Beiträge von Peter2000

    Ja, ich.

    "Andere Sportarten" wie Fußball sind überhaupt nicht hinsichtlich der Aus-/Einwechslungen mit Handball vergleichbar. Unser Sport lebt davon, dass permanent und ohne Spielunterbrechung gewechselt werden kann. Entsprechend gehört es dazu, dass man die gegnerische Bank im Blick hat.

    Beim Fußball wird dazu das Spiel unterbrochen bzw. der Wiedereintritt nach Verletzungen muss so ablaufen, dass der Spieler keinen Vorteil daraus ziehen kann. Das hat nichts mit der Sicherheit der Spieler zu tun, sondern zielt nur darauf ab, dass die Mannschaft keinen Vorteil aus der Aktion ziehen kann.

    Wer beim Handball an der Bank vorbeiläuft, muss damit rechnen, dass da auch mal ein Spieler über den Wechselbereich das Spielfeld betritt. Steht dieser Spieler rechtzeitig und der Gegenstoß laufende knallt drauf, ist es Stürmerfoul. Egal, welches Tempo der Angreifer drauf hatte. Denn wo bitteschön ist der Unterschied zu einem "normalen" Stürmerfoul? Da ist das Versperren des Weges doch auch die Intention, oder?
    Stürmerfouls bei vollem Gegenstoßtempo sieht man in jedem Bundesligaspiel. Wenn wir jetzt also diskutieren wollen, ob ein "In den Weg stellen" durch einen von der Bank kommenden Spieler anders zu bewerten ist, als durch einen Spieler der schon auf dem Feld war, müsste man definieren, wie lange ein Spieler schon auf dem Feld sein muss, damit es Stürmerfoul und nicht Rot gibt. Wenn man da mal intensiv drüber nachdenkt, sollte zu erkennen sein, dass das nicht zielführend sein kann.

    Ich bleibe dabei: Wer einen Gegenstoß läuft, muss die Augen offen haben. Das hat 70 Jahre lang funktioniert. Das mit dem Rot für den Torhüter ist schon ein Schritt in die falsche Richtung gewesen, die Quasi-Narrenfreiheit der Außenspieler (als Abwehrspieler sollte man ja tunlichst fern bleiben, wenn der Außen sich in Bewegung setzt) ist der nächste Schritt zum berührungslosen Sport. Wer das will, soll Schach spielen.

    Also mir gefällt die Rote Karte in dieser Situation überhaupt nicht.

    Wer blind rückwärts läuft, hat Pech. Alles andere öffnet, wie hier bereits geschrieben, den Angreifern alle Tore. Demnächst nur noch rückwärts, irgendein Gegenspieler wird schon den Fehler machen und drauf gehen...

    Der Argumentation, dass die Gegenstoß laufende Spielerin nicht ahnen konnte, dass da jemand ist, halte ich entgegen, dass die Wiedereintrittszeit allen Beteiligten bekannt war und dass die Abwehrspielerin lange genug an der Seitenlinie stand, also durchaus hätte wahrgenommen werden können. Dass die Angreiferin nicht mal in diese Richtung guckt, ist schlichtweg ihr Problem. Im Straßenverkehr kann ich auch nicht meterweit mit geschlossenen Augen oder ohne Blick in den Rückspiegel rückwärts fahren und beim Zusammenknall einen auf unschuldig machen.

    Ich kenne genügend Mannschaften, die das Ballwegfangen durch "unerwartet" von der Ersatzbank kommende Spieler zelebrieren. Mir kann niemand erzählen, dass man da, gerade in den oberen Spielklassen, kein Auge für die gegnerische Bank hat.

