Beiträge von Peter2000

    Warum Weber vor Lichtlein spielt, verstehe ich auch nicht. Das ist mit den Leistungen der Saison nicht wirklich zu begründen

    Wobei Weber, als er reinkam, ein Lichtblick war. Knorr am Anfang mit Scheuklappen unterwegs und blind in die Abwehr reingerammelt. Das sah gegen Ungarn so viel besser aus, als er nicht mit Gewalt versucht hat, sich jeden Wurf zu nehmen.

    Aus: RE: Handball-EM 2024 - Finalspiele

    "Das Problem ist die Formulierung „eines Fußes“. Ununterbrochen ein Teil irgendeines Fußes oder ununterbrochen ein Teil desselben Fußes."

    Meiner Auffassung nach muss man die Regel als Ganzes anwenden und nicht nur ein paar Worte daraus isoliert betrachten.

    Es handelt sich um Regel 15. Diese lässt sich einteilen in drei Phasen: Vor der Wurfausführung, Wurfausführung, nach der Wurfausführung.

    Die Wurfausführung beginnt, wenn die korrekte Position eingenommen wurde und (sofern notwendig) die Schiedsrichter den Wurf freigeben (auch wenn dieser Teil nicht explizit in dieser Regel erwähnt ist).

    Hier werden folgende Bedingungen formuliert:

    1. "...muss der Werfer bei der Wurfausführung mit einem Teil eines Fußes ununterbrochen den Boden berühren bis der Ball die Hand verlassen hat"

    2. "Der andere Fuß darf wiederholt vom Boden abgehoben und wieder abgesetzt werden"

    Die Wurfausführung umfasst dabei den kompletten Zeitraum zwischen Freigabe des Wurfs und Abschluss des Wurfs, sprich dem Verlassen des Balls aus der Hand des Werfers. Das ergibt sich auch aus den in der Regel formulierten Folgen, wenn andere Spieler regelwidrig eingreifen.

    Die oben genannten beiden Bedingungen sind verknüpft. Informatiker (oder meinetwegen auch Juristen) würden hier von einer UND-Beziehung sprechen, also beide Bedingungen müssen erfüllt sein. Bedingung 1 beinhaltet zudem selbst ebenfalls eine UND-Verknüpfung zwischen "ununterbrochen der Boden berühren" und "solange Ball in Hand".

    Welcher der beiden Füße "ein Fuß" aus Bedingung 1 und welcher "der andere Fuß" aus Bedingung 2 ist, ist offen, solange sich beide Füße noch am Boden befinden. Typischerweise ist das zu Beginn der Wurfausführung gegeben, wobei es theoretisch auch möglich wäre, bereits bei der Wurffreigabe nur auf einem Fuß zu stehen. In diesem Fall erübrigt sich das Rätselraten.

    Geben wir den Füßen zur Veranschaulichung Nummern: "ein Fuß" aus Bedingung 1 ist Fuß 1, "der andere Fuß" entsprechend Fuß 2.

    Hebt der Werfer nun während der Wurfausführung einen Fuß, so wird dieser zu "Fuß 2", der andere folgerichtig zu Fuß 1.

    Für Fuß 1 ist (siehe oben 1.) die Bedingung formuliert: "ununterbrochen den Boden berühren bis der Ball die Hand verlassen hat". Hier gibt es keinen Interpretationsspielraum. Solange der Ball noch in der Hand ist, muss genau dieser eine Fuß am Boden bleiben. Man lässt mit 2. (siehe oben) explizit nur für Fuß 2 abweichende Bewegungen zu.

    Wenn man es anders gemeint hätte, hätte man sich den Text komplett sparen können. Es hätte dann gereicht zu schreiben: Bei der Wurfausführung darf der Werfer den Ort der Ausführung nicht verlassen. Mit keiner Silbe hätte man auf die Füße und deren Aktionen eingehen müssen. Schon alleine deshalb ist davon auszugehen, dass ein Wechsel des Standfußes (was regeltechnisch einem Schritt entspricht) nicht zulässig ist.

    Die Formulierung "der andere Fuß", so wie in den Regeln stehend, beschreibt einen konkret definierten Fuß. Würde man einen Wechsel des Standfußes in den Regeln vorsehen, müsste man schreiben "der jeweils andere Fuß".

