Beiträge von Peter2000

    Aber wie sollen die Schiedsrichter in der Verhandlung zu einer anderen Entscheidung kommen? Sie haben sich die Szene doch schon im Video angeguckt. Es kann doch keinerlei neue Erkenntnisse geben.

    Sie hatten die Möglichkeit, ein paar Nächte drüber zu schlafen und sich die Eindrücke nochmal in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen.

    Ich denke, es ist unstrittig, dass in der Halle ein enormer Druck auf den Schiedsrichtern lastet und dass diese innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen treffen müssen. Die Redewendung "Eine Nacht drüber schlafen" kommt nicht von ungefähr. Das Gehirn verarbeitet während des Schlafs alle Eindrücke, wodurch es durchaus zu anderen Entscheidungen kommen kann.

    Die Schiedsrichter fertigen ihren Bericht an und machen vor Gericht ihre Zeugenaussage, wie es jeder Polizist auch tun würde, das Urteil sprechen die Richter und die Paragraphen kommen hier eben vom DHB

    Das ist eben mit der unanfechtbaren Tatsachenentscheidung nicht der Fall. Lothar hat das ja nochmal in einem Video aufgearbeitet (siehe entsprechender Thread): Die Entscheidungen der Schiedsrichter sind nicht nur Zeugenaussagen, sondern Urteile, die durch nachfolgende Instanzen, dank der DHB-Regeln, im Normalfall nicht mehr korrigiert werden können.

    Ein Polizist schickt niemanden in den Knast. Die Schiedsrichter tun dies (im übertragenen Sinne) jedoch schon. Und wenn sie bei ihrer subjektiven Meinung zum Vorfall bleiben und dabei keinen gravierenden Fehler gemacht haben, dann kann kein Richter eine abweichende Entscheidung treffen. Das hat das Bundesgericht des DHB so klargestellt.

    Eigentlich hat der Sport hier nicht seine eigenen Gesetze. Es ist wie bei jedem Gerichtsurteil welches noch nicht rechtskräftig ist, nur wirkt sich diese Situation im Sport ggf. leider speziell/problematisch aus

    Naja, die Schiedsrichter sind Ermittler, Ankläger und Richter in Personalunion. Dazu die Unanfechtbarkeit einer Tatsachenentscheidung, das ist schon sehr speziell und kommt quasi nur im Sport vor. Die Entscheidungen der Schiedsrichter entfalten sofort Rechtskraft. Auch das ist ein deutlicher Unterschied zum "wahren Leben". Eine echte Berufungsverhandlung gibt es nicht und auch unabhängige Gutachter sucht man vergebens.

    Das eigentliche Problem ist, dass Schiedsrichter spielübergreifende Sperren auszusprechen können. Für mich gibt es keinen Grund, das nicht in die Hände einer separaten Rechtsinstanz zu legen. Die Schiedsrichter fertigen sowieso ihren Bericht an und auf dessen Grundlage kann weiter entschieden werden. Wenn die zuständige Instanz dazu (zeitlich) nicht in der Lage ist, sollte das nicht zum Nachteil der Spieler ausgelegt werden. Ich denke, dass alle technischen Mittel vorhanden sind, um zeitnah Entscheidungen treffen zu können. Der Handball sollte hier vorwärts gehen und sich der Zeit anpassen.

    Warum? Der Spieler darf doch eingesetzt werden. Es ist doch eine Magdeburger Entscheidung, den Spieler nicht einzusetzen.

    Bin aber nur ein juristischer Laie.

    Bitte dazu die Stellungnahme von Lothar lesen. Ich wollte das auch nicht wahr haben.

    Schmedt hat es im Interview aber gerade bestätigt. Es ist eine juristisch ungeklärte Situation. Aktuell ist er freigesprochen, es wurden jedoch weitere Rechtsmittel angekündigt. Damit ist die Sperre nicht endgültig weg vom Fenster.

    Fakt ist: Der Sport hat seine eigenen Gesetze, die sicherlich weitgehend ihre Berechtigung haben. Die Unschuldsvermutung gehört aber nicht dazu. Und laut Bundesgericht geht ein Handballer dieses Risiko ein, wenn er sich für diesen Beruf entscheidet. Muss man nicht so sehen...

