Beiträge von Peter2000

    Schnelle Beine sind entscheidend. Guck dir die Dänen an oder den SCM. Das sind alles keine Riesen, aber schnell und im Verbund abgestimmt. Bei den Deutschen gab es zu viele Lücken und die Franzosen bekommen trotz Körperkontakt den Ball weiter. Am Ende stand da immer ein Fabregas. Dass Prandi oder Mahe recht unbedrängt von 9 oder 10 m werfen konnten, lag unter anderem daran, dass man sich an Fabregas festhalten wollte. Einen Tod muss man sterben.

    Das erinnert mich ein bisschen an Heiner Brand: Ich lasse mein System spielen, egal ob ich die passenden Spieler dafür habe oder nicht.

    Wie soll man das System des SCM auf die Nationalmannschaft übertragen, wenn man dort ganz andere Spielertypen hat? Und ob das System des SCM das Nonplusultra ist, werden die nächsten Spiele des Clubs zeigen.

    Ich bleibe dabei: Man hat es unterlassen, das Angriffsspiel der Franzosen frühzeitig zu blockieren. Die freien Würfe bei 9 m waren möglich, weil die Franzosen ohne Kontakt weite Wege gehen konnten. Mir geht's da nicht um sinnloses Reinprügeln. Aber da müssen Laufwege zugestellt werden und da müssen auch Stoppfouls her.

    Auch wenn es hier niemand hören will, wir haben ein Problem auf der rechten Abwehrseite.
    Dafür sprechen die 4 min Zeitstrafe von Steinert und die 9 Siebenmeter.

    Wir haben ein Abwehrproblem und das habe ich auch gestern schon so geschrieben. Allerdings mache ich das nicht an den kassierten Zeitstrafen fest, sondern eher daran, dass es zu wenige gab.

    Die Deutschen tippen den Gegner mal kurz an und das war es dann auch. Wer permanent in die Abwehr reinrammelt, muss da einen Widerstand spüren. Die Franzosen haben's doch auch so gemacht. Warum liegen immer nur die Deutschen am Boden und krümmen sich vor Schmerzen?

    Ich vertrete weiterhin die Philosophie: Angriff wirft Tore, Abwehr gewinnt Spiele. Ja, wir haben deutliche Defizite im Angriff. Und das fängt für mich beim Trainer an. Symptomatisch war gestern die Auszeit, als alle 5 Sekunden der angedachte Spielzug übern Haufen geworfen wurde und die Kommentatoren am Ende (zurecht) fragten, ob die Spieler denn jetzt mitbekommen haben, was wirklich gespielt werden soll. Da kann man nur Anschauungsunterricht bei Bennet Wiegert empfehlen.
    Aber selbst die Schwächen im Angriff wären verschmerzbar, wenn wir eine Abwehr stellen würden, die diesen Namen auch verdient. Was die Franzosen taktisch gezeigt haben, war selten Weltklasse. Aber wenn man nicht einmal versucht, den Spielfluss des Gegners zu stören und sie dann ohne Gegenwehr von 9 m werfen lässt, dann ist das einfach zu wenig. Handball ist eine Kontaktsportart, bei den Deutschen hat man aber oft den Eindruck, dass sie den Kontakten in der Abwehr aus dem Weg gehen wollen.

    Rückblickend wird ja z.B. Roggischs Abwehrarbeit als grob und rüpelhaft bezeichnet. Aber am Ende zählt nicht Schönspielerei. Niemand wird sich an die Mannschaft erinnern, die den Fairplay-Pokal gewonnen hat. Auch kleine Kontakte hinterlassen ihre Spuren. Wir hatten in unserer Liga mal 'nen Gegner, der für die eigene Abwehr den Slogan hatte: Kein Wurf (des Gegners) ohne Kontakt.
    Stoppfouls sind bei den Deutschen völlig aus der Mode gekommen. Gar keine langen Laufwege oder Kreuzungen zulassen und den Gegner so ins Zeitspiel zwingen. Man steht jedoch lieber hinten an der 6 m und lässt sich dann in den Kreis drücken, was die hohe Anzahl an Strafwürfen gegen Deutschland erklärt.