    Praktisch würde ich mich (so wie viele andere wahrscheinlich auch) über Videos freuen, in den Werfer am 7m-Punkt oder Freiwurf einen Stepptanz oder meinetwegen auch Moonwalk aufführen und das nicht abgepfiffen bekommen.

    verschoben nach:

    Pro Handball
    28. Januar 2024 um 09:15

    Videobeweis ist (gerade bei der EHF) reine Willkür.

    Die Schweden haben in diesem Turnier schon einen durch ne Brülltirade gegen die Schiedsrichter erwirkt.

    Aber hier hätte er überhaupt nichts geändert. Sie hätten geguckt, ob der Werfer bis zum Verlassen des Balles aus der Hand den Boden berührt (es sah erst nach Sprung aus). Hat er. Fertig.

    Entsprechend deiner Regelinterpretation wäre das eventuell die Entscheidung gewesen. Wir werden es vielleicht nie erfahren.

    Das war m.E. zu erwarten. Interessant ist, dass laut dieser Entscheidung es möglich gewesen wäre, das Tor per Video zu überprüfen. Das wurde ja von vielen (durchaus regelkundigen) Kommentatoren hier und im Web anders dargestellt.

    Das soll jetzt gar kein „Ätsch, daneben!“ sein. Aber wenn Leute, die sich mit dem Regelwerk vermutlich wesentlich besser auskennen als ich, die Bedingungen für einen VAR-Einsatz nicht korrekt beurteilen können, herrscht dringender Klärungsbedarf.

    Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn mal wieder ein vermeintlicher Regel-Guru als "Beweis" herangezogen wird.

    immerweiter: Die Frage ist ja, ob man das will, oder ob sie bewusst so schwammig formuliert sind, um sie willkürlich einsetzen zu können.

    Ich hatte gestern bereits den offiziellen EHF-Text zum Videobeweis verlinkt: RE: Handball-EM 2024 - Finalspiele

    Da darf sich jeder selbst ein Bild machen, wie bzw. ob das schwammig ist.

    Generell sind die Regeln im Handball so formuliert, dass Fehler von Schiedsrichtern (z.B. falsches Zählen) nicht direkt Konsequenzen auf die Spielwertung haben müssen, im Sinne der Anfechtbarkeit von Ergebnissen. Das macht auch Sinn. Und dazu gehört halt auch ein gewisser Ermessensspielraum.

    Hier muss man auch abwägen, was man möchte: Nur noch 100 % regelkonformes Verhalten? Und wenn ja, übers ganze Spiel oder nur in vermeintlich entscheidenden Szenen? Die Formel 1 ist für mich hier das absolute Negativbeispiel, wo man teilweise eine Stunde nach Rennende noch nicht weiß, ob der Erste wirklich der Sieger des Rennens ist.

    Also hätte es sehr wohl per Video überprüft werden können.

    Stand ja gestern in dem Artikel, in dem Scharoff zu Wort kam, anders. Hat mich gestern schon irritiert.

    Da sieht man mal, das der hier im Thread bereits hochgelobte Herr Scharoff auch nicht das Maß der Dinge ist.

    Dabei ist das doch alles niedergeschrieben: https://www.eurohandball.com/media/4ljdgzq3…-technology.pdf

    Anwendbar wäre hier Regel 9 gewesen: Spielverändernde Situation in den letzten 30 Sekunden in Verbindung mit dem Verdacht, dass der Spieler einen technischen Fehler begangen hat.

    Da steht nicht ununterbrochen, sondern „die ganze Zeit“, das ist ein Unterschied 🤷‍♂️.


    - Es muss die ganze Zeit ein Teil eines Fußes…

    - Es muss ein Fuß ununterbrochen…


    sind halt zwei verschieden Sachverhalte.

    Jetzt wird's konfus.

    Was steht deiner Meinung nach in den Regeln?

    In den mir vorliegenden steht "ununterbrochen".

    Es war schon immer erlaubt den Fuß zu wechseln, das habe ich vor 35 Jahren schon im Lehrgang gelernt und das wurde auch nie regeltechnisch angezweifelt. Solange ein Fuß auf dem Boden bleibt, darf der andere bewegt werden. Stehen beide auf dem Boden, darf jetzt der andere Fuß bewegt werden, solange der andere stehen bleibt. Prandis Tor war damit absolut korrekt, solange eben nicht beide Füße in der Luft waren, bevor der Ball die Hand verlassen hat. Das hätte man aber im Video kontrollieren können.

    Ich glaube, diese Meinung hast du ziemlich exklusiv.

