaren von der Tribüne entschieden entgegentreten (da würd ich auch irgendwann nicht mehr werfen wollen...). Den Druck von den Kindern weghalten. Spiel Deine Trümpfe aus, die wenigsten Eltern werden mal 2. Liga gespielt haben.

    Häufig reicht vielleicht ein wenig Gegenwind. Wenn aber alle Stricke reißen, drück ihnen den Spielerpaß der Tochter in die Hand. Eine funktionierende Mannschaft vergrößert sich in dem Alter von alleine, wenn es den Mädchen Spaß macht. Unbelehrbare bekloppte Eltern müssen wir uns nicht antun.

    Jan: Was hast Du gegen rosa Rasen? :D Fußball würde dann vielleicht ganz neue Zielgruppen erreichen, dem Merchandising wären dann bald keine Grenzen mehr gesteckt. Statt einer Eckfahne noch ne Sonnenblume...

    Spätestens seit dem Hockeyturnier bei Olympia wissen wir, dass Kunstrasen gewässert sein muß, um bei Ausrutschern keine Verbrennungen zu verursachen. Da sehe ich ein Problem. Andererseits: Wieviele Stadien wird es letztlich betreffen? Das wird sich doch eher arg in Grenzen halten.

    Ein ganz wichtiger Punkt von Harmi!!!

    Du hast ein Bild von Handball (Wert). Du beobachtest Deine Mädchen (Wirklichkeit). Du vergleichst und stellst gewisse Abweichungen fest. Nennen wir die Differenz Fehler. Ganz falscher Ansatz (den ich Dir frecherweise einmal unterstelle, aber ich erlebe das regelmäßig). Welche Spielerin wird mehr Spaß und damit Motivation haben? Diejenige, die an Fehlern (Bezugspunkt Wert) oder diejenige, die an Fortschritten (Bezugspunkt Wirklichkeit) gemessen wird?

    Nicht eine weibliche D muß das Idealbild von Handball des Trainers verstehen oder daran gemessen werden, erst mal muß der Trainer Handball in der D-Jgd. verstehen. Und dieser Sport hat überhaupt nichts mit Handball der Erwachsenen zu tun. Was läuft da ab? Was ist überhaupt mit Elfjährigen möglich? Wie komme ich dahin? Und noch interessanter: Kriegen wir das nicht vielleicht in zwei Jahren besser als alle anderen hin? Läßt sich an meinem Bild von Handball noch was verbessern?

    Was die Ziele angeht, fang bei null an und vergiß Dein Bild von Handball. Beobachte die Gegner. Was können sie, was könnten sie besser machen? Wie läßt sich das noch überbieten? Viele Trainer versuchen die Kinder in ein Schema zu pressen und sind dann erst glücklich, wenn alle wie die Maschinen ihr Programm abspulen. Sieht dann sehr übersichtlich aus, ist aber meist Standhandball oder einfach nur berechenbar. Warum stören sich wohl anscheinend so viele Handballeltern an einer Manndeckung? Kennen sie nicht, verstehen sie nicht. Ist so ungeordnet, passt nicht in ihr Bild von Handball.

    Die wE eines HE-Mitglieds hier spielt eine so gute Manndeckung , dass sie weit und breit konkurrenzlos sind (ich durfte das schon zweimal erleben). Der Trainer kann unmöglich ein festes Bild davon vorweg gehabt haben sondern muß sich das einfach offen gelassen haben. Ziele ja, Schemata nein.

    Und nun noch mal zu meinem Anliegen zurück:

    Unabhängig von Schwierigkeitsgrad und Spielweise - HAT IRGENDWER EINEN LITERATURTIPP ZUR EINFÜHRUNG DER 6:0? Ist es nicht merkwürdig, dass die meistgespielte Deckungsweise weit und breit in der Fachliteratur so totgeschwiegen wird? In der "ht" wundert es mich nicht, will man uns doch weismachen, dass die 3:2:1 das nonplusultra ist. Hab ich in der Nationalmannschaft nur noch nicht so gesehen...

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    Manchmal weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Werfen, Zug zum Tor, Abwehr und dann auch noch Tore werfen...pfff

    Hi Lika!

    Es ist einfacher, als Du denkst. Handballspezifisch: Erst einmal Schwerpunkte werfen und Abwehr. Vieles weiteres kommt von alleine, wenn Du viel spielen läßt und Koordinationstraining mit einbaust. Pässe abfangen, lange Pässe vom Torwart, schneller Seitenwechsel - wird bei uns immer mehr, ohne dass wir es je gezielt trainiert haben. Wurtraining mach ich inzwischen nicht mehr als Schwerpunkt sondern jede Einheit fünf Minuten, weil entsprechender Tordrang inzwischen einfach da ist. Hängt mit Sicherheit mit individuellen Erfolgserlebnissen zusammen.

    Viele Grüße!