    Schade. Aber ohne den Willen, in der Abwehr Präsenz zu zeigen, wird's halt nichts. Ich verstehe die deutsche Philosophie nicht. Hat man Angst vor Zeitstrafen? Warum können die Gegner immer wieder einfach so durchspazieren? Irgendwo muss man auch mal ein Zeichen setzen und dem Gegner zeigen, dass es weh tun kann. Die anderen Mannschaften machen das doch auch.

    Peter2000

    Hätte die Schweiz gewonnen, dann hätten die Schweiz und Frankreich vor dem letzten Spieltag beide 2 Punkte gehabt und im Falle eines Sieges der Schweiz gegen Nordmazedonien, wäre Frankreich schon bei einem Unentschieden ausgeschieden gewesen - egal wie knapp die Schweizer ihr eigenes Spiel gewinnen. Jetzt dürfen die Franzosen sogar so hoch verlieren, dass sie noch 22 Tore in der Tordifferenz auf die Schweiz einbüßen und wären trotzdem in der Hauptrunde. Damit ist die Schweiz faktisch raus aus dem Turnier. Größer könnte der Unterschied in der Ausgangslage kaum sein wegen eines möglichen Tores im letzten Angriff.

    Schön und gut. Aber wie hoch siehst du die Chance, dass Frankreich gegen Deutschland Punkte liegen lässt? Vor allem, wenn für die Franzosen morgen ein Sieg Pflicht gewesen wäre, um weiterzukommen?

    Ich bin bei Arcosh. Schweiz hätte den Sieg gebraucht. So ist es ein Punkt ohne Wert.

    Der Punkt mehr (und vielleicht +1 oder +2 Tore) wäre doch nur von Belang gewesen, wenn Frankreich gegen Deutschland nicht über ein Unentschieden hinauskommt.

    Selbst wenn die Schweizer gewonnen hätten, wäre ein Sieg von Frankreich gegen Deutschland in jedem Fall das KO für die Schweiz gewesen, denn bei drei Teams mit je 4 Punkten sind die -13 Tore aus dem Spiel Dt-Schweiz zu viel des Guten.

    Insofern hat sich in meinen Augen die Ausgangssituation der Schweiz nicht wirklich verschlechtert. So oder so muss ein deutlicher Sieg gegen Nordmazedonien her, zusätzlich darf Frankreich gegen Deutschland nicht punkten.

    Ich weiß nicht, was du hast, Rheiner. Bei mir ist der Hallenboden in Magdeburg blau. Sowohl beim Linksschwenk, als auch beim Rechtsschwenk,

    Ich hoffe aber, es steht außer Frage, dass zwischen beiden Bildern ein Farbunterschied besteht (der auch quantitativ feststellbar ist). Das untere Bild weißt einen stärkeren Mangel an Rot auf, wodurch alle Farben Richtung Grün/Blau verschoben sind. Aber selbst beim oberen Bild ist das Weiß kein sauberes Weiß.

    Wenn es dieselbe Kamera war, scheint da ein dynamischer Weißabgleich stattzufinden. Der Sinn erschließt sich mir jedoch nicht.

    Das waren klare 2 Minuten, weiter nichts. Aber die Reaktion von Viggo ist doch Schauspielerei. Kam es zu einer Verletzung? Nein! Hat es ihn danach irgendwie behindert? Nein! Ich jedenfalls habe in dieser Spielzeit schon deutlich gravierende Fouls gesehen.

    Also ich habe bereits live auf dem Handballfeld miterlebt, wie jemand nach einem Treffer gegen den Hals zusammengeklappt ist. Das war kein extremer Schlag, aber halt (wenn man es so sagen will) gut gezielt. Wenn man die Halsschlagader erwischt, ist schnell Ruhe. Wer will, kann mal nach "brachial stun" googeln.

    Ich würde mich jedenfalls nicht aus dem Fenster lehnen und jemanden nach einem Halstreffer Schauspielerei vorwerfen.

    So wie ich die Regularien lese, nicht.

