NACH PLEITE IN GROSSWALLSTADT
VfL-Boss tobt: Auftritt eine Sauerei
Von ALEXANDER HAUBRICHS
Gummersbach – Bis um acht Uhr morgens tigerte Velimir Kljaic durch seine Wohnung in Gummersbach. „Es war ein totaler Blackout. Nach so einem Spiel kannst du nicht mehr schlafen“, sagt der Coach des VfL nach der 20:32-Klatsche in Großwallstadt.
Ein Desaster mit Folgen. Nach DHB-Pokal-Aus und EHF-Halbfinalpleite ist auch die letzte Titelchance futsch. Und nun droht sogar das Minimalziel Champions League verloren zu gehen.
„Seit Dezember ist das keine Mannschaft mehr. Acht Leute gehen weg, da fehlt der letzte Zusammenhalt“, glaubt der Trainer.
„Jeder sollte vor seiner eigenen Haustür kehren“, nimmt Boss Hans-Peter Krämer Kljaic mit ins Boot. Aber auch die Stars bekommen ihr Fett weg: „Dieser Auftritt war eine Sauerei. Das war schockierend, eine Unverschämtheit. Das muss uns der Mannschaftsrat erklären.“
Der Haussegen hängt gewaltig schief, der Riss zwischen Mannschaft und Klub ist kaum mehr zu kitten. Krämer: „Jedes entscheidende Spiel vergeigt diese Truppe doch.“
Die VfL-Macher wollen nun die Stars bei der Ehre packen. „Jeder wird hier pünktlich bezahlt. Dann erwarte ich auch von denen, die gehen, bis zum letzten Tag ordentliche Arbeit“, sagt Manager Stefan Hecker. „Der Auftritt gestern zeigt: Der Schnitt in der Mannschaft ist nötig. Uns fehlen außer Sigurdsson die direkten Führungsspieler.“
Die Spieler merkten schon nach Spielschluss, wie viel Porzellan sie zerschlagen hatten. Kljaic: „Ich wollte die Videoanalyse auf der Rückfahrt im Bus starten. Aber die meisten schämten sich zu sehr, um hinzusehen.“