    Mich hätte gefreut, wenn die Schiedsrichter die Eier gehabt und ihre Entscheidung korrigiert hätten. Dann wäre das Thema erledigt gewesen. Sie hätten meiner Meinung nach damit auch Stärke bewiesen. So aber stehen sie weitgehend isoliert da und werden sicherlich zukünftig noch mehr unter Beobachtung stehen. Vielleicht nicht durch die Verantwortlichen beim Handball, sicher jedoch durch Öffentlichkeit und Presse.

    Ich hab ne Weile über "Rot oder nicht Rot" nachgedacht. Für mich bleibt es ne Tätlichkeit. Bin im Nachhinein froh, dass wir Flensburg mit ihm geschlagen haben. 2 Dinge aber noch dazu:

    1. Mich hätte wirklich interessiert, wie die Mädels ohne Videobeweis entschieden hätten

    2. Weber wurde wegen des Fouls behandelt, war dadurch 3 Angriffe draußen. Da war Golla eher wieder auf der Platte als der Gefoulte. Ich weiß nicht, ob dieser Part bewusst in Kauf genommen wird.

    Wichtig ist hier auch, zu verstehen, dass die Schiedsrichter nicht das Ergebnis des Fouls zu bewerten haben, sondern die Aktion an sich.

    Gerade in den unteren Klassen finden sich einige Spieler und Spielerinnen, die Neymar in Sachen Überdramatisierung durchaus Konkurrenz machen können. Da wird teilweise schon vor dem Körperkontakt geschrien. Leider habe ich in über 35 aktiven Jahren nur ein paar Mal erlebt, dass Schiedsrichter da auf unsportliches Verhalten seitens des Angreifers entschieden. Es ist halt ein sehr schmaler Grat. Viel häufiger jedoch lassen sich in den unteren Klassen Schiedsrichter durch das Ergebnis eines vermeintlichen Fouls beeindrucken. Anfang des Jahres habe ich da eine richtig krasse Fehlentscheidung gesehen. Eine Spielerin läuft in die Abwehr und bricht nach leichtem Kontakt schreiend zusammen. Es folgen mehrere Minuten Erstversorgung auf dem Platz, gefolgt von Abtransport per Trage. Danach geben die Schiedsrichter der Abwehrspielerin die Rote Karte. Sie haben sich hier sichtlich vom Geschehen beeindrucken lassen, denn bei der Aktion war nichts, was auch nur ansatzweise eine Hinausstellung gerechtfertigt hätte. Eigentlicher Grund war, dass die Angreiferin sich wenige Monate vorher schwer am Knie verletzte und viel zu früh und ohne Aufbautraining wieder aufs Spielfeld zurückkehrte. Da reichte dann ein leichter Kontakt für die nächste Verletzung am selben Körperteil.

    Uns selbst bei etwas Offensichtlichem, wie einer blutenden Nase oder einer Platzwunde haben die Schiedsrichter ihre Entscheidung nicht danach zu treffen, dass da Blut tropft.

    Im Fall von Golla will ich keine Absicht unterstellen. Ja, man muss fragen, was der Arm da oben macht. Aber ähnliche Bewegungen sieht man sehr oft, wenn quer zur Abwehr laufende Angreifer angenommen werden. Eigentliches Ziel dürfte der Wurfarm oder der Oberkörper gewesen sein.

    Den Begriff der Tätlichkeit gibt es in den Regeln ja so nicht mehr. Und selbst "früher" wären bei dieser Aktion die Bedingungen dafür nicht erfüllt gewesen. Eine Tätlichkeit hätte zum Ausschluss geführt. Das Analogon heute wäre Rot + Blau (Regel 8:6).

    Wenn du mit Tätlichkeit "nur" Rot meinst, also eine Disqualifikation nach Regel 8:5, dann sind die Bewertungskriterien "besonders aggressive Aktion" und Rücksichtslosigkeit. Und hier tue ich mich sehr schwer damit, das anzuwenden. Zumal es deutlich schlimmere Aktionen geben kann, zu denen dann die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben sollte.

    Hansen bleibt mit seinem Arm in Musches Arm/Hand/Faust hängen.

    Nein, bleibt er nicht. Es gibt einen Kontakt zwischen Musches Hand und dem Ball in Hansens Hand. Im Anschluss fällt Hansen einigermaßen spektakulär. Kann man ihm auch nicht verdenken, denn gewöhnlicherweise bekommt der Abwehrspieler da eine progressive Strafe, wenn der Angreifer scheinbar die Kontrolle verliert. Ich will da Hansen jedoch nichts unterstellen, denn manchmal reicht schon der Schreck durch den bloßen Kontakt, um aus dem Konzept gebracht zu werden.

