Beiträge von Blueboy

    Da ist ein Blick in Regel 10:3 b) die Lösung. Vorausgesetzt Mitspieler und Gegenspieler sind korrekt positioniert, kann der Anwurf angepfiffen werden, wenn der Ball sich in der Anwurfzone befindet und der werfende Spieler mindestens einen Fuß in der Anwurfzone hat. Wenn er jetzt nicht den anderen Fuß außerhalb der Zone in die gegnerische Spielhälfte absetzt kommt der Anpfiff. Und da muss er den Ball noch nicht in der Hand haben.

    Ich muss dir da leider widersprechen. So korrekt der erste Teil ist, so falsch ist der letzte Satz. Schau dir dazu mal die Regel 15:1 an.

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    Regel 15 | Allgemeine Anweisungen zur Ausführung der Würfe (Anwurf, Einwurf, Abwurf, Freiwurf, 7-m-Wurf)

    15:1 Vor der Ausführung eines Wurfs muss der Werfer die richtige Position eingenommen haben. Der Ball muss sich in der Hand des Werfers befinden (15:6).

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    15:7 kann auch nicht greifen, da nach 10:3 b Anstrich 6 der Anwurf noch gar nicht ausgeführt gewesen sein kann (womit wir wieder bei 15:1 wären).

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    Der Anwurf gilt als ausgeführt, wenn

    o der Ball zunächst die Hand des Werfers verlassen und anschließend die Anwurfzonenlinie vollständig überquert hat oder

    o der Ball gepasst und von einem Mitspieler berührt oder kontrolliert wurde, obwohl dies innerhalb der Anwurfzone erfolgt ist.

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    Auch in der Fassung vor 2022 stand nicht in Regel 10:3, dass der Werfer den Ball in der Hand haben muss und trotzdem hast du bestimmt nicht angepfiffen, nur weil der Spieler schon richtig stand, aber noch auf den Ball gewartet hat.

    Fehler passieren; nicht so tragisch

    Der gegnerische Trainer hat im Spielbericht mehrere Verletzungen dokumentiert und unter Sonstiges eingetragen, dass die Schiedsrichter darin geschult werden müssen, vor dem Spiel die Fingernägel der Spielerinnen zu prüfen. Er hat keinen Einspruch eingelegt.

    Also grundsätzlich hat der Trainer erstmal nichts selbst zu notieren. Ich gehe davon aus, dass dies ein Ausdrucksfehler deinerseits war. Sollte, warum auch immer, der Trainer kurz alleine mit dem KG in der Kabine gewesen sein und sie hätten das auf sein Verlangen hin notiert, dann Strg+A und Entf. 😉


    Ohne Einspruch anzukündigen, hat der Trainer/Offizielle kein Recht (außer Verletzungen) irgendetwas im Spielbericht notieren zu lassen. Wenn er Einspruch einlegt, dann ist es sein Einspruchsgrund mehr aber auch nicht. Dann muss er den Einspruch entsprechend formulieren.


    Regeln zur Länge der Fingernägel gibt es nicht. Schon alleine aus Eigeninteresse sind Spielerinnen daran interessiert, die nicht zu lang werden zu lassen, da nicht nur die Verletzungsgefahr steigt, sondern auch die Gefahr des eigenen Verlustes des Nagels.


    Wer als Trainer auf Spielfeld läuft und erstmal gegnerische Spieler(innen) anmotzt, hat gerade im Jugendbereich seinen Auftrag komplett verfehlt.

    Landesverhband beinhaltet Bezirke, d.h.runter bis in die tiefste Liga? Ich frag mich ob wir bei uns auf dem parkett ein paar kleine markierungen mit nagellack anbringen dürfen.

    "Landesverband" bedeutet alles unterhalb der 3. Liga.

    Was das Thema Nagellack angeht, kannst du gern bei eurem Halleneigentümer (Stadt/Kommune/Land) anfragen. Es gibt ja aber auch noch andere Möglichkeiten. Ich gehe zusätzlich davon aus, dass die jeweiligen Landesverbände in den Durchführungsbestimmungen dazu Regelungen erlassen werden, wie sie sich das im Falle von nicht vorhandenen Kreisen vorstellen.

