Auch wenn die Aktion von Toto nicht gut zu heißen ist!!!, bin ich sehr nahe bei Celje 2002. Davon abgesehen scheint es ja bei aller Überflüssigkeit und sportlicher Unfairness und menschlicher Verwerflichkeit nicht das falsche Opfer getroffen zu haben. Zum Glück ist nicht viel passiert und es geht Nincevic gut..... Es rechtfertigt nicht die Tat, das kann nichts, aber der größter Sportsmann ist Nincevic ja auch nicht, oder was meint die Berlin Fraktion dazu?!!
Also hat es nicht "das falsche Opfer getroffen"? Und es "ist nicht viel passiert"? Der größte "Sportsmann ist Nincevic ja auch nicht"? Alles klar. Erstens war Nincevic selbst schuld, zweitens ist nicht viel passiert, drittens ist er sowieso nicht der größte Sportsmann. Also alles halb so schlimm. Warum stellt sich der Kerl bloß so an? Es war doch nur ein "Zusammenstoß", wie Schwalb offenbar in der Pressekonferenz nach dem Spiel meinte (hat der sich eigentlich für seine Wortwahl entschuldigt?), passiert ist nichts etc. etc. Ist ja auch alles nichts, so eine schwere Gehirnerschütterung, eine tiefe Risswunde etc., sowas kommt ja mal vor. Ist halt ein Männersport.
Das Schlimmste ist aber, dass nicht nur irgendwelche schnöpprigen Bengels hier im Forum diese Ansicht vertreten, sondern dass auch die Herren von der HBL durch ihr vorsätzliches Nicht-Handeln diese vorsätzliche Körperverletzung geradezu sanktionieren. Zwei Spiele Sperre sind es effektiv, das wars, beim Final 4 darf Jansen spielen. OK, so ca. zwei Monatsgehälter Geldstrafe, und genau daran stört sich ja offenbar der HSV, wenn man den Berichten auf HW.com glauben schenken darf. Den Fall an das Bundessportgericht weitergeben? Wozu denn das? Erstens war Nincevic selbst schuld, zweitens ... Und so weiter und so fort.
Und der Rest der HBL hält sich vorsichtshalber bedeckt. Oder hat da jemand - einmal abgesehen von den Berlinern - wirklich deutlich Stellung bezogen? Vielleicht ist das natürlich auch besser so, es könnte ja jemand irgendwelche Mitschnitte von Traineransagen aus Auszeiten ausgraben, in denen ab und an auch markige Worte fallen. Ich meine mich da an einige Ansagen aus den letzten Jahren zu erinnern, die, um es mal nett zu sagen, "finster" waren. In einer wurde, wenn ich mich recht erinnere, die Mannschaft aufgefordert, dem "Wi***er", gemeint war der gegnerische Torwart, die Ohren abzuschießen. Das war doch mal eine Ansage, klar, präzise und auf den Punkt gebracht, das konnte jeder verstehen.
So macht man den Handball für die breitere Öffentlichkeit kaputt. Das Bild, das dort entstanden ist, ist jedenfalls katastrophal, auch wenn es sich natürlich und glücklicherweise um einen Einzelfall handelt. Aber wenn die HBL keine klaren Zeichen setzt, kann sich so etwas natürlich auch auf die Sponsoren auswirken. Die windelweiche Entscheidung der Disziplinarkommission war jedenfalls keins. Nach den Reaktionen in der Presse könnte ich mir übrigens durchaus vorstellen, dass sich einige Sponsoren sehr genau überlegen, ob sie noch mit dem Handball in Verbindung gebracht werden wollen. Gerade seriöse Unternehmen sind da - mit Recht! - empfindlich.