Beiträge von Du Blinder

    Hallo Regelkundige,

    ich verstehe nicht, warum der Spieler B3 in der Regelfrage eine Disqualifikation mit Bericht bekommen soll, statt eine "einfache" DQ. Die Regelbezüge helfen mir auch nicht wirklich (8:6a, 16:6a, 2:8a, 17:2, 17:10).

    Hier die Frage:

    Zitat

    191. Nach seiner dritten Hinausstellung wurde A9 in der 36. Minute disqualifiziert. Noch in Sportkleidung setzt er sich in die erste Zuschauerreihe hinter der Seitenlinie gegenüber den Auswechselbereichen. Direkt vor ihm begeht B3 in der 55. Minute ein gesundheitsgefährdendes Foul an A10, der verletzt liegen bleibt. Bevor die Schiedsrichter eine Strafe aussprechen können, läuft A9 auf die Spielfläche und schlägt B3 mit der Faust nieder. Richtige Entscheidung?

    a) Time-out
    b) Disqualifikation von B3, schriftlicher Bericht
    c) A9 ist nicht mehr am Spiel beteiligt, daher keine Meldung erforderlich
    d) Schriftlicher Bericht über das Verhalten von A9
    e) Disqualifikation von B3

    Ich würde hier auf a), d) und e) entscheiden, korrekt ist lt. Katalog aber a), b) und d).
    Handelt es sich mal wieder um eine "Auswendiglernfrage" oder übersehe ich etwas?

    Vielen Dank.

    Zitat

    Original von thomask
    damit widersprichst du den Anweisungen / Regelklarstellung des DHB.

    Kannst du machen ist aber nicht im Sinne, dass alle Handball-SR in einer Linie pfeifen sollten, deshalb gibt es ja Regelklarstellungen

    http://www.dhb.de/index.php?id=83

    Schön dass es diese gibt - nur dann sollte man auch in den Antworten zu den Regelfragen verweisen - dann wird klar, wo man nachlesen soll.

    Zitat

    Original von thomask
    ich verstehe langsam aber sicher diese Diskussion nicht mehr
    a) Ball innerhalb Spielfeld / ein Fuss des Spielers außerhalb Spielfeld dadurch Vorteil verschaffen = FW für den Gegner
    b) Ball innerhalb Spielfeld / ein Fuss des Spielers außerhalb Spielfeld keinen Vorteil verschaffen /eigeneer Schwung = Weiterspielen

    Ich verstehe nicht, woraus du die Vorteilsregel "interpretierst". Die steht nun mal nicht in der Regel, ebenso wenig, wie wenn der Ball außerhalb des Spielfelds ist und es für die angreifende Mannschaft keinen Vorteil bringt, gibt es trotzdem Einwurf.

    Zitat

    Original von pilskie
    Bei der Frage spielt er den Ball vor übertreten kommt dann aber doch über die Linie.

    Nachtrag: Wenn man sich die englischen Frage anschaut wird klar, dass der Spieler nicht nach der Aktion ins "Aus gerät":

    Zitat

    The ball is in the air going towards the side-line. A3 manages to play the ball with his hand to A7 before the ball actually reaches the line. In doing so, A3 has one foot outside the court. A7 catches the ball and scores a goal. Correct decision?

    Irgendwie bin ich mir jetzt doch unsicher, ob der Spieler nicht doch außerhalb stehen "darf".

    Zitat

    Original von pilskie
    Bei der Frage spielt er den Ball vor übertreten kommt dann aber doch über die Linie.


    Das ist jetzt aber Interpretation - in der Frage steht nur, dass der Ball "noch vor der Seitenauslinie" gespielt wird; wann genau der Spieler das Spielfeld verlässt, steht nur indirekt da (Er gerät bei dieser Aktion [...]).

    Zitat


    Prinzipiell ist immer FW gegen den Ballführer, wenn er das Feld verlässt, ausser er wird durch einen Fehler der Abwehr dorthin befördert (Stoßen, regelwidrig begleiten) dann zählt das erste Vergehen.

    OK. Dann ist ja alles klar.

    Zitat

    Original von gummiball
    Im Fragenkatalog ist die Frage so zu beantworten und damit ist es erstmal gut. Bei einem Fragen- / Antwortenkatalog gibt es halt keinen Spielraum für "aber wenn evtl."!