    Die Frage ist: Haben wir bei uns einen Technischen Delegierten oder haben wir eine Spielaufsicht im EInsatz? Denn da gibt es zwei Regelungen.

    Den Gedanken hatte ich auch schon. Der offizielle Liveticker der HBL hilft dabei leider nicht unbedingt weiter. Hier ist von einer Spielleitung die Rede. Den Spielleiter kenne ich allerdings nur aus dem Jugendbereich. ^^

    Wenn ich mir allerdings die Ansetzungen ansehe, die regelmäßig auf handball-world.news gepostet werden, dann ist von einer Spielaufsicht die Rede. Folglich durfte von außen nicht eingegriffen werden.

    Ganz genau wird man es wohl nur sagen können, wenn man den Blick in die Software hat, wie Holger Fleisch notiert war.

    "10:3 Der Anwurf ist innerhalb drei Sekunden nach Anpfiff (13:1a) von der Mitte der
    Spielfläche aus (mit 1,5 m Toleranz nach beiden Seiten) in beliebiger Richtung
    auszuführen (13:1a, 15:7 Abs. 3). Der Anwurf ausführende muss mindestens mit einem
    Fuß die Mittellinie berühren, der andere Fuß darf die Mittellinie nicht überschreiten
    (15:6) und der Werfer darf den Ausführungsort nicht verlassen, bis der Ball gespielt ist
    (13:1a, 15:7 Abs. 3; siehe auch Erläuterung 5).

    Allgemein: Zur Regelfestigkeit von Sky Kommentatoren möchte ich mich lieber nicht äußern.@UFausLD
    Ich gebe dir Recht, dass Regel 10:3 der richtige Regelpassus ist, jedoch verweist er im letzten Satz auf einen weiteren Bestandteil der Regel, den du nicht weiter ausführst. Dies will ich hier nachholen.

    Erläuterung 5. Anwurf

    "Als Leitsatz für die Auslegung von Regel 10:3 sollten die Schiedsrichter das Ziel berücksichtigen, die Mannschaften zur schnellen Ausführung des Anwurfs zu ermutigen. Dies bedeutet, dass sie nicht übertrieben genau sein und nicht nach Möglichkeiten suchen sollten, eine Mannschaft, die eine schnelle Wurfausführung versucht, zurückzupfeifen oder zu bestrafen.
    So müssen die Schiedsrichter beispielsweise vermeiden, dass Notierungen oder andere Aufgaben ihre Bereitschaft beeinträchtigen, rasch die Spielerpositionen zu prüfen. Der Feldschiedsrichter sollte bereit sein, umgehend anzupfeifen, wenn der Werfer die korrekte Position erreicht, vorausgesetzt, es bedarf keiner Korrektur von Positionen anderer Spieler. Die Schiedsrichter müssen zudem berücksichtigen, dass die Mitspieler des Werfers die Mittellinie überqueren dürfen, sobald der Pfiff erfolgt ist. (Dies ist eine Ausnahme von der Grundregel bei der Ausführung von formellen
    Würfen).

    Obwohl die Regel besagt, dass der Werfer auf der Mittellinie stehen muss und zwar höchstens 1,5 m von der Mitte der Spielfläche entfernt, sollten die Schiedsrichter nicht übertrieben genau sein. Hauptsache ist, dass Unfairness und Ungewissheit für die Gegner im Hinblick darauf vermieden werden, wann und wo der Anwurf ausgeführt wird.

    Außerdem ist der Mittelpunkt bei den meisten Spielflächen nicht markiert, und bei manchen Spielflächen kann die Mittellinie sogar durch Mittelkreiswerbung unterbrochen sein. In solchen Fällen müssen offensichtlich sowohl Werfer als auch Schiedsrichter diekorrekte Position schätzen, und jegliches Beharren auf Exaktheit wäre dabei unrealistisch und unangebracht."

