Beiträge von rrbth

    Servus,
    es geht hier vor allem um E-Jugend (und jünger), eine andere Art von Grätsche gab's schon mal hier ...

    Vor allem die kleinen Buben werfen sich öfters in Fußballermanier (mit den Beinen voraus, wie beim Grätschen) nach dem Ball und rutschen dann in den Gegner. Das würde ich wg. der damit verbundenen Verletzungsgefahr gerne grundsätzlich abpfeifen, auch wenn — ich kann mich nicht erinnern, jemals etwas anderes gesehen zu haben — sehr viele SR das weiterlaufen lassen.

    Wohlgemerkt, es geht um Anfänger und ganz junge Spieler, bei denen der „Kampf um den Ball“ (so ähnlich steht's in den Durchführungsbestimmungen) im Vordergrund stehen soll; und bösartig (so wie in dem Link) ist es auch nicht.

    So, jetzt haben wir beide gesagt, wie es ist.

    Ein bißchen Regeldiskussion hätte ich doch noch gerne:
    Der Ball ist nach dem Anpfiff eines Anwurfs erst dann im Spiel, wenn er die Hand des Anwerfenden A verlassen hat.

    Mitspieler des Anwerfenden, z.B. A3, dürfen aber schon mit dem Anpfiff ins gegnerische Spielfeld laufen — und dort z.B. den Paß des Anwerfenden fangen. Daraus können sich 7-m-reife Situationen ergeben, allerdings nur dann, wenn das Foul, z.B. von B5 an A3, erfolgt, nachdem der Ball die Hand von A verlassen hat.

    Hat A den Anwurf jedoch noch nicht ausgeführt, geht es (evtl. nach entsprechenden Strafen etc.) mit der Wiederholung des Anwurfs weiter.

    Das ist, was mich stört.

      13:3 Wenn eine Regelwidrigkeit erfolgt, die gemäß Regel 13:1a bis b normalerweise zu einem Freiwurf führt, wenn der Ball nicht im Spiel ist, wird das Spiel mit dem Wurf wiederaufgenommen, der dem Grund für die gegebene Unterbrechung entspricht.

    Hm, könnte man diese Regel nicht in meinem Sinne interpretieren? Achtung: Ich sagte könnte, eigentlich kann man nicht ...

    Zitat

    Original von jfherden
    Ja, es kann ja auch nicht anders sein, da A3 sich ja schon in der gegnerischen Hälfte befindet und sich somit regelwidrig verhalten hat.

    Halt, nein.
    A3 verhält sich korrekt; er läuft erst nach dem Anpfiff in die gegnerische Hälfte. Das ist erlaubt.

      10:3 Der Anwurf ist innerhalb drei Sekunden nach Anpfiff (13:1a) von der Mitte der Spielfläche aus (mit 1,5 m Toleranz nach beiden Seiten) in beliebiger Richtung auszuführen (13:1a, 15:7, Absatz 3). Der Anwurfausführende muss mindestens mit einem Fuß die Mittellinie berühren, der andere Fuß darf die Mittellinie nicht überschreiten (15:6) und der Werfer darf den Ausführungsort nicht verlassen, bis der Ball gespielt ist (13:1a, 15:7, Absatz 3; siehe auch Erläuterung 7).
      Die Mitspieler des Werfers dürfen die Mittellinie nicht vor dem Anpfiff überqueren (15:6).

    Der Kopfschuß-Thread ist schon lang genug, deshalb geht's hier weiter (von daher kommt's ...):

    Zitat

    Original von jfherden

    Hm, ich weiß nicht. Wäre der Anwurf schon ausgeführt worden, wäre es ein falscher Anwurf gewesen, und damit Freiwurf für B. Insofern ist der wiederholte Anwurf das "Höchste der Gefühle".


    Ah, ich glaub du hast dich verschrieben. Hier nochmal die Frage:

      220. Anwurf für A; Anpfiff ist erfolgt, der Ball hat die Hand des Anwerfenden noch nicht verlassen. Mitspieler A3 läuft nach dem Pfiff schnell über die Mittellinie, wird aber von seinem Gegenspieler B5 von hinten niedergerissen, damit er einen möglichen Pass nicht erreichen kann. Richtige Entscheidung?
      b) Disqualifikation von B5
      e) Anwurf für A
      f) Time-out

    Da der Ball die Hand ja noch nicht verlassen hat, ist der Auwurf noch nicht ausgeführt und der Ball noch nicht im Spiel. Das muß er erst durch erneuten Anwurf gebracht werden.

    Und:

    Zitat

    Original von jfherden
    Wäre der Anwurf schon ausgeführt worden, wäre es ein falscher Anwurf gewesen, und damit Freiwurf für B.

