Zitat
Original von Celje 2002
So so, Gauck war also Widerstandskämpfer in der DDR, das wird ja immer besser.
Billige Polemik. Ich habe nichts von "Widerstandskämpfer" gesagt. Nur vom Widerstand. Und einem aktiven Mitglied des "Neuen Forum" attestiere ich "Mitarbeit im Widerstand" gegen die DDR. Wie Du das nennst überlasse ich lieber Dir, im Polemisieren komme ich eh nicht gegen Dich an. 
Ein Kernpunkt der Problematik bei der Entfremdung von Wahlvolk und Volksvertretern (sic!) ist doch, dass sich auch trotz andersfarbiger Parteizugehörigkeit die Sachpolitik (ich wage kaum dieses Wort in den Mund zu nehmen...) allenfalls marginal anders wird. Im großen und ganzen bleibt doch alles beim altn, egal ob rot-grün, schwarz-gelb oder schwarz-rot. Und leider ist das alternativlos.
Der Bürger hat doch das Gefühl, dass seine Stimme eh nichts bewirkt, selbst wenn er mithilft, eine Regierung durch eine andere zu ersetzen. Man fühlt sich doch verarscht von den Regierenden, zumal wenn immer wieder Dinge kolportiert werden, die verdeutlichen, für wessen Interessen welche Entscheidung nun gerade gut war.
Ein ganz entscheidender Punkt war imho die Farce, mit der die UNO dazu gebracht werden sollte, den Irak-Krieg der USA zu legitimieren und völkerrechtlich auf eine legitime Grundlage zu stellen. Diese "Beweise", die Powell dort vorgebracht hat und deren Falschheit sich später herausgestellt hatten (wobei das in dem Moment schon kaum jemand geglaubt hat) hat doch allgemein verdeutlicht, dass Regierungen nach Strich und Faden das Volk und auch Gremien belügen, um ihre Interessen durchzusetzen. Schröder war doch zu dem Zeitpunkt nur so populär, weil er (zurecht) gegen die USA geschossen hat und sich nicht hat unterkriegen lassen von Bush jun., sondern sich gemeinsam mit Frankreich und Russland gegen die Legitimation des Irak-Kriegs ausgesprochen hat.
Allerdings hat Schröder das Image auch selber untergraben, als unter seiner Führung Deutschland sich am Afghanistan-Einsatz "Enduring Freedom" beteiligt hat. Eine scheinbar unendliche Geschichte, deren Zweck auch nicht sicher ist (selbst wenn es nach der Doktrin der NATO ein humanitärer Einsatz sein soll) und wo im Hintergrund wirtschaftliche Gründe vermutet werden.
Durch die andauernde und immer weiter vertiefte Verknüpfung von Industrie und Politik wird die Wahrnehmung der Politiker in der Bevölkerung auch nicht positiver. Selbst wenn dieser Eindruck nur subjektiv sein mag, er ist da. Und solange die Politiker nicht aktiv etwas dagegen tun, wird die Kluft auch nicht kleiner werden.