    Die Regeln sagen klar: Ein Fuß muss während der Ausführung ununterbrochen Kontakt mit dem Boden haben. Ein Wechsel des Fußes, wie du es beschreibst, unterbricht den Bodenkontakt. Das "ununterbrochen" ist hier der Knackpunkt. Es reicht also nicht, dass während des Wurfs ein Fuß Bodenkontakt hat. In dem Moment, in dem der Werfer einen Fuß hebt, ist festgelegt, dass der andere bis zur Wurfausführung den Bodenkontakt nicht verlieren darf.

    Was ist eigentlich mit dem Block? Darf der sich bewegen, der Bewegung des Werfers folgen z. B.?

    Was das angeht, da wurden die Handballregeln schlecht ins Deutsche übersetzt.

    Regel 13 beschreibt die Situation. Und das steht auf deutsch: "Bei der Ausführung eines Freiwurfs muss die Abwehr mindestens 3 Meter vom Werfer entfernt stehen. "
    Im Original steht jedoch: "When a free throw is being taken, the opponents must remain at a distance of at least 3 metres from

    the thrower".

    "Stehen" könnte man interpretieren als: Die Abwehr darf sich nicht bewegen. "Remain" dagegen bedeutet nur, dass der Abstand eingehalten werden muss. Und das kann man natürlich auch bei einer Seitwärtsbewegung.

    Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sie nur gegen Frankreich die eindeutig schwächere Mannschaft war. Die Spiele gegen Österreich (da trotz einer insgesamt schwachen Leistung) und Kroatien hätte sie allein mit einer halbwegs ordentlichen Trefferquote recht deutlich gewonnen.

    Deine Aussage liest sich so, als wäre die Trefferquote etwas, was man von der Gut-Schlecht-Diskussion ausklammern kann oder was zumindest von untergeordneter Bedeutung ist.

    Was gibt dir die Sicherheit, dass in diesen Spielen eine höhere Trefferquote im Bereich des Möglichen gewesen wäre? Also nicht hypothetisch, sondern wie begründest du die schlechten Quoten und welche Anhaltspunkte siehst du, dass wir da genauso gut hätten haushohe Siege der Deutschen sehen können?

    Wenn man hätte deutlich gewinnen können, warum hat man es dann nicht einfach getan?

    Sitzt du gerade im Unterricht ? 😉

    Nein, ich bin nur überzeugter Gegner des Fatalismus. :) (Oder für die Filmfans: So etwas wie Final Destination gibt es nicht.)

    Wenn Ergebnisse vorbestimmt wären, könnten wir uns die Spiele doch eigentlich sparen.

    Und deshalb stoße ich mich halt an solchen Aussagen zu alternativen, fiktiven Spielverläufen. Natürlich kann man versuchen, sich auszumalen, wie ein Spiel hätte enden können, wenn das oder das passiert wäre. Aber praktisch scheitert das an der Komplexität des Systems.

    Verliert eine Mannschaft mit einem Tor und in Minute 5 hat diese Mannschaft einen 7m verworfen - wer würde hier ernsthaft behaupten, dass das Spiel unentschieden geendet hätte, wenn der Strafwurf reingegangen wäre? Das Tor hätte genauso gut ein Weckruf für den Gegner sein können, der in der Folge das Spiel dominiert.

    Wird der 7m in der 59. Minute verworfen, sieht die Sache anders aus. Und deshalb behilft man sich mit Wahrscheinlichkeiten.

    Österreich hätte den Sack zu gemacht, wenn sie in der 2.Halbzeit dem Bilyk etc mal kurz eine Verschnaufpause hätten geben können.

    Nein. Denn meine Glaskugel sagt, dass sich der Ersatzspieler auf dem Weg aufs Feld verletzt hätte, sodass Bilyk keine Pause bekommen hätte.

    Was ich damit wirklich zum Ausdruck bringen will: Mit fehlt in der pauschalen Aussage eine Einordnung zur Wahrscheinlichkeit. Unbestritten ist lediglich, dass wir nicht mit Bestimmtheit sagen können, was im Fall X oder Y passiert wäre. Die Aussagen werden auf Beobachtungen der Vergangenheit gestützt, ignorieren aber, dass auch Unvorhergesehenes passieren kann.

    Das ist jetzt nicht auf den speziellen Fall beschränkt, sondern gilt für alles Zukünftige.

    Ich wünsche mir, dass das Ungarn-Spiel keine rühmliche Ausnahme war. Trotzdem halte ich es für falsch, das gestrige Spiel einfach mit der Begründung "da ging es um nichts" abzuhaken.