    Wieso „falscher Anwurf“? Der Anwurf war zwar angepfiffen — damit darf A3 in die gegnerische Hälfte laufen — aber noch nicht ausgeführt, da der Ball die Hand noch nicht verlassen hatte. Damit war der Ball noch nicht im Spiel; die Spielfortsetzung muß das erst leisten => also Anwurf.
    Davon unabhängig ist die Bestrafung von B5. Die muß auch erfolgen, wenn der Ball nicht im Spiel war.

    Zitat

    Original von HendrikS
    Was ich alleine in dieser Saison schon an Fouls gesehen habe, die klar mit der roten Karte bestraft werden müssten... Aber die Schiris haben bestenfalls 2 Minuten

    Ja. Dazu paßt die Frage 215 aus dem Regelfragen-Katalog:

      B7 setzt von links außen zum Sprungwurf an, will den Ball aber zu einem Mitspieler auf der rechten Außenposition passen. In diesem Moment stößt ihn A2 kurz in die Hüfte. B7 kann einen unkontrollierten Sturz nur mühsam abwenden und sich im letzten Moment mit der rechten Hand abstützen. Richtige Entscheidung?

    Wie häufig sieht man die richtige Entscheidung (Disqualifikation)? Ich sehe sie jedenfalls nur ganz selten, wahrscheinlich weil der „unkontrollierte[n] Sturz [...] im letzten Moment“ abgewendet wurde.

    Zitat

    Original von Zickenbändiger
    In der C-Jugend ist diese Saison bei mir ein und dieselbe Spielerin in drei verschiedenen Spielen beim Gegenstoß von hinten umgerissen worden. Die Situationen waren immer vergleichbar, weil die Abwehrspielerin jeweils von hinten kam.

    Spiel 1: Disqualifikation + 7m
    Spiel 2: Abwurf
    Spiel 3: Hinausstellung + 7m

    Immerhin, einmal DQ. Das Niederreißen von hinten kommt in den Regelfragen zweimal (96 und 220) vor, jedesmal u.a. DQ.
    Wobei die Spielfortsetzung Anwurf bei 220 zwar korrekt ist, meinem Gerechtigkeitsempfinden aber widerspricht. Hier sollten m.M.n. die Regeln geändert werden.

    Ich hab hierfür einen neuen Thread eröffnet. Hier geht's weiter: Regelfrage 220 (Spielfortsetzung)

    Drei bis vier mal kurz und abschwellend (im Gegesatz zu drei mal deutlich und gleich laut für Time out)

    Wichtig dabei:
    Gleich von Anfang an korrigieren, vor allem darauf achten, daß bei der Freiwurfausführung von der freiwurfausführenden Mannschaft niemand auf der 9-m-Linie steht.

    Zitat

    Original von thomask
    In Bayern wird es folgendmaßen gehandhabt
    1. HZ Strafe wie bei Erwachsenen, offensive Deckung gespielt werden muss 1:5 oder 3:2:1 oder 3:3
    2. HZ nur pers. Strafe es darf wieder aufgefüllt werden. Außerdem muss offene Manndeckung gespielt werden

    Es wird nach Halbzeiten unterschieden? Während der 2. HZ kann sich die D-(und jünger)-Jugendmannschaft während Strafzeiten ergänzen, in der 1. HZ dagegen nicht?

    Der Schlauch, den ich mir gerade blockiere, scheint ziemlich groß zu sein:
    Was heißt denn „HZ“?

    Aus „pädagogischen Gründen“ keine „Kollektivstrafen“ in der D-Jugend, also keine Unterzahl, es sei denn, die Mannschaft hätte keinen Auswechselspieler, denn dann könnte der hinausgestellte Spieler ja weiterspielen.

    Aber das hier war eine Bankstrafe. Da kann also auch nicht der gerade geschilderte Fall eintreten. Und 7m ist völliger Quatsch.

    Es hat sich um einen eindeutigen Regelverstoß gehandelt.

    Hier steht auch nix anderes als bei den anderen Verbänden ...

    Ah, schöner Beitrag.

    Mir ist auch klar, daß das Urteil so wahrscheinlich keinen Bestand haben wird.

    Die IHF-Regeln (Erläuterung 6f und 6g) sehen nur eine DQ vor, die hat P. ja auch erhalten. Allerdings wäre eine Erweiterung um „7m mit anschließendem Ballbesitz“ eine überfällige Regeländerung.

    Aber:
    Wie hier grade zitiert, gibt es bei der EHF neben anderen Strafen auch ausdrücklich die Möglichkeit, Punkte abzuziehen, und genau das ist die richtungweisende Reaktion: Wenn Spielergebnisse nach Aktionen wie denen von P. nachträglich korrigiert werden, es also wahrscheinlich ist, daß solche Aktionen nicht den gewünschten Erfolg haben (können), werden solche Aktionen auch seltener werden.

    ps
    Das Gesetz gibt's schon, nur die Strafe ist halt nicht angemesssen.