    Die Aktion als "von hinten" zu bewerten, geben die Bilder meiner Meinung nach ebenfalls nicht her. In der Zeitlupe bei 0:42 ist klar zu erkennen, dass die Spielerin in der Vorwärts-, maximal in der Seitwärtsbewegung ist. Erst als bereits Körperkontakt zwischen beiden Spielerinnen besteht, dreht sie sich rum, um den Ball zu fangen. Damit erübrigt sich auch jede Diskussion über "arglistig" oder "rücksichtslos". Wer diese Begrifflichkeiten hier ins Spiel bringt, hat noch nie selbst auf der Platte gestanden und Fouls erlebt, die wirklich arglistig sind.

    Bei der, zugegebenermaßen sehr Abwehrspieler freundlichen Auslegung in der Bundesliga, hätte das durchaus auch als Stürmerfoul durchgehen können.

    Ich hatte letztens ein Gespräch mit einem Schiedsrichter, der die "sollte"-Regelung ganz locker ausgelegt hat. Also nicht im hier schon erklärten Sinne des Schutzes vor den Folgen einer Fehlentscheidung, sondern nach dem Motto "Wenn ich vier Gelbe Karten geben will, kann ich das auch tun, die Regel mit den maximal drei Gelben ist ja nur Empfehlung".

    Wenn man sich, gerade in den unteren Klassen, die Spielberichte anschaut, findet man immer wieder solche Fälle mit mehr als drei Gelben oder Gelb nachdem es schon eine Zeitstrafe gegen denselben Spieler gegeben hat.
    Lustigerweise sind dann meist Schiedsrichter involviert, die zwar nichts sehen, aber alles hören. D.h., Hinweise auf Fehlentscheidungen werden übel genommen. Und die Kampfgerichte sind meist ebenfalls froh, wenn sie zeitnah die richtigen Knöpfe finden und für die Kontrollaufgaben nicht zu gebrauchen. Aber das ist auch Handball und damit irgendwie doch in Ordnung.

    ... Mario Götze (er wird sicher wieder in Form kommen)...

    Genau diese Hoffnung hatte Löw wohl auch bei den Spielern, die er mitgenommen hat. Und genau das ist für mich eine Form des Realitätsverlustes, um es mal ganz spitz zu formulieren. Man hofft, dass das, was man sich wünscht, auch eintritt und richtet sein Handeln voll auf diese Hoffnung aus. Das kann funktionieren, muss aber nicht.

    Coach Benno und die Bank allerdings auch wieder leuchtendes Beispiel mit ihrem Rumgeattere und 2x2 min. Auch wenn es menschlich nachvollziehbar ist. Der Mann muss sich endlich mal in den Griff kriegen.

    Es gab 1x 2 Min. gegen die Bank. Mehr lassen die Handballregeln auch gar nicht zu. Was der Sky-Kommentator da von 2x 2 Min. gegen die Bank faselte, ist eigentlich schon peinlich für jemanden, der Handballspiele kommentiert.


    Bezjak wurde rüde gefoult, es sah erst nach Haare ziehen aus von einem Spieler und dann runtergezogn vom anderen Spieler. Einen Ellbogencheck von ihm beim evtl. losreißen konnte ich nicht sehen. Wenns nicht irgendwas verbales gab völlig unklar.

    Die Szene mit Bezjak hatte ja Vorspiele. Sein Gegner hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn er für vorherige Aktionen schon vom Platz gemusst hätte. Aber bei Melsungen waren die Schiedsrichter deutlich zurückhaltender mit progressiven Bestrafungen. Entsprechend ist es für mich nachvollziehbar, dass dann irgendwann ein Magdeburger überkocht. In den unteren Spielklassen unterstelle ich dem ein oder anderen Schiedsrichter sogar Absicht, wenn es darum geht, Spieler durch (Nicht-)Pfiffe zu provozieren.

    "Lustig" fand ich auch die Aussage von Grimm nach dem Spiel, der sinngemäß Magdeburg dafür verantwortlich gemacht hat, dass das Spiel am Ende hitzig wurde. Und Benno musste sich bestimmt ordentlich auf die Zunge beißen, um nichts gegen die Schiedsrichter zu sagen.


