Für mich als neutraler Betrachter stellt sich die Angelegenheit aber ein bißchen wie Kasperletheater dar. Ein Spieler möchte wechseln, tut dies kund und wird deswegen, unter Umständen anderthalb Jahre, suspendiert und in seiner hoffnungsvollen Entwicklung behindert.
Wie beknackt ist sowas überhaupt in der heutigen Zeit
? Kann ich mir das als Verein tatsächlich leisten, so zu reagieren ohne einen erheblichen Imageschaden zu nehmen und potentielle Neuzugänge abzuschrecken? <snip>
Und wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe. Das alles fügt sich in das traurige Bild das der deutsche Handball im Moment abgibt. Auch vor dem Hintergrund der leidigen Talentdiskussion in Sachen Nationalmannschaft.
Der VFL Gummersbach schadet mit diesem Affentheater nicht nur sich selbst, sondern dem deutschen Handball. Einerseits wird ein junges Talent, das, so kann man vermuten, in den nächsten Jahren ein wichtiger Spieler in der Nationalmannschaft werden könnte, in seiner Entwicklung behindert, andererseits präsentiert sich der deutsche Handball in der medialen Wahrnehmung als ein Chaotenhaufen, da die breite Öffentlichkeit kaum sehen dürfte, dass es hier EIN Verein ist, dem die Orientierung an der Realität verlorengegangen ist.
Da all dies den Verantwortlichen beim VFL Gummerbach nicht verborgen geblieben sein dürfte, kann man sich ernsthaft fragen, warum die Gummersbacher so handeln. Nur gekränkte Eitelkeit? Minderwertigkeitskomplexe gegenüber dem THW Kiel? Oder eben doch das Gefühl, dass das eigene Geschäftsmodell, das ja offenbar auch darauf baut, Spieler (oder Trainer) teuer zu verkaufen und teure Spieler notfalls abzuschieben (siehe Szilagy), durch das aus Gummersbacher Sicht "eigenmächtige" Handeln des eigenen Spielers und des THW Kiel gefährdet wird.