Ich behaupte, dass das Sendeverhalten von Sport1 im Handball zu einer sich immer weiter verengenden Spirale führt.
Aufgrund der Erfolge ist der THW Kiel vielen sportinteressierten Zuschauern ein Begriff
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Sport1 überträgt den THW Kiel, weil sie sich gute Quote erhoffen
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Der Bekanntheitsgrad des THW Kiel steigt aufgrund der TV-Übertragungen
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Sport1 sieht sich in seiner Entscheiduing bestätigt und sendet noch öfter Spile des THW Kiel
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Durch die Allgegenwärtigkeit des THW Kiel kennen selbst Gelegenheitszuschauer nun den Verein und die Spieler und schalten beii TV-Übertragungen ein.
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Dasselbe Prinzip gilt natürlich auch für die anderen häufig übertragenen Spitzenvereine. Aber ich behaupte, man kann auch mit dem Bergischen HC, dem HC Erlangen oder der HSG Wetzlar gute Einschaltquoten erzielen, wenn man sich als übertragender Sender (in Kooperation mit der HBL) die Mühe macht die Liga als Ganzes zu präsentieren umd dem Zuschauer nahe zu bringen. Sprich wenn der Sender im ersten Saisondrittel das Spiel eines Topteams bei einem Verein aus dem Mittelfeld (z.B. HSG Wetzlar - THW Kiel) überträgt, dann sollte es einen 15-minütigen Vorlauf geben in dem auch der vielen Zuschauern wenig bekannte Verein und seine Besonderheiten beleuchtet werden. Da diese journalistische Arbeit Zeit und Geld kostet, sehe ich hier auch die HBL (und den jeweiligen Verein) in der Pflicht das Material vorzubereiten und zur Verfügung zu stellen. Eine Win-Win-Situation, weil die Vereine eine Bühne bekommen sich zu präsentieren und Sport1 hochwertiges und für den Zuschauer interessantes Material zum Senden anstatt bloß eine launiges Vor-dem-Spiel-Interview mit dem Trainer, das nur aus den üblichen Phrasen besteht. Abgerundet würde das ganze durch eine Magazinsendung (15-20min) in der wöchentlich das sportliche Geschehen der HBL aufbereitet wird und z.B. der Bundestrainer junge deutsche Spieler im Porträt vorstellt. So erfährt der Zuschauer welche Vereine jenseits der Champions-League-Plätze für positive Schlagzeilen und Überraschungen sorgen und lernt deren Leistungsträger kennen.
Die Zuschauer erfahren, dass es in der HBL viele Interessante Vereine und Geschichten abseits der Zebras, Löwen und Füchse gibt und wenn in der Rückrunde zwei Tabellenachbarn aus dem unteren Mittelfeld aufeinandertreffen, weiß der Zuschauer dies einzuordnen und hat auch an diesem Spiel Interesse. Die Einschaltquoten bei HBW Balingen-Weilstetten gegen den Bergischen HC werden selbstverstänlich auch dann nicht an THW Kiel - Rhein-Neckar Löwen heranreichen, aber ich bin überzeugt, dass sie HC Erlangen - THW Kiel übertreffen können. Nur ist dafür eine mittelfristige Ausrichtung und Konzeption nötig und nicht Entscheidungen, die auf der Analyse kurzfristiger Einschaltquoten am nächsten Morgen basieren.