    Das war keine Auszeit, das war ein Foul gegen Wiede...


    Ich hatte im Live-Bild die T3-Karte am Kampfgericht gesehen und habe mir deshalb die Szene eben nochmal angeschaut. Der Offizielle am Kampfgericht hat die T3-Karte in der Hand, berät sich mit den Schiedsrichtern und steckt die Karte dann in die Halterung. Da hat ohne Zweifel Berlin die dritte Auszeit genommen. Die Kommentatoren haben das Ganze wohl nicht mitbekommen und die Unterbrechung als Foul an Wiede interpretiert.

    Über Unsportlichkeit kann man sicher diskutieren. Allerdings sieht man das mittlerweile bei jedem zweiten Spiel.

    Ich bedanke mich für die bisherigen Antworten.

    Es gibt also keine einheitliche Linie und allenfalls könnte man mit unsportlichem Verhalten argumentieren.

    Freiwurf für die abwehrende Mannschaft nach einem Körpertreffer ist die Variante, wie sie hier in der Region, seit ich zurückdenken kann, mehrheitlich praktiziert wird. Damit arrangieren sich auch alle Mannschaften. Dass dafür auch da kein Regelbezug existiert, habe ich den Antworten ebenfalls entnommen.

    Gerade in den unteren Klassen muss man damit leben, dass die Schiedsrichter teils weniger regelkundig sind als manche Spieler. Da muss man schon froh sein, wenn die Unparteiischen nach dem Spiel wenigstens bereit sind, sich einer sachlichen Diskussion zu stellen, auch wenn dabei nichts rum kommt.

    Folgende Situation:

    Mannschaft A ist im Ballbesitz und spielt sich am gegnerischen 9m-Raum den Ball zu. Spieler A1 setzt unvermittelt zum Stemmwurf an, der Ball landet am Kopf des Abwehrspielers B1, der sich kaum bzw. vielleicht auch gar nicht bewegt hat. B1 geht nach dem Wurf zu Boden, kann aber danach weiterspielen.

    Wie ist hier zu verfahren?

    Die Schiedsrichter beraten sich und entscheiden auf 2min gegen A1 und Ballbesitz für B. Der MV von B fordert hingegen Rot, während der MV von A meint, dass hier überhaupt keine Bestrafung von A1 möglich ist, da der Wurf aufs Tor sollte und A1 die Sitution einfach nur falsch eingeschätzt hat.

    Ich sehe als einzige Möglichkeit A1 zu bestrafen, indem hier Absicht unterstellt wird. Dann wäre das jedoch Disqualifikation + Bericht. Absicht wurde jedoch von den Schiedsrichtern verneint.

    Ich glaube auch nicht das bei einem Jugendspiel Ordner anwesend sein müssen .


    Bitte Vorsicht mit dieser Aussage. Wenn, dann ist das in den Durchführungsbestimmungen der jeweiligen Landesverbände geregelt. Im Bereich des HVSA sind z.B. Ordner bei allen Spielen Pflicht.
    Kommt es zu Problemen mit den Gästefans, ist trotzdem der Heimverein dran, da er für Ordnung zu sorgen hat. Der Heimverein kann dann versuchen, außerhalb der Sportgerichtsbarkeit die Gästefans zur Kasse zu bitten. Da hält sich der Verband schön raus. Entsprechend ist der hier bereits genannte Weg über den Heim-MV auch der einzig Richtige.

    ...und glaubt einfach dem Herrn

    Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

    Ja, so einfach ließ sich das früher erklären (und für manche reicht es immer noch). Wo wäre die Menschheit heute, wenn sie immer nur alles geglaubt hätte...

    Solange man sich innerhalb der heilen Sportwelt aufhält, gelten deren Regeln. Wenn es jedoch Überschneidungen mit der realen Welt gibt, dann kann auch schon mal die ein oder andere Regelung durch Gerichte gekippt werden. Siehe 50+1-Regel im Fußball: Da zittert Jeder davor, dass die mal von Gerichten bewertet wird.

