Die Wildcard ist ja auch in anderen Sportarten ein beliebtes Instrument, um nachzubessern, wenn die sportliche Ausgangslage nicht ganz so ist, wie es politisch gewollt ist. Z.B. Tennis, wenn die ehemalige Weltranglistenerste nach einem halben Jahr Verletzung pünktlich zu Wimbledon fit wird, oder so ähnlich.
Hab nichts dagegen, wenn das im Handball auch so ist. Allerdings sollte sich die EHF doch dann bitte an seine eigenen Regeln halten und nicht nach gut Dünken immer wieder neue erfinden. Die Statuten sagen, daß ein WC-Turnier stattfindet. Sie sagen auch, daß der nicht qualifizierte Titelverteidiger dort antritt. Eindeutiger geht es gar nicht, daher finde ich es auch abstrakt, daß der Wendt aus Hamburg sich jetzt hinstellt und etwas schmollt, daß man direkt durchgewunken wurde. Es zeigt aber auch, daß man bei der EHF immer hoffen kann, daß die Regeln mal zum eigenen Vorteil gebogen werden können.
Ich habe ja auch gar nichts dagegen, wenn die BuLi immer den 4. schicken darf. Sie ist nunmal eine der, wenn nicht die stärkste Liga Europas, also warum keine bis zu vier Starter. Dann soll man aber auch konsequent sein und in einer Konstellation wie dieser die Berliner in die Röhre gucken lassen, eben WEIL der Titelverteidiger laut Statuten ins WC-Turnier kommt. Im Fußball ist es doch auch genauso eindeutig. Wäre Bayern in dieser Saison nur 8. geworden, wären sie trotzdem direkt für die CL qualifiziert, genauso wie der 1. und 2. der Liga. Der 3. hätte statt dem 4. in die Quali gemusst und der 4. wäre halt direkt in die Europa-League gegangen. Ist zwar auch unfair gegenüber dem besser platzierten in der Liga, aber zumindest klar geregelt. Und hier erzählt die EHF letzte Woche, daß sich neben Hamburg 8 weitere Mannschaften für drei Plätze beworben haben, um dann eine Woche später einen neuen Modus ausbaldowert zu haben. Ohne Worte...