    „Eine bereits vor dem Videobeweis getroffene Entscheidung der Schiedsrichter kann nach dessen Einsatz nur dann korrigiert werden, wenn das Spiel zuvor noch nicht fortgesetzt wurde.“

    https://www.liquimoly-hbl.de/?proxy=redakti…Videobeweis.pdf


    Abgesehen davon, dass dich an anderer Stelle die Regularien auch nicht sonderlich kümmern, lese ich das von dir Zitierte folgendermaßen:

    Die Schiedsrichter erkennen zu einem beliebigen Zeitpunkt die Notwendigkeit zum Einsatz des Videobeweises. Die Richtlinie gibt dabei nicht vor, wie viele Sekunden seit dem untersuchungswürdigen Vorfall maximal verstrichen sein dürfen. Vielmehr sagt sie lediglich:

    Zitat

    In den Fällen, in denen die Schiedsrichter den Videobeweis anfordern wollen, unterbrechen sie das Spiel durch ein Time-Out.

    Das heißt, das Spiel muss vor dem Anfordern nicht unterbrochen sein. Es ist auch nicht geregelt, dass der Ball nicht im Spiel sein darf.

    Dein Zitat sagt: Bevor die Schiedsrichter nach dem Videobeweis das Spiel wieder freigeben, müssen sie ihre finale Entscheidung getroffen haben. Sie können also nicht nach dem Videobeweis das Spiel wieder anpfeifen und dann erneut unterbrechen, um auf Grundlage des Videobeweises z.B. doch eine Zeitstrafe auszusprechen. Das muss zwingend vor Wiederanpfiff geschehen. Ich sehe das in Analogie dazu, dass ein gegebenes Tor nach Wiederanpfiff nicht mehr annulliert werden kann. Erst der Wiederanpfiff schafft klare Fakten.

    Im speziellen Fall haben die Schiedsrichter zuerst auf Weiterspielen entschieden, dann (warum auch immer -> da kommt aber auch deine Aussage zum tragen: "Notfalls muss man sie drauf aufmerksam machen.") das Spiel für den Videobeweis unterbrochen, ihre Entscheidung korrigiert und wieder angepfiffen. Das ist vom Ablauf her okay.

    Sie lassen doch weiterlaufen und unterbrechen erst, weil der Leipziger am Boden liegt. Woher kommt denn dann die Intervention für den Videobeweis?

    Du bist echt witzig, auch wenn du es nicht so meinst.

    In einem anderen Thread hast du genau das doch gefordert:

    Zitat

    Zitat von Rheiner

    Die Schiedsrichter können nur das prüfen, auf das sie aufmerksam werden. Notfalls muss man sie drauf aufmerksam machen.

    Also war es deiner Meinung nach heute richtig, das zu prüfen, oder nicht?

    Oha! Viele der hier im Forum festgestellten Mängel im SCM-Spiel wurden abgestellt. Und schon sieht es nach einem ganz anderen Spiel aus. Mich freut es vor allem für die in den letzten Spielen vernachlässigten Außen und für Meister. Magnusson auch mit einer Steigerung und mit mehr Mut, in die Lücken zu gehen.

    Ich würde mich freuen, wenn es gegen den THW genauso läuft.

    Die Schiedsrichter können nur das prüfen, auf das sie aufmerksam werden. Notfalls muss man sie drauf aufmerksam machen.

    Nur wie stellt man das regelkonform an?

    Weder sind Spieler berechtigt, die Schiedsrichter während des Spiels anzusprechen (Regel 17:11), noch ist es, wie hier bereits ausführlich diskutiert, erlaubt, durch "verbale oder nonverbale Aktionen" bestimmte Entscheidungen der Schiedsrichter herbeizuführen. Und dabei ist nicht festgelegt, dass es hier nur um Zeitstrafen oder Karten für Gegenspieler geht.

    Ich verstehe deine Argumentation, dass ein Spieler auf das ihm widerfahrene Unheil aufmerksam machen möchte. Nur fehlt mir hier schlichtweg die regeltechnische Legitimation dazu. Und wie ich ein paar Nachrichten weiter oben schon schrieb: Wie soll man regeln, welche Gestik eines Spielers legitim ist und welche nicht?

    Mal 'ne Frage zur Arena: Die hintersten Blöcke (7 + 10?) waren ja ebenfalls geöffnet. Da sitzt man aber schon ein paar Meter vom Spielfeld weg. Ist das trotzdem noch angenehm oder eher nicht zu empfehlen? In der Vergangenheit saß ich öfter mal im Block 15, also auf Höhe des anderen Tores. Das empfand ich persönlich als grenzwertig.