    Da wäre der ganze Ablauf unvorstellbar.

    Dass ein Trainer nicht nach Leistung nominiert, sondern weil er bestimmte Spieler schon trainiert hat und dafür wichtige Spieler rauswirft.

    Damit fing das Drama ja an.


    Auch bei "Die Mannschaft" wird nicht unbedingt nach Leistung nominiert. Da gab's schon mehr als genug Fälle, wo die Nationalmannschaft als Reha-Maßnahme für Spieler, die in ihren Vereinen nur noch auf der Bank saßen, herhalten durfte oder wo man Spieler nur als Maskottchen mitnahm (Podolski).
    Kruse wäre z.B. Einer, der nie wirklich eine Chance bekam. Da wurde lieber auf "Alte" wie Klose und Gomez gesetzt.

    Wenn Island nicht gegen Serbien verliert, ist die Sache für Schweden in der Hauptrunde gegessen. Gut spielen, kann bei keiner Mannschaft auf dieser EM die Rede sein. Für Deutschland wäre der Ofen auch viel früher ausgegangen, wenn Slowenien das Ding gewinnt und es wäre nicht unverdient gewesen.


    Hätte, wäre, wenn ist aber nicht passiert und deshalb braucht man nicht darüber diskutieren, unter welchen Umständen welche Mannschaft nicht das erreicht hätte, was sie jetzt erreicht hat. Für Schweden verlief das Turnier günstiger als für Deutschland, aber letztendlich hat es jede Mannschaft selbst in der Hand. Sie muss nur die entscheidenden Punkte machen, dann braucht sie auch keine Schützenhilfe. Wenn sie sie trotzdem bekommt - umso besser. Am Beispiel Frankreich sieht man ja, wie man souverän ins Halbfinale marschiert. Was dann dort passiert ist, zeigt eben die Ausgeglichenheit bei dieser EM.

    Herregud,
    also diese Artikel, die da in den Medien auftauchen.
    Nehmen wir mal kurz an, es stimmt, was sie schreiben.
    Dann hatten die bad boys beim Abschlusstraining keinen Bock, Spielzuege mehrfach zu wiederholen, weil das keinen Spass macht.
    Echt jetzt? Was fuer ein Kindergarten ...
    Woran hat es gehapert? An erkennbaren Spielzuegen und Automatismen.

    Generation Y:

    Generation Y: Millennials sind überfordert und überschätzt - manager magazin

    Zum Schluss noch eine Sache die ich, bei all der Kritik hier, nicht unerwähnt lassen möchte. Uwe Gensheimer ist sicher selbst alles andere als zufrieden mit seiner Leistung bei diesem Turnier. Alle wissen, dass er es besser kann und nicht ansatzweise das auf die Platte gebracht hat, was die Nation, seine Mitspieler und auch er selbst von sich erwartet hat.
    Es ist immer leicht auf einen Menschen draufzuhauen, wenn es mal nicht läuft...und ihm dann gleich Selbstüberschätzung und Arroganz oder was auch immer vorzuwerfen.
    Ich möchte daran erinnern, dass Uwe ziemlich genau vor einem Jahr beim letzten großen Turnier in Frankreich auf plötzliche und tragische Art und Weise seinen Vater verloren hat. Und bevor hier noch einige weiter auf seiner Leistung/Nicht-Leistung rumreiten, sollte man vielleicht mal in Erwägung ziehen, dass dies eventuell auch ein Grund dafür gewesen sein kann, dass er mit seinem Kopf und mit seinen Gedanken nicht so bei diesem Turnier war, wie das nötig gewesen wäre, um seine gewohnte Leistung abzurufen.
    Egal was viele von ihm halten, auch er ist ein Mensch, der solche Schicksalsschläge und die Erinnerungen direkt im Jahr danach unter Umständen nicht einfach so abschütteln und ausblenden kann. Im Gegensatz, für mich wäre es mehr als verständlich!

