Okay, aber eines irritiert mich: Für Matheis sind diese Informationen ja nichts neues, die kannte er auch schon beim Treffen letzten Montag. Hinterher stellt er sich dann vor die Presse und sagt sinngemäß, er gäbe sich mit der Erklärung von Schwenker zufrieden, und alle sind sich einig, dass die Gerüchte damit aus der Welt geschafft wurden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Matheis sich mit einem "Ehrenwort" beruhigen läßt, wenn er gleichzeitig von seinen RNL-Kollegen so schwerwiegende Vorwürfe und ja angeblich auch Beweise mitgeteilt bekommt.
Beiträge von ojessen
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Original von Jenny
Aber jetzt mal ganz naiv ... ist ein Mensch, der angeblich den CL Titel erkauft, wirklich so blöd und läuft damit zur Konkurrenz, um denen das zu stecken ... klingt für mich doch leicht idiotisch
Nicht zur Konkurrenz - aber unter Freunden und Geschäftspartner, und nach dem soundsovielten Schnapps erzählt man dann vielleicht doch mal - so unter uns - was man alles gemacht hat.
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Original von Lothar Frohwein
Etwas Off, aber aus der Praxis. Mandant fühlt sich wegen 80 Euro betrogen und macht ne Anzeige bei der StA. Die hört dann den Beschuldigten (schriftlich) und die angegebenen Zeugen (schriftlich). Wegen 80 Euro...
Ersr dann sagt die StA, dass das Verfahren eingestellt wird oder erhebt Anklage bzw. macht nen Strafbefehl.
Setz das mal in Relation zu den hier im Raum stehenden Vorwürfen und der öffentlich gewordenen Vorgehensweise: Brief angefordert, gelesen, binnen weniger Stunden wird erklärt: "Da ist nichts"... Keine Anhörung...Deshalb darf ja bezweiflet werden, dass in dem der StA vorliegenden Brief die im Spiegel veröffentlichten Vorwürfe konkret genannt wurden.
Zumindest gibt es jetzt wirklich genügend Anhaltspunkte, die nicht alle nur davon abhängen, was eine einzelne Person gehört haben will, in dem Artikel wird jetzt ja auch das Essen bei Rudolphs genannt, wo Schwenker ja Andeutungen gemacht haben soll.
Ich copy-paste mal die neue PM vom THW:
ZitatAlles anzeigen
Presseerklärung vom 07. März 2009:Die Veröffentlichungen auf der Internet-Seite "Spiegel-Online" vom heutigen Tage enthalten erneut bösartige Gerüchte über den THW Kiel, ohne dass hierfür eine tatsächliche Basis vorhanden wäre.
Richtig ist, dass weder Uwe Schwenker noch der THW Kiel jemals Schiedsrichter bestochen haben oder an Schiedsrichterbestechungen beteiligt waren.
Demgegenüber ist es falsch und frei erfunden, dass Uwe Schwenker gegenüber einem Gesellschafter der Rhein-Neckar Löwen Bestechungen bestätigt haben soll. Er hat lediglich in einem Gespräch mit Jesper Nielsen, an dem auch der THW-Gesellschafter Dr. Hubertus Grote teilgenommen hat, bestätigt, von den Gerüchten gehört zu haben und diese in gleichem Zusammenhang zurückgewiesen.
Unrichtig ist nach Kenntnis des THW Kiel auch die Behauptung, dass Noka Serdarusic an Bestechungen mitbeteiligt gewesen sein soll. Noka Serdarusic hat dem THW auf Befragen ausdrücklich bestätigt, dass er weder Bestechungen vorgenommen hat noch daran beteiligt war. Nach Kenntnis des THW Kiel hat Noka Serdarusic dies auch dem "Spiegel" mitgeteilt.
Die veröffentlichten Gerüchte waren bereits Gegenstand der Erörterung der HBL am vergangenen Montag mit Herrn Matheis, der nach der Erörterung erklärt hat, dass für ihn alle Vorwürfe ausgeräumt sind.
Diese ständigen Wiederholungen unbelegter Gerüchte haben zu einem erheblichen Imageschaden für den THW Kiel und den gesamten deutschen Handball geführt.