    Der Bändiger

    Hi Maleikalika! (Denk Dir doch bitte mal ne Abkürzung aus! :) )

    Das mit der Angst vor Fehlern ist sicher nicht abwegig. Ich erlebe so einige Trainer, die im Spiel lieber rumschreien und meckern als aufmuntern und erklären. Den meisten fällt das Schreien leichter als das Erklären, weil sie keinen blassen Schimmer von Handball haben. Falls Du Deine Mädchen von einem solchen Experten geerbt hast, dann fehlt es vielleicht an positiven Erlebnissen nach Würfen.

    Ich habe seit zweieinhalb Jahren eine weibliche E. Da war lange dasselbe zu beobachten. Zwei oder drei werfen, die anderen geben lieber ab. Zuerst habe ich lange Zeit keinen Wurf aufs Tor im Spiel / Training kritisiert, selbst bei noch so hoffnungslosen Versuchen. Im Gegenteil, jeder Wurf - gerade bei Mädchen - ist begrüßenswert :D. Später bin ich dazu übergangen auch mal Kritik zu üben, wenn auch der fünfte Ball zwei Meter über das Tor ging oder wieder im hohen Bogen über die unmittelbar davor stehende blockende Abwehrspielerin geworfen wurde.

    Letztlich hilft aber nur eins - ich hab es ja bereits vor einigen Wochen gepostet: Werfen, Werfen, Werfen! Wenn erst einmal ein vernünftiger Armzug da ist und die Präzision steigt, dann mehren sich die Erfolgserlebnisse durch Treffer. Der Drang zum Tor kommt dann von alleine. Mir scheint, der Trend geht im Augenblick dahin, dass erst das schwierigere Durchsetzen 1:1 gelernt wird, bevor man werfen lernt. Meinetwegen. Nur wir sind zur Zeit mit Gegenstößen und Würfen aus der Fernwurfzone in einer E-Jgd. Jungenstaffel mit 6:6 Punkten und 88:97 Toren auch recht erfolgreich. Und es treffen nicht nur ein oder zwei Spielerinnen.

    Moin!

    So, die Manndeckung haben wir mit der weiblichen E ausprobiert, nun ist es Zeit für was Neues....

    Scherz beiseite. Ein befreundeter Trainer fragte mich vorhin, ob ich irgendwas zur 6:0 Deckung in meinen Unterlagen hätte. Es geht insbesondere um die Regelbewegungen sowie Absprachen. Ich konnte da nicht weiterhelfen, die 6:0 wird kaum irgendwo behandelt.

    In den letzten 10 Jahren war in der "handballtraining" einmal etwas mehr zur schwedischen Variante zu lesen, im Handball Handbuch 3 gibt es eine ganz kurze Abhandlung und dieses Jahr war in der "ht" eine Doppelseite mit Trainingsinhalten. Sonst habe ich nichts Brauchbares.

    Kennt irgendwer eine Quelle? Eine umfangreiche Einführung in die 6:0 Deckung, mit alle drum und dran? Schon erstaunlich, wenn man die Verbreitung bedenkt. Alle spielen sie auf Kreisebene, aber keiner beherrscht sie wirklich.

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    Minis sollen einen Purzelbaum können. E-Mädels Rolle vorwärts

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    und Zickenbändiger wünsche ich ein schlechtes Gewissen das er nicht mehr schlafen kann.

    Ooooh, ich Unglückseliger! :D Schlaflose Nächte und nun muß ich mich auch noch als Unwissender outen (ob ich ein Rad kann, will ich mal dahinstehen lassen). Rolle vorwärts ist nicht der Fachausdruck für Purzelbaum?! Helft mir mal bitte. Auf Rolfs Rat hin lasse ich nun bei Undiszipliniertheiten immer Purzelbäume machen (ist ein Heidenspaß!) und weiß nun nicht mal, was das ist. Rolle vorwärts ist dann möglicherweise per definitionem mit "Landung" auf den Füßen und aufstehen? Oder noch komplizierter?

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    Haben so etwas ähnliches wie ein Pflichtenheft.

    Bist Du Programmierer?

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    ich habe schon meinen Kalender zitiert ich kann zu allen drei Terminen

    Ich seh Euch schon eine Woche vor jedem Termin die gesammelte Whiskyfachliteratur büffeln, um das Quiz wieder zu gewinnen. :D

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    ich bin da gerade auf einen Laden in Hamburg gestoßen.

    In der Tat nette Auswahl. Aber kann ich jemanden Ernst nehmen, der "Lagavulin" nicht buchstabieren kann? :lol:

    Hat sich Patrick schon mal geäußert, ob wir ihn nach dem Spiel in den Kofferraum zerren und entführen müssen oder ob er freiwillig mitkommt?

    Hi Harmi!