    Manchmal wäre ein bisschen mehr Niveau und vor allem der Respekt einem Menschen gegenüber eher angebracht, als irgendwelche voreilige Phrasen und Behauptungen und Beschimpfungen in die Welt zu posaunen.

    Danke dafür!


    So, ich habe das jetzt 5 Minuten sacken lassen, bleibe aber im Wesentlichen bei der Meinung, die ich sofort nach dem Lesen hatte: Wenn ein Spieler wirklich so vorbelastet ist und das mit aufs Feld nimmt, hat er auf dem Spielfeld nichts verloren.

    Ich wiederhole mich hier, wenn ich schreibe, dass die Nationalmannschaft kein Spielplatzsandkasten und keine Kinderhüpfburg ist. Hier geht es um das Ansehen und damit auch um die Zukunft einer ganzen Sportart. Das Auftreten und alle damit verbundenen Kommentare in den Medien sind das, was in den Köpfen der breiten Masse der Bevölkerung stecken bleibt. Wir sind in einer Zeit, wo Viertligafußball mehr Medienpräsenz genießt als die Champions-League im Handball. Da muss man alles dafür geben, dass die Außendarstellung nicht weiter leidet.

    Meinen Respekt hätte ein Spieler, der von vorneherein sagt, dass er mental nicht fit ist und deshalb auf die Teilnahme verzichtet. Tut er das nicht, hat er sich zusammenzureißen und seine Probleme zu Hause zu lassen.

    Highlight des gestrigen Spiels war doch sowieso der Zuckerpass von Lemke am Schluss. Schon komisch, dass der Abwehrspezialist gestern am technisch saubersten im Angriff spielte, auch wenn es nur die fünf Minuten am Schluss waren. :P

    Du bringst die Begründung ja fast schon selbst. In den letzten 5 Minuten ging es um nichts mehr. Da haben die Spanier das Spiel locker ausklingen lassen und nicht mehr so grimmig geguckt. Denn genau das reichte die entscheidenden Minuten vorher, um den Deutschen jede Sicherheit im Angriff zu nehmen. Auch ein Lemke hätte Bälle verdaddelt, als die Mannschaft ihren kollektiven Blackout hatte. Und es war nicht nur der Angriff, auch die Abwehr hatte in der entscheidenden Phase keinen Zugriff auf das spanische Angriffsspiel.

    Ein Zuspiel für die Galerie, ohne jeden Wert und ohne Aussagekraft. Mehr war es leider nicht.

    Ich stelle mir nun ebenfalls die Frage, ob Trainer und Spieler zusammenpassen?

    Heiner Brand war bedingungsloser Verfechter seines Spielkonzepts. Da wurden die Spieler reingepresst und bis 2007 hatte er damit auch Erfolg. Individualisten waren bei ihm nicht erwünscht, die taugten am Ende allenfalls als Sündenböcke (siehe Mimi Kraus), als der Konzepthandball nicht mehr funktionierte. Ein Umdenken oder Anpassen der Strategie an das neue Spielermaterial fand nicht statt.

    Heuberger war nicht mehr als der schlechte Klon von Brand und versuchte ebenfalls krampfhaft, den komplett durchgeplanten Spielzughandball fortzuführen.

    Bei Sigurdsson hatte ich den Eindruck, der lässt den Spielern ihre Freiheiten und somit konnten diese ihre individuellen Stärken ins Spiel einbringen. Damit war der Angriff unberechenbarer und erfolgreich.

    Nun scheint Prokop eher so auf der Brand-Schiene zu fahren, allerdings deutlich limitierter, was die Auswahl der Spielzüge angeht. Das wäre vielleicht nicht weiter schlimm, wenn die Spielzüge funktionieren würden.