Der THW Kiel ist nicht länger gewillt, dieses hinzunehmen und wird Anfang nächster Woche die notwendigen rechtlichen Schritte gegen Personen, die solche verleumderischen Gerüchte erfinden oder verbreiten, ergreifen.THW KIEL Handball-Bundesliga GmbH & Co. KG
gez. Uwe Schwenker
- Geschäftsführer - -
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Original von Lothar Frohwein
@ RD: Ist das der Spiegel-Artikel für Montag?Ja, im THW-Forum ist ein Foto des Spiegel-Artikels mit eben dieser Überschrift.
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Im THW-Forum ist jetzt der original-Spiegel-Artikel wiedergegeben worden: http://forum.thw-provinzial.de/showpost.php?p…&postcount=1585 und folgende Posts (in drei Teilen). Das hört sich schon alles sehr viel konkreter und glaubwürdig an (im Sinne von "ich kann mir vorstellen, dass es so war") (wohl das gleiche, was RD zitiert). Dann mal gute Nacht.
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Original von Lothar Frohwein
Wegen § 160 (1) StPO.
Danke für die Quelle. Mit den ganzen Antrags- und Offizialdelikt-Diskussionen ist das ganz interessant zu lesen, dass die Nicht-Ermittlung bei solchen Gerüchten eigentlich die Ausnahme sein sollte.
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Original von Bilbo
Anfangsverdacht einer Straftat - und soweit ich das bisher hier verstanden habe, ist Betrug ein Offizialdelikt, ergo müsste die StA dann ermitteln.Ja, ne, blöd gedacht - hatte da wohl noch mein fehlerhaftes Rechtsverständnis (s.o.) im Gedächtnis. Dann warten wir mal die nächste Woche ab, ob der StA sich die Akte noch mal anschaut, oder sich mit den Stellungnahmen von Schwenker und Serdarusic zufrieden gibt.
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Original von Lothar Frohwein
Na ja, wenn der StA bekannt gewesen sein sollte, dass Serdarusic voreinem Zeugen die im Spiegel angeführten Dinge gesagt haben soll und es angeblich Belege geben soll (Punkt 2), MUSS sie ZWINGEND ein Ermittlungsverfahren betreiben!Ich frag jetzt mal mit der Sesamstraße: Wieso? Weshalb? Warum? (... muss die Staatsanwaltschaft ermitteln?)
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Original von ALF
Freundschaft!Hört sich für mich nach Wunschdenken an. Ich kann es aus den Artikeln jedenfalls nicht entnehmen, daß es so gewesen sein muß. Ich halte das Gegenteil (mit Lothar Frohwein) für deutlich plausibler. Wenn die Sachen so detailliert der Staatsanwaltschaft bekannt gewesen wären, hätten sie die Sache eher nicht so schnell auf sich ruhen lassen. Zumal ja Bohmann gesagt hat, daß sich die Staatswanwaltschaft nun vielleicht erneut damit beschäftigen wird. Also scheint der Inhalt auch für Bohmann neu zu sein oder er weiß, daß er für die StA neu sein muß.
P.S. Nur fürs Potokoll, damit das nicht Jahre an mir kleben bleibt: "Bohmann ist nur Bohmann. Es muß nicht zwingend Sinn ergeben, was er so von sich gibt."

Bohmann hat gesagt was neu ist: Die Zahl der Spiele und die Summe. Wenn dann alles andere altbekannt ist, stand bisher im Raum, dass auf einer Gesellschaftersitzung zur Sprache gekommen ist, dass ein Gesellschafter der RNL (der wird übrigens bisher nicht genannt) 1. von Schwenker gehört hat, dass der THW bestochen hätte und 2. dass dies von Serdarusic nicht nur bestätigt wurde, sondern auch mit Belegen untermauert wurde. Ich seh da keinen grundlegenden Unterschied, der jetzt zu einer Neubewertung führen muss.
Allerdings finde ich interessant, dass Matheis anscheinend in der Aufarbeitung in den HBL-Gremien gewisse Informationen für sich behalten hat, die den RNL zu Ohren gekommen sein sollen. Eine konstruktive Mitarbeit sieht doch anders aus.
@ Frohwein: Die "zufriedenstellenden Antworten" sind doch gegeben worden: Schwenker und Serdarusic haben erklärt, dass das alles Unfug ist. Welche weiteren Antworten sollen die denn noch geben (außer, jeden einzelnen Punkt zu verneinen, aber das ändert ja nichts am Inhalt). Soll Schwenker nachweisen, dass er Nielsen oder sonstwem nichts erzählt hat? Wie soll das gehen? Soll Serdarusic nachweisen, dass er keine Belege vorgezeigt hat? Wie soll das gehen?