    Mit der Eintrittskarte erwirbt der „gemeine Zuschauer“ die Lizenz, sich ein Handballspiel anzuschauen. Mehr aber auch nicht. Die Karte ist keine (Frei-)Karte für die verbalen Entgleisungen, die sich Schiedsrichter Woche für Woche anhören müssen. Und erst recht ist sie keine (Frei-)Karte für Beleidigungen. Ich möchte das Medienecho sehen, wenn mal ein Schiedsrichter in Richtung Zuschauer brüllt, was für „Idioten“, „Schwuchteln“, „Arschlöcher“, ... da draußen sitzen, die nicht mal in der Lage sind ein Handballspiel anzusehen und alle Situationen richtig zu bewerten.

    Wer in der Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, ... pfeift, hat unzählige Lehrgänge und Schulungsmaßnahmen hinter sich. Wer hier von schlechten Schiedsrichtern spricht, hat von der Materie keine Ahnung.

    Allen frohe Feiertage

    Asche auf mein Haupt, ich habe im Ursprungsbeitrag tatsächlich den Satz übersehen.

    Im Bescheid des zuständigen Verbandes ist er gemäß § 17 Abs. 5d) RO DHB bestraft worden, ich weiss auch, dass der Trainer keinen Einspruch eingelegt hat.

    Wenn man den Bescheid zu kennen scheint, halte ich den Einwand von TCLIP nicht für ganz abwegig. Hier könnte durchaus auch schon bekannt gewesen sein, dass da eine weitergehende Bestrafung in Form einer Sperre vorlag. Ich gehe mal zu Gunsten des Verfassers davon aus, dass er den Bescheid nicht im Detail kannte. Dann kann ein Anruf auch zu schnellen Ergebnissen führen. Gerade in den Zeiten der elektronischen Spielberichte sind solche Vorgänge schnell aufgezeigt und sanktioniert.

    Holla zusammen,


    ein Blick in die Rechtsordnung des DHB hilft da weiter.
    "§ 17 Verfahren und Strafen bei Vergehen von Spielern und Mannschaftsoffiziellen innerhalb der Wettkampfstätte (1) Wird ein Spieler oder Mannschaftsoffizieller disqualifiziert und ihm anschließend die blaue Karte gezeigt, ist er vorläufig für das nächste Meisterschafts- oder Pokalmeisterschaftsspiel (der Mannschaft, in der er fehlbar wurde) des laufenden Spieljahres gesperrt, ohne dass es eines besonderen Verfahrens oder einer Benachrichtigung bedarf. Die automatische Sperre nach diesem Absatz ist eine aus- schließlich mannschafts- und spielbezogene Sperre, die nicht für die Teilnahme am sonstigen Spielbetrieb gilt.


    ...

    (4) Erlässt die Spielleitende Stelle innerhalb der Dauer der vorläufigen Sperre nach Abs. 1, d. h. bis zum jeweiligen nächsten Spiel keinen Bescheid, darf der vorläufig gesperrte Spieler oder Mannschaftsoffizielle nach Ablauf dieser Frist wieder am Spiel teilnehmen. Spätere Maßnahmen/ein Bescheid der Spielleitenden Stelle bleiben vorbehalten und müssen innerhalb von 7 Tagen (Ausschlussfrist) nach Ablauf der vorläufigen Sperre erlassen sein."https://www.dhb.de//?proxy=redakt…ordnung-DHB.pdf


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    Sofern also kein zusätzlicher Bescheid der spielleitenden Stelle erfolgt ist, war alles ok.

    Wie gesagt: Die Anweisung war klar, dass ein Spieler, der von draußen kommt, so zu behandeln ist wie der Torwart beim Zusammenstoß. Mir ist nicht bekannt, dass es da eine neue Anweisung gibt.

    Neue Richtlinie
    Disqualifikation des Torwarts gemäß Regel 8:5 Kommentar

    Die Situation gilt, wenn der Torwart aus dem Torraum kommt oder er sich in einer ähnlichen Position außerhalb des Torraums befindet und einen Zusammenprall mit dem Gegner verursacht.