    Solche Elemente kommen bei mir (weibliche E, zwanzig Mädchen) sicher zur Zeit etwas zu kurz. So auch der Befund von RolfB hier aus der HE, der unser Training neulich mal besucht hat :hi: . Als ich die Bande vor 2 1/2 Jahren übernommen habe, war ich mit den koordinativen Fähigkeiten eigentlich ganz zufrieden. Drei Mädels kamen aus der Leichtathletik, zwei vom Ballet, eine vom Tennis, mehrere fuhren den ganzen Nachmittag mit einem Einrad durch die Nachbarschaft. Deswegen habe ich mich mehr auf Spiele und Ballschulung konzentriert.

    Nun mehren sich neugierige Freundinnen zum Probetraining. Und die bringen leider häufig nicht dieselben Voraussetzungen mit. Mit der zweiten Mannschaft werde ich wohl andere Schwerpunkte setzen müssen, da hier noch einiges aufzuholen ist. Für die ein oder andere Neunjährige ist nun Handball die allererste Trainingserfahrung überhaupt!!! :( Wir haben eine tolle Miniabteilung, die mit den Kleinsten der Kleinen startet und dort Mutter-Kind-Turnen macht, da ist sowas natürlich schade.

    Ob man früher allerdings in der Freizeit Handbälle geworfen hat, das wage ich zu bezweifeln. Steine und Schneebälle sicherlich (mein "Mentor" - selbst Lehrer - hat unsere Jungs immer wieder dazu angestiftet, Schneebälle auf Fenster im zweiten oder dritten Stock zu werfen... sofern diese offen stehen :D), aber Handball? Ich selbst hab früher auf dem Bolzplatz auch nur gekickt und später mal die Basketballkörbe dort genutzt.

    In der Tat. Zur Erklärung: In Hannover ist die 6:0 Deckung in der E-Jgd. inzwischen fast ausgestorben. Ich hab mir aber sagen lassen, dass es noch Kreise hinterm Mond geben soll, wo Manndeckung ein Fremdwort ist. Umso mehr ärgere ich mich, bei uns noch solche Hinterwäldler anzutreffen. Aber inzwischen sind wir vorbereitet... :devil:


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    Liebes Handballtagebuch!

    Dieses Wochenende stand der TB Stöcken auf dem Spielplan. Zwei Kellerkinder in der männlichen E, das sollte ein spannendes Spiel werden, zumal 100% Mädchenpower gegen etwa 1/3 Jungs und 2/3 Mädchen spielen würden. Zum Glück konnte ich mich bei Spielbeginn in der engen Halle gegen die Wand lehnen, sonst wäre ich umgefallen. Ein 6:0 Deckung in der E-Jgd.! Da hat wohl ein Verein die Entwicklung der letzten fünfzehn Jahre verschlafen, bzw. die Durchführungsbestimmungen der Region Hannover überlesen.

    Wir waren im Schnitt einen halben Kopf größer und inzwischen bestens auf die im Kinderhandball überholte Deckungsform vorbereitet. Umgekehrt war der Gegner leider nicht mit einer Manndeckung vertraut, noch gegen Würfe aus dem Rückraum gewappnet. Stöcken hatte Mühe, den Ball überhaupt in die Nähe des Tores zu transportieren und so rollte der Gegenstoßexpreß ein ums andere Mal. Und der Rückraum konnte ungehindert von neun oder zehn Metern schießen, spannend würde das so nicht werden. Nach knapp zehn Minuten spielten wir in einfacher, wenige Minuten später in doppelter Unterzahl. So bekamen wenigstens unsere Torhüter mal was zu tun. Auch die Bitte in der Pause, die eingeschlagene Taktik mal zu überdenken, half nicht weiter. Eine Umstellung hätte zwar nicht die Gegenstöße verhindert, aber zumindest den Dauerbeschuß aus dem Rückraum unterbunden. Zehn weitere Minuten mit vier Feldspielerinnen, immer noch keine Reaktion. Man wollte sich wohl was beweisen. Kein Problem, wir spielten wieder 6:6 und demonstrierten weiter, warum seit Jahren im Kinderhandball Bewegungs- und Spielfreude den Standhandball abgelöst haben. 24:6 der Endstand - hoffentlich war das die letzte Fleischmauer diese Saison!

    Dein Karsten

    Floridaadler: *Horror-Modus an* Es gibt zu Highlander eine Fortsetzung?!?!?!?! *Horror-Modus aus* Kann nicht sein, es kann nur einen geben!!!

    juju: Als Junge darf man sich auch in die Hosen scheißen - mit zwei Jahren ist dann aber irgendwann mal Schluß. :D

    Wer mal was richtig Abgefahrenes sehen möchte: "Freaks" aus den 30er oder 40er Jahren. Auch eine Empfehlung von King gewesen. Eine Gruppe Hauptattraktionen einer Freak Show eines Zirkusses rächt sich an einer Artistin, die einen der ihren gelinkt hat.