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Original von ALF
Freundschaft!
Und worauf beruht diese Annahme? Ich kann da nicht folgen. Ich bezweifle das sogar ganz heftig.Im Brief von Matheis an Schwenker hat Matheis Schwenker um Klärung von Gerüchten gebeten, die bei einer Gesellschaftersitzung aufgetaucht sind. Diese Gerüchte sind im Protokoll der Sitzung notiert, und dieses Protokoll ist beim Spiegel gelandet. Wenn Matheis Schwenker um Klärung von Gerüchten bittet, wird er diese wohl detailliert genannt haben, sonst kann Schwenker ja gar nichts sagen. Daher gehe ich davon aus, dass im Brief die gleichen Informationen enthalten sind wie im Protokoll. Dieser Brief ist an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden.
PS: Okay, nach Welle Nord standen im Brief nicht die Anzahl der Spiele und der Geldbetrag. Ändert aber nichts Grundlegendes am Sachverhalt.
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Vielleicht muss man das noch mal betonen: In diesem Artikel steht nichts, was HBL und Staatsanwaltschaft nicht schon wissen. Trotz dieses Wissen sehen beide keine Veranlassung, der Frage weiter nachzugehen. Es sind nur die Gerüchte, die auf der Gesellschafterversammlung gestreut wurden, konkretisiert worden - aber diese Gerüchte wurden schon von der HBL in drei Sitzungen durchgekaut, und der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis gegeben.
Die beiden konkreten Aussagen - Schwenker soll geplaudert haben, und Serdarusic soll nicht nur geplaudert haben, sondern auch noch Beweise vorgelegt haben - wurden 1. von den beiden Betreffenden dementiert und 2. erscheinen mir vollständig unglaubwürdig: Ich bezweifle, dass Schwenker gerade dem Gesellschafter eines Konkurrenten so etwas erzählen würde und ich bezweifle, dass Serdarusic materielle Beweise für so etwas haben kann.
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Original von Elusis
Schwenker aber niemals und ehrlich gesagt kann ich es mir selbst bei Serdarusic, der zumindest einen Grund dafür hätte, nicht vorstellen. Damit würden sich echt menschliche Abgründe auftun.Ja, ein Abgrund an Dummheit würde sich da auftun. Und man kann wohl vieles, und nicht nur schmeichelhaftes über Schwenker und Serdarusic sagen, aber dass sie derartig dumm wären, dass wird ihnen wohl keiner vorwerfen.
@ Löwen-Fan: Wenn Noka nur den Kontakt hergestellt hat, wie kommt er dann an Kontoauszüge, die das beweisen würden?
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Original von heindaddel
@ ojessen:Zur Frage "Betrug" oder "Bestechung" hatte sich am Dienstag ein Sportrechtler in den Kieler Nachrichten geäußert:
Okay... das ist der Unterschied zwischen Juristen und Laien - ich habe es vor allem aufgrund des Gesetzestextes genau andersherum verstanden.
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Original von kar
Es geht hier doch nicht um Bestechlichkeit im Geschäftsverkehr, sondern um Betrug. Wenn die Staatsanwaltschaft hier überhaupt keinen Handlungsbedarf gesehen hätte, hätte sie den Brief erst gar nicht angefordert. Sie hat ihn aber angefordert und bei der Prüfung dann keinerlei Ansatzpunkte für eine Ermittlung gesehen.
Nein, Betrug wäre ein Vermögensdelikt - wenn ich dir zum Beispiel anbieten würde, die Dreifelder-Klappbrücke zu kaufen, wäre das versuchter Betrug. Allgemein, und aus dem § 263,1 zitiert:
Zitat(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Auf mein Beispiel bezogen: Wenn ich die Brücke zum Kauf anbiete, würde ich damit die Absicht verfolgen, dein Vermögen um den Kaufbetrag zu schädigen, indem ich dich zum Irrtum verleite, ich wäre in der Lage, dir das Eigentum an dieser Brücke zu verschaffen. Das ist also etwas ganz anderes, als die Bestechung (Vorteilsgewährung/Vorteilsnahme) von Schiedsrichtern.
In der Bewertung dessen, was die Staatsanwaltschaft gemacht hat, stimme ich dir aber zu - dies dürfte der beste Hinweis bisher sein, dass den Vorwürfen jede Grundlage fehlt.