    Es ging mir auch nicht darum die Frage zu ändern, sondern ob ich evtl. die Regel 7:10 falsch verstanden habe.

    Also fasse ich noch einmal zusammen:
    Wenn der Spieler den Ball spielt, bevor er das Spielfeld verlässt: OK
    Wenn der Spieler den Ball spielt, nachdem er das Spielfeld (teilweise) verlässt: Freiwurf für die andere Mannschaft, egal ob er sich im "Aus" bewegt oder nicht.

    Richtig?

    Zitat

    Original von pilskie
    Für mich greift 7:10 nicht, weil A7 den Ball im Feld zu A3 spielt und danach durch den Schwung das Feld verlässt.

    Das dachte ich auch erst, leider steht in der Frage bei der Aktion und nicht nach der Aktion, sonst wäre es klar.

    Hallo Theoitetos,

    ich habe leider nur den "alten" Ringordner - da gab es die Regel noch nicht.

    Ich konnte aber im Regelwerk auch nichts von "Vorteil" finden - und von einem Beispiel auf eine (allgemeine) Regel zu schließen, finde ich etwas gewagt.

    Außerdem hat er natürlich einen Vorteil - sonst wäre er evtl. nicht mehr an den Ball gekommen, wenn er mit beiden Beinen im Spielfeld stünde.

    Hallo Regelkundige,

    mir ist bei Frage 35 nicht ganz klar, warum Regel 7:10 nicht greift (in der Lösung ist nur Regelbezug 11:1) angegeben.

    Hier die Frage:

    Lösung laut IHF ist c)

    Regel 7:10 sagt nun:

    Zitat

    Wenn sich ein ballbesitzender Spieler mit einem Fuß oder
    beiden Füßen außerhalb der Spielfläche bewegt
    (während der Ball sich noch innerhalb befindet),
    z.B. um einen Abwehrspieler zu umlaufen,
    ist auf Freiwurf für die andere Mannschaft zu entscheiden (13:1a).

    Ist der Knackpunkt, dass der Spieler bei Ballberührung außerhalb des Spielfeld steht und sich nicht "bewegt" oder dass er nicht als "ballbesitzender Spieler" angesehen wird, weil er den Ball nicht festhält?

    Zitat

    Original von SchwarzeZunft
    ich hab regel 5.6 immer anders interpretiert:
    Es ist dem Torwart nicht erlaubt:
    ...
    5:6 den Torraum mit dem unter Kontrolle gebrachten Ball zu verlassen (6:1, 13:1a und 15:7, Absatz 3)

    Wenn schon zitieren, dann richtig -- sonst wird u.U. die Regel falsch dargestellt.
    Hier ist nämlich der zweite Teil des ersten Satzes wichtig (nach Anpfiff):

    Zitat


    5:6 den Torraum mit dem unter Kontrolle gebrachten Ball zu verlassen
    (6:1, 13:1a und 15:7, Abs.3), wenn der Abwurf angepfiffen war,
    ansonsten Wiederholung des Abwurfs (15:7 Abs.2); beachte jedoch
    die Vorteilsregel nach15:7, wenn der Torwart den Ball verliert, nach-
    dem er den Torraum mit dem Ball in der Hand verlassen hatte.

    Zitat

    Original von sunny-1
    Hi Du Blinder. Die Eingangsproblematik war Frage 169, es geraten 2 Spieler aneinander und schreien sich an. Auf die Lösung mit dem Affekt bist du doch schon selbst gekommen.

    Ungünstigerweise sagt das Regelwerk: "im Reflex zurückschlagen" (vgl. Erl. 6d),
    was hier aber nicht der Fall ist, weil der umstoßende Spieler der erste ist, der das Foul begeht (wenn man das Schreien ausklammert).

    Zitat

    Ich weiß nicht ob du schon mal erlebt hast, wie so ein Anschreien stattfinden kann. Da schaukeln sich beide durch Worte als weiter hoch und irgendwann verliert einer die Beherschung und schubst den anderen. Mal heftig, mal harmlos. Es ist aber in allen Fällen die ich mir vorstellen kann eine Affekthandlung.