    "Strafe fordern" wäre das hochalten zweier Finger entsprechend des Handzeichens für eine Zeitstrafe oder wenn er verbal eine Sanktion eingefordert hätte. Das Anzeigen des Kopftreffers ist hingegen meiner Meinung nach nicht verwerflich, da er damit weiterhin den Schiedsrichtern die Bewertung der Situation überlässt.

    Die Argumentation passt nicht. Haben es die Schiedsrichter selbst gesehen, ist überhaupt keine Aktion/Geste durch den Spieler notwendig. Haben es die Schiedsrichter nicht gesehen, worauf sollen sie dann ihre Bewertung aufbauen? Sollen sie sich hier auf den Torwart verlassen? Wenn ja, welche Regel würde es abdecken, dass nach Hinweisen von Spielern ggf. ein Videobeweis durchgeführt wird? Nächste Woche greift sich dann ein Spieler an seine Kronjuwelen, um anzuzeigen, dass die Unparteiischen einen Griff in die Eier nicht gesehen haben? Spielen wir dann: Schiri, rate meine Geste und geh' gefälligst zum Monitor?

    Nein. Dieses mit dem Finger auf den Kopf zeigen dient einzig dazu, die Schiedsrichter auf die richtige Spur zu bringen, also eine Strafe für den Gegenspieler zu verhängen.

    Die Regeln sind deshalb auch bewusst allgemein gehalten und sprechen nur von "nonverbale(n) Aktionen, um eine bestimmte Entscheidung der Schiedsrichter herbeizuführen". Jeder weiß, dass ein Kopftreffer aus freier Position zur Zeitstrafe führt. Da muss ich nicht das Zeichen für die Zeitstrafe bemühen.

    Umgedreht geht es übrigens genauso: Daumen hoch gilt als das international anerkannte Zeichen für "Okay". Mit deiner Argumentation würde also ein Spieler, der eine Zeitstrafe mit Daumen hoch quittiert, Zustimmung zur Strafe signalisieren. Er meint es ja offensichtlich positiv. Nun, ich habe selbst erlebt, wie es dafür die Blaue Karte gab, weil sich der Schiedsrichter durch diese Geste beleidigt fühlte.

    Man muss die Spieler hier nicht unnötig in Schutz nehmen. Die wissen ganz genau, was sie mit welcher Geste erreichen wollen.

    Schwachsinn, er macht alles richtig!

    Der Werfer wirft ihm auf den Kopf, das ist die grob unsportliche Aktion!

    Es ist ungünstig, wenn man in der Diskussion mit quasi geschützten Begriffen um sich wirft, die schlichtweg nicht anwendbar sind. Grob unsportlich war weder die eine noch die andere Aktion. Grobe Unsportlichkeit führt zu einer direkten Disqualifikation, siehe Regel 8.9. Die Verschärfung "besonders grob unsportlich" wäre dann 8.10 Rot+Blau.

    Der Werfer wurde nach 8.8d bestraft, das ist ein unsportliches Verhalten, was direkt eine Zeitstrafe zur Folge hat.

    Der Torhüter hätte nach 8.7a progressiv bestraft werden können (ebenfalls unsportliches Verhalten). Denn mit seiner Gestik forderte er de facto eine Bestrafung des Gegenspielers. Und das ist schlichtweg nicht seine Aufgabe. Die Schiedsrichter haben nur das zu bestrafen, was sie selbst wahrnehmen (+bestimmte Maßnahmen durch das Kampfgericht). Dass Spieler permanent über (Nicht-)Entscheidungen lamentieren und wild gestikulieren, ist in meinen Augen ein Unding. Auf der einen Seite ist es gut, wenn Schiedsrichter ein Maß an Kommunikation zulassen, auch wenn die Regeln das nicht vorsehen. Aber wenn man ihnen nicht einmal die Zeit gibt, überhaupt eine Entscheidung zu treffen und schon wild in ihre Richtung stürmt, dann ist das zu viel des Guten. Nur ist das mittlerweile leider Alltag in der Bundesliga und wird halt kaum geahndet. Leider färbt das auch auf die unteren Klassen und den Nachwuchs ab. Und das ist keine schöne Entwicklung.

    Wer übrigens meint, dass ein Werfer in der Bundesliga jederzeit die volle Kontrolle über das Spielgerät hat, kann ja mal darüber philosophieren, warum selbst gestandene 7-Meter Schützen ab und zu einen Ball neben das Tor setzen.