    Ich jedenfalls kann selbst bei der 20. Wiederholung weder ein Hängenbleiben mit dem Arm, noch die für eine Zeitstrafe nötige Intensität erkennen.

    Nach Regeln ist es erlaubt, den Ball mit der offenen Hand herauszuspielen. Es sah nicht so aus, als wenn Musche den Ball herausspielen wollte. Er hielt einfach den Arm hoch. Zwei Minuten wären ok gewesen und er hätte sich nicht beschwert.

    Fürs Arm hochhalten willst du eine Zeitstrafe geben? Nach welcher Regel?

    Wir können über eine Zeitstrafe diskutieren, wenn Musche aktiv in den Arm des Gegners greift und keine Absicht vorhanden ist, den Ball zu spielen. Dazu kommt noch der Faktor Intensität.

    Ja, Musche dreht sich weg und hebt den Arm, sicherlich wissend, dass der Gegner daran hängen bleiben könnte. Nur geht sein Arm gerade nach oben und nicht aktiv zum Arm des Gegners. Das ist kein Schlagen oder Halten im klassischen Sinne. Das Hochheben des Arms ist nicht verboten.

    Was ist letztendlich passiert? Hansen touchiert mit dem Ball leicht Musches Hand/Faust. Da war keine wirkliche Intensität, die eine Zeitstrafe rechtfertigt. Wenn man es als regelwidrig auslegt, weil Musche da noch in der Bewegung ist, dann ist es halt ein Strafwurf. Aber mehr nicht.

    Puh ich kann diese Grundlegende negative Einschätzung nur so halb nachvollziehen.


    Die mussten innerhalb von wenigen Monaten eine komplette Infrastruktur aufbauen.

    Wer flotte Werbesprüche rauskloppt und die Handball-Verantwortlichen rausposaunen lässt, dass man mit DYN ein neues Zeitalter einleitet, der hat meiner Meinung nach dafür zu sorgen, dass ab der 1. Minute technisch alles läuft.

    Aber diese Rechtfertigungen reihen sich ja nahtlos in das IT-Versagen in Deutschland ein. Danke nochmal an Mutti Merkel, die das Internet als Neuland bezeichnete.

    Und tut doch bitte nicht so, als ob DYN das Rad neu erfinden musste. Streaming-Plattformen gibt es wie Sand am Meer. Das Wissen, solche aufzubauen, ist definitiv vorhanden. Und wer den Mund so voll nimmt, muss halt entsprechend investieren, um an das Knowhow zu kommen. Zeit genug war vorhanden, dieser Thread ist über ein Jahr alt. Wer so ein Projekt in Angriff nimmt, muss entsprechend in Vorleistung gehen. Man braucht kein Handballspiel in Düsseldorf, um einen Belastungstest durchzuführen. Auch dafür gibt es Erfahrungswerte.

    Mein Statement:

    Nach den hier schon beschriebenen anfänglichen Problemen lief es dann doch kurz vor Spielbeginn.

    Mein Setup: Android-Handy mit Dyn-App und Stream auf Chromecast. Das ganze an einem HD-Ready TV.

    Was mir negativ auffiel: Gerade in den ersten Minuten gab es einige Ruckler. Das waren allerdings keine Bildaussetzer, sondern eher die typischen Fehler bei schnellen Bewegungen. Als ob Frames fehlen. Dazu kam dann eine gewisse Artefaktbildung bei Kameraschwenks - auch das kennt man seit Anbeginn des digitalen Fernsehens und deutet auf schlechte Encoder-Einstellungen hin.

    Auch auffällig: Die Kameras waren nicht sauber kalibriert. Die von oben Filmende war blass und dunkel, eine andere hatte Probleme mit dem Weißabgleich. Das sollte im Profibereich eigentlich nicht passieren.

    Naja, wenigstens das Spiel war recht spannend. Als Nicht-Fan der beiden Mannschaften kann ich auch mit dem Ergebnis gut leben.

    Man kann die Aufnahmen problemlos gucken, auch wenn das Abo beendet ist.

    Okay. Ich hatte dazu über die Jahre widersprüchliche Aussagen gelesen.

    Ich möchte abschließend nur eins anmerken: So ein Sky-Receiver ist ein geschlossenes System. Bei Defekt oder Rücksendung sind die gespeicherten Daten weg. Und eine Festplatte, die quasi permanent in Betrieb ist, hat ein höheres Ausfallrisiko.