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Original von Karl
Für die Kieler Staatsanwaltschaft ist das natürlich auch eine unangenehme Geschichte - und: auch im Recht gilt ja (implizit) das Subsidaritätsprinzip. Erst soll der Sport seine eigenen Angelegenheiten regeln - alle Möglichkeiten sind da ja noch nicht ausgeschöpft (Nielsen). Dann kommt der Staat...Das ist so natürlich nicht richtig: Sobald strafbare Handlungen im Raum stehen, ist das natürlich ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Die Sportgerichtsbarkeit ist ja keine Gerichtsbarkeit im rechtlichen Sinne, sondern ein Schiedswesen, dass sich die Sportverbände gegeben haben, und dann etwas großk..ig benannt haben. Was ich nicht wusste (Ein Blick in den Gesetzestext hilft doch dem Rechtsverständnis): Bestechlichkeit im Geschäftsverkehr wird nur auf Antrag verfolgt, wenn kein besonderes öffentliches Interesse vorliegt.
Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr
StrafantragIch würde mich freuen, wenn es noch mal ein ausführliches Interview mit der Staatsanwaltschaft Kiel gäbe, wie das ganze aus ihrer Sicht zu bewerten war.
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Original von Lord Vader
Für mich wären jetzt ein paar Entschuldigungen fällig
aber darauf werden wir wohl (noch lange) warten müssenNaja, die, die sich entschuldigen müssten, sind doch eh Fälle für das Bundesamt für Merkbefreiung.
@ Karl: Was soll denn die Staatsanwaltschaft machen? Das einzige, was im Raum stand, war dieser eine Brief, in dem Schwenker um Klärung gewisser, uns nicht bekannter Fragen gebeten wird.
Zitathttp://www.tagesspiegel.de/sport/art272,2745077/ Ein anderes Rätsel scheint aufgeklärt. Wie vermutet worden war, wurde dem HBL-Präsidium nach Informationen des Tagesspiegels der Kieler Ex-Trainer Serdarusic als Stichwortgeber präsentiert. „Der Stichwortgeber hat eine Erklärung abgegeben“, sagt Bohmann. Serdarusic wurde in der HBL-Erklärung zitiert:...
Demnach ist jetzt auch die angebliche Quelle der Vorwürfe bekannt, und Serdarusic streitet ab, sowohl die Gerüchte in die Welt gesetzt zu haben, noch in irgendetwas verwickelt zu sein. Es ist nicht zu erwarten, dass er diese Position gegenüber der Staatsanwaltschaft ändern wird. Was soll die Staatsanwaltschaft, die sicherlich schon genügend andere Aufgaben hat, hier noch unnötig knappe Ressourcen verschwenden, nur um auch den letzten Zweifler zu überzeugen?
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Original von Karl
Nuja, das der Brief keine Fakten enthielt (bzw. sehr wahrscheinlich nicht die Namen von Personen, die diese angeblich haben - die wären doch wohl von der Staatsanwaltschaft vorgeladen worden). Davon konnte man aber auch schon vorher von ausgehen.Das ist nicht viel - und bedeutet nicht viel. Ist schon komisch: nach jeder 'Entlastung' stellt man bei kurzem Nachdenken fest, das sie nicht viel bedeutet.

Vielleicht einfach deshalb, weil auch die Belastungen nicht viel bedeutet haben?
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Original von meteokoebes
Diese Fähigkeit traue ich eigentlich kaum einer Zeitung zu. Da wird im Normalfall sinngemäß zitiert, wenn es nicht in Schriftform eingereicht wird.
Sinngemäß? Also so, wie es dem Redakteur gerade in den Sinn kommt?
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Original von Lothar Frohwein
Nein, das funktioniert aus verschiedenen Gründen nicht.
Vielleicht noch mal weitergehend gefragt: Ist die HBL-Lizenz eigentlich ein übertragbares Wirtschaftsgut der alten GmbH, oder wer ist "Eigentümer" dieser Lizenz? Könnte der Insolvenzverwalter diese sozusagen meistbietend verkaufen, oder ist die Lizenz an die Ursprungsvereine gebunden?
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Original von Lothar Frohwein
Die BLÖD hatte am Montag überigens die Serdarusic-Selbstanzeige-Staatsanwaltschaft-Berlin-Geschite geschrieben... Man muss da vorsichtig seinKlar muss man bei der Bild vorsichtig sein, aber ich trauen ihnen zu, ein wörtliches Zitat richtig wiederzugeben.