Beiträge von capitano19

    Hier ist die nächste Ausgabe:

    Kreis Ab – Episode 423

    Zu Gast in der aktuellen Ausgabe:

    • André Voigt (Got Nexxt)

    Themen (u.a.):

    • Basketball-Nerd mit ganzer Leidenschaft
    • DBB hat viele Anpassungen vorgenommen
    • Verband und Liga haben ihre Probleme erkannt
    • Maßnahmen gehen über die erste Liga hinaus
    • Nationalmannschaft wird medial stark präsentiert
    • Bild des Handballs ist altbacken und verstaubt
    • Handball produziert zu wenige Gesichter

    Engel hätte da auch früher gehen können. Vielleicht wird sie es aber nicht mal im Sommer tun. Und mindestens das wäre dann fatal, genau wie ein Verbleib von Kühne in Blomberg. Mangel an Ambition?

    Ein Viertelfinale beim Turnier im eigenen Land wäre aus meiner Sicht übrigens kein Erfolg. Es muss der Anspruch sein, dieses Viertelfinale souverän und mit klaren Siegen zu erreichen und das gibt dieser Kader in Spitze und Breite auch so her. Der Spielplan auch.

    Gaugischs Bilanz bei Turnieren ist übrigens durchschnittlich. Spanien rettet dem Team den Einzug in die Hauptrunde und ihm den Job beim Turnier 2022. Beim Turnier 2023 versagen allen die Nerven im Viertelfinale gegen Schweden, das war desaströs. Die Olympia-Quali gegen schwache Gegner wird dargestellt, als wäre es historisch gut gewesen. Völlige Verklärung. Olympia selbst war absolut katastrophal und die Europameisterschaft 2024 auch mehr als mäßig. Siege gegen schwache Teams wurden schöngeredet, weil man Amateurmannschaften wie Island oder in Teilen Slowenien klar beherrscht. Na herzlichen Glückwunsch.

    In keinem dieser Turniere sehe ich wirklich eine Weiterentwicklung im Vergleich zur Groener-Ära. Angeblich sind die Spielerinnen ja aber besser als 2021, lese ich hier heraus. Wenn man nicht erfolgreich ist in dem, was man tut, muss man Dinge aber verändern. Bekommen wir bessere Spielerinnen in naher Zukunft? Die Aussichten sind eher mau, trotz des EM-Titels im Jugendbereich. Da bleibt also dann keine andere Alternative als ein Trainerwechsel. Gaugisch mag entwickeln können, aber er bewegt in der kurzen Zeit mit dem Team nichts. Ihm fehlt Trainingszeit. Das bekommen andere besser hin.

    Mir wäre übrigens das Geschlecht egal. Aber diesem Team fehlt Führung, Ausstrahlung und Charisma. Das sehe ich so, wie es benötigt wird, trotz aller Kompetenz auch bei Heike Ahlgrimm nicht. Ich würde mir einen Typ wie Emmanuel Mayonade oder Jesper Jensen wünschen. Trainer, die international auch etwas vorzuweisen haben und die daher eine hohe Glaubwürdigkeit mitbringen und akzeptiert sind. Das wird der DHB aber nicht tun, man sucht stets die bequemere Lösung, die kein Theater macht und in Ruhe den Job erledigt.

    Wenn bei uns Xenia Smits fehlt, haben wir genauso ein Problem. Und ich erinnere mich nur allzu ungerne an das WM-Viertelfinale von Granollers 2021, wo dieses Team meines Erachtens auf dem Zenit war. Eine kurze Verletzungspause bei Alina Grijseels wegen einer blutenden Wunde und die Dinge nahmen ihren Laufe. Die Abhängigkeit von einzelnen Spielerinnen ist bei uns auch gegeben, eben auf einem niederigeren Niveau.

    Dieser 6:0-Angriff funktioniert nur, wenn Du die Duelle 1 gegen 1 gewinnst. Dafür benötigst Du bestimmte Fähigkeiten. Die sehe ich zum Beispiel bei Vogel oder Leuchter nicht. Wenn Du einigermaßen clever bist, bekommst Du das relativ simpel verteidigt, zumal der Mannschaft dann Spielerinnen fehlen, die mal unvermittelt aus der Distanz abschließen können, wie Grgic das im Eisenacher System gemacht hat. Mit ihrer Art des Wurfes sehe ich das nur bei Annika Lott. Das System wird nichts bringen.

    Das ist aber nicht an Hannings Stil festzumachen. Zunächst war es wichtig, dass man schnell Aufmerksamkeit generierte. Das tat man mit Leuten wie Stochl, Heinevetter oder Romero. Hanning setzte ein wenig auf Namen, Den Grund kann ich nachvollziehen. Dann hat er das Konzept verändert und auf deutsche Nationalspieler gesetzt,. Transfers wie die von Steffen Fäth, Simon Ernst oder Malte Semisch zündeten aber nicht, im Gegenteil. Also musste er umdenken und hat die nächsten Youngster ausgebildet. Von daher hat Hanning wirklich sehr wenige Fehler gemacht. Klar, er polarisiert und einige seiner Aussagen finde ich auch absolut nicht in Ordnung. Aber er ist ein Macher, kein Schwätzer. Wäre das an anderen Stellen im deutschen Handball auch so, dann wären wir viel weiter.

    Ich verstehe Deinen Kritikpunkt, das stimmt. Da hätten wir noch mehr drauf eingehen können. Fakt ist, dass er zu Beginn nur Wiede und Drux dauerhaft in die erste Mannschaft bringen konnte. Es gab auch andere Spieler, aber auf den aktuellen Jahrgang um Lichtlein und Co. hatte er aber deutlich mehr Einfluss, das schien durchdachter. Am Ende bleint Hanning gelernter Kaufmann, was viele Vorteile hat, aber auch Nachteile, klar. Sicherlich war in der Zeit der Stagnation die Konkurrenz (Kiel, Löwen, Flensburg) auch nochmal deutlich stärker.