    Es gilt nicht, wenn der Torwart in die gleiche Richtung läuft wie der Gegner, beispielsweise wenn er aus dem Auswechselraum kommt.

    https://dhb.de/fileadmin/downloads/schie…_01.07.2018.pdf


    Wenn du also den Feldspieler behandelst wie den Torhüter, dann ist genau das erfüllt. Dann haben wir eine Spielerin, die sich ihrer Gegnerin in den Weg stellt, mit angewinkelten Armen Kontakt aufnimmt und versucht diese zu kontrollieren (Regel 8:1b).

    @ Thunder68: Du hast ein wenig komisch zitiert, denn nun erschent es ich hätte Dinge geschrieben, die ich nicht geschrieben habe.

    Die Definition zur Regel 14:1 geht bei der klaren Torgelegenheit davon aus, dass der Spieler regelgerecht in Ballbesitz kommt. Alles andere wäre auch sinnlos. Da der Ball faktisch noch im Torraum ist, kann er nicht regelgerecht in Ballbesitz kommen. Deshalb ist die Formulierung "auf der Torraumlinie" extrem wichtig und eben nicht zu vernachlässigen.

    Als der Ball sich auf der Torraumlinie befindet, stoppt der Torwart ihn mit dem Fuß.

    Das wichtigste an der Frage ist die Formulierung "auf der Torraumlinie". In dem Augenblick ist der Ball laut Regeltext noch im Torraum und darf vom Feldspieler nicht aufgenommen werden. Somit kann er in der aktuellen Situation keine klare Torgelegenheit haben. Auch wenn er kurz davor ist den Ball aufzunehmen, noch darf er es nicht.

    Da aber der Torwart den Ball auch nicht mit dem Fuß spielen darf (Bewegung des Balles in Richtung Spielfeld), ist auf Freiwurf zu entscheiden.

    @ Funkruf

    So einfach ist das bei einem Spieler gar nicht. Regel 4:11 erlaubt zwar 2 teilnahmeberechtigten Personen das Betreten der Spielfläche, verweist aber auch auf Regel 4:3. Regel 4:3 Abs. 3, der es teilnahmeberechtigten Spielern jederzeit erlaubt die Spielfläche über die eigene Auswechselzone zu betreten, verweist wiederum auf Regel 4:4 und 4:6. Regel 4:4 (Spielerwechsel) kann hier außer Acht bleiben. Regel 4:6 Abs. 2 schreibt für Spieler, die während einer laufenden Hinausstellungszeit die Spielfläche betreten eine erneute Hinausstellung vor. Auch wenn die Spielzeit wegen einer Verletzung unterbrochen ist, wird die Hinausstellung nicht "auf Eis" gelegt. Folglich ist das Betreten der Spielfläche durch einen hinausgestellten Spieler während einer Verletzung ein Regelverstoß.

    Zu hinausgestellten Offiziellen gibt es im Regelwerk keine Einschränkung. Gerade aber in dem von Kay M angesprochenen Fall, geht für mich die Gesundheit des Spielers vor. Vielleicht ist ja gerade der hinausgestellte Spieler ein Rettungssanitäter oder Arzt. Hier gilt Kopf einschalten und ggf. der anderen Mannschaft erklären, warum gerade hier das Verhalten des Spielers nicht sanktioniert wird.

    Wenn man den Content nicht mehr im Griff hat (was passieren kann), dann sollte man es wenigsten nachher gerade ziehen.
    Und ein Mitlesen im größten deutschen Handballforum wäre den DHB auch nicht unbedingt von Nachteil

    Soweit ich weiß, gab es den ein oder anderen, der hier früher mitgelesen hat, dann aber an der Qualität der Beiträge verzweifelt ist. Eine weitere Wertung werde ich nicht abgeben, denn die Einsicht ist hier meist nicht sehr hoch. Lieber wird kaputt diskutiert.


    Vielleicht versucht ihr es einfach mal mit den auf der Seite vorhandenen Begriffen und Verlinkungen.
    Für diejenigen, die es bisher nicht gefunden haben:

    https://dhb.de/schiedsrichter/regelwerk/regeln.html


    In diesem Sinne einen schönen Handballabend, ich glaube das Thema kann geschlossen werden.