    Leider haben gestern die "Joker" nicht gestochen, auch so ein Punkt, der zur Niederlage beitrug. Die Torhüter mit einer guten, aber eben nicht Weltklasseleistung, Dahmke ohne den gewünschten Effekt, Faith und Häfner ohne Eindruck in der wichtigen Phase. Janke und Weber auf verlorenem Posten ohne Unterstützung der Halben und dann noch mit unnötigen Fehlern. Gensheimer wieder enttäuschend, Groetzki ebenfalls glanzlos. Auch die Abwehr ohne Mittel gegen die Kreisanspiele. Eher ängstliches Wegducken, wenn der RM einen Wurf antäuschte und dann doch auf den Kreis abspielte. Das hätte man irgendwann auch durchschauen müssen.

    Von außen lässt es sich schlecht beurteilen, ob die Spieler das Gewünschte nicht umsetzen können oder ob dieser über weite Phasen gezeigte Alte-Herren-Stehhandball Teil des Konzepts war. Auf jeden Fall war das, gerade im Spiel 7 gegen 6, zu ausrechenbar und wurde deshalb konsequent bestraft.
    Dass es lief, wenn der Rückraum sich bewegte, war ja in der ersten Halbzeit zu erkennen. Aber, wie hier bereits mehrfach geschrieben, scheinen zur Pause einige Schalter umgelegt worden zu sein. Kühn nahm sich keine Würfe mehr und von der Halbrechten kam auch nichts Brauchbares mehr. Was sollte da der RM noch reißen? Da hätte gestern auch kein Strobel helfen können.

    Die Schlussphase war dann, ähnlich wie bei Brand, getreu dem Motto: Ich lass' die zweite Reihe nochmal spielen. Ich hoffe nur, dass diese Spieler, im Gegensatz zu Brand damals, nun nicht als Sündenböcke herhalten müssen, sondern dass man mit denen, die wirklich gezeigt haben, dass sie wollen, weitermacht.

    Ich weiß nicht, es ist ja nicht so das die Dänen vor dem siebten Feldspieler nicht hätten mithalten können. Im Gegenteil kann man ja sogar sagen das eine bessere Chancenverwertung sogar eine dänische Führung bedeutet hätte (allein Landins leere Tore bzw. unpräzise Pässe für die Gegenstösse waren 3-4 Tore). Denn die Dänen sind häufiger an Wolff gescheitert, die Deutschen (okay das mag gefühlt sein) eher weil sie zu Fehlern gezwungen wurden oder eben im dänischen Block. Ohne den siebten Feldspieler habe ich daher schon eine gewisse spielerische Überlegenheit wahrgenommen...wenn das in nichts zählbares münzt, natürlich relativ wertlos.


    10 Spielklassen tiefer bekomme ich immer wieder zu hören: Wir sind nicht schlechter als der Gegner, wir machen nur zu viele Fehler. So liest sich auch das, was du zu den Dänen schreibst. Sie waren überlegen, haben das aber wegen der Fehler nicht gezeigt.

    Ich habe da zwei gleichwertige Mannschaften gesehen und keinesfalls bessere Dänen, die ihre Genialität versteckt haben. Die deutsche Abwehr hat in der ersten Halbzeit bärenstark gestanden und die Dänen damit unter Druck gesetzt. Die Würfe der Dänen neben das leere Tor sind doch der besste Beweis, dass auch die Nerven zeigten. Und das ist Teil des Gesamtpakets. Dass beide Mannschaften unterschiedliche Fehler produziert haben, ist völlig nebensächlich.

    Was zählt, ist das Ergebnis zum Zeitpunkt X. Ich kann als Genie zu Jauchs "Wer wird Millionär" gehen und finde dann dort vor Aufregung die richtigen Antworten nicht. Bin ich trotzdem der Beste, wenn ich statt mit 1.000.000 nur mit 500 € nach Hause gehe?