    Wer wichtige Dinge dauerhaft (oder zumindest langfristig) speichern will, braucht eine Backup-Lösung. Schon alleine deshalb würde ich zusehen, die Daten zusätzlich auf einem zweiten Medium/Gerät zu speichern.

    Ich werfe mal ein, dass nach meinem Kenntnisstand die Aufnahmen auf dem Q-Receiver nicht mehr wiedergegeben werden können, wenn das Abo abgelaufen ist. Typischerweise werden die Daten verschlüsselt abgelegt und sind ohne Abo schlichtweg nutzlos.

    Aber ich lasse mich da gerne korrigieren.

    Die einzige Möglichkeit, die mir spontan einfällt: Solange das Abo läuft, die Aufnahmen abspielen und mit einem anderen Gerät aufnehmen.

    Ich stelle die These, dass es eine Korrelation gibt zwischen dem Kommentatorenfokus auf SR- Entscheidungen und der Aufgeregtheit hier im Thread. Ich muss an diesem Wochenende leider arbeiten und konnte nicht in Köln dabei sein. Somit blieb nur DAZN in der Nachbetrachtung. Bitter und sein Kollege haben nun wirklich jede SR Entscheidung kommentiert und sichtbar durch die SCM Brille. Entscheidung gegen den SCM wurden immer in Frage gestellt. Entscheidungen gegen Barcelona trotz Fehler nur relativiert. Beispiel ein strittiger 7-M gegen Barca. Kommentar Bitter "Ich glaube er stand um Haaresbreite im Raum, und dann ist es 7-M". Das ist Blödsinn, da geht es nicht um Millimeter sondern Ermessenspielraum. Und das weiß Bitter auch, welcher im übrigen auch während des Spiels zugibt, dass er die SCM-Brille aufhat. Ich persönlich bin ja Semraufan und habe mich geärgert, dass der nur die Interviews machen darf. Aber ich verstehe natürlich auch aus DAZN Sicht, dass man da mehr Emotionen bei so einem Spiel rein bringen will. Vielleicht sollten man das aber berücksichtigen. Dieser Thread ist ja kein Thread im eigentlichen Sinne, sondern direkt nach dem Spiel eine Art Chat. Von daher lässt sich das SR-Gebashe wohl erklären.

    Aber die beiden SR waren sicher keine Heim-SR, was vielleicht angesichts der Halle und er Atmosphäre verwundert. Im Endeffekt ist es aber eine positive Entwicklung. Ich erinnere an frühere Turniere, bei denen z.B. Kretzsche immer "predigte" dass der Heimvorteil enorm sei. Hab ich nie nachvollziehen können und die gestrige SR Leistung zeigt, dass das eigentlich auch immer eine Fabel war.

    Ich habe mir das Spiel ohne Kommentatoren angeschaut und habe auch keine rot-grüne Brille auf. Trotzdem teile ich weiterhin die Meinung, dass 50:50-Entscheidungen tendenziell pro Barcelona ausfielen. Wenn auf der einen Seite 3x auf Stürmerfoul entschieden wird, auf der anderen aber nicht, dann mag jede Einzelentscheidung vielleicht vertretbar sein. Trotzdem ist da eine Tendenz zugunsten einer Mannschaft. Und deshalb ist die Auflistung von @anonymer-scm-fan halt nur die halbe Wahrheit.

    Es geht auch um gleiche Maßstäbe. Wenn ich die Zeitstrafe gegen O'Sullivan sehe, bei der der Gegner in den ausgestreckten Arm läuft - wo ist da das progressionswürdige Foul? Wenn man das unbedingt sehen will, dann müssen wir auch diskutieren, warum es bei der Verletzung von Gisli keine Strafe gab? Der Abwehrspieler zieht ihn am Trikot und hat damit vielleicht auch einen Anteil am Sturz.

    Und solche Szenen finden sich halt mehrere im Spiel. Es gab auch mal 'ne Konzessionsentscheidung pro SCM.

    Was mir allerdings mehr Sorgen gemacht hat, war der phasenweise recht schwache Arm von Damgaard. Dass der aus allen Lagen wirft, ist klar. Aber da waren zu viele Bälle, wo der notwendige Druck oder wenigstens die Genauigkeit fehlte. Natürlich ist das auch ein Verdienst der Abwehr Barcas gewesen. Aber dann wäre es umso wichtiger, dass man auf seine Chance wartet. So sehr ich mich auch freue, wenn Damgaard die Unmöglichen macht, so ist es doch weiterhin ein schmaler Grat, den er da beschreitet.