    Glaube ich Dir ja alles - nur leider ist das Regelwerk an dieser Stelle nicht sehr hilfreich, deshalb ja auch die Frage nach den "Entscheidungshilfen". Ich frage mich halt nur, warum in der Regelfrage mit DQ bestraft wird? Wegen gesundheitsgefährdenden Verhaltens?
    Und wenn ja, wann fängt eine Tätlichkeit an? Wenn beide Spieler voneinander weg gehen und einer zurück läuft und den anderen umstößt?

    Zitat

    Affekt ist imme die Folge auf irgend eine Provokation.

    Anders die Tätlichkeit. Da geht ein Mensch zu einem anderen, holt aus und batsch. Da geht nichts erkannbares voraus.

    Leider ist diese "entlastende Affekthandlung" (mit vorangegangener verbaler Provokation) aus meiner Sicht nicht im Regelwerk gemeint. (entlastend soll heißen: DQ statt Ausschluss)

    Gibt es denn irgendwo vom IHF oder DHB Anweisungen bzw. Entscheidungshilfen um zwischen DQ und Ausschluss zu unterscheiden?

    Ich trage das mir bekannte mal zusammen:

    DQ:
    - "Im Affekt" zurückschlagen
    - Versuch jemanden anzuspucken und dabei verfehlen
    - Beim Abwehrversuch "übertriebener Einsatz / starker Angriff gegen den Körper eines anderen Spielers" (nach Regel 8:7)

    Ausschluss:
    - Jemanden anspucken und treffen!
    - Jemanden ohrfeigen (kommt in Regelfragen vor)

    Mir unklar ist also, wie Aktionen zu werten sind, die gesundheitsgefährdend sind, aber nicht bei Abwehrversuchen statt finden (z.B. jemanden "Umschubsen" bei Spielunterbrechung, etc,)

    Zitat

    Original von thomask
    DQ kommt nur in b vor.

    Bei Frage 230 kommt "Hinausstellung" auch nur in a) vor, dennoch sind auch d) und e) richtig!

    Frage 230:
    =========
    A10 sitzt seine erste Zeitstrafe ab (Spielzeit bei Beginn der Strafzeit 21:00).
    Nach Wiederanpfiff des Spiels reklamiert er so heftig, dass die
    Schiedsrichter das Spiel bei 21:30 mit Time-out unterbrechen und A10 mit
    einer weiteren Hinausstellung bestrafen. Auswirkungen für Mannschaft A?
    a) weitere Hinausstellung von A10
    b) Disqualifikation von A10
    c) Mannschaft A spielt bis 25:00 mit 5/1 Spielern
    d) Mannschaft A spielt bis 23:00 mit 4/1, dann bis 23:30 mit 5/1 Spielern
    e) Für den Rest der ersten Zeitstrafe wird Mannschaft A um einen weiteren Spieler
    reduziert

    Zitat

    Original von Handball-SR
    Ich merks mir so: Wenn d richtig wäre (was es nicht ist) würde es sich nicht um eine 2-Minuten Strafe handeln, sondern nur um eine Strafe die solange dauert, wie die Reststrafe von A2. Und da es das nicht gibt, kann nur b richtig sein.

    Das Problem dabei ist nur, dass es einige andere Fragen im Katalog gibt, bei denen ein gleicher Wortlaut richtig ist, z.B. Frage 48. ("... Reduzierung von Team A auf der Spielfläche um einen zusätzlichen Spieler für 30 Sekunden")


    Ich werde in Zukunft bei solchen Fragen eher überlegen, wie viele Spieler auf der "Platte" sind und entsprechend die "5/1-Regel" etc. anwenden.

    Zitat

    Original von sunny-1

    Was ist daran (Anm.: an Antwort d) denn blöd formuliert?

    Eigentlich ist Antwort b) blöd formuliert. So wäre ich es verständlicher:

    b) Disqualifikation von A2, was eine zusätzliche 2-Minuten Reduzierung verursacht, die sofort beginnt.

    So ist klar, dass der Rest der Hinausstellung nicht "aufgehoben" wird.

    Zitat


    Manschaft A wird eben nicht für den Rest der 2 Minuten Strafe um einen weiteren Spieler reduziert sondern länger. Genau für 2 Minuten ab dem Zeitraum der DQ. Unterscheidet doch endlich mal zwischen deutscher Sprache und eurer Interpretation.

    Der Vergleich mit 2 Hinausstellungen macht es deutlicher:
    bei der 2. Hinausstellung eines Spielers (nach Wiederanpfiff) muss ein zusätzlicher Spieler für den Rest der ersten Strafe vom Feld. Nach der 2. Hinausstellung darf der fehlbare Spieler wieder mitspielen.

    Analog zur obigen Frage, mit dem Unterschied, dass der fehlbare Spieler die Strafe nicht mehr absitzen kann, weil disqualifiziert. Die zusätzliche Reduzierung gilt also eigentlich nur bis zum Ende der Hinausstellung. Die Restzeit (mit 5/1) ist eine Folge der DQ!

    Zitat

    Original von Ide71
    Natürlich muss ein Spieler runter, aber eben für volle 2 Minuten, nicht nur für die Restzeit der bestehenden 2-Minuten-Strafe.

    Argh. Ich habe übersehen, dass auf der Spielfläche ja nur 5/1 Spieler sind, es ist also doch so wie ich dachte - Spielfortsetzung 4/1 bis zum Rest der 1. Hinausstellungszeit.

    Zitat

    Es war auf jeden Fall nach dem Wiederanpfiff, denn die Spielfortsetzung nach der ersten 2-Minuten-Strafe wäre ja nicht Einwurf gewesen.

    Davon ging ich aus.

    Hallo Schiris und Regelkundige,

    ich verstehe (mal wieder) eine Antwort einer Regelfrage nicht:

    Frage 156:
    =========
    A2 ist wegen regelwidrigen Verhaltens hinausgestellt worden und befindet
    sich auf der Auswechselbank. Als in der Nähe ein Einwurf ansteht, ruft er
    dem Schiedsrichter beleidigende Worte zu. Richtige Entscheidung?

    a) Hinausstellung von A2
    b) Disqualifikation von A2, was eine 2-Minuten Reduzierung verursacht, die sofort
    beginnt
    c) Mannschaft A wird für 4-Minuten um einen Spieler reduziert
    d) Mannschaft A wird für den Rest der 2-Minuten Strafe von A2 um einen weiteren
    Spieler reduziert.

    Antwort: b

    Warum muss hier für den Rest der Hinausstellungszeit kein Spieler runter, wie in Antwort d) angegeben? (Also Fortsetzung: 4/1)

    Wenn die Aktion vor Wiederanpfiff wäre (was aus dem Text nicht so scheint), wäre c) sicher richtig. Aus den angegebenen Regelbezügen kann ich auch nur entnehmen, dass DQ -> "zusätzlicher Spieler muss runter" bedeutet.

    thomask: Würde die Halbzeitpause nicht zur Spielzeit gehören, dürfte es beispielsweise in Frage 171 niemals Ausschluss geben!

    Frage 171:
    =========
    A9 begeht während der Halbzeitpause noch auf der Spielfläche eine
    Tätlichkeit gegen den Trainer von B, der A9 daraufhin beleidigt.
    Maßnahmen?
    a) Ausschluss von A9, A spielt die 2. Halbzeit mit 5/1 Spielern
    b) Disqualifikation von Trainer B, B beginnt die 2. Halbzeit für 2 Minuten mit 5/1 Spielern
    c) Disqualifikation von A9, B in der 2. Halbzeit mit 6/1 Spielern
    d) Disqualifikation von Trainer B, Spielfortsetzung A in der 2. Halbzeit mit 6/1Spielern

    (Antwort: a, b)

    T.N.T.
    Eine Affekt-Handlung (DQ) nach Erl. 6d sehe ich hier nicht.

    Zitat

    Original von T.N.T.
    Die Tätlichkeit sehe ich im geschilderten Sachverhalt (der Regelfrage) jedenfalls nicht.

    "Nach dem Halbzeitpfiff geraten A9 und B5 auf der Spielfläche heftig
    aneinander und schreien sich an. In der Folge stößt A9 B5 mit beiden
    Händen gegen die Brust
    , so dass dieser die Körperkontrolle verliert."

    Dies stellt aus meiner Sicht sehr wohl einen starken und absichtlichen Angriff gegen den Körper (nach Regel 8:7) dar!

    thomask: Es ging um die Frage, ob die Halbzeitpause zur Spielzeit gehört - was deine Zitate nicht widerlegen!