    Gerade die Anfangsphase hatte wenig mit dem vorherigen Spiel gemeinsam. Die Angriffe wurden nicht sauber zu Ende gespielt, man nahm sich halbgare Würfe. Das wird wohl kaum der Plan gewesen sein und deshalb muss die Frage erlaubt sein, was da auch mental los war?

    Danach hat man sich einfach nicht mehr gefangen und mit jedem Fehlwurf ist natürlich auch der Torhüter immer mehr in den Köpfen drin. Ja, am Ende hat der 'ne super Quote, aber die haben ihm die Deutschen geschenkt.

    Die Spieler scheinen nicht so abgeklärt, sonst wären sie anders aufgetreten. Und das macht Sorgen für das nächste Spiel. Der Argumentation "Da kommt Dänemark, da gewinnen wir keinen Blumentopf", die einige hier vertreten, schließe ich mich überhaupt nicht an. Ich erwarte, dass man in so einem Spiel bis zum Umfallen kämpft, denn niemand kann vorhersagen, was passieren wird. Auch die Dänen haben in den letzten 4 Europameisterschaften jeweils den Sprung ins Finale verpasst, sind als Weltmeister 21 bei der EM 22 sogar in der Vorrunde ausgeschieden. Die Situation auf dem Papier ist eine Sache, aber das Spiel wird auf dem Feld entschieden und da gibt es keinen zählbaren Bonus für vorherige Leistungen. Gleichwohl kann die Leistung der einzelnen Spieler sehr wohl noch in den Köpfen rumspuken. Und schon alleine deshalb hätte ich mir gewünscht, dass man das Kroatien-Spiel ernster angeht und das gute Gefühl mit ins Halbfinale nimmt.

    Unser Schwachpunkt ist einfach der Innenblock.

    Insbesondere Köster erzielt einfach keinen Effekt

    :irony:

    Naja, in Halbzeit 1 war wenig von der Abwehr zu sehen (allerdings jetzt nicht speziell auf Köster beschränkt). Gegenspieler auf 9 m antippen, 3 Schritte rückwärts machen und ihn unbedrängt werfen lassen. Da wurden die Torhüter doch etwas zu sehr im Stich gelassen.

    Wenn man (so wie es hier Frankreich unterstellt wird) volles Vertrauen in seine Stärken hat und sich sicher ist, dass Ding über die Zeit zu gewinnen, dann kann man ruhig über diese Nachlässigkeiten hinwegsehen. Nur mal ehrlich: Wer hatte, angesichts der bisherigen Spiele, dieses Vertrauen?

    Übers gesamte Spiel betrachtet war Köster gestern der Glanzpunkt.

    Weber darf mal kurz rein und es läuft sofort gar nicht mehr.

    Weber hat 1 Minute und 42 Sekunden gespielt. Und zwar als Knorr wegen einer Zeitstrafe auf die Bank musste. Das darf man ruhig in die Betrachtung einbeziehen.

    Ich fand sein Kante zeigen gegen den Abwehrspieler jetzt nicht so schlecht. Der hatte danach sicher Kopfschmerzen. Die Aktion nahm auch Zeit von der Uhr und hat zumindest dafür gesorgt, dass Dt. den Ball nicht unnötig schnell verliert.

    Oha, jetzt wird mir alles claar. Wenn du in ihn einen Weltklassekreisläufer siehst, dann erklären sich deine Einschätzungen zu Binder und Weber von selbst.

    Selbst wenn man zugibt, dass Kohlbacher keine Weltklasse ist, bleibt immer noch der berechtigte Einwand, dass man eine im Verein funktionierende Achse über weite Strecken der Spiele nicht nutzt.

    In der Forderung nach Maximalbestrafung für derartiges unsportliches Verhalten gehe ich mit, auch wenn ich nicht weiß, ob es Rot und Blau in dem Fall rein regeltechnisch überhaupt geben kann.

    Genau das sind die Situationen, wegen denen Knorr für mich kein ganz Großer werden wird.

    Hab' ich doch weiter oben geschrieben. Diese Art des Vergehens ist in den Regeln glasklar beschrieben und die Bestrafung auch: progressiv. D.h. Gelb oder halt 2 min, wenn Gelb aufgebraucht ist oder der Spieler schon 2 min hatte. Eine direkte Disqualifikation ist nicht möglich.