Für das Derby hatten wir leider nicht den erhofften Haufen dabei, was auch mit daran lag, dass wir nur wenige Karten bekommen hatten. Wie in der Vergangenheit reisten wir zusammen mit Fans aus anderen Lagern per Zug nach Kiel. Die Stimmung war gut, auch wenn man sich nach der Leistung gegen Nordhorn nicht viel ausrechnete. Hinzu kommt, dass die Kieler diese Saison eine Klasse für sich sind. Schon frühzeitig in dieser Saison ließ man dem Rest der Liga keine Chance.
In Kiel angekommen stießen noch ein paar Jungs aus Nettelstedt dazu, bevor es durch die Stadt zur Halle ging. Im Verlauf des Marsches wurde uns Besuch von geschätzten 30 Kielern abgestattet. Das Aufeinandertreffen blieb aber an sich ereignislos, weil die Polizei schon vor Ort war. Der Überraschungseffekt war aber klar auf Kieler Seite.
An der Halle angekommen schien alles nach Plan zu laufen. Doch dann traten die Herren vom THW auf den Plan. Einige Flensburger Anhänger hatten sich T-shirts drucken lassen, welche unter anderem mit dem Spruch "Alles nur gekauft?" auf die Maipulationsvorwürfe anspielten. Jedem Fan mit diesem Shirt wurde der Einlass verweigert! Das Hausrecht wurde als legitimes Mittel gewählt um die freie Meinungsäußerung schon and der Haustür im Keim zu ersticken. Der Vorwurf lautete, dass es sich bei den Shirts um pure Provokation handeln würde. Als man die Herren mit dem erst kürzlich über die THW Vereins-Hompage verbreiteten "Hamburg, wo seid ihr?" Hemd konfrontierte, stellte man sich Stur. Das wäre doch etwas ganz anderes. Jeder, Mann und Frau, wurde aufgefordert sich vor der Halle umzuziehen, mit T-Shirts die dafür "extra bereit gelegt" worden seien. Es wurden einem grinsend T-shirts mit THW Logo entgegen gestreckt, die man anziehen könne. Das wurde logischweise dankend abgelehnt.
Die ganze Situation wurde von Minute zu Minute lächerlicher. Bis alle in der Halle waren, verging fast eine Stunde. Unsere Gruppe wartete geschlossen und man ging gemeinsam in den "Gästeblock". Dass wir in Flensburg selbst nicht den allerbesten Stehbereich für Gäste haben, ist bekannt. In Kiel spottet dieser aber jeder Beschreibung. Schon in zweiter Reihe ist es teils unmöglich das Spiel zu verfolgen.
Das Spiel selbst war nach etwa 10 Minuten vorbei. Nach gutem Start langten ein paar Fehlversuche, um die gesamte Mannschaft zu verunsichern. Die Kieler konnten ohne große Mühe aufspielen und hätten sogar noch höher gewinnen können. Die Stimmung in der Flensburger Ecke wurde dementsprechend immer schlechter. Uns fehlte jede Motivation uns komplett heiser zu schreien.
Direkt nach Abpfiff verließen wir die Halle. Daher weisen wir auch den Vorwurf zurück, während der Spielerverabschiedung durch Pfiffe aufgefallen zu sein. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits auf dem Weg zum Bahnhof. Diese Info hätte man auch beim Ordnungsdienst oder der Polizei unkompliziert bekommen können. Wieder einmal glänzt das Flensburger Tageblatt mit schlecht recherchierten und voreilig verfassten Artikeln. Hinzu kommt die letzte Amtshandlung von Fynn Holpert, der vom eigenen Scheitern gerne mit uns ablenkt.
Ganz speziell im Falle der "Ciudad" Rufe weisen wir darauf hin, dass wir nicht vergessen haben was damals in Spanien vorgefallen ist. Nie wird es von uns Aktionen in diese Richtung geben. Wir unterstützen das Skandieren dieser Rufe, geschweige denn den Verein Cuidad Real an sich, in keinster Weise.
Die Saison ist nun zu Ende. Der 5. Rang ist die schlechteste Platzierung seit Jahren, es kann also nur besser werden.
Wir gehen in unser 10. Jahr als Gruppe...