    Ja, das ist schwierig und kann sicherlich nicht allgemeingültig geregelt werden.

    Spielentscheidende Vergehen am Ende der Spielzeit anders zu ahnden als sonst während des Spiels, halte ich auch für problematisch. Es geht ja darum. daß durch die strengere Bestrafung (und eine evtl. nachfolgende persönliche Sperre) solche Unsportlichkeiten unattraktiv werden.

    Solange das Ziel, ein letztes Gegentor zu verhindern, aber höchstwahrscheinlich erreicht wird (dazu kann auch das Verzögern eines Frei- oder Anwurfs gehören), lohnt es sich, die zu erwartende Strafe zu riskieren. Das ist eine ganz rationale Kosten-/Nutzenabwägung. Deshalb hatte sich P. ja so gefreut nach seinem Foul: kleiner Einsatz (ein bis zwei Spiele Sperre) und großer Ertrag (Punkt gerettet).

    Deshalb ist die wirksamste Methode, spielentscheidende Unsportlichkeiten am Spielzeitende zu unterbinden, die Ungewißheit, ob das Spielergebnis nicht nachträglich korrigiert werden könnte.

    Und das ist mit der Punktaberkennung für Hypo auch passiert.

    Zitat

    Original von Dany
    @Uwel_LD
    in welcher Auflage? die neuste habe ich auch hab es da aber niergend gefunden ws du d schreibst.

    Nun, ein Buch zu haben, reicht nicht aus, man muß es auch lesen und verstehen (können und wollen).

    Ich wundere mich schon länger über einige Beiträge hier und manches wirkt auf mich durchaus trollig (nicht drollig).

    Zitat

    Original von Dany
    PS: von theo hat es einen weiteren Beitrag in einem anderen thred gegeben der mir recht gibt mit dem Stürmerfoul.

    Da hätte ich auch schon gerne den Link geliefert gehabt, aber für Forumsbeiträge gilt dasselbe wie für Bücher.

    Achte unbedingt aufs Copyright (vor allem, wenn du was ins Netz stellst): u.U. hast du eine Abmahnung am Hals, bevor dein Handballtag überhaupt stattgefunden hat.

    Diese Warnung ist ernstzunehmen; es gibt Anwaltskanzleien, die auf sowas spezialisiert sind.

    P. ist nicht „ausgerastet“, vielmehr war seine Aktion wohlkalkuliert und ist — Pech für P. — wohldokumentiert.

    Ob die Strafen der EHF regelgerecht sind und Bestand haben, wird sich herausstellen und wird, falls das Strafmaß bleibt, sicherlich auch privatrechtlich geklärt werden.

    Zitat

    Original von Copa51
    Und das Prokop hier fast dafür gelobt wird wie toll er sich im Regelwerk auskennt und daher weiß wie er mit dem wenigsten Schaden den Punkt noch retten kann finde extrem zynisch!

    Er hat sich doch selber in dem Interview nach dem Spiel entsprechend eingelassen. Und genau so ist m.M.n. auch seine Mimik nach der DQ zu deuten.

    Und genau deshalb ist der Punktabzug gerechtfertigt. Denn der Regelverletzer hat seine Beweggründe klar formuliert, daran ändert auch die nachgeschobene (Pseudo-)Entschuldigung nichts.

    Übrigens:
    Ist dieses Interviev, das P. nach dem Spiel gegeben hat, im Netz greifbar?

    Zitat

    Original von Arcosh
    Anstatt des Aktionismus einer drakonischen Bestrafung sollte die EHF lieber darüber nachdenken, wie sie durch eine Anpassung der Handballregeln diese unsportlichen Eingriffe von Spielern oder Offiziellen effektiv unterbinden kann. Würde eine "action of serious unsportsmanlike" in der Schlussminute zusätzlich zur Disqualifikation zwingend einen Siebenmeter zur Folge haben, dann bräuchten wir wohl nicht mehr über derartige Situationen zu diskutieren. Ich bin zwar eigentlich kein Freund davon vergleichbare Spielsituationen abhängig von der Spielzeit unterschiedlich zu bewerten, aber mit der Sperre bei Disqualifikation für unsportliches Verhalten in der Schlussminute wurde diese Grenze sowieso schon überschritten.

    Ja!

    Wobei ein 7-m nicht die adaequate Reaktion wäre, da der ja u.U. verworfen wird.
    Das einzige, was solche Aktionen wirksam unterbinden kann, ist das Wissen, daß sie nichts